Forum: Auto
Studie: 780.000 Verkehrstote seit 1950, 31 Millionen Verletzte
DPA

Ein Historiker hat die Verkehrstoten in Deutschland seit 1950 gezählt. Dem SPIEGEL erklärt er, warum Autofahrer das hohe Unfallrisiko lange in Kauf nahmen - und wann ein Umdenken einsetzte.

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s.p.igel 16.12.2017, 10:23
20. Nicht die Autofahrer selbst sind Hauptgefährdete ....

...sondern Fußgänger und Radfahrer, die der Gefährdung durch den Autoverkehr ungeschützt ausgesetzt sind. Ein Hauptgrund fürs Autofahren ist es daher, selbst im geschützt im "Panzer" (möglichst ein schwerer SUV) zu sitzen nach der Devise: Lieber selbst die Umwelt verschmutzen und andre töten, statt sich umweltverträglich fortzubewegen und dafür selbst getötet zu werden.

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coroona 16.12.2017, 10:25
21.

Zitat von Spiegelleserin57
Nicht jeder kann der König der Straße sein und kleine Autos haben das Nachsehen da nun SUVs wie Panzer auf der Straße fahren. Letztendlich ist ein Demonstrieren der Macht und nicht des Könnens was auf unseren Straßen stattfindet. Nur einer setzt dem Grenzen: der Winter!
Andersherum. Gerade auch durch schwere Autos und "SUV wie Panzer" konnten die Todesraten so massiv gesenkt werden.

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multi_io 16.12.2017, 10:27
22.

Zitat von Spiegelleserin57
das gesellschaftliche Bild hat sich gewandelt. Den Führerschein gibt es heute für jeden, denn einer echten Qualifikation bedarf es nicht mehr.
Sie haben aber schon den Artikel gelesen und mitgekriegt, dass es früher zehnmal mehr Verkehrstote gab als heute, oder?

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coroona 16.12.2017, 10:28
23.

Zitat von mwroer
Rund 18.000 Menschen starben bei Fehlern im Krankenhaus - pro Jahr - also die ärztliche Behandlung ist doch rund 5 mal risikoreicher als Auto fahren. Wer mit dem Auto dahin fährt ist praktisch ein sicherer Todeskandidat.
Nicht jeder landet einmal im Jahr im Krankenhaus, aber die meisten fahren zumindest einmal jährlich mit einem Auto, viele Bürger(innen) fast täglich. Da dürfte ein Krankenhausaufenthalt statistisch weitaus risikoreicher sein als Faktor 5.

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Eingeborener 16.12.2017, 10:28
24.

Zitat von Koana
Artgenossen aufsummiert. Inzwischen sollte allerdings angekommen sein, dass die Individualmobilität mittel Ofenantrieb (und sorry, da gehören auch die Elektromobile mit ausgelagertem Ofen dazu), ein Vielfaches an Opfern fordert. Kürzlich las ich, dass künftig das Krebsrisiko bei Fifty-Fifty liegt, wobei natürlich künftig die Sterblichkeitsraten bei Krebskranken geringer sein werden (sofern es noch bezahlt wird, das Medikament, bzw. die Behandlung). Na ja, lieber heute mit dem SUV und 300 KW über die Piste brettern, als morgen gesund einen Waldspaziergang absolvieren - wobei, mit etwas Glück könnte ja beides funktionieren, ja mit Glück geht wirklich alles, nur jene die dieses Glück nicht haben, die kommen nicht um die Rechnung ihres tumben Treibens herum, jene die es bleiben lassen, brauchen leider auch Glück, den der Dummheit der Massen kann man nicht mehr entkommen! (Leidenschaftlicher Spaziergänger, Gärtner, Extremfaulenzer und Gesellschaftsflüchtling) Der Mensch hätte die Chance gehabt, sich ein angstfreies Dasein zu kreieren, frei von Gewalt und von großer Geborgenheit in der sozialen Gruppe, bei wundervollen Möglichkeiten zur gegenseitigen Hilfe - er hat einen anderen Weg gewählt. Gesunde Solitäre können noch Nischen finden, wo sie dem Irrsinn zumindest einigermaßen entfliehen, dem Gift in der Luft und in den Böden kann man nicht mehr entkommen, da bleibt nur die Hoffnung, man möge es gut wegstecken.
stimmt genau,sehr guter Leserbrief! Besser könnte ich es auch nicht sagen.

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aliof 16.12.2017, 10:29
25. Erschreckende Zahlen, ...

... auch ohne die indirekten, weniger sichtbaren, aber genauso real durch den Autoverkehr vorzeitig Verstorbenen.
Es ist auch in meinen Augen höchst lobenswert, die direkt im Verkehr Geschädigten journalistisch zu würdigen. Es macht m. E. aber noch mehr Sinn, diese "Opfer" unserer Lebensweise mit weiteren, damit eng zusammenhängenden Faktoren in Relation zu setzen.
Haben unsere Statistiker denn auch Zahlen der durch z. B. spezifische Abgase und Abriebe (Feinstäube von Ruß bis Platin-Partikel) vorzeitig Verstorbener, und chronisch Erkrankter? - Falls ja, kann sicher auch hier eine Korrelation zwischen Höhe der "Zahlen" und gefahrener bzw. erlaubter Geschwindigkeit gezeigt werden.
Ein Umdenken auch hierzu sollte beginnen. Vielleicht in Zusammenhang mit Elektromobilität und "Artificial" Intelligence?

