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Täglich unterwegs: Deutschlands Pendler-Problem - und was helfen würde
dpa

In Deutschland gibt es so viele Pendler wie nie zuvor, und die meisten fahren Auto. Dabei gibt es Modelle, das zu ändern.

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mikeww 10.03.2018, 09:10
150. S6

Ist ja lustig dass das Bild eine S6 nach Frankfurt Süd zeigt, auf dieser Strecke gibt es häufig Probleme. Am Donnerstag: Morgens ca. 12 Minuten Verspätung. Nachmittags eine Stellwerkstörung die sich bis in den abendlichen Berufsverkehr auswirkte, S5 und S6 fuhren nur im 30-Minuten-Takt statt alle 15 Minuten. Als Krönung kam dann statt des planmäßigen Langzugs (3 Einheiten) nur ein "Vollzug" der seinem Namen alle Ehre machte und bis Karben 20 Minuten Verspätung aufgesammelt hat weil ein- und aussteigen bei vollen Zügen einfach länger dauert, wegen blockierter Lichtschranke Türen nicht schließen, Kinderwagen, Fahrräder durchs Gedränge müssen, etc.
Mein Arbeitgeber zahlt mir ein Jahresticket das ich als geldwerten Vorteil versteuern muss, also eine für mich preisgünstige Lösung. Wenn das nicht so wäre käme ich öfter mit der 125er ins Büro da Auto im Stau auch keine Freude macht.
Es wurde jetzt mit dem Bau der zusätzlichen S-Bahngleise zwischen Frankfurt und Bad Vilbel begonnen, bin gespannt zu welchen Behinderungen und Verzögerungen die Baumaßnahmen führen werden...

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mikeww 10.03.2018, 09:35
151. 17 Euro am Tag...

Gibt es da keine Monats- oder Jahreskarte?
Auf meiner täglichen Pendelstrecke:
Einzelfahrkarte 4,90
Tageskarte 9,55
Wochenkarte 40,10
Monatskarte 136,30
Jahreskarte 1.335,70 , macht bei 200 Arbeitstagen 6,68 pro Tag
Der Zeitfaktor ist allerdings ein wichtiges Argument. Mit pünktlichem ÖPNV bin ich pro Tag ca. 45 Minuten länger unterwegs als staufrei mit eigenem Fahrzeug. Aber weder ist die S-Bahn immer pünktlich noch gibt es keine Staus. Da mein Arbeitgeber das Ticket bezuschusst fiel mir die Entscheidung leichter.

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lostcontinent 10.03.2018, 09:46
152. die Erhebung zum Pendeln ist quatsch

in Unterföhring bei (Stadtgrenze) München pendeln ca. 98% der dort arbeitenden Angestellten. Ich wohne selbst nur wenige (20km einfachen Fahrtweg und ist kein Pendler.
Meine Arbeitskollegen stöhnen auch immer, dass die S-Bahn/U-Bahn oder der Bus so voll sind. Ja, das stimmt, a ca. 7:45 bis 10:00.
Aber nur 50% meiner Arbeitskollegen MÜSSEN um diese Uhrzeit fahren (wg. familiärer Verpflichtungen oder Anschlussproblemen oder Servicezeiten) der Rest macht das aus reiner Bequemlichkeit.
Wer vor 7:30 fährt, hat in der Regel kein Gedränge und in der Regel auch einen Sitzplatz. Ich selbst nutze zu ca. 80% ÖPNV (1x Umsteigen), zu 19% Auto. Das restliche % sind die Fahrradtage (2-3x im Jahr)

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blödbacke 10.03.2018, 10:12
153. Wohin pendeln die Menschen? Zum Arbeitsplatz!

Also sollte man sich weniger Gedanken machen, wie man das Pendeln optimieren kann. Sondern wie man die Jobs dahin verlagert, wo die Menschen ohne viel pendeln nah am Arbeitsplatz wohnen können (π×Daumen: 10 km; gut für ebikes). Also: wie verlagert man Arbeitsplätze aus den Boomregionen in andere Regionen?

