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Streit über Notfallbremssysteme: Tödliche Laster
Werner / IDA News/Werner / IDA News/ dpa

Jedes Jahr sterben Dutzende Menschen bei Auffahrunfällen auf Autobahnen. Technik könnte das verhindern - doch Hersteller und Politik stemmen sich gegen strengere Regeln. Warum?

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tommirf 09.08.2019, 13:19
120. Ganz einfach

Zitat von luwigal
nur noch die AB nutzen dürfen. Den Grund kennt man. Warum kann unser BM nicht anordnen, dass nicht-grenznaher LKW-Verkehr ex aequo auf die Schienen gezwungen wird? Eben, zum Schutz der Umwelt, der Bevölkerung, und ... und ... oder sind unsere BMinister einfach nur ideenlos? Fragt mal die Österreicher, die könnten euch sicherlich beraten, vielleicht sogar ohne Beraterkosten.
weil er nicht will, und weil er keine Alternativen zu bieten hat.

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berther 09.08.2019, 13:19
121. Moderne LKW..

...haben heutzutage entsprechende Sicherheits-Bremssysteme - nach vorne!
Von hinten fahren den LKWs andere Trottel auf. Solche "Raser" in PKWs.

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lynx999 09.08.2019, 13:20
122. Nicht technische Lösungen!

Die hohe Anzahl tödlicher Auffahrunfälle könnte leicht reduziert werden - und zwar ganz ohne technische Umbaumaßnahmen, die eine vermeintliche Sicherheit vorgaukeln die nicht existiert.
Fakt ist, dass Notbremssysteme definitiv keine 100%ige Sicherheit bieten. Viel mehr wiegen sie den Fahrer in vermeintlicher Sicherheit, piepsen bei jeder Baustelle, Schattenschlag, Kuppe, Brücke, Bäumen usw. Wer mal im LKW gefahren ist wundert sich nicht warum das System ausgeschaltet wird. Es erkennt ständig Gefahren die keine sind. Dazu kommt das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer. Vor LKWs wird eng eingeschert. Würde hier eine Notbremsung erfolgen wäre der hinten dran fahrende LKW Fahrer sofort tod. Auch hier kein Wunder dass die Systeme ausgeschaltet werden.

Nun aber zu den Lösungsansätzen:
1. Fahrtzeiten genauestens regulieren.
2. Vertragsstrafen wegen Verspätung die nicht auf Umstände der Spedition zurück zu führen sind müssen in Transportverträgen untersagt/reglementiert werden. Stau beispielsweise. Somit kein besonderer Zeitdruck mehr.
3. Nachunternehmer müssen für Umgehungen der Sozialversicherungspflicht, Mindestlohn usw. haftbar gemacht werden und diese muss wesentlich teurer werden. Funktioniert in Belgien wunderbar. Nur in D fährt der Sub-Sub Unternehmer mit einem Schein-Selbstständigen der seit 3 Monaten in Deutschland tourt und dauerhaft im LKW lebt. Fahrer wird dann ausgetauscht. Der LKW verbleibt aber in Deutschland (LKW=Produktionsstätte!) und produziert weiter billig und leider auch gefährlich (übermüdet, keine Fahrausbildung in D, usw.). Dem muss ein Riegel vorgeschoben werden! Verstehe nicht warum hier die Politik weg schaut. Da werden Arbeitnehmer ausgebeutet und zu Hungerlöhnen nach Hause geschickt. Dem deutschen Staat entgehen Steuereinnahmen.
4. LKW Rastplätze müssen massiv ausgebaut werden und die Übernachtung in einem Hotelzimmer Pflicht werden. Gerade im heißen Sommer/kalten Winter/direkt an der lauten Autobahn ist an ein Schlafen im LKW nicht zu denken. Übermüdete LKW-Fahrer sind die Hauptunfallursache.
5. Smartphones/Laptops/Tablets/Fernseher dürfen nicht mehr offen in der Fahrerkabine transportiert werden. Jeder kennt es: nur mal kurz schauen etc. Diese Ablenkung hat bei 40 Tonnen aber überaus fatale Folgen. Daher Ablenkung aus und volle Konzentration auf den Verkehr. Platz ist genügend in der Fahrerkabine dies zu verstauen.

Diese Suche nach halbgaren technischen Lösungen muss ein Ende haben. Die Technik kann keinen ausgeruhten, gut ausgebildeten und in einem sicheren Arbeitsvertrag ohne Hetze agierenden LKW Fahrer ersetzen.

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lazyfox 09.08.2019, 13:20
123. Machen wir (Deutschen) es wie meistens?

Öffentlich maximale Forderungen stellen, um sie dann hintenrum zu verwässern und aufzuweichen. Die Taktik wurde ja schon beim Klimaschutz, der Energiewirtschaft, bei Kfz und bei den Vorgaben zum Aufstellen von Abgasmess-Stationen im Verkehr in Brüssel erfolgreich angewendet. Damit steht unsere Regierung erstmal gut da und es passiert trotzdem nichts, was unserer Industrie schaden könnte. Leider verpasst unsere Industrie dadurch wahrscheinlich mehr Chancen als sie an Altgeschäft letztendlich absichern kann. Aber erklärt Letzteres mal der Politik. Schade, dass der Journalismus es regelmäsig verpasst, auf die Zusammenhänge hinzuweisen.

