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Streit um Urheberrecht: Design des Porsche 911 beschäftigt Landgericht
Tom Grünweg

Erwin Komenda war Chefdesigner bei Porsche. Seine Tochter streitet nun mit der Sportwagenfirma vor Gericht und fordert, das Urheberrecht für den legendären 911 ihrem Vater zuzusprechen.

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fahrgast07 25.04.2018, 07:49
10. Urheberrecht verkürzen!

Vor allem gehört das Urheberrecht verkürzt, und darf nicht vererbbar sein!

Der Urheber soll ja sein Geld verdienen! Aber die Vererbbarkeit ruft nur Geldgier auf den Plan, und am Ende verdienen die Anwälte - die nie in der Lage wären einen 911 zu zeichnen.

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quark2@mailinator.com 25.04.2018, 07:57
11.

Das Urheberrecht überzieht aus meiner Sicht an einigen Stellen. Und ich sage das, obwohl meine eigene Arbeit mir das Urheberrecht verschafft. Aber ist es wirklich sinnvoll, daß jemand, der im Auftrag handelt und für seine Zeit voll bezahlt wird, dennoch ewig in der Lage ist, den Käufer in der Nutzung der gekauften Leistung einzuschränken ? Bezahlt ist bezahlt, oder ? Wir haben hier eine Straße, da dürfen wir keine größeren Mülleimer aufstellen - das Architekturbüro aus Hamburg schweigt einfach und ohne deren OK darf am Aussehen der Straße nichts geändert werden, auch wenn da nun oft genug Müll rumliegt. Und nun Porsche ... Wenn der Mann das Design im Auftrag und voll bezahlt geschaffen haben sollte, dann sollte Porsche aus meiner Sicht dennoch alles damit anstellen können, solange sie eben nicht behaupten, ein geändertes Design käme von dem Mann - die Urheberschaft sollte klar deklariert werden müssen, aber eben ohne finanzielle Verpflichtungen. Ich finde jedenfalls, da gehört das Gesetz geändert und die "70 Jahre nach Tod" gehören mMn. gleich mit auf den Prüfstand.

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Max Dralle 25.04.2018, 09:03
12.

Zitat von Kamillo
Der 356 ist also kein neues Design, sondern Evolution aus dem Käfer heraus.
Wie ich mittlerweile herausgefunden habe, war Komenda offenbar auch schon an der Karosseriegestaltung des "Käfers" aktiv beteiligt. Leider ignoriert der Artikel diesen für das Verständnis der Sachlage meines Erachtens doch recht maßgeblichen Umstand.

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dont_think 25.04.2018, 10:41
13.

ich habe den 911 immer für einen aufgemotzten Käfer gehalten, der in Wahrheit nicht von Onkel Ferdinand, sondern von Tatra gezeichnet wurde.

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seven21 25.04.2018, 10:56
14. Lächerlich

Wenn jeder Angestellte über den Arbeitslohn hinaus noch Ansprüche and Produkten erwirbt, dann macht es jede interne Kalkulation fast unmöglich und die Firmen sind willkürlichen Abgaben ausgeliefert. Warum bezahle ich ein Gehalt und stelle jemanden ein? dann kann ich auch Freiberufler anheuern und Patente abkaufen. Damit ist dann zumindest alles eindeutig.

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MisterD 29.04.2018, 09:02
15. Absurd...

demnach könnte sich jeder Angestellte nach dem Ausscheiden aus der Firma seine Ideen auszahlen lassen, Patente mitnehmen usw. Was im Angestelltenverhältnis erschaffen wurde, gehört der Firma. Das gilt auch für externe Dienstleister... ich hoffe der BGH macht hier für Designer keine Ausnahme...

