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Studie zu Überholunfällen: Russisch Roulette auf der Landstraße
DPA

Hoher Einsatz, geringer Gewinn. Wer auf zweispurigen Landstraßen überholt, geht statistisch gesehen ein hohes Risiko für ein paar Sekunden Vorsprung ein. Experten fordern mehr Überholverbote.

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Crom 11.09.2014, 16:42
1.

Wer schon kilometerlang hinter LKWs oder Sonntagsfahrer fahren musste, weiß, warum manche der Geduldsfaden reist. Es muss einfach mehr Stellen zum gefahrlosen überholen geben. Darüber hinaus müssen Bremser endlich dazu verpflichtet werden, nachfolgenden Verkehr vorbeizulassen.

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specialsymbol 11.09.2014, 16:47
2. Vielleicht sind noch mehr sinnlose Tempolimits

nicht mehr die Lösung? Was wäre denn wenn man ausnahmsweise Zonen ausweist in denen es sicher ist zu überholen - und in denen Fahrzeugführer angehalten werden auch dem Überholenden Platz zu machen?

Gleichzeitig könnte auch der Gegenverkehr besser gewarnt werden, da die Zone dann auch für die Gegenseite gilt.

Das mit dem Zeitvorteil von nur 1,5 Minuten auf 20km stimmt nur wenn einer 90 und der andere 100 fahren will. Wenn ich jedoch vor mir einen unsicheren Fahrer habe der vor jeder Kurve unnötig auf 40-60 runterbremst dann verliert man erheblich mehr Zeit - und, heute nicht zu verachten, man verbraucht erheblich mehr Sprit.

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charly2708 11.09.2014, 16:50
3. Einfacher wäre es...

... ein generelles Überholverbot auf Landstraßen einzuführen und die Abschnitte, wo überholen sicher möglich ist, als "erlaubt" kennzeichnen. Dann brauchen wir keine dreispurigen Landstraßen, wobei diese natürlich sehr komfortabel sind, und es bedarf auch weniger Schilder als andersrum.

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DasBrot 11.09.2014, 16:59
4. Vielleicht sollten wir auch aufhören zu denken...

Zitat von charly2708
... ein generelles Überholverbot auf Landstraßen einzuführen und die Abschnitte, wo überholen sicher möglich ist, als "erlaubt" kennzeichnen. Dann brauchen wir keine dreispurigen Landstraßen, wobei diese natürlich sehr komfortabel sind, und es bedarf auch weniger Schilder als andersrum.
...beim Autofahren. Wir sollten Entscheidungen im Straßenverkehr immer Behörden überlassen die uns über Schilder lenken. Google bitte übernimm und hilf diesen Fahrern beim täglichen Kampf mit den Gewalten.

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Tschirio 11.09.2014, 17:00
5. Bremser

Der Hauptgrund für das Überholen auf Landstraßen ist doch klar.
Irgendwann ist jeder genervt, wenn der Vordermann 5km braucht um auf 100 zu kommen. Und wenn die Straße gerade oder vielleicht mal 2-spurig wird, dann beschleunigt der Vordermann regelmäßig unkontrolliert, so dass man dann auch nicht mehr überholen kann, es sei denn man beschleunigt auf 140. Was bleibt sind dann die Gelegenheiten, wie beim Herausfahren aus einer unübersichtlichen Situation z.B. nach Kurven oder Kuppeln.

Und die entscheidene Frage: Bringt's was, das Überholen?

Ja. Kommt darauf an.

1) Weg zur Arbeit. Optimal 7min, Maximal 12min
Also 2x5min pro Tag. Gehen wir mal nur von jeweils 2 min Ersparnis pro Tag durch zügiges Fahren und Überholen aus. Dann sind das bei 200 Tagen knapp 400min. 6,6h pro Jahr, also knapp 1 Arbeitstag.
Und hier kann sich dann jeder mal den persönlichen finanziellen Betrag der Zeitverschwendung ausrechnen.