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markush71 09.08.2019, 13:21
124. Fahrer besser kontrollieren

Heimfahrt mit Familie aus Österreich nach Hamburg letzte Nacht: eine Baustelle an der anderen, abbremsen auf Tempo 80 vor der Baustelle, rechts überholt mich ein LKW nach dem anderen mit mindestens 100km/h! Ich fahre 60 in der Baustelle wie verlangt, die Scheinwerfer des LKW hinter mir kann ich nicht mehr sehen, so nah ist der schon. Und der Hammer: in den Kasseler Bergen bergab bei vorgeschriebenen 100km/h fährt mir auf der ganz rechten Spur ein LKW fast hinten rein. Den Strafzettel, den ich bekommen werde, zahle ich für die Rettung meiner Familie. Und dann lese ich, dass die Raser das Problem sind. Die sind nicht ungefährlich, aber irgendwer sollte die LKWs endlich mal einbremsen.

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wilfriedwunderland 09.08.2019, 13:22
125. poetdaleheute, 11:56 Uhr

Sie demontieren also mal eben so in einem verunfallten LKW das Lenkrad; mit oder ohne Lenksäule; mit oder ohne Airbags deployed und die Halterungen eines druckluftgefederten Sitzes.
Und das alles während auf diesem Sitz eine verletzte Person sitzt und den schieben sie dann nach "hinten"!?

Diese Räuberpistole können Sie gerne ihren Kegelbrüdern oder Enkelkindern erzählen was für ein Hecht sie sind, aber in der Öffentlichkeit sollten sie sich damit nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Ich bin seit 20+ Jahren bei der FFW, mit einem notorischen Stück BAB in unserem Einsatzraum.
Und ich kann Ihnen sagen zu ihrer Story fehlt das Grundlegende;
jeder mit 5cent Verstand killt erst einmal die Stromversorgung bevor er an einem verunfallten LKW rumfummelt!

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taanuu 09.08.2019, 13:23
126. Die Sicherheit

auf den Straßen in Deutschland zu gewährleisten liegt allein in der Verantwortung der Bundesrepublik. Der Bundesverkehrsminister muss sich nicht um Bedenken der EU kümmern, sondern das einzig richtige tun. Man kann abwarten, ob die EU tatsächlich versucht, dagegen vorzugehen. Vermutlich siegt dann doch die Vernunft.

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damianschnelle 09.08.2019, 13:23
127. Ja

ich bin für solche Assistenzsysteme. Aber noch wichtiger ist, dass diese ständigen Ablenkungen drastisch geahndet werden. Und da ist das Handy noch das kleinste Übel. Zeitung lesen, Kaffeemaschine bedienen ... alles schon selbst gesehen.

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Ein_denkender_Querulant 09.08.2019, 13:24
128. Genau

Zitat von Sharoun
Und wenn Rad Fahrende sich von abbiegenden LKW umnieten und töten lassen, gilt wohl dasselbe: die hätten ja nicht auf ihr Recht pochen müssen.
Richtig, Recht haben und es einzufordern sind zwei Dinge. Zu erwarten, dass man nicht gesehen wird, hilft. Schuld ist der LKW Fahrer, wenn man aber im Verkehr überleben will, dann hilft es, nachzugeben. Und ja, mit dem eigenen Verhalten kann man viele Fehler anderer Menschen ausbügeln. Man kann aber auch gedankenlos sterben und dann auf den schimpfen, der einen Fehler machte.

Arbeiten muss man an beiden Fronten. Natürlich ist der bessere Weg, die Verursacher zu schulen und mit technischen Hilfsmitteln, wie z.B. Aufmerksamkeitsassisten, einzugreifen. Die Erfahrung zeigt aber, dass technische Hilfsmittel in der Regel nur die Grenzen des Fehlverhaltes erweitern. Das ABS System z.B. hat keinen nenneswerten Vorteil gebracht. Die Leute fahren schneller und dichter auf, das kompensiert die Vorteile.

Ebenso wird es auch mit Schlafassistenten sein. Denn dann kann man sicher in den Sekundenschlafbereich fahren, dass System übernimmt ja und weckt. Das Problem ist der Kostendruck. Zu meiner Jugend saßen in LKWs Fahrer und Beifahrer und beide passten auf, wechselten sich ab und achteten auf die Sicherheit. Aber das bezahlt heute keiner mehr.

Also rechne ich mit übermüdeten Fahren in technisch grenzwertigen Fahrzeugen und achte darauf. Aber es ist so typisch Deutsch, auf sein Recht zu pochen. Das endet leider hin und wieder tödlich. Und genau das kann man seinen Kindern beibringen. LKWs sind potenzielle Mordsgeräte. Aufpassen, Abstand halten und davon ausgehen, dass man nicht gesehen wird. Das ist für kleine Kinder sehr schwer, ja, darum gibt es leider jedes Jahr über 400 tote Radfahrer. Das ist tragisch und an dem Punkt muss z.B. mit Tempolimit von 30 km/ in Städten und baulichen Veränderungen gearbeitet werden.

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pmv 09.08.2019, 13:25
129. Transportbranche

Nur noch wenige Speditionsunternehmen haben einen eigenen Fuhrpark. Der Rest arbeitet mit angestellten selbstfahrenden Unternehmern, die ihre LKWs möglichst „mager“ ausstatten. Insbesondere osteuropäische Spediteure statten ihre LKWs mit dem absolut minimal möglichen Ausstattungsumfang aus, d.h. Wegfall Komfort- und Sicherheitssysteme!
Dass Notbremssysteme nicht zum Serienumfang eines LKW gehören, liegt primär am Preiskampf zwischen den Herstellern. Auch hier unterlaufen „Billigheimer“ mit Magerausstattung die möglichen Standards.

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