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Streit über Notfallbremssysteme: Tödliche Laster
Werner / IDA News/Werner / IDA News/ dpa

Jedes Jahr sterben Dutzende Menschen bei Auffahrunfällen auf Autobahnen. Technik könnte das verhindern - doch Hersteller und Politik stemmen sich gegen strengere Regeln. Warum?

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Nordschwabe 09.08.2019, 14:22
160. Unterschiedliche erlaubte Höchstgeschwindigkeit

Nun, wie wäre es, als höchste erlaubte Geschwindigkeit für Laster ohne Notbremsassistenten 60 km/h festzusetzen? Mit entsprechender Kennzeichnung am Heck des Lasters, damit die Polizei diese Einschränkung auch sofort erkennen kann bei evtl. Geschwindigkeitskontrollen. Laster mit Notbremsassistent dürften ihre jetzige Höchstgeschwindigkeit ungehindert beibehalten. Jedem Staat ist sicherlich erlaubt, solche Regelung einzuführen, solange sie eben für alle Strassenteilnehmer unabhänging der Herkunft gelten (gell, Herr Scheuer! Nicht so was wie mit der Maut). Die Speditionen würden die Notbremsassistenten sicherlich kaufen wie heisse Semmel.

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varlex 09.08.2019, 14:22
161.

Zitat von Spiegelleserin57
Viel relevanter für die Sicherheit auf den Autobahnen sind Auffahrunfälle durch unaufmerksame oder abgelenkte Lkw-Fahrer, insbesondere am Stauende. Auch hier lässt sich die Zahl der Verkehrstoten nur näherungsweise angeben. Brockmann schätzt die Zahl der Todesopfer durch Auffahrunfälle mit Lkw auf deutlich mehr als 300. Zitat aus der FAZ. Das sind wohl viel zu viele. Warum erscheinen denn Verbrechen in den Medien wenn es sich "nur" um Einzelschicksale handelt. Jeder tote ist doch wohl ein toter zu viel auf unseren Straßen. Wenn die Technik existiert die dies verhindern kann sollte sie auch auch zur Pflicht werden!
Mir egal was Brockmann schätzt.

Im Artikel ist von etwa konstant 50 Verkehrstoten/Jahr durch Auffahrunfälle von LKWs die Rede. Genau darauf bezieht sich mein Kommentar. Laut statistische Auswertung sind es eher "nur" um die 30. (siehe Diagramm im Artikel)

Ja, es sind 50 zuviel, ist aber mehr oder weniger statistische Schwankungsbreite, auch werden die Notbremssysteme diese nicht auf 0 bringen. Aber bei ca. 3300 Verkehrstoten im Jahr 2018 sind das nur 1,5%. Während eben auf Landstraßen von 1900 Toten die Rede ist.

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specialsymbol 09.08.2019, 14:26
162. Weil das keiner will - Sicherheit nicht um jeden Preis

Zitat von kpschulz
Interessant finde ich dass die "Güter auf die Schiene" Diskussion völlig losgelöst von der Straßenverkehrssicherheitsdiskussion stattfindet. Von der Presse wird praktisch nicht thematisiert, dass ein signifikanter Gütertransfer auf die Schiene Auswirkungen auf die Sicherheit auf unseren Straßen hätte: Sicherheitsrisiken im LKW-Verkehr wie Unachtsamkeit, Übermüdung, technische Mängel etc. ließen sich deutlich reduzieren. Hat eigentlich schon mal ein Mitarbeiter des Verkehrsministeriums über diese Kostenbilanz nachgedacht ? Warum thematisiert dies die Presse nicht ?
Güter auf die Schiene - das wird es nicht geben. Und es soll auch nicht thematisiert werden.

Den Grund erfahren gerade die Klimaschützer: Güterverkehr auf der Schiene kostet massiv Arbeitsplätze. So wie auch Bahnfahren statt fliegen oder Auto fahren.

Wir müssen sowieso schon kreative Wege finden um die Bevölkerung zu beschäftigen, da sind solche Vorstöße nicht hilfreich.

