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Taxifahrer teilt gegen Scheuer aus: "Schöne neue Welt der Mobilität - da muss ich lac
DPA

Die Regierung will Regeln für Uber und Co. lockern. Dagegen demonstrieren Taxifahrer wie unser Autor. Der Kleinunternehmer warnt vor Geschenken für Großkonzerne, die für die Gesellschaft teuer werden.

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calinda.b 11.04.2019, 08:36
80. Die armen Taxifahrer

Geschützt wie die Apotheker, verlangen auch Apothekerpreise nagen alle angeblich am Hungertuch...
Komisch, als die Krämerläden alle geschlossen haben, weil sie die Preise der Supermärkte nicht bieten konnten wurde kein so ein Aufstand gemacht.

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topas 11.04.2019, 08:42
81.

Das Prinzip nennt sich Mitfahrgelegenheit, Ride Share oder mit (aktuellem) Markennamen Blablacar. Gibt es schon seit den 80er Jahren, also vor-Internet-Zeiten. Und auch dynamische Ansätze (Car2gether, flinc, ...) gab es seit einigen Jahren. Nicht vom hypermodernen, amerikanischen Startup, sondern aus Good Old Germany. Gut, da wurden nicht Milliarden an Venture Capital verbrannt, nicht der Hype wie um Uber gemacht, es waren Ansätze, um die Mobilität wie von dir geschrieben zu optimieren.

Uber & Co sind hingegen Rosinenpickerei: Es geht eben nicht darum, dass ich bei jemandem MITfahre, sondern dass jemand FÜR MICH fährt. Dank Deregulierung kann es passieren dass ich in einem nicht ausreichend versicherten Fahrzeug sitze... könnte bei diversen Haftungsansprüchen eng werden (Versicherung trägt nur versicherte Schäden, Fahrer geht in Privatinsolvenz - schon bleibe ich auf meinen Ansprüchen sitzen). Der Fahrer kreativ mit Arbeitsschutzbedingungen umgeht (8 Stunden nonstop fahren, ohne die Wartezeit bei Taxifahrern). Ich den Preis über meine Steuerzahlungen quer subventioniere (wenn das schwarz nebenher läuft, der Fahrer keine Altersvorsorge betreiben kann und dann GruSi bekommt ...). Das Taxi spontan teurer wird, weil es regnet (und die Nachfrage steigt). Meine Oma nur noch beschwerlich zum Einkaufen kommt, weil sich keiner der Uber-Fahrer genötigt fühlt, sie die 1500m zum nächsten Supermarkt zu fahren (und sie die Strecke mit dem Rollator laufen muss). Ich keinen Fahrer finde, weil nachts um 1 keiner mehr fahren will oder ich nach einer Feier leicht alkoholisiert bin (oder ich einen ausländischen Namen habe und die Buchung nicht angenommen wird).
Von daher: Mobilität optimieren - gerne (hab auch jahrelang MFG gemacht). Aber halt fundiert und nicht disruptiv wie bei Uber.

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fleischwurstfachvorleger 11.04.2019, 08:46
82. Ok

Zitat von heidelbeere0815
Taxis sind vor allem eins: zu teuer. Warum also soll es dort keinen Wettbewerb geben? Bei Bussen, Bahnen und der Bahn mußte das ja auch unbedingt sein. Sehr zum Nachteil der Mitarbeiter. Also, Taxler: stellt euch nicht so an, stellt euch dem Markt!
dann aber zu den gleichen Bedingungen!!

Heute brauchen Taxifahrer eine sehr teure Lizenz und müssen in einer aufwendigen Prüfung ihre Ortskenntnis beweisen. Sie benötigen die Erlaubnis zur Personenbeförderung und entsprechende Versicherungen.

Meines Wissens nach müssen das Privatfahrer (Selbstausbeuter) alles nicht.

Der Taxifahrer ist ein selbständiger Unternehmer.

Bei Uber verdient nur das Top-Management von Uber.

