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Synthetische Kraftstoffe: Hoffnungsträger für ein Auslaufmodell
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Emissionsfrei fahren trotz Verbrennungsmotor? Sogenannte E-Fuels sollen genau das ermöglichen - und den Autoherstellern Zeit verschaffen.

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halle/saale-40 13.12.2016, 14:40
1. Sind es die letzten Zuckungen?

Ich denke, egal, welche Arten von flüssigem Kraftstoff entwickelt werden könnten; diese Liebesmüh halte ich für umsonst und verschenktes Potential. Für die E-Autos sind die Technologien quasi vorhanden. Und wenn man sich ansieht, wie schnell in den letzten Monaten die Kilometerleistungen der Fahrzeuge gewachsen sind (es waren mal 80-15 km, nun redet man häufig von 350-500 km) und wie sich die Ladezeiten verkürzen, sollte man an dieser Stelle weiter optimieren. Den Strom am besten ökologisch gewinnen, die Ladeinfrastruktur ausbauen und die Preise jetzigen Verbrennungsfahrzeugen angleichen, FERTIG. Und aus Verbrauchersicht; mit dem Wegfall des Verbrennungsmotors fällt ein sehr wartungsintensives Aggregat und weitere Nebenaggregate weg. Keine Ölwechsel, keine durchgebrannten Zylinderkopfdichtungen, keine Lecks im Kühlsystem... Denn Elektromotoren sind faktisch wartungsfrei.

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Flari 13.12.2016, 14:46
2.

Zitat: "Genau da setzt die Kritik von Umweltschützern wie Greenpeace an: "Bislang gibt es noch keine überschüssigen erneuerbaren Energien", sagt Daniel Moser, Verkehrsexperte bei Greenpeace."

Deswegen lässt sich Greenpeace auch schon für eigene P2X-Projekte bejubeln und verkauft das normale Erdgas mit H2-Anreicherung im Promillebereich als Biogas..
Greenpeace hofft auch auf steigende Mengen und Prämien für die Abnahme von Überflussstrom aus EE-Produktion.
Kommt dann die EE-Umlage auf Kraft- und Heizstoffe, oder ballert man auch auf den Strompreis obenauf?

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gunni74 13.12.2016, 14:48
3.

Ich finds ja gut, aber die Kritik von dem Greenpeace-Menschen kann ich nicht verstehen.
Power2Gas kritisieren und gleichzeitig eigene Power2Gas-Anlagen betreiben?

http://blog.greenpeace-energy.de/themen/windgas/power-to-gas-anlage-bietet-regelenergie-im-lokalen-stromnetz-2/

"Genau da setzt die Kritik von Umweltschützern wie Greenpeace an: "Bislang gibt es noch keine überschüssigen erneuerbaren Energien", sagt Daniel Moser, Verkehrsexperte bei Greenpeace. Hinzu komme die fehlende Infrastruktur zur Herstellung. "

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quark2@mailinator.com 13.12.2016, 14:57
4.

Ach ja, "Auslaufmodell" ... könnte gut sein, daß das deutlich länger ausläuft, als mancher denkt. Ehrlich gesagt ist es mir schnuppe, ob Energie nun chemisch in einer Batterie oder chemisch in einer Flüssigkeit gespeichert wird. Solange die Energie mit möglichst unschädlichen Emissionen erzeugt uns gespeichert wird ... Heutzutage sind viele Elektromobile doch eine Mogelpackung, wo der Akku entweder gleich mit Kohlestrom befüllt wird, oder zumindest für die Akkuherstellung eine Menge unsauberes Material und unsaubere Energie verwendet werden. Und von Windrädern reduzierte Milan-Populationen oder durch Benzin-Mais-Monokulturen verzerrte Landwirtschaft sind auch nicht das Non-plus-ultra. Da bin ich für das System, welches, über alles gerechnet, am nachhaltigsten ist, solange es volle Reichweite bietet - z.B. ohne stundenlange Akkuladezeit mitten in der Fernreise oder sowas. Ist doch schön, wenn es Alternativen gibt. So es denn welche gibt.

