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Strafbefehl wegen Verkehrsgefährdung: Online-Petition für Notarzt gestartet
openpetition.de

Er soll seinen Führerschein verlieren, weil er bei einem Rettungseinsatz für ein Kleinkind zu rasant fuhr. Nun erhält Notarzt Alexander Hatz Unterstützung im Netz.

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Greyjoy 08.02.2015, 13:50
300.

Das stimmt schlicht nicht und es wird auch durch die xte Wiederholung nicht richtiger. Es ist eben nicht richtig zu warten bis man ausweichen muss. Wenn man einfach damit rechnet, dass man dem Einsatzfahrzeug schon nicht in die Quere fährt, kommt es zu solchen Situationen. Sie sagen es ja selbst, der Fahrer des Einsatzfahrzeugs ist Profi. Wie sollen Sie da bestimmen welche Anzeichen es gibt, die auf seine Fahrt schließen lassen?
Wenn Sie ein Einsatzfahrzeug mit SOSI sehen. Müssen sie sofort freie Bahn schaffen. So lange Sie nichts tun und einfach weiter fahren, ist das aber nicht der Fall. Pflicht wäre es ran zu fahren und zu warten bis das bzw. die Einsatzfahrzeuge weg sind. Die "freie Bahn" ist nämlich nicht auf eine Fahrspur begrenzt sondern bezieht sich auf die gesamte Straße.
Sie setzen hier lediglich Ihre falsch angelernte Verhaltensweise als Standard. Man darf schlicht und ergreifend nicht damit rechnen, dass die Strecke schon frei genug ist.

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Greyjoy 08.02.2015, 14:02
301.

Zitat von DerBlicker
Bei Fällen Ausage gegen Aussage wird fast immer eingestellt. Die Staatsanwälte machen sich nämlich ungern Arbeit. So liegt der Fall hier aber nicht. Hier gibt es zwei Zeugen und die schriftliche Anhörung des Arztes durch die Polizei hat offenbar keine für den Arzt günstigen Umstände zutage gefördert. Folglich haben Staatsanwalt und Richter (denn ein Staatsanwalt kann keinen Strafbefehl erlassen, das kann nur ein Richter) keinen Grund gesehen, den Zeugen zu misstrauen.
Woher entnehmen Sie denn die schriftliche Anhörung?
Die Staatsanwaltschaft fertigt einen Strafbefehl auf die Anzeige des anderen Fahrers und stützt sich auf die Aussage des Zeugen. Dann wird der Strafbefehl einem Richter vorgelegt und dieser winkt ihn durch. Denn es gibt ja einen Zeugen. Dann wird der nun erlassene Strafbefehl zugestellt und ab diesem Zeitpunkt kann der nun Angeklagte einen Einspruch erheben. Dazu hat er in der Regel 2 Wochen Zeit. Dann kommt es wie jetzt zum Verfahren.
Beim jetzt angeklagten Arzt wurde laut eigener Aussage lediglich seine Dienszeit durch die Polizei angefragt. Außerdem würde ein Anwalt im Fall einer Aufforderung zur Stellungnahme wohl Schweigen empfehlen. Sonst begibt man sich in die Lage schon ohne Gerichtsverfahren eine Aussage zu machen mit der man sich selbst schädigen kann. Das ist auch genau der Grund, warum jeder gute Anwalt bei Befragungen eines Beschuldigten durch die Polizei eine Verweigerung der Aussage empfiehlt. Letztendlich tut man sich keinen Gefallen und belastet sich eventuell.
Jetzt kann der Notarzt die Sache allerdings vor Gericht schildern, da er bereits offiziell Angeklagter ist.

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Greyjoy 08.02.2015, 14:07
302.

Zitat von frank.w
...sollten alle "Blaulichtfahrer" mal so fahren wie es die hier fordern die wohl noch nie einen Notarzt gebraucht haben! Dass kostet dann vielleicht 100-200 Menschenleben, aber dann wär das auch mal geklärt! #sarkassmusoff
Genau das kann passieren.
Da gehts auch nicht um Trotz oder bösen Willen.
Eigensicherung steht bei allen Behörden und Organisation mit Sicherheitsaufgaben ob Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst an erster Stelle. Dazu gehört selbstverständlich auch die juristische Eigensicherung.