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Gläbbisch 11.04.2019, 08:51
83. Vielen Dank

Danke für diesen Gastbeitrag, dem ich zu 100% zustimme. Ich kann nur jedem raten nicht zu sehr mit dem Portmonnaie zu denken. Der Autor erwähnt ja auch wovor Verkehrs-Experten (die Echten, nicht solche die nicht von der Auto-Lobby bezahlt werden) seit Jahren warnen: die Liberalisierung des Personenbeförderungs-Gesetzes wird keinen einzigen Autofahrer vom Privat-PKW abbringen sondern- im Gegenteil, ÖPNV-Pendler auch noch auf die Straße bringen. Hinterher fahren dann Busse und Bahnen leer durch die Gegend und auf den Straßen ist es voller denn je. Uber löst gewiss keine Verkehrs-Probleme, sondern schafft höchstens Neue. Daran kann außer den Uber-Aktionären niemandem Gelegen sein.

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Frank Klipp 11.04.2019, 08:51
84. Fair Play

Ob jetzt Uber oder die Taxizentrale die übergeordnete Organisation ist, wäre für den Konsumenten gleich. Wenn die Spielregeln gleich sind und beide verpflichtet sind, hier Steuern zu zahlen. Der Staat hat lediglich die Aufgabe, für gleiche Rahmenbedingungen zu sorgen. Und das ist jetzt die Aufgabe der Politik, ohne dabei sinnvolle Qualitätsvorgaben abzuschwächen. Und ohne US-Konzerne von dem hiesigen Solidarbeitrag, sprich Steuer, zu befreien.

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zensurgegner2016 11.04.2019, 08:57
85.

Zitat von marathon9000
In dem Beitrag wurde doch deutlich, dass es keinen fairen Wettbewerb gibt, dem man sich stellen könnte. Als Mietwagenunternehmer muss ich mit meinen PKW jährlich zur Hauptuntersuchung, zahle bis zum 10fachen der Versicherungsprämie (sofern eine Versicherung überhaupt Mietfahrzeuge versichern will) und muss Vermietstationen, Parkraum und Angestellte bezahlen. Meine privaten Wettbewerber stellen ihre Fahrzeuge irgendwo ins öffentliche Straßenland, registrieren sich bei einer App und haben eine Handynummer. Vermieten dann ihren privaten Wagen (alle 2 Jahre TÜV und Haftpflichtrabatt von der Oma) über "ach so innovative Wege" an Recht und Gesetz vorbei. Früher reichte ein Hinweis beim Kraftverkehrsamt über gewisse Regelverstöße im Mietwagengewerbe und der Laden wurde nicht selten dicht gemacht. Heute interessiert das niemand mehr.
Mit der identischen Begründung müssten Sie Busse verbieten, da die genüber dem Taxi ungerechtfertigterweise zuviel Sitzplätze anbieten etc etc etc

Ja, das Uberkonzept ist etwas ANDERES
ABER:
Wollen wir bis zum St Nimmerleinstag Gesetze aus dem Vorgestern einbetonieren?

Uber bzw das Konstrukt Uber kann genau so sagen:
Taxifahrer haben einen Vorteil, da diese optisch sofort nach Kunden werben, da diese extra Parkplätze haben, oft Busspuren benutzen dürfen...das ist kein fairer Wettbewerb....

Ökologisch gesehen sorgt Uber dafür, dass der Taxifahrer nicht 50% leerfahrt hat und den halben Tag bezahlt rumsteht, sondern sorgt dafür, dass möglichst wenig leerfahrt und wenig Wartezeit anfällt

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Anton2012 11.04.2019, 09:00
86. warum sollen bei Taxis andere Regeln gelten als in der freien Marktwirtschaft

was für ein einseitiger Artikel. es wäre schön, SPON würde einen etwas differenzierten Beitrag zu dem Thema anbieten. Ich persönlich kann es kaum erwarten, wenn ich als Kunde mehr Möglichkeiten habe, als nur die herkömmlichen Taxis und deren organisierte Fahrer, die mich nachts nicht mitnehmen, da sie keine Kartenzahlungen akzeptieren, weil sie schwarz verdienen wollen. Das erlebe ich seit Jahren hier in einer Großstadt. Da erscheinen mit doch Dienste wie Uber & Co. doch deutlich kundenfreundlicher, weil hier solche Machenschaften einfach nicht möglich sind.