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Gleichstrom 13.12.2016, 15:10
5.

... nicht der erste Tod, den der Verbrennungsmotor überleben wird...

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klarheit2020 13.12.2016, 15:17
6. Bitte Taschenrechner anmachen...

... bei einem 60% Wirkungsgrad bei der Umwandlung von Strom in synthetischen Brennstoff, kommt noch der miserable Wirkungsgrad von Verbrennung zum tatsächlich geleisteten Vortrieb hinzu. Der liegt derzeit bei ca. 30-35%. Das heißt von 100% eingesetzter Energie bleiben max. 20% übrige....diese sind zwar co2 neutral, allerdings unterirdisch in der Effizienz.
Liebe deutsche Ingenieure...erstmal sollten wir das rein elektrische Fahren forcieren, wenn dann, gilt es den elektrischen Batterie Antriebsstrang zu toppen - mit seinem 80% Wirkungsgrad!!

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heb78 13.12.2016, 15:20
7.

"Und aus Verbrauchersicht; mit dem Wegfall des Verbrennungsmotors fällt ein sehr wartungsintensives Aggregat und weitere Nebenaggregate weg. Keine Ölwechsel, keine durchgebrannten Zylinderkopfdichtungen, keine Lecks im Kühlsystem... Denn Elektromotoren sind faktisch wartungsfrei."
.
Das mag für den eigentlichen Motor gelten. Nebenagregate gibt es aber auch beim E-Auto zu genüge.
Der Innenraum soll klimatisiert sein, Getriebe, bzw. Differantiale brauchen auch Öl. Die Batterien sind heute schon wassergekühlt, bedeutet - ähnlich wie beim Kühler vom Verbrenner - eben auch regelmäßige Wartungsintervalle etc.
Es fallen ein paar Agregate weg, die dann aber durch andere ersetzt werden. Die viel gelobte Wartungsfreiheit ist das dann nicht!
Und das beim Autofahrer von heute, der es nichtmal schafft, regelmäßig die Luft in den Reifen zu kontrollieren...

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nick23 13.12.2016, 15:33
8. Eine echte Alternative

Diese Kraftstoffe könnten helfen das bislang kaum gelöste Problem zu lösen, dass Öko-Strom leider nicht zu speichern ist. Und Elektroantriebe erfordern schwere Batterien, die ständig mitgeschleppt werden müssen. Ganz abgesehen davon ist Strom natürlich nur mit enormer Ressourcenverschwendung zu produzieren.

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Mario V. 13.12.2016, 15:35
9. @halle/saale-40

Sie vergessen in Ihrem Loblied auf die Elektromobilität gleich mehrere große Probleme.
Richtig ist zwar, dass E-Motoren viel wartungsärmer sind als Verbrenner, aber was ist mit den Akkus? Wie lange halten die die hohen Belastungen aus?
Und die Ladezeiten... Nicht jede Aufladung kann über Nacht erfolgen. Denken Sie mal an den Fernverkehr. Selbst wenn eine volle Ladung nur 30 min dauern würde, wer will schon eine halbe Stunde an der Ladesäule stehen, wenn ein Flüssigtreibstofftank in 2-3 min voll ist?
Dann sind da die immensen Ladeströme, die irgendwo her kommen müssen, wenn tatsächlich irgendwann mal die Mehrheit der Menschen mit solchen Autos unterwegs sein sollte. Hierfür müsste massiv ins Leitungsnetz investiert werden. Man muss eine nahezu komplett neue Infrastruktur schaffen.
Auf der anderen Seite kann man gerade die Stoßzeiten bei der Wind- und Sonnenenergie dazu nutzen, um Flüssigtreibstoffe herzustellen. Ist nichts anderes als eine Variante der Zwischenspeicherung. So könnte man ein Problem bei der Erzeugung regenerativer Energien abfedern oder gar lösen.

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