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melampus9167 10.03.2018, 10:15
154. Mehr homeoffice

ich habe Gott sei Dank das Glück in einem Unternehmen zu arbeiten in dem man zu 50% homeoffice machen kann. Alles was ich dazu benötige ist mein Laptop, mein Headset und einen schnellen Internetzugang. Es ist alles digitalisiert. Telkos und Telefoniert wird über Lync. Möchte es nicht mehr missen. Es schont die Umwelt und vor allem die Nerven. Zudem ist es eine Schande, das in Bürostädten ein Bürohochhaus nach dem andern hoch gezogen wird (wohl wegen der Abschreibung) und Abends steht alles leer!

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Klaus Baumeister 10.03.2018, 10:21
155. Keine einfache Lösung

Der Konzentrationsprozess in den Städten, oder auch Landflucht genannt, lässt sich in vielen Regionen und Ländern beobachten. Die Ursachen sind nicht einfach zu identifizieren, lassen sich aber untersuchen und ein Gegensteuern ist möglich. Ein wichtiger Grund (unter vielen) ist der Wunsch, besonders der Eliten in Deutschland (aber nicht nur bei uns), wenig Steuern zu bezahlen. Dadurch stehen nur geringe Mittel zur Verfügung um Infrastruktur in der Fläche, sprich auf dem Land zu schaffen. Nichts ist teurer als Infrastruktur zu schaffen. Aber gerade das ist Aufgabe des Staates die er mit Steuermitteln sinnvoll und gerecht durchzuführen hat. Dies führt zu Sog- und Folgeeffekten, die zuerst die Firmen dann deren Belegschaft in die Städte zieht, da ja auf dem Land die Infrastruktur fehlt. Es fehlen Gewerbegebiete, Autobahnanschlüsse, Wohngebiete, et c. Also gehen die Firmen in die Städte. Dies führt zu einer Entwicklung bei der wir in den attraktiven Städten das Ende der Spirale noch lange nicht erreicht haben. Diese Entwicklung vollzieht sich bereits in weitgehend identischer Weise in weniger grossen Städten wie Augsburg, Regensburg und Nürnberg, um nur einige bayerische Städte zu nennen. Der Prozess wird wohl im Rest der Republik ähnlich ablaufen. Wie könnte man gegensteuern? Erstmal muss in der Fläche erheblich mehr investiert werden. Und zwar koordiniert und mit Plan. Das bedeutet, dass z.B. grosse Industriebetriebe gezielt in die Provinz gelockt werden müssen. Das kann man politisch steuern durch Anreize wie günstige Gewerbeflächen und entsprechenden Steuervorteilen. Dann muss ausreichend Wohnraum und Versorgung geschaffen werden. Stichwort Internetbreitbandausbau. In Deutschland leider ein Fremdwort. Die Versorgung mit Infrastruktur muss vom Staat gelenkt erfolgen. Damit kann der Druck auf die Städte gemindert werden. Es kann mit diesen Aktionen eine Trendwende eingeleitet werden.

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mazzmazz 10.03.2018, 10:36
156. Zu einfach