2) Regelmäßige Fahrt pro Monat (100km, Optimal 1,25h, Maximum am Sonntag 1,75h)
Regelmäßige Ersparnis 0,5h. Bei 12 Monaten 6h.

usw.
Das Problem ist ja, das mittlerweile sehr viele hochmotorisierte Fahrzeuge unterwegs sind, deren Fahrer heillos überfordert sind. Die Autos werden auch immer breiter, so dass der Spielraum immer kleiner wird. Das zeigt sich auch immer wieder, wenn Autos hinter LKWs kleben, keine Lücke mehr lassen und sich doch nie trauen zu überholen.
Das merkt man vor allem dann, wernn der zweite oder dritte in der Reihe irgendwann die Vorderleute UND den LKW überholen.

Es mag sein, dass Jüngere dann noch die Situationen falsch einschätzen, aber es sind auch ältere Fahrer, die nur noch genervt sind, von der Ignoranz der Schleicher und auch deren schlechter Selbsteinschätzung.

Und damit meine ich nicht diejenigen die 90-100 fahren, sondern diejenigen die 70-90 fahren. Alles was langsamer ist, kann man dann schon wieder problemloser überholen.


Nunja was auch schlimmer geworden ist, sind die LKWs die mal wieder mit 70 fahren umd die Autobahn-Maut zu umgehen.

Das ist besonders in ländlichen Regionen schlimm, in denen es so oder so nur Landstraßen mit vielen Kurven gibt.
Z.B. Sauerland, OWL, Süd-Niedersachsen

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norman.schnalzger 11.09.2014, 17:02
6. Kurvenradien und Verbote

Viele neuere Landstraßen haben unübersichtliche Kurvenradien, wi Überholen gefahrlos schwierig ist, ergo Geduldsprobe, dann Bleifuss. Des weiteren finden sich an den wenigen geradden Abschnitten entweder Einmündungen oder Überholverbote, ergo s.oben.

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stefanrauser 11.09.2014, 17:03
7. Schilderwald

Ich halte den umfangreichen Schilderwald tatsächlich für eine der Ursachen solch leichtsinnigen Verhaltens. Denn da ja vor "fast" jeder gefährlichen Kurve ein Schild steht, erwarten viele ja, dass eine gefährliche Kurve entsprechend gekennzeichnet ist und ziehen den fatalen Umkehrschluss, wenn dies nicht der Fall ist.

Dem Fahrer wird durch die vielen Schilder das eigenständige Denken abgenommen. Statt selbst den Grips einzuschalten und die tatsächliche Lage zu prüfen, verlässt man sich lieber auf die Beschilderung.

Angeblich soll es doch mehr Unfälle an Vorfahrtsstraßen als an klassischen Rechts-vor-Links-Kreuzungen geben. Das sollte zu denken geben.
Das ist halt diese "Ich bin im Recht"-Mentalität in Deutschland.
Man sollte sich halt weniger auf Schilder, Recht, usw. verlassen, und mehr auf den gesunden Verstand.

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sl2014 11.09.2014, 17:04
8.

Zitat von Crom
Wer schon kilometerlang hinter LKWs oder Sonntagsfahrer fahren musste, weiß, warum manche der Geduldsfaden reist. Es muss einfach mehr Stellen zum gefahrlosen überholen geben. Darüber hinaus müssen Bremser endlich dazu verpflichtet werden, nachfolgenden Verkehr vorbeizulassen.
Wer mit seinem Geduldsfaden hinter vorschriftsmässig fahrenden LKWs ein Problem hat, ist ein Kandidat für die medizinisch-psychologische Untersuchung.

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specialsymbol 11.09.2014, 17:04
9. Raser

Ich bin mittlerweile schon alt und fahre eher gemächlich Auto (110 auf der Autobahn, Landstraße eher 90 statt 100 wenn erlaubt). Alleine weil Autofahren keinen Spaß macht (zumindest mit einem untermotorisierten Golf). Trotzdem sehe ich mich gelegentlich genötigt andere Autos zu überholen. Es gibt einfach Autofahrer die unsicher sind oder die alle Zeit der Welt haben - oder die einfach nur die Landschaft genießen wollen. Dafür habe ich auch Verständnis.

Ich habe aber kein Verständnis dafür dann als "Raser" beschimpft zu werden. Angesichts meines Fahrzeugs und meines Fahrstils ist das auch ein Witz. Ich war früher ein Raser, allerdings mit einem Fahrzeug mit dem das geht - ich weiß also sehr gut wovon ich spreche. Ich wäre auch heute noch einer, wenn die Straßen nicht so schlecht und voll geworden wären und das Benzin so teuer.

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