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Studie: E-Scooter helfen offenbar kaum bei Verkehrswende
Christoph Soeder/ DPA

Elektrische Tretroller sollen die Straßen entlasten, so lautete die Idee von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Eine Studie kommt zu ernüchternden Ergebnissen.

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m82arcel 27.07.2019, 08:35
20.

Die Roller sind in der Form ja noch sehr neu. Da jetzt aus den Daten einer Woche auf irgendwas zu schließen, halte ich für ziemlich gewagt.
Allerdings haben die Roller in Deutschland (auch dank entsprechender Berichterstattung) einen so schlechten Ruf, dass ich davon ausgehe, dass sie ohnehin bald wieder von den Straßen verschwinden. Eigentlich schade, denn (viel) weniger Autos auf den Straßen würden die Lebensqualität in den Städten deutlich erhöhen.

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rathat 27.07.2019, 08:37
21.

Die meisten in e-Roller, die in Deutschland unterwegs sind, sind gar nicht für den deutschen Straßenverkehr zugelassen, weil die entsprechende Verordnung erst seit 2 Monaten existiert und seitdem nur wenige Modelle auf dem Markt sind, welche diese Vorschriften auch wirklich zertifiziert unterstützten. Bei den Rollern, die momentan im privaten Rahmen (also keine Sharing-Anbieter) bewegt werden - und das dürfte der Großteil sein - , sind die von Early-Adoptern. Jetzt schon eine Studie zum ‚tatsächlichen Nutzverhalten‘ durchzuführen ist also maximal dämlich. Da hätte man auch 2 Monate nach Einführung des Automobils fragen können, wie dieses genutzt wird und wäre zu dem Schluss gekommen, dass es der Pferdekutsche maximal unterlegen ist.
Die Frage ist außerdem, warum Roller nachts (wenig Verkehr) und an Wochenenden genutzt werden und was man tun kann, um das zu ändern. Letztendlich wird es doch so sein, dass die Nutzung nicht trotz des massenhaften Autoverkehrs in Städten, sondern WEGEN des Automobilverkehrs so gering ausfällt.

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browserhead 27.07.2019, 08:37
22. Schnickschnack

Es wurde doch im Vorfeld von den vielen Erfahrungen in anderen europäischen Ländern berichtet, denen wir ja so hinterherhinken. Ich kann mir jedoch kaum vorstellen, dass das Nutzerverhalten in Paris grundsätzlich anders ist. Für mich war von Anfang an klar, dass die Geräte eher Spaßmobile sind als ein sinnvoller Beitrag zur Verkehrswende. Meine Erfahrungen sind genau wie in der Studie berichtet: Touristen und "erlebnisorientierte" junge Menschen nutzen die Dinger ohne Rücksicht auf Verluste. In Düsseldorf flitzen sie durch die Fußgängerzone und weder Polizei noch Ordnungsamt fühlen sich zuständig, das Ordnungsamt macht lieber Jagd auf Radfahrer in der Innenstadt.
Die E-Roller sind halt die Saure-Gurken-Nummer des Jahres 2019, Andi Scheuer brauchte ein Spielzeug um von seinen desaströsen Misserfolgen abzulenken und die Medien haben dankbar am Hype mitgestrickt. Bereitwillig überlassen wir weiteren Investitionsgräbern (auch den ganzen Leihradfluten) den Verkehrsraum, den man für das Fahrrad (und eine sinnvolle Verkehrswende) dringend bräuchte. Demnächst hinterlassen die E-Mobil-Startups auch ihre elektro-schrottigen Leftovers im öffentlichen Raum. JA, und der Andi? Der träumt schon vom nächsten E-Unsinn: Drohnenmobilität!

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Spiegelpfau 27.07.2019, 08:40
23. Eigenbesitz

Die gesamte Betrachtung ist schon falsch. Mietroller sind zum Ausprobieren werden sicher aktuell zum Spaß probiert. Man sollte so einen Roller schon besitzen. In die U-Bahn oder in den Kofferraum und die letzten paar Kilometer vom Parkplatz zur Arbeit (wo man wegen der Grünen bald nicht mehr hindarf) oder abends nach dem Parken nach Hause, weil es keine Parkplätze mehr gibt, da die Eigenheimbesitzer nicht vor ihren Einfahrten parken oder nicht ihre Garagen/Stellplätze nutzen. Ich würde gern einen E-Roller dafür kaufen, nur finde ich keinen zulassungsfähigen zum Kaufen. Im Fahrradlladen standen gestern Modelle für unfassbare 2000€!

