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Streetscooter-Gründer über Mobilität: "Es reicht nicht, einfach Verbrenner-SUV durch
Marco Kneise/ Funke Foto S./ Action Press

Mit dem Streetscooter hat er die großen Hersteller blamiert, zur Automobilmesse IAA urteilt E-Mobilitätsspezialist Achim Kampker hart: Die Branche habe nicht umgeschaltet. Er sieht vor allem Ingenieure in der Pflicht.

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fuchsi 09.09.2019, 10:10
110. E-mobilität umsetzen

ist möglich, aber politisch nicht wirklich gewollt. Viele junge Leute interessieren sich dafür, sie kaufen demnächst die Autos, und das werden andere Konzepte sein, die es heute ansatzweise schon gibt, nur eben nicht von deutschen Herstellern. Der Markt für E-Fahrzeuge ist nicht nur in Asien riesig, es wird also auch weiterhin Arbeitsplätze in der Autoindustrie geben, nur eben nicht mehr viele in der Entwicklung von Verbrennungsmotoren oder deren Wartung. Weiterhin braucht man gute Reifen, Karosserien, passive Sicherheit usw. Der Generationswechsel nebst Digitalisierung wird das Regeln, nur dass andere Länder hier einen eklatanten Vorsprung haben. Das haben die Manager der hiesigen Autoindustrie nicht rechtzeitig erkannt. Vergleichbar mit dem Handymarkt: Der ehemalige Weltmarktführer Nokia meinte, niemand brauche ein Handy ohne Knöpfe. Asiatische und amerikanische Firmen sahen das anders. Wo ist Nokia heute und wer führt den Smartphonemarkt an? Deutsche bzw europäische Produkte jedenfalls nicht. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich bisher am Automarkt ab.

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ruhepuls 09.09.2019, 10:12
111. Klar sind nicht nur SUVs "überflüssig"...

Zitat von ich2010
"Es gibt ja Kleinwagen, aber das Gros der Kunden kauft eben Stadtförsterautos, also SUVs, die in Sachen Energieeffizienz eher mangelhaft sind. " Stammtischpolemik! Die meisten verkauften SUV's haben kleine Motoren - Bsp: TCross, TRoc - die kann man beide mit kleinen 1L Motoren kaufen. Diese Motoren findet man übrigens auch im Polo wieder. Und andersherum: es sind Kleinwagen mit 150 PS erhältlich - aus irgendeinem Grund sind die dann politisch moralisch korrekt. Schon ziemlicher Schwachsinn, was der Herr Ingenieur da von sich gibt. Zumindest von halbwegs gebildeten Menschen sollte man annehmen die wären zu differenziertem Denken fähig und würden sich bei populistischen Aussagen zurückhalten. Nicht die Karosserie macht den Dreck sondern die Motorisierung.
Der Zorn richtet sich gegen SUVs. Seltsamerweise aber nicht gegen große BWM, Mercedes oder Audi, die alle nicht weniger verbrauchen oder wiegen. Die meisten SUVs sind ja keine Porsche Cayennes oder andere mit 500 PS, sondern eher wie Mittelklassewagen motorisiert (100-150 PS). Und was ist eigentlich mit Wohnmobilen..?

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nikola.kos74 09.09.2019, 10:14
112. "Die Industrie liefert das, was die Kunden wollen."

Ohne Apple-Fanboy zu sein muss ich doch erwähnen, was Steve Jobs dazu gesagt hat: "Es gehört nicht zur Aufgabe des Kunden zu wissen, was er will.". Die Kunden nämlich können gar nicht wissen, wie das iPhone der Zukunft aussieht, und wissen deswegen noch gar nicht, dass sie es wollen. Ebenso ist es mit den Autos. Die Kunden können gar nicht wissen, wie der nächste Technologieschritt aussieht, und das sie ihn wollen.

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killthatcat 09.09.2019, 10:15
113. Buergermeister sollten

Sich beispiel nehmen an Athens buergermeister..der hat vor ein paar jahren SUVs in der stadt verboten

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ruhepuls 09.09.2019, 10:16
114. Er hat schon recht, der Mann...

Wir tun im Moment (fast) alle so, als könnten wir so weiter leben, wie bisher - nur "umweltfreundlich". Meinen Benziner tausche ich gegen ein gleich starkes E-Mobil, meine Ölheizung gegen eine Wärmepumpe und im Urlaub gehe ich nur noch in Öko-Hotels. Aber ansonsten mach ich so weiter wie bisher - oder?

Aber genau so wird es nicht gehen, wenn wir wirklich etwas ändern wollen (!?). Unsere ganze Lebensweise beruht auf Konsum und Komfortoptimierung - und die Arbeit für die Produktion dessen. Auto, Haus/Wohnung, Urlaub, Hobbys. Darum dreht sich das Leben der meisten - und fast alles ist mit Energie- und Ressourcenverbrauch verbunden. Beim einen mehr, beim anderen etwas weniger.