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ProbeersEinfach 16.12.2017, 10:31
26.

Wie wäre es mal, die wichtigste Unfallursache, Handy am Steuer, strikt zu bestrafen? Die "neuen" verschärften Strafen sind doch ein Witz im Vergleich zur Gefährlichkiet. Das bringt auch aktuell nicht so viel Geld und muss manuell gemacht werden, bringt den Gemeinden und Städten daher nichts. Dann lieber überall blitzende Ungetüme aufbauen unter dem Deckmäntelchen des Verkehrschutzes.

Ich bin daher dem Handy auch dankbar, über Jahre musste man nämlich den Blödsinn von irgendwelchen Politikern oder sonstigen Leutchen lesen, die meinten es müsse ja keiner zu schnell fahren und die Blitzorgien wären rein der Verkehrssicherheit dienlich. Was ist mit den Handys? Die Gefahr, die davon am Steuer ausgehen lässt selbst Alkohol am Steuer weit hinter sich.

Jetzt, von der Wahrheit frustrierte Experten möchten wieder das ewiggleiche Argument anfügen "Man muss ja nicht zu schnell fahren", warum aber eigentlich nicht? Willkürlich viel zu niedrig gesetzte Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt es zu Hauf und die Masse der Übertretungen zeigt deutlichst, dass oft viel zu niedrige Begrenzungen gesetzt wurden, nur damit man dem Autofahrer Geld abnehmen kann, ohne dass irgendeine Gefahr dem entgegenstehen würde. Reine Gängelei und Haushaltskonsolidierung. Die wenigen Gefahrenpunkte, an denen das Blitzen sinnvoll ist, nehme ich ausdrücklich aus.

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bollocks1 16.12.2017, 10:31
27. Angesichts der extrem steigenden Verkehrstoten...

....um 1970 herum, wurde in den Schulen flaechendeckend systematisch Verkehrserziehung betrieben.
Dies hatte es bis dahin so nicht gegeben.
Neben Verbesserungen an Fahrzeugen, Helmpflicht und Promillegrenze halte ich die damalige Verkehrserziehung fuer den Hauptgrund des Rueckgangs der Verkehrstotenzahlen.
Abgesehen davon kann es nie absolute Sicherheit geben.
Im Vergleich zur Verkehrsdichte und Fahrleistung war die Teilnahme am Verkehr nie sicherer.
Hoechstgeschwindigkeit auf Autobahnen bsw. hat Null Einfluss auf die Verkehrstotenzahlen, was gerade auch der Vergleich mit anderen Staaten zeigt.

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nadennmallos 16.12.2017, 10:47
28. Blödsinn (sorry), es ist die verbesserte medizinische Versorgung und

Zitat von coroona
Andersherum. Gerade auch durch schwere Autos und "SUV wie Panzer" konnten die Todesraten so massiv gesenkt werden.
... die Einführung der passiven Sicherheitskomponenten bei Karroseriebau und Fahrzeugkomponenten. Ihre Panzermentalität lässt auf ein "Hauptsache ich fahre sicher" schließen (Unterstellung, ich weiß!)

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ericstrip 16.12.2017, 10:55
29. Meine Beobachtung ist ähnlich...

...auch wenn ich erst seit 25 Jahren fahre, aber davon die meisten Kilometer in Fahrzeugen auf dem technischen Stand der 60er bis 80er Jahre zurückgelegt habe. Zum einen gibt es Verkehrsteilnehmer, die einfach überfordert und abgelenkt sind (was ich bei manchen heutigen Fahrzeugen sogar nachvollziehen kann, man kann ja nicht einmal mehr rausschauen, dann piept und blinkt ständig etwas, man muß Bedienelemente auf einem Touchscreen suchen, das Smartphone tut sein übriges... muß ich nicht haben) zum anderen gibt es natürlich auch immer das Klientel, welches charakterlich zum Führen eines Kraftfahrzeugs im öffentlichen Straßenverkehr einfach nicht geeignet ist. Das ist halt menschlich - genauso, wie immer noch Menschen im Garten von der Leiter fallen. Ich halte mich selbst garantiert nicht für den vollkommenen Kraftfahrer, ich versuche jedoch, Ablenkungen möglichst zu minimieren, mein Fahrzeug gut zu kennen und vorausschauend zu fahren. Nie schneller fahren, als der Schutzengel fliegt, regelmäßige Pausen auf langen Strecken. So bin ich selbst ohne ABS, Airbag und Assistenzssysteme bislang immer gut angekommen. Das autonome Fahren allerdings, welches hier im Forum bereits angesprochen wurde, wird die Unfallzahlen eher wieder nach oben treiben. IT ist immer störanfällig und ich würde einem Computer weder mein Leben noch das meiner Angehörigen anvertrauen. Zumal niemand nachvollziehen kann, was das Gerät gerade warum macht, man ist noch ausgelieferter, als man es momentan den anderen Verkehrsteilnehmern ist, deren Verhalten man ja auch nicht immer komplett voraussehen kann. Man kann algemeine Lebensrisiken nicht durch Technik eliminieren. Und wenn, dann sollte man vielleicht erst einmal wieder Autos mit großen Fensterscheiben und ohne Touchscreens anbieten und Smartphones am Steuer komplett verbieten... Eigenverantwortlichkeit ist zwar out, die Teilnahme am Straßenverkehr ist aber die Übernahme von Verantwortung für sich und andere.

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