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zensurgegner2016 11.04.2019, 09:03
87.

Eigentlich müsste man Handys verbieten, denn die haben den ungerechtfertigten Vorteil gegenüber dem Festnetz, dass man die mitnehmen kann

Genau so sollten wir fahrbare Würstchenbuden verbieten, denn die sind mobil und haben nicht die Standgebühren und Ladenmietkosten der stationären Restaurants
Das ist kein gleicher Wettbewerb....

Taxi=Technik, Organisationsstruktur und Daseinswesen aus den 1950er Jahren
70 Jahre alt
Wozu zum Beispiel braucht man noch eine Straßenkundeprüfung (durch die eh 70-90% durchfallen)

Alles andere wie Versicherung und Gewerbeschein sind organisatorische Maßnahmen, die kann der Gesetzgeber regeln

Die Taxigilde will aber gar keine Auflagenerleichterung, sondern will, dass die Konkurrenz genau dieselben 70 Jahre alten Hürden bekommt
Grund: Dann gibts keine Konkurrenz

Beispiel: Minicar (Fahrdienste ) müssen offiziell nach Fahrgastabladung ERST nach Hause fahren
Erst dann dürfen die wieder einen anderen Kunden anfahren
Selbst wenn der auf der Strecke stehen würde
Hat die Taxilobby durchgedrückt, um die Pfründe abzusichern

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tabilo7 11.04.2019, 09:06
88.

Bisher lebten alle UBER Fahrer, mit denen ich mich unterhalten konnte, am Existenzminimum. Zwei New Yorker Fahrer lebten in ihrem Auto, weil das Geld nicht für eine Wohnung reichte. Dieser Moment war auch der Punkt, ab dem ich gänzlich auf UBER verzichtet habe, da die App der Sharing Anbieter zwar viele Vorteile bietet, ich aber nicht gewillt bin für meinen Luxus andere Menschen an den Rand der Gesellschaft zu drängen. Der Preis war für mich nie der Grund UBER, Grab oder ähnliche Dienste zu nutzen, es war immer der Komfortgewinn. Vielleicht sollte man jetzt die Chance nutzen den Personenverkehr zu überarbeiten. Strenge Auflagen an die Fahrer, sowie Versicherungspflicht können gerne fortbestehen, müssen nur fairerweise für alle Teilnehmer gelten. Ein Kundenerlebnis wie bei UBER sollte auch kein Hexenwerk sein, einfach einmal 20-30 Mio in in eine gescheite App investieren, die Preise an Auslastung und Strecke orientieren und dann bitte mehr oder weniger als Festpreis vor der Fahrt anbieten - inkl. Bezahlung durch die App. MyTaxi ist da eigentlich auf einem guten Weg, jetzt müsste die Regulierung einmal überarbeitet werden.

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toga16 11.04.2019, 09:08
89. Taxi/ UBER

Mir fällt auf, dass an Taxihaltestellen im Gegensatz zu früher keine Taxis mehr stehen,d.h. Es wird ganz einfach weniger Taxi gefahren....in unserem Freundeskreis wird sich z.B. gegenseitig mit dem Auto gefahren, will damit sagen der Branche geht es nicht wirklich gut. Reich wird man als Taxifahrer nicht.
Ob Konkurrenz von Übersee daran etwas ändert, wage ich zu bezweifeln. Ich finde Starbucks auch nicht besser als den Bäcker von nebenan. Über ist doch kein Wohltätigkeitsverein. Die wollen Geld verdienen.
Man müsste genaue Zahlen kennen, aber ich vermute mal, das Renter, die zum Arzt/Krankenhaus wollen und Geschäftskunden, die sich zum Flughafen bewegen die Hauptkundengruppen sind. Das schaffen auch die herkömmlichen Taxis....
Wenn schon Veränderungen, wieso muss da Konkurrenz von außerhalb Deutschlands geholt werden, die zahlenhier eh keine Steuern.

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