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Havel Pavel 09.09.2019, 10:16
115.

Zitat von Dokoqueen
SUVs sind in Städten völlig überflüssig. Wo hat man denn in Städten wo gibt es dort Berge, Sand, Matsch oder unbefestigte Wege, für die man ein geländetauglichiches Fahrzeug braucht? Die Dinger, egal ob mit Elektroantrieb oder als Verbrenner, verbrauchen zu viel Energie und Rohstoffe für die Herstellung. Zudem sind sie, wie der entsetzliche Unfall vom Freitag auf drastische Art und Weise zeigt, für Unbeteiligte, vor allem Fußgänger und Radfahrer, potenziell lebensgefährlich. Hier muss der Verkehrsminister dringend handeln. Ebenso wie für LKW muss es in Innenstädten eine Begrenzung geben. Eine Citymaut, verbunden mit erhöhten Parkgebühren wäre vielleicht ein Anfang.
LKW fahren in den Städten ja (noch) nicht aus purem Spaß umher sondern dienen in aller Regel der Versorgung der Bevölkerung. Wie wollen Sie denn hier Einschränkungen rechtfertigen. Den Individualverkehr kann man da wohl eher Einhalt gebieten und hier kann man bestimmten Fahrzeugen schon eher die Einfahrt untersagen, um Innenstädte zu entlasten.

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marcnu, 09.09.2019, 10:17
116. Ingenieure werden nur noch dafür eingesetzt, Kosten zu senken,

Innovationen bleiben daher meistens auf der Strecke. Z.B. haben sogar auch die Premiummarken jetzt nichtlackierte schwarze Plastikkotflügel, womit man Blech und Lack sparen kann. Der Radkasten wird immer größer ausgeschnitten, wodurch wieder Blech und Lack gespart wird. Dazu kommt noch der Fake-Doppelauspuff dazu usw.

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pritt 09.09.2019, 10:17
117. Ich sitze in meinem Auto länger

als auf meine Sofa zu Hause! Ich werde daher weiterhin das volle Komfortprogramm erwarten, was technisch möglich ist. Viel Knautschzone, leiser Innenraum und große Anhängerlast. Ob nun E-Auto oder nicht...ich könnte auch das pendeln einstellen, fürchte nur, das das volkswirtschaftlich kontraproduktiv wäre, denn der Fachkräftemangel ist real. Und da die Lohnsteuer des Staates größte Einnahmequelle ist, weiß auch die jeweilige Regierung, dass man alles tun muss um die arbeitswilligen Pendler zur Wertschöpfung zu karren...(Stichworte: sitzen, Ast, Säge)

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m.mod 09.09.2019, 10:17
118.

Zitat von arikimau
Streetscooter werden nur für fahrten benutzt die man ansonsten mit dem Fahrrad, ÖVP oder zu Fuss gegangen wäre. Dazu kommt das unsportliche Menschen sich jetzt noch weniger bewegen müssen. Also entweder wir können also die Welt mit SUV und E-scootern retten oder Verkehrsmittel müssen allgemein reduziert werden.
Sie Verwechseln Streetscooter mit E-Scootern. Der Screetscooter ist ein Lieferfahrzeug, abgebildet auf dem Foto des Artikels.

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peter.eberl.pe 09.09.2019, 10:17
119. Wunsch und Wirklichkeit

MAN-Steyr hat vor einem Jahr die ersten E-LKaw an mehrere Spediteure zur Erprobung in der Kurzstreckenlogistk (26-Tonner, 160 km Reichweite) ausgeliefert; über die Erfahrungen einer Firma hat kürzlich der ORF in einer Radiosendung berichtet: zur Darstellung bekannter Vorzüge konnte man quasi nebenbei ein Hauptproblem der E-Mobilität in Erfahrung bringen - die Stromkapazität für die zum LKW gehörende Ladesäule konnte das zugehörige Umspannwerk gerade noch bereitstellen; würde die Firma jedoch alle zehn LKW mit E-Technik betreiben wollen, so müsste für die erforderliche Ladestrommenge das Umspannwerk erweitert werden. Das ist ein weiteres Beispiel für die gegenwärtige Kopflosigkeit der politisch verantwortlichen. Natürlich ist es sinnvoll und notwendig, dass die Technik sich mit unseren Zukunftsproblemen auseinandersetzt, allerdings darf sie sich erstens nicht zum Knecht effektheischender Politiker machen und zweitens, das fällt dem Fachmann oft schwer, muss man den Blick aufs große Ganze richten.

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