M. E. macht man es sich an dieser Stelle mit den Pauschalaussagen, der ÖPNV und ein paar Sammeltaxis könnten das PKW-Pendlerproblem lösen, viel zu einfach.
Das Grundproblem der Konzentration von immer mehr Jobs auf die Städte bzw. deren nahen Umkreis lässt sich nicht ohne Weiteres ändern. Die Nähe zu Flughäfen, Kunden, Bahnhöfen, Lieferanten ist für viele Unternehmen einfach wichtig. Produktion findet ohnehin sehr häufig schon außerhalb statt, aber die Digital- und Beraterjobs sind in den Städten gewollt, auch von den Mitarbeitern.
Da die Mieten in den Städten für neue Wohnungen sehr hoch sind, insbes. für familiengerechte Wohnungen, ziehen die Familien eben in die ländlichen Regionen im 100 Km Radius um die Städte. Von dort aus kann man schlecht mit dem ÖPNV fahren, weil man nicht jedem Kaff seine S-Bahn bauen kann.
P+R könnte helfen, aber nicht so wie heute: zu wenig Platz und kostenpflichtig.
Die meisten deutschen Arbeitgeber setzen nach wie vor auf Präsenzkultur.
An der "digitalen Infrastruktur" liegt das nicht, sie reicht für Homeoffice-Jobs bereits seit über 15 Jahren, zumindest um München, wo ich das sehr gut beurteilen kann, völlig aus. Ich arbeite ab und zu zu Hause auf dem Dorf. Wir haben Glasfaser. Mein Internet zu Hause ist schneller als das im Büro am Münchner Stadtrand.
CRM- und ERP-Software, die "von außen" nutzbar ist, existiert, auch für kleine Unternehmen, seit über 15 Jahren. Inkl. sicherer Zugänge. Wer viel reist, ist das Arbeiten von irgendwo auf der Welt schon lange gewohnt.
Der ÖPNV ist Stand heute keine Lösung, um PKW-Pendler selbst aus stadtnahen Wohngebieten aus dem Auto zu holen, denn er ist schon jetzt heillos überfüllt. In München baut man zur Lösung gerade einen zweiten Basistunnel, der in 15 Jahren in Betrieb gehen wird. Einen Außenring für die S-Bahn, wie er auch in FFM fehlt, wird es in 20 Jahren nicht geben. Ebensowenig den Ringschluß der A99 um München. Diese wären jedoch dringend nötig.
Die Realität sieht eben so aus, dass sogar noch hunderttausende PKW-Pendler hinzu kommen werden, je mehr die Konzentration der Jobs auf die Städte und der Mietpreis voranschreiten.
Hierfür braucht man v.a. grüne Wellen, Abbau von Behinderungen (s. Bushaltestellenverlegung auf die Fahrbahn, rote Wellen) und ein Ende der Blockade von Angeboten wie Uber.
Die fahrradfahrende Stadt wird es in D dann geben, wenn nur noch rüstige Rentner und Pensionäre in den Städten leben. Dies wird D möglicherweise in 30 Jahren geschafft haben. Bis dahin sollte man aber die paar Jüngeren, die die Party bezahlen, nicht noch mehr ärgern.
Das Mietrecht so zu ändern, dass man hunderttausende große, von Ruheständlern billig gemietete Wohnungen in den Städten für Familien frei bekommt, wird ohnehin in D nichts.
Also steht man eben im Stau. Mit Diesel oder E-Auto.

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quabah 10.03.2018, 10:52
157. ÖPNV ist keine Alternative.

Bevor ich nach 25min mit dem ÖPNV total erschöpft und verschwitzt aus der total überfüllten Tram aussteige und zur Arbeit gehen. Fahr ich lieber weiter 40 min mit dem Auto und komme frisch und entspannt in der Arbeit an und bin auf weniger oft erkältet als zu Zeiten ohne Auto.....wohne am grünen StaDTrand einer Großstadt und da ist es nicht billiger als in der lauten, grauen zubetonierten Innenstadt....profitiere bei 12 km auch nicht von der PEndlerpauschale.

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dr.könig 10.03.2018, 11:17
158. Zweierlei Maß ?

Durch " Mord " sterben jährlich in Deutschland zur Zeit etwa 450 Menschen. Unzählige Mordkomissionen arbeiten an der Aufklärung und wirken auch abschreckend. Tausende von Jahren haben die Täter desentwegen eingesessenund tun es noch.
Unterstützung durch Bevölkerung, Presse und Fernsehen ist da.

Beim Stickstoffdioxyd sind es pro Jahr etwa 6000 vorzeitige
Todesfälle !!
Was wird hiergegen unternommen, konkret ? Nichts, rein gar nichts !
Es ist ein Skandal sondergleichen.
Der designierte neue Bundesverkehrsminister Scheuer, CSU, findet die blaue Plakette, was ja zumindestens ein Anfang wäre, einen Scheiß ( wörtlich ! ) .
So kann es nicht mehr weiter gehen !!!

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fellow7447 10.03.2018, 11:22
159. Eigentlich ganz einfach

Deutlicher Ausbau der Park&Ride-Plätze und höhere Taktung morgens und abends bei den ÖPNV-Zubringern.
Schwerpunkt des Ausbaus der P&R-Plätze zunächst bei den Zusteig-Schwerpunkten.

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