Forum: Auto
Streit zwischen Deutschland und Österreich: Tiroler Verkehrsinfarkt
Angelika Warmuth/ DPA

Die Straßensperrungen in Tirol stehen für ein größeres Problem: Im Alpenraum hält die Infrastruktur die Verkehrslast nicht mehr aus. Vor allem der Güterverkehr kommt nicht durch - Deutschland trägt daran Mitschuld.

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rainer-rau 27.06.2019, 12:57
60. Ich lasse auch keinen auf mein Grundstück,

Zitat von Sonnestrandundmeer
Mobilität ist kein Menschenrecht. Der Alpenraum in Österreich (aber auch in der Schweiz, Bayern, Südtirol und Slowenien) ist bereits jetzt zu stark vom Verkehr belastet. Es gilt den Rest der sensiblen Natur zu wahren und das Recht der Anwohner aber auch der doch nach Erholung suchenden Touristen auf Ruhe zu achten. Somit ist auch eine Bahnstrecke durchs Inntal keine Lösung. Benötigt werden lange Basistunnel, die die LKW und einen Teil der PKW zwischen Nord- und Südeuropa transportieren. Außerdem muss jeder einzelne sein Verhalten ändern. Ich selbst werde mehr Zug und Fahrrad fahren.
der nur Dreck und Ärger macht - dieses Recht sollten auch Nationen in einem vernünftigen Maß haben. Wer sich in einer Notlage befindet, kann gerne klingeln, aber nur um woanders hinzukommen, lasse ich meine Blumenwiese nicht zertrampeln.

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benmartin70 27.06.2019, 12:58
61.

Zitat von syracusa
Naja, das wäre wiederum eine Lösung zugunsten nur einer Partei. Bei Konflikten zwischen Freiheits- und anderen Grundrechten der Bürger müssen diese Grundrechte immer gegeneinander aufgewogen werden. Die Freizügigkeit ist ein Grund- und Menschenrecht. Es darf nicht zugunsten einer einseitigen Bevorzugung des Rechts auf Freiheit vor Belästigung anderer Bürger aufgegeben werden. Der deutsche §1 der StVO bringt das als eine alternative Forumulierung des kant'schen Imperativs gut auf den Punkt.
Spätestens bei einer Schädigung anderer Menschen hört die Freizügigkeit wohl auf.
Wenn Strassen dauerhaft blockiert sind und kein durchkommen für die Versorgung der Anwohner möglich ist, dann kann man sich §1 STVO sonstwohin kleben.
Zumal in Österreich wohl eher deren STVO gilt?
Ich verstehe nicht wo immer dieser deutsche Egoismus herkommt dass man mit dem Auto, koste was es wolle, irgendwohin fahren können/dürfen muss.

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apfelmännchen 27.06.2019, 12:58
62.

Zitat von martin.kreidl.privat
1. Die österreichische Autobahnmaut wird (anders als bei den gescheiterten deutschen Mautplänen) zu 100% in den Erhalt des Straßennetzes investiert (über die ASFINAG) und nicht anderweitig verteilt, wie Sie hier einfach behaupten. Deshalb sind österreichische Straßen in der Regel auch in einem wesentlich besseren Zustand als die deutschen. 2. Die Brennerautobahn und die Wochenendstaus haben erst einmal nichts mit der Situation im Berufsverkehr am Kölner Ring oder auf den Straßen im Ruhrgebiet zu tun. Diese sollte wohl auch kein Vorbild für irgendeine Region sein. 3. Woher glauben Sie zu wissen, was die Tiroler zur Zeit erleben? Es gab im vergangenen Jahr wiederholt Situationen, an denen Land- und Dorfstraßen durch Ausweichverkehr über viele Kilometer derart verstopft waren, dass Urlauber und Einheimische, die das Pech hatten, in diesen Staus zu landen, teilweise für 3 Kilometer 6 Stunden(!) benötigt haben (Beispiel: 29. Jänner auf der Achensee-Bundesstraße). Diese Situation wiederholt sich regelmäßig an verlängerten oder Ferienwochenenden. Warum das "kein größeres Problem" sein sollte, erschließt sich mir nicht. Es liegt wohl auf der Hand, dass solche Situationen im Interesse aller unterbunden werden müssen.
Wenn, wie sagen 100% der Mauteinnahmen für den Autobahnbau verwendet werden, müsste bei dem hohen Verkehrsaufkommen ein entsprechender Ausbau der Autobahnen auf mehr Fahrstreifen ohne zusätzliche Finanzierungen machbar sein. Wenn die Staus verschwinden, verschwinden auch Autos aus den Nebenstraßen, die diese Staus umfahren wollen.

Oder haben wir in OE das gleiche Problem wie in DE, dass große Teile der Einnahmen zweckentfremdet werden?