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derleibhaftige 27.07.2019, 08:43
24. Hilfe !

Wir haben diese Roller schon vor 20 Jahren dafür benutzt, um vom Büroarbeitsplatz aus zum nächsten Kaffeeautomaten zu fahren. Das war toll, einfach und sehr effektiv, um die Produktivität insgesamt zu erhöhen und die Kosten niedrig zuhalten, zudem völlig CO2-Neutral und gut für das weltweite Klima. Und wir mussten diese Wege nicht mehr mit dem Auto zurücklegen !

Diese Studien und Erkenntnisse des Ministeriums sind also nur hoffnungslos veraltet. Denn uns war schon vor 20 Jahren klar, dass der Scooter in diesem Fall die richtige Alternative zum Automobil war, auch ganz ohne Batterie und betrieben mit purer Muskelkraft.

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hilj 27.07.2019, 08:47
25. Überschrift passt nicht zur Studie

Da muss ich die Beraterfirma doch in Schutz nehmen. Die Überschrift und die fragwürdige Aussage des Artikels ist doch eher bei SPON entstanden.

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Gluehweintrinker 27.07.2019, 08:48
26. Wer hat denn geglaubt es sei anders?

Es war doch von vorn herein klar, dass dieser Rollerhype nur zusätzlichen motorisierten Verkehr schafft und allenfalls ein paar Personen vom ÖPNV weg lockt. Wenn ich sehe, wie auf der Frankfurter Zeit rauschebärtige und zipfelfrisierte Männer beseelt lächelnd zwischen den Passanten herumkurven sehe, dann wird klar, dass dieser Achwachsinn genauso schnell verschwinden wird wie er gekommen ist. Es handelt sich um nicht anderes als eine kurzlebige Mode und gewiss nicht um ein tragfähiges Zukunftsmodell, für wenige Schönwetterphasen zwischen April und Oktober,

Allein der logistische Irrsinn des Einsammelns, Aufladens, Verteilens und die zu erwartende Winterpause, was soll denn daran nachhaltig sein? Die ersten Roller wurden aus Teichen, Flüssen, Gebüschen etc. geborgen und genau dieser Schrotteffekt durch Missbrauch aber auch schnellen Verschleiß bedeutet nichts anderes als zusätzlichen Ressourcenverbrauch ohne jeden Nutzen. Vermutlich braucht es erst noch eine signifikante Zahl schwerer Unfälle, bis auch der letzte bemerkt, dass er ein totes Pferd reitet bzw. rollert, allen voran unser begandet-zukunftsfähiger Verkehrsminister.

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markus.pfeiffer@gmx.com 27.07.2019, 08:50
27. Keine Überraschung

Wer klar denken kann, hat genau das vorhergesehen: Die Dinger ersetzen eher Fußgänger- oder Fahrradverkehr und führen somit sogar - zu lasten der "Muskelkraft-Mobilität" - zu mehr durch Mobilität verbrauchter fossiler Energie (man beachte den Strommix, deshalb fossil!), anstatt wie erhofft zu weniger.

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np.mueller 27.07.2019, 08:50
28.

Da braucht man doch keine Studie für, um zu wissen, dass der E-Roller nullkommanull mit Verkehrswende zu tun hat. Die durchschnittlich 1,9 km kann man laufen. Und wer das nicht kann, dem bringt der Roller sehr wahrscheinlich auch nix.

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stupp 27.07.2019, 08:56
29. Verfügbarkeit

Jede Mobilitätsform, bei man sich nicht darauf verlassen kann, dass sie am Tag x um Uhrzeit y am Ort z zur Verfügung steht, kann keine ernsthafte Alternative sein. Insofern sind diese ganzen Sharing-Geschichten in ihrer jetzigen Form eher ein Gag, als ein „Game Changer“.

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