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hackebeilchen 08.02.2015, 14:14
303. Ich verdrehe nicht den

Zitat von DerBlicker
Sie verdrehen den Sachverhalt. Erstens gibt es 2 Autofahrer, die ausgesagt haben, warum bestreiten Sie das? Zweitens war an dem Tag die Straße nicht leer. Drittens geht es in dem Fall darum, dass wohl vor dem Rettungsfahrzeug ein anderes Auto abgebremst hat, um rechts abzubiegen. Das hat den Notarzt eventuell überrascht und dazu geführt, dass er plötzlich in den Gegenverkehr gefahren ist, was wiederrum die entgegenkommenden Autos zwangsläufig überraschen musste. Das sind die mir bekannten Fakten, Google Maps hilft da sicher nicht weiter.
Sachverhalt. Sie formulieren das Problem ja selbst:
"Das sind die mir bekannten Fakten". Ihre Faktenlage ist dürftig und nicht ganz korrekt (selektive Medienwahrnehmung nennt man sowas). Würden Sie sich mal ein wenig mit dem § 38 StVo und der in den letzten Jahren hierauf basierenden Rechtsprechung beschäftigen (vorausgesetzt Sie wären dazu überhaupt in der Lage ) würden Ihre Stellungnahmen nicht so absurd klingen Ihr Nickname nicht so paradox wirken. Wenn Sie nicht in der Lage sind die Pressemeldungen auch anderer Veröffentlichungen zu erfassen ist das sicher nicht das Problem Ihrer Umwelt. Sie haben sich in einer Art querulatorischem Wahn hier in was reingeredet und kommen da nicht mehr raus. Glauben Sie was Sie wollen, denken Sie was Sie meinen denken zu müssen (vom Können wollen wir mal lieber nicht reden). Ist mir inzwischen auch wurscht. Es gibt immer welche die sich ihre eigene Realität und ihre eigene Wahrheit zurecht zimmern. Warum Energie verschwenden um solchen Menschen Sachverhalte nahe zu bringen.

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Stefan_G 08.02.2015, 14:22
304. zu #290

Zitat von DerBlicker
Es mag ja sein, dass das in Ihrem Versicherungsvertrag so drin steht. Dann haben Sie einen schlechten Vertrag erwischt. In meinem Vertrag steht ausdrücklich drin, dass sich die Versicherung auch in der Vollkasko nicht auf grobe Fahrlässigkeit berufen kann, da habe ich bei Verrtagsabschluss drauf geachtet. Sie sollten in Zukunft besser lesen,was Sie unterschreiben und nicht einfach blind die billigste Versicherung wählen.
Schon putzig, ihre Sicht auf die Bedingungen ihrer Kfz-Versicherung. Die Wahl der Fahrgeschwindigkeit erfolgt nicht "fahrlässig" sondern "vorsätzlich". Insofern wird die Versicherung vielleicht schon zahlen - wenn Sie vor Gericht belegen können, dass der Unfall völlig unabhängig von ihrer Fahrgeschwindigkeit von 300 km/h sowieso passiert wäre... Viel Spaß dabei

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Augen Auf! 08.02.2015, 14:27
305. Arbeitsüberlastung statt Sorgfalt?

Besonders im reichen Bayern rasen Notärzte solo durchs Land statt im Team mit einem Rettungsassistenten zu arbeiten. Das ist auch erforderlich denn
- Navigation
- Funkverkehr
-mentale Vorbereitung auf den Einsatz (hier nicht alltäglicher Kindernotfall)
lenken den Fahrer von einer konzentrierten Einsatzfahrt ab. Telefonieren im Auto ist nicht ohne Grund verboten! Wie gesagt: in dem reichsten Bundesland aus Gründen des Sparens. Das ist Unprofessionalität und der Rettungsdienstbetreiber gehört angeprangert.