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freiherr 09.08.2019, 14:26
163. wer weniger Lkw auf den Straßen will...

sollte vermehrt Dinge aus lokaler Produktion kaufen, weniger online bestellen und vor allem, es nicht wieder zurücksenden.... schon wäre ein großer Teil des Problems gelöst. Wenn es dann noch dazu käme, LKW Fahrer besser zu bezahlen und vor allem sie mehr zu kontrollieren würde die Lage zusätzlich entspannen. Diese Fahrassistenten sind ganz nett, aber leider haben sie wenig mit der Realität zu tun. Beliebte Spielchen wie absichtlich kurz vor dem Lkw einzuschären um das Fahrerhsus „nicken“ zu sehen passieren immer öfter. Mein Rezept für entspanntes Miteinander wäre: Ein Generelles Überholverbot für LKW auf zweispurigen Autobahnen. Ein Tempolimit für alle von 130 Kmh , die Strafen für zu dichtes Auffahren und verbotswidriges Überholen drastisch erhöhen. Es grüßt einer dieser LKW Fahrer

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Schartin Mulz 09.08.2019, 14:30
164. Auch wenn Sie es angeblich nicht wollen,

Zitat von Ein_denkender_Querulant
Wie kann man sich am Stauende umfahren lassen? Warum lernen die Autofahrer nicht, sich einem Stau mit viel Abstand langsam zu nähern, dabei den rückwärtigen Verkehr zu beobachten und zu diesen verlangsamen? Dann hat man auch genug Spielraum, um schnellen Lastern auszuweichen. Ich will jetzt nicht Opfern die Schuld zuschreiben, man kann mit sienem eigenen Verhalten die Wahrscheinlichkeit eines schweren Unfalls aber massiv verringern. Augen auf und Abstand halten.
weisen Sie hier den Opfern die Schuld zu.
Dazu in einer absolut unsinnigen Weise. Sie können sich dem Stau langsam nähern, das macht auch die überwiegende Zahl der Autofahrer, aber wenn hinter Ihnen der LKW-Fahrer pennt, haben SIe keine Chance.

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Ein_denkender_Querulant 09.08.2019, 14:30
165. Erfahrung

Zitat von Interessant,
Sie ahnen, dass Sie sich auf dünnem Eis bewegen....
Nein, es ist die Erfahrung. Sitzen Sie auf einem Motorrad, versucht ungefähr alle 2min ein Autofahrer, sie totzufahren. Da gehen Türen auf, da wird rechts vor links übersehen, da werden zum Parken Vollbremsungen gemacht, es werden spontan Spuren gewechselt etc.

Darum sterben auch so viele Motorradfahrer unschuldig. Man kann lernen, damit umzugehen und Obacht walten lassen. Türen gehen nicht einfach auch, Autos wackeln vorher, weil sich Autofahrer zum Aussteigen bewegen. Das sieht man an der Dachreflektion. An einer Kreuzung achtet man auf gegenseitigen Augenkontakt. Lieber einmal mehr bremsen als einmal unter dem Auto zu liegen. Parkwillige Autofahrer kündigen das an, über viele Meter. Kann man sehen, oder nicht.

Früher, in den siebzigen, gab es noch zwanzigtausend Verkehrstote jedes Jahr. Die Autos wurden seitdem passiv immer sicherer, vor allem Gurt und Sicherheitszelle helfen, Airbags weniger, die erzeugen zuviele Sekundärschäden, wie abgerissene Finger oder Knie von Beifahrern, die auf dem Amaturenbrett liegend ins Gesicht gedrückt werden. Die aktive Sicherheit nimmt aber stetig ab, breite A-Säulen und kleine Fenster reduzieren die Rundumsicht. Die Unfälle Auto gegen Auto gehen heute meistens glimpflich aus.

Fahrrad, Motorradfahrer und Fussgänger leiden aber unter der reduzierten aktiven Sicherheit der Autos und werden heute häufiger übersehen als früher. Und gegen 38 Tonner hilft keine Sicherheitszelle. Da hilft nur ausweichen und vermeiden. Das muss man wissen, aber der heutige Autofahrer fühlt sich in seinen 2t Panzern sicher und wird gedankenlos. Früher, ohne Gurt, war man vorsichtiger, weil man wusste, dass jeder leichte Unfall der letzte sein kann.

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muunoy 09.08.2019, 14:32
166. Fehlende Fahrpraxis