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Aleae iactae sunt 27.06.2019, 13:00
63. Eine weit bessere Alternative ist

Zitat von haarer.15
Österreich und Italien haben hier längst eine Vorreiterrolle übernommen. Für uns ist das eher blamabel. Die Schiene ist die Zukunft - erst recht für die Laster. Die halten allen Verkehr unsäglich auf. Warum nur sind die Bayern so schwerfällig wie ein Koloss ? Die bringen wirklich nix auf den Weg. Grenznahe Orte in Oberbayern sollen sich mal die Frage stellen, was sie eigentlich wollen. Luftkurorte - das war einmal. Entweder zähen Autoverkehr mit verpesteter Luft oder lieber den Schienen-Tunnel ? Hirn einschalten sollte doch helfen.
Der Schwerlastverkehr wird um 50% reduziert. Der Verpackungs-, Umfüll- und Müll hin und her fahr Verkehr muss endlich gestoppt werden.
Hat sich schon mal jemand gefragt, was auf den tausende Sattelzügen auf der Autobahn eigentlich geladen ist.

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rainer-rau 27.06.2019, 13:09
64. Sie sehen es absolut richtig.

Zitat von watch15
"Statt Fahrverbote zu verhängen, müsse man Autofahren längerfristig verteuern, damit die Verursacher von Umweltschäden diese bezahlen". Genau ... endlich freie Autobahnen und Straßen, damit das wohlhabende und vermögende Klientel nicht mehr im Stau stehen muss. Otto-Normalverbraucher kann ja auch mit dem Zug in den Urlaub fahren ... und am Zielort mit dem Rad weitergurken. Der Artikel fängt m.E. recht sachlich und analytisch an. "Es geht vor allem um den Güterverkehr" ... also warum setzt man hier nicht an und kommt final wieder auf den bösen bösen Autofahrer zurück, der rein aus Jux und Tollerei jedes Wochenende 1.000 Kilometer durch die Gegend fährt? Ist halt die einfache Lösung. Beim Güterverkehr müssten wir ja unser Verbraucherverhalten ändern. Auf möglichst billig und möglichst alles im Supermarkt zu jeder Jahreszeit verfügbar haben ... darauf wollen wir ja nicht verzichten. Irische Markenbutter, Dänische Eier (gibt es in Deutschland keine Hühner mehr?), natürlich gezogene "Bio"-Tomaten aus Marokko (die aus Italien sind zu teuer) und natürlich auch jedes Jahr ein neues Smartphone um 24h im Netz unterwegs zu sein! Waren und Güter werden kreuz und quer durch ganz Europa gekarrt .... hier muss man ansetzen. Warum ist in Italien im Kühlregal Butter aus Deutschland plötzlich günstiger als die italienische Butter? Und dann noch Mär, dass eine Umweltabgabe (Co2-Steuer oder was auch immer) unser Klima rettet und tatsächlich dann auch der Umwelt zu Gute kommt. Liebe Politiker, macht nur weiter so mit der Verdummung der Bevölkerung ... die Gelbwesten-Zeiten werden auch in Deutschland noch kommen.
Keiner redet von Verkehrsminimierung, der Konsumterror würde es auch nicht zulassen. Wenn Steuern und Treibstoffpreise Gewicht und Verbrauch der größenwahnsinnigen Gehhilfen adäquat angepasst würden, wäre das schon gerecht. Aber die Spezialisten zur Kosten- und Steuervermeidung können sich halt nur die dicken Brieftaschen leisten. Kein Neid, wenn der Inhalt ehrlich und moralisch einwandfrei "verdient" sein sollte, ists ihnen gegönnt.

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holy10 27.06.2019, 13:11
65. so ein quatsch

"Die Brennerautobahn ist eine der wichtigsten Straßen für deutsche Urlauber auf dem Weg nach Italien - und chronisch überlastet. Hunderte Kilometer östlich sowie westlich gibt es keine andere Autobahnquerung über die Alpen. Der Brennerpass ist ein Nadelöhr."

Es gibt sehr wohl Autobahnen über die Alpen, die nicht hunderte Kilometer vom Brenner entfernt sind. Ein Blick in google maps hilft.

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trippi111 27.06.2019, 13:11
66. Man muss Sie beglückwünschen

Zitat von michaelXXLF
seit man in den 70er Jahren dazu übergegangen ist, Schienenstöße zu verschweißen. "Ratternde Güterzüge" ist autogerechtes Framing. Ja, Zugräder können platte Stellen haben, die dann rattern, aber da ist die Bahn ausnahmsweise recht vorbildlich; die werden meistens schnell beseitigt weil die die Schienen schädigen, die erheblich teurer zu ersetzen sind. Mit vernünftigem Lärmschutz ist eine Bahnstrecke leiser als jede Straße. An Lokomotiven werden auch nur überaus selten Sportauspuffanlagen oder Soundaktuatoren angeschraubt.
Herzlichen Glückwunsch! Sie wohnen nicht in der Nähe einer vielbefahrenen Zugstrecke.
Nur so kann man sich Ihre Einlassungen erklären: "Mit vernünftigem Lärmschutz ist eine Bahnstrecke leiser als jede Straße."
Bei Ihnen ist doch mehr der Wunsch Vater des Gedankens.
Hier nur ein Beispiel: https://www.youtube.com/watch?v=ribNoJcazaA

