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Streit um Urheberrecht: Design des Porsche 911 beschäftigt Landgericht
Tom Grünweg

Erwin Komenda war Chefdesigner bei Porsche. Seine Tochter streitet nun mit der Sportwagenfirma vor Gericht und fordert, das Urheberrecht für den legendären 911 ihrem Vater zuzusprechen.

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eunegin 24.04.2018, 18:39
1. 100%ig sicher ist...

dass die Tochter des Chefdesigners Komenda keinen Anteil an der Entwicklung des 911er hatte. Er selbst ist 1966 verstorben. Schon interessant, welche Blüten Geldgier so treibt. Es scheint ihr und ihrer Familie ja zuvorderst darum zu gehen.

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RalfBukowski 24.04.2018, 19:21
2. Bis zum 993....

...lässt sich der einstige 901 (der Dank Peugeot zum 911 mutierte) anhand der Dachlinie noch verfolgen. Danach ist es vorbei. Zumal schon der 993 unten rum so unglaublich breit geworden war. Die Nachfolger sind nur noch Karikaturen und dürften normalerweise kein Gegenstand eines (irgendwie peinlichen) Prozesses werden. Aber wenn es um Geld geht...

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felisconcolor 24.04.2018, 19:33
3. Ich dachte

immer wenn ich was im Auftrag meiner Firma mache, zum Beispiel als Chefdesigner ein Auto kreieren, dann gehört das Ergebnis der Firma. War der besagte Designer bei Porsche angestellt oder war er freiberuflich tätig?

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pumpking 24.04.2018, 19:34
4.

Ohne irgendwelches juristisches Fachwissen würde ich sagen, dass Komenda möglicherweise das Design erfunden hat. Da er aber als Angestellter für Prosche gearbeitet hat würde ich denken, dass das Ergebnis seiner Arbeit Porsche gehört, die ihn dafür ja auch bezahlt haben.
Der Typ der die Motoren zusammensetzt kann ja auch nicht einfach sagen: "Hab ich gebaut, is jetzt meins!"

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Dogbert 24.04.2018, 21:03
5. Die Foristen hier irren

falls der Designer den massgeblichen Anteil an dem, im übrigen genauso potthässlichen wie unpraktischen, 911er Design hat, stehen ihm im Rahmen des Erfindervergütungsgesetzes Anteile am Gewinn jeden einzelnen Fahrzeugs zu. Und da die Porsche Designer ja noch nie eine andere Idee hatten, als das 911er Design von ihren Vorgängern abzukupfern (und es dabei immer noch ein bisschen klobiger zu machen), ist, für jeden ersichtlich, auch heute noch ein Anspruch nur schwer von der Hand zu weisen. Das Firmen ihre Erfinder grundsätzlich mit Almosen abspeisen wollen, weiss jeder Patentinhaber im Angestelltenverhältnis aus dem ff. Und meist kommen sie damit durch, wer verklagt schon den Arbeitgeber bei dem er noch arbeitet ? Und wer kann sich überhaupt einen Rechtsstreit dieser Art leisten, eine normale Rechtschutzversicherung zahlt hier keinen Cent.

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flaschengaist 24.04.2018, 21:05
6. Lobbyismus und Blutsverwandtschaft

Klaro, ist gar keine Frage. Komenda sollte das Urheberrecht zugesprochen werden! Das wäre auch ein Fall für den Rat für Formgebung.
Wenn man sich das genau anschaut ist es die gleiche Gestaltungssprache. Selbige Gestaltungsmerkmale. Proportionen und Dimensionen. Stimmt alles über ein.
Vermutlich hat der Sprössling Porsche Junior die Typenbezeichnung geändert. Design und Stil ist aber gleich! Es geht um Industrial Design.
Schon absurd, dass „Butzi“ Porsche Design GmbH gegründet hat und Design einfach für sich beansprucht bzw. Porsche für ihn. Hätte ja klappen können dass es nicht so auffällt mit Hilfe einer Typumnummerierung, wenn 911 nicht so erfolgreich geworden wäre, aber hier geht es halt um eine Grundsatzfrage, die zugunsten dem Codex im Urheberrechts des Berufes Industrial Designer gelöst werden sollte. Komenda Strike the Pose! Porsche sollte nicht versuchen blind in Designfragen zwei unterschiedliche industrial Designs zu sehen in Modell 356 und 911. Das wäre Codexbeugung und würde die Firma in Design und Stil diskreditieren. Hutes Design kostet halt!

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der.tommy 24.04.2018, 22:27
7. @dogbert

Spielen sie hier auf das arbeitnehmererfindergesetz an? Ich bin nicht sicher, ob das unmittelbar auf Designs übertragbar ist. In jedem Fall sind die Normen dieses Gesetzes durch Vertrag abdingbar. Ob das hier der Fall war und komenda, wie sie behaupten, „abgespeist“ wurde, weiß ich nicht. Es ist auch unerheblich, wenn er den Vertrag aus freien Stücken unterzeichnet hat. Es sei denn, der Vertrag selbst hätte gegen die guten Sitten verstoßen.

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Kamillo 24.04.2018, 23:07
8.

Der Porsche 356 ist eigentlich nur ein platt gedrückter und etwas in die Länge gezogener VW Käfer, bei dem man dann auch noch die Kotflügel von vorne bis hinten durchgezogen hat, und dann eben noch ein paar Details verändert. Auch der Motor ist bei beiden Fahrzeugen hinten und sogar die Scheinwerfer sind fast gleich. Der 356 ist also kein neues Design, sondern Evolution aus dem Käfer heraus.

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nite_fly 25.04.2018, 03:09
9. Bin auch der Meinung, dass...

Alles, was ich in Diensten meines Arbeitgeber entwickelt habe, dem Arbeitgeber gehört!
Es sei denn, dass es da entsprechende Verträge gegeben hat.
So ist der erste weltweit funktionierende Transistor von drei Mitarbeitern der Bell Laboratories entwickelt worden.
Die bekamen dafür zwar einen Nobel-Preis, aber sie haben das Ding im Namen, und unter Zuhilfenahme der Mittel von Bell entwickelt! Die waren bei Bell angestellt, weswegen die sich zwar auf die Fahne schreiben dürfen, den ersten brauchbaren Transistor entwickelt zu haben, aber die Rechte gehören nun mal Bell! Denn ohne die Mittel, die denen ihr Arbeitgeber zur Verfügung gestellt hat, hätten die das wahrscheinlich niemals hinbekommen!
Und gegen die Reichweite des Transistors ist das Design irgendeines Autos nur noch Pillepalle!
Aber das steht in jedem vernünftigen Arbeitsvertrag: Alles, was ich in meiner bezahlten Arbeitszeit produziere, gehört dem Arbeitgeber! Denn der stellt mir die Hilfsmittel zur Verfügung, die mir mitunter sowas überhaupt
erst ermöglichen!

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