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Stefan_G 08.02.2015, 14:31
306. zu #299

Zitat von Greyjoy
Was glauben Sie denn was bei einer Gerichtsverhandlung passiert? Da wird man sich auch die Straßenverhältnisse anschauen.
Wenn es überhaupt soweit kommt. Der Richter kann auch schon in den ersten 5 Minuten z.B. aus Mangel an öffentlichem Interesse* einstellen.

* gemeint ist natürlich SEIN Interesse an Arbeitseinsparung.

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dr.magill 08.02.2015, 21:29
307. Allen Unkenrufen zum Trotz ...

... funktioniert unsere bayerische Justiz eben doch: Die Generalstaatsanwaltschaft München hat die Akte angefordert.

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dr.magill 08.02.2015, 21:43
308. In Bayern ...

... hat der Rettungsdienstbetreiber leider nichts mit dem Notarzt zu tun. Die Sicherstellung der notärztlichen Versorgung obliegt hier leider der Kassenärztlichen Vereinigung, weshalb man als Notarzt auch noch mit EBM und GOÄ Abrechnungen belästigt wird. Selbstfahrende Notärzte sind hier leider keine Seltenheit. Wobei ich mich stets geweigert habe, selbst zu fahren. Allerdings werde ich auch nur als beamteter Kliniksarzt im Rahmen meiner Dienstaufgaben als Notarzt tätig.

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ollowain13 09.02.2015, 12:13
309.

Ich kann den Notarzt verstehen, der alles tut, um rechtzeitig beim Patienten zu sein - und wenn ein Patient zu ersticken droht ist eindeutig Gefahr im Verzug. Da würde ich mir als Patient oder Angehöriger schon wünschen, dass der Notarzt nicht mit 50 durch Ortschaften schleicht. Allerdings sind Ärzte nicht unbedingt tolle Autofahrer, nur weil sie ein Blaulicht auf dem Dach haben. Da kann es also durchaus passieren, dass sie es - in bester Absicht - übertreiben, und durch ungeschicktes oder zu rabiates Fahren sich, andere Verkehrsteilnehmer und nicht zuletzt den wartenden Patienten in Gefahr bringen. Denn wenn der Notarzt unterwegs einen Unfall hat, kommt die Hilfe für den Patienten auf jeden Fall sehr viel später. Der Notarzt wird also zurecht dazu verpflichtet, angemessen zu fahren.

Krankenwagenfahrer können das in der Regel, weil sie tagtäglich mit Blaulicht unterwegs sind und wissen, dass sie trotzdem vorsichtig sein müssen. So dürfen sie auch mit Blaulicht nicht einfach über eine Rote Ampel hinweg über die Kreuzung rasen, sondern müssen sich vorsichtig in die Kreuzung hineintasten, besonders, wenn diese nicht von weitem einsehbar ist. Notärzte auf dem Land sind aber oft ganz normale Ärzte, die eben zusätzlich den Notdienst übernehmen. Denen fehlt die tagtägliche Übung und auch die Erfahrung, wie man bei solchen Einsätzen mit Augenmaß fährt.

Ich wurde selbst schon von einem Notarzt, der in einer uneinsehbaren Kurve blindlings überholte, fast abgeräumt, weil er mir auf meiner Spur mit geschätzten 160 entgegen kam. Nur der glückliche Zufall, dass an der Stelle die Straße wegen einer Einfahrt in einen Feldweg etwas breiter war, hat mich vor einem sehr hässlichen Unfall bewahrt - und den Patienten davor, keine Hilfe zu erhalten, weil der Doc Opfer seines fahrerischen Unvermögens wurde.

Sowas will ich natürlich nicht nochmal erleben, aber ich möchte trotzdem, dass Notärzte so schnell wie möglich zum Patienten kommen. Mein Vorschlag wäre, dass alle Ärzte, die Notdienst übernehmen, auf Kosten der Krankenkassen alle 2 Jahre ein Fahrtraining erhalten. Das würde für alle die Gefahr deutlich verringern. Dort müsste auch vermittelt werden, dass es sehr viel sinnvoller ist, 30 Sekunden später anzukommen, als gar nicht.

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