Forum: Auto
Strengere CO2-Grenzwerte: Jetzt gibt es kein Zurück mehr
DPA

Die EU hat die CO2-Grenzwerte für Autos verschärft. Die Hersteller jammern - dabei sind sie selbst für ihre Niederlage verantwortlich.

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dan82 19.12.2018, 08:37
100. CO2 Fussabdruck

Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller, den Gesamt-CO2-Fussabdruck eines Autos zu berechnen und zu begrenzen, und nicht nur das während dem Fahren ausgestossene CO2. Wenn man das ausgestossene CO2 von der Herstellung der Basismaterialien, Bau und Betrieb eines Autos (Richtwert z.B. 8 oder 10 Jahre oder pro 100.000 km) vergleicht, dann stehen Verbrennungsmotoren gar nicht mehr so schlecht da. Dem Klima ist nicht geholfen, wenn jetzt Elektroautos den Markt überschwemmen und Strom aus Kohlekraftwerken "tanken"und die Herstellung der Batterien sehr energieaufwändig ist und somit tonnenweise CO2 freisetzt. Von der umweltbelastenden Föderung des Lithium reden wir jetzt gar nicht.
Natürlich ist die Elekromobilität die Zukunft, und muss gefördert und weiterentwickelt werden, aber auf sinnvolle Weise (Energiewende, Förderung der Material- und Batterieforschung...).

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intercooler61 19.12.2018, 08:38
101. Voluntarismus schadet der guten Sache

Ehrgeizigere Zielsetzungen führen nicht automatisch zum besseren Ergebnis - ganz im Gegenteil, vgl. dazu Mao's "Großer Sprung nach vorn".
Für eine schnelle und deutliche Emissionsminderung bräuchte es brauch- und bezahlbare Angebote für die Masse, aka Otto Laternenparker.
Gute Hybride wären dafür eine mach- und finanzierbare Lösung, aber die angepeilten 60 g/km sind damit auch im Flottenmix schwerlich realisierbar - es sei denn, man schummelt (= misst mit vorgeladener Batterie).

Was da beschlossen wurde, ist mithin ein Schaufensterwert ohne Rückicht auf Physik und Kosten. Papier ist geduldig, aber in der Realität führt es dahin, dass
Autos nur noch für Bionade-Bourgeois mit Wallbox im Eigenheim erschwinglich & praktikabel sein werden. Die werden sich dann auch noch damit brüsten, ihren Tesla o.ä. "CO2-neutral" am vom Durchschnittsbürger subventionierten Solardach zu laden (aber unterm Strich weitaus mehr CO2 pro Nase fabrizieren als der ferngewärmte Etagenbewohner mit seinem Verbrenner).

Das Fußvolk darf künftig zu Fuß gehen, deshalb heißt es ja so.
Finis Europae? - Ich wünsche mir das nicht, aber das jüngste Theater in FR wird kein Einzelfall bleiben, wenn solch kenntnisfreier Symbolpolitiknicht sehr kurzfristig Einhalt geboten wird. My 5 cents.

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drent 19.12.2018, 08:44
102. Wie viele EU-Parlamentarier

können denn das Thema überhaupt durchblicken. Wenn man denen vorschlägt, ab irgendwann nur noch Autos mit drei Rädern zuzulassen (ein Viertel weniger Reifenabrieb), wer sie begeistert zustimmen.

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kanuh 19.12.2018, 09:20
103. noch'n Vorschlag

Wie wäre es damit, Verbräuche gestaffelt zu besteuern. Beim Tanken z. B. ist der Personalausweis zu erfassen und je mehr über einem festgesetzten Verbrauch pro Monat oder Jahr von der Person getankt wird desto teurer wird der Literpreis. Genauso könnte der Stromverbrauch oder der Wasserverbrauch und Ähnliches personenbezogen reguliert werden. Die Variable dabei wäre die Steuer. Umgekehrt könnten personenbezogene Verbrauchswerte unter dem Durchschnitt steuerlich begünstigt werden. Ich bin überzeugt, dass bei richtiger Progression der Preisgestaltung die Verbräuche in Summe spürbar zurückgehen.