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gabriele_dietz 01.05.2018, 22:17
16. Design

Wenn ich einen Auftrag in einer Unternehmung durchführe egal ob freiberuflich oder angestellt bekomme ich eine Entlohnung für meine erbrachte Leistung. In dem oben besagten Fall sieht man eigendlich wie gierig Menschen sind im Nachhinein. Wenn die Unternehmung durch dieses Modell einen Verlust gehabt hätte würde ich sehr gern wissen ob man sich diesbezüglich auch so großzügig verhalten hätte. Ich kann auch nicht meinem Vermieter sagen so ich habe jetzt so viele Jahre Miete bezahlt und jetzt gehört mir die Etage. Völlig undiskutabel was sich die Tochter da hat einfallen lassen. Ihr Vater hat sicherlich seine Entlohnung dafür erhalten. Und da waren vorher zwei übereinstimmende Willenserklärungen zustande gekommen, so etwas nennt man Vertrag. Ich denke da wird sie hinten runter fallen.

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andreas_lauer 01.05.2018, 22:22
17. Ach Gottchen...

...die armen Groß-Konzerne. Die Wahrheit liegt wie immer irgednwo in der Mitte. DAS muss das Gericht entscheiden. In Anbetracht der Tatsache, wie der VW-Konzern im Diesel-Skandal verhält, hab ich recht wenig Mitleid. Das hätte ich, wenn die Konzerne sich sonst von alleine "richtig" verhalten würden.
Nach dem Tode sollten die Rechte an die Firma fallen. Für nachgewiesen erfolgreiche Konzepte, Designs etc sollte die Firma demenstprechend bezahlen. Sie profitiert dann schließlich länger als die Lebzeit. Wenn es nicht schon soviele Erfinder und Designer geben würde im Automobilbereich, die über den Tisch gezogen wurden und mit dreistelligen Summen abgespeist wurden von den notleidenden Autokonzernen, die ja bekannt sind für ihre menschenfreundliche Firmenpolitik (Zwinker), könnte ich mehr den Konzernstimmen hier zustimmen. Da dem nicht so ist, man schaue zum Beispiel auf das Leben des Erfinders des Scheibenwischer (nicht wegzudenken aus dem modernen Automobil, mindestens seit dem 2. WK), hält sich mein Mitgefühl für einen gesichtslosen Konzern-Moloch in Grenzen.

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andreas_lauer 01.05.2018, 22:30
18. Ach Gottchen...

...die armen Groß-Konzerne. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo in der Mitte. DAS muss das Gericht entscheiden. In Anbetracht der Tatsache, wie sich der VW-Konzern im Diesel-Skandal verhält, hab ich recht wenig Mitleid. Das hätte ich, wenn die Konzerne sich sonst von alleine "richtig" verhalten würden.
Nach dem Tode sollten die Rechte an die Firma fallen. Für nachgewiesen erfolgreiche Konzepte, Designs etc sollte die Firma demenstprechend bezahlen. Sie profitiert schließlich länger als die Lebzeit. Wenn es nicht schon soviele Erfinder und Designer geben würde im Automobilbereich, die über den Tisch gezogen wurden und mit dreistelligen Summen abgespeist wurden von den notleidenden Autokonzernen, die ja bekannt sind für ihre menschenfreundliche Firmenpolitik (Zwinker), könnte ich mehr den Konzernstimmen hier zustimmen. Da dem nicht so ist, man schaue zum Beispiel auf das Leben des Erfinders des Scheibenwischer (nicht wegzudenken aus dem modernen Automobil, mindestens seit dem 2. WK), hält sich mein Mitgefühl und mein Verständnis für einen gesichtslosen Konzern-Moloch in Grenzen.

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joderbaer 01.05.2018, 22:42
19. Kennt keiner hier das Urheberrecht?

Alle die hier blöken "Hat er doch im Auftrag seines Arbeitgebers gemacht und damit ist es mit dem Gehalt abgegolten" sollten mal einen Blick aufs Urheberrecht werfen. Da gilt DAS gerade NICHT. Das Urheberrecht ist in Deutschland nicht übertrag- und verkaufbar. Der Arbeitgeber kann also nicht die Urheberschaft und das Urheberrecht beanspruchen. Ich glaube, daß die Klage Erfolg haben wird...

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