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bunterepublik 27.06.2019, 13:14
67. War auch dabei

War am Pfingstsamstag auch dabei. Fernpass und Brenner. Ich verstehe die Österreicher voll und ganz. Vom Grenztunnel bis Obsteig über den Fernpass ging es gerade noch mit durchschnittlich 30 bis 40 km/h, ab Zirl auf die Brennerautobahn, der reinste Horror (120 Minuten Stau bis Europabrücke) und dann in Italien vor Sterzing bis Garda-Nord extrem stockend (wieder 3 Stunden Zeitverlust). Die restlichen 300 km gingen dann problemlos.

Klar sind die Ausweichrouten verstopft, da die "Superschlauen" meinen, alles umfahren zu müssen. Die Disziplin der v.a. deutschen Verkehrsteilnehmer ist zudem eine reine Katastrophe. Spurwechsel hin und her, Überfahren von Sperrmarkierungen, Fahren auf dem Standstreifen, etc. Wenn es mal etwas läuft, wird wie blöd beschleunigt, auch rechts überholt usw., obwohl in 1 km wieder alles steht. Von wegen Italiener fahren undiszipliniert. Einige Deutsche übertreffen die Italiener bei weitem.

Ich würde auch gerne über die Schweiz fahren, bin da aber vor dem Gotthard auch schon an Pfingstsamstag früh stundenlang gestanden, und dann kann man nicht mal problemlos größere Mengen Lebensmittel und Alkohol für den Urlaub mitnehmen, was viele, die Campen gehen oder in ein Ferienhaus in Italien wollen, vom Transit durch die Schweiz abhält...man müsste ja eigentlich einiges als Transitgut beim Zoll anmelden.

Es sind aber nicht nur die Bayern oder Badener, die bei der Eisenbahn schnarchen (Stichwort Inntal und Rheintal). Schauen wir mal nach Fehmarn. Dänemark will den Tunnel, die deutschen Anwohner hetzen dort gegen die Zugstrecke genauso.

Es ist einfach in Deutschland so: Die Lasten sollen immer die anderen tragen, man will nur profitieren. Ob es Zugtrassen, Stromtrassen, Windräder oder sonstwas ist, immer gehen die Anwohner auf die Barrikaden mit Scheinargumenten. Schlimm nur, dass die Stänkerer auch noch gehört werden!

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cobaea 27.06.2019, 13:14
68.

Zitat von k70-ingo
Die Überlegung ist berechtigt. Da ließe sich mehr machen, wenn man denn nur wollen würde. Hier bei Wesel sieht man Hunderte Containerschiffe auf dem Rhein - in Liechtenstein kein einziges! Warum?? Ist doch derselbe Fluß!
*LOL* Dieser Logik folgend, spart man sich den Stau am Gotthard - der Rhein entspringt ja bekanntlich am Gotthard - also in Wesel aufs Containerschiff und am Gotthard wird runter - umsteigen auf die Rhone (entspringt ja auch am Gotthard) und darauf dann ans Mittelmeer. Gut, im Oberlauf der Flüsse müssten die Schiffe etwas kleiner ausfallen - Kajak oder so...

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GAU 27.06.2019, 13:16
69. ...Einspruchsmöglichkeiten von Anwohnern endlich auf ein vernünftiges

Zitat von desktopper
Die Maßnahme des Landes Tirol ist völlig richtig, nachvollziehbar und sinnvoll. Deutschland hat keinerlei Recht, sich darüber zu beklagen oder gar gerichtlich zu klagen, wenn es nicht in der Lage und offenbar gar nicht Willens ist, den Brenner-Nordzulauf in naher Zukunft zu realisieren. Die Gesundheit der Anwohner in Tirol geht vor. Ich bin dafür, die Einspruchsmöglichkeiten von Anwohnern endlich auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren, sonst geht in Deutschland bald gar nichts mehr. So etwas gibt es in dem Ausmaß in keinem anderen Staat. Wir werden zur Lachnummer. Die hysterische Reaktion von Scheuer und anderen ist sowieso nur dem Beleidigtsein wegen des Scheiterns der Maut geschuldet.
na, dann schauen sich die Topographie des unteren Inntals mal was genauer an. Ich weiß wovon ich rede, ich lebe da.
https://www.google.de/maps/@47.604685,12.18948,2991m/data=!3m1!1e3

Auch die Kufsteiner/Langkampferner wissen nicht wie die Trasse laufen soll. Kufstein ca. 18000, Kiefersfelden 6500, Oberaudorf 5500 Einwohner. Nur eine Untertunnelung wäre sinnvoll.

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