Zitat von TS_Alien
Wer den Verkehr ausreichend beobachtet, nimmt niemandem die Vorfahrt oder übersieht einen Stau. Selbst wenn die Leute gesund heimkommen wollen, machen viele zu wenig dafür. Damit nehmen sie Unfälle in Kauf und riskieren das Leben anderer Menschen. Wenn man nur eine Woche die Nachrichten verfolgt, kommt man locker auf fünf Tote, die durch die Unfähigkeit oder Skrupellosigkeit anderer im Straßenverkehr ums Leben gekommen sind. Ich kenne eine Landstraße, da ist letztes Jahr ein Motorradfahrer umgekommen, weil ihm ein Linksabbieger vor das Motorrad gefahren ist. Die Straße ist kerzengerade, die Sichtverhältnisse sind gut gewesen. Solche nicht nachvollziehbaren Unfälle können nur passieren, wenn jemand unfähig oder ihm vieles egal ist. Juristisch ist das dann eine fahrlässige Tötung, was eine absurde Verharmlosung des Sachverhaltes ist. Und ein Hohn für die Opfer.
Was Sie beschreiben, beobachte ich als Vielfahrer auch recht häufig. Aber beachten Sie mal das Verhalten der vielen Pendler an einem Montagmorgen und dann an einem Freitagnachmittag. Freitags sind die Staus einfach länger, weil dann ein paar Leute mit wenig Fahrpraxis dabei sind. Und wenn ich an meine Zeit als Fahranfänger zurück denke, so fällt mir auf, dass es auch bei mir einige Zeit gedauert hat, bis ich unbewusst die anderen Verkehrsteilnehmer beobachte. Letztens fuhr ich mit einem Sportwagen auf der Landstraße hinter einer Landmaschine hinterher, überholte aber nicht. Die Kids in dem getunten Golf hinter mir, konnten sich offensichtlich keinen Gedanken darüber machen, warum ich trotz 6-Zylinders nicht überholte und taten es dann selber. Den zunächst kleinen leuchtenden Punkt, der schnell näher kam, erkannten sie erst während des Überholvorgangs. Der Motorradfahrer kam glücklicherweise auf der Standspur an ihnen vorbei. Also, sich selbst zu trainieren, andere Verkehrsteilnehmer zu beobachten und Schlüsse daraus zu ziehen, dauert anscheinend. Das spart übrigens auch richtig viel Geld. Ich fahre oft in Regionen, die ich noch nicht kenne und achte immer besonders auf Autos mit dem Kennzeichen der jeweiligen Region. Wenn die unmotiviert langsamer werden oder gar bremsen, so hat dies meistens einen guten Grund, weshalb ich mich anpasse und so die mir unbekannten Blitzer vermeide ;-)

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Ein_denkender_Querulant 09.08.2019, 14:32
167. Völlig sinnvoll

Zitat von k70-ingo
Ich ziehe, wenn ich einen Stau vor mir sehe, beim Abbremsen auf die linke Spur rüber.
Eben, auch das ist eine funktionierende Technik, die das Auffahrrisiko von LKWs massiv minimiert.

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Schartin Mulz 09.08.2019, 14:38
168. Toll!

Zitat von k70-ingo
Ich ziehe, wenn ich einen Stau vor mir sehe, beim Abbremsen auf die linke Spur rüber.
Und wenn das alle machen?
Genial!

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mglenewinkel 09.08.2019, 14:40
169.

Zitat von Ein_denkender_Querulant
Sie können die Spur wechseln. Das geht aber nur, wenn Sie genug Abstand zum Verkehr haben. Fahren Sie auf ihren Vordermann auf 50cm auf, machen Sie gar nichts mehr. Halten sie ein paar Meter hinter dem Fahrzeug und sie sehen im Rückspiegel den LKW andonnern, fahre ich auf die Standspur und schiebe den links neben mir stehenden zur Seite. Dann mögen zwei Autos einen Blechschaden haben, aber ich lebe. Und die linke Spur ist im Stauende ebenso die sicherere. Denn LKWs fahren rechts. Was wird denn heute in den Fahrschulen beigebracht? Genau das habe ich in den sechzigern mit meinen Fahrlehrer geübt.
Ich habe meinen Schein seit 1991, meinen Motorradschein habe ich 2008 gemacht, also gleich noch eine Auffrischung mitgemacht.

Ich fahre seitdem zumindest was eigenes Verschulden geht, unfallfrei. Wenn auch manchmal unverschämtes Glück eine Rolle spielte.
Ich fahre defensiv und angepasst und bin auch seit Jahren ziemlich erfolgreich dabei mich nicht provozieren zu lassen und ich halte ausreichend Abstand.
Also stellen Sie besser keine Vermutungen an über Dinge, von denen Sie keinerlei Ahnung haben.

Mir ist zweimal einer hinten drauf gedengelt. Das geht so schnell, da geht dann auch mit ausweichen nichts mehr, wenn man dazu überhaupt der Platz dazu vorhanden ist und kein anderen PKW dazu wegschieben muss.

Ich weiß nicht, warum Sie sich an mir so festbeißen, bei meinen Beispielen war nichts mit Ausweichen und mein Abstand zu den vorderen Verkehrsteilnehmern war mehr als ausreichend groß. Nur eben weder die Geschwindigkeit, noch der Abstand der mir folgenden LKW Fahrer nicht.

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