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max_fritsch 19.12.2018, 09:23
104. Dann müsste man ja E-Autos in Deutschland verbieten

2017 betrug der CO(2)-Anteil pro kWh 489g im deutschen Strommix. Selbst ein Elektro-Smart verbraucht 150 Wh/km, ein sparsam (!) gefahrener Tesla sogar an die 200 Wh/km. Das wäre beim Smart ein Wert von über 73g.
Der Grenzwert beträgt ab 2030 59g pro km.
Oder man ersetzt den deutschen Kohlestrom durch sauberen Atomstrom aus Tihange, und das Problem ist gelöst.

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Kucker 19.12.2018, 09:37
105. Co2-Handel privatisieren

Man muss ja nicht immer alles den Auto-Produzenten überlassen, sondern kann vielleicht auch das Pferd von der anderen Seite aufzäumen. Wie wäre es denn mit folgendem Vorschlag: jeder Bürger bekommt sein Co2 Kontingent zugeteilt und kann es dann frei handeln. Dann kann der SUV-Fahrer dem Fahrradfahrer sein Kontingent abkaufen und letzterer wird für sein vorbildliches Verkehrsverhalten (hoffentlich reich) belohnt.

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priemer 19.12.2018, 09:38
106. Und unsere Gesellschaft?

Wir reden hier im Forum über die Folgen für die wichtigste deutsche Schlüsselindustrie, deren Zulieferer und Händler einen erheblichen Teil unserer Kaufkraft und unseres Steueraufkommens generieren. Das ist schön umfangreich genug. Aber was vollkommen unbeachtet bleibt, ist die gesellschaftliche Wirkung des EU-Beschlüsses. Die E-Mobilität ist eine reine Nahverkehrslösung. Keine absehbare Akkutechnologie deckt die heutigen Pendler- und Fahrwege jahreszeitunabhängig auch nur annähernd ab. Die Technologie der Brennstoffzelle ist nicht einsatzbereit. Unsere heutige Gesellschaft basiert jedoch auf der Mobilität, der Mobilität der Waren, der Mobilität der Arbeitnehmer, der Mobilität der Wähler und Vereinsmitglieder. Der EU-Beschluss erzeugt damit Probleme und gesellschaftliche Verwerfungen, die überhaupt nicht mitgedacht werden. Die Gelbwesten in Frankreich sind hier ein Vorgeschmack. Wie sichern wir Wohlstand und demokratische Mitwirkung in der Fläche unserer Länder?

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zoon.politicon 19.12.2018, 09:39
107. A2 aus Alu und sehr haltbar

Zitat von ruven_n
Der Audi A2 3L (https://de.wikipedia.org/wiki/Audi_A2#A2_TDI_3L) hatte 3 Liter Verbrauch und war ein Minivan. Und wurde von nur 1999 bis 2005 gebaut. Wieso gibt es heute keine anderen Kleinwagen mit solchem Verbrauch? Ich glaube mich zu erinnern, dass der A2 3L zu seiner Zeit recht teuer war. Aber 20 Jahre weitere Entwicklung sollte da ja wohl etwas mehr möglich gemacht haben, vor lauter Vorsprung.....
Ich sehe heute noch öfters Audi A2 s auf der Strasse: Wegen ihrer Aluminium-Karrosserie sind sie obendrein noch haltbarer, als unsere Stahlkisten.
Fazit: die Automobilindustrie will doch nur Geld verdienen, sonst nichts.

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Der_Theo 19.12.2018, 09:42
108.

Zitat von ronny_muehlbach
Ich habe selten so gelacht. schauen wir uns doch mal die Ach so tolle Bilanz an. 1. Problem...der Strom ist momentan noch zu dreckig (Problem lösbar) 2. Die Akkus...verlieren Leistung bzw. Speicherdichte über die Zeit, Herstellung frisst Unmengen Ressourcen, Recyclen schwierig 3. Das "Tanken"...selbst "schnell" tanken dauert ......
Tja Toyota war auch vorreiter der Hybrid Technologie

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Der_Theo 19.12.2018, 09:45
109.

Zitat von fortelkas
.....dieses Artikels: "Nach jahrelanger Verzögerungstaktik müssen die Konzern nun endlich handeln." Und das ist gut so, Druck ist eben manchmal gut. Die technischen Möglichkeiten, den Schadstoffausstoß zu senken sind doch schon lange vorhanden. Und ich setze noch einen drauf: In Deutschland muss endlich unterstützend ein generelles Tempolimit her, aber wenn es um dieses Thema geht, rasten auch auf den Foren die genialen .....
Wozu ein Tempolimit. Die Autobahnen sind derart verstopft, dass mehr als 80km/h eh nicht moeglich sind.

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