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Tödliche Unfälle: Verkehrssicherheitsrat fordert Tempo 80 auf Landstraßen
DPA

Mehr als die Hälfte der tödlichen Fahrzeugunfälle passieren auf Landstraßen. Der Verkehrssicherheitsrat und andere Fachleute wollen deshalb, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h auf 80 gesenkt wird. Allerdings nur auf bestimmten Abschnitten.

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justus0jonas 26.01.2015, 13:12
100. Raser argumentieren immer mit Bezug auf die anderen...

Gestern erst erlebt: Im Kolonnenverkehr von Sölden Richtung Imst überholt ein Audi mit BZ-Kennzeichen mehrmals im Überholverbot, obwohl die vorgegebenen Tempo 80 bereits ausgereizt werden. Wäre in dem Moment, in welchem der unverantwortliche Raser über die Linksabbiegerspur gebrettert ist, einer rausgezogen, hätte es Tote gegeben.

Mich würde ganz ehrlich einmal interessieren, was das für Leute sind und ob diese zur Reflexion überhaupt ansatzweise fähig sind:
Sind die anderen Verkehrsteilnehmer bloße Hindernisse, die weniger Interesse haben, früh daheim zu sein?
Gefährde ich nicht andere durch meine rücksichslose Fahrweise?
Steht der Nutzen denn in einem Verhältnis zum betriebenen Aufwand? (s.u.)

Vor zwei Wochen habe ich am Drackensteiner Hang fünf Autos gesehen, die ineinander gefahren waren, weil es wohl manchem wieder nicht schnell genug ging - da gingen für alle, ob Raser oder Schleicher, Stunden im Stau drauf anstatt Minuten, die man vielleicht durch Hinterherzuckeln verloren hätte.

Letztes Jahr haben wir den Test gemacht: Ein Kollege ist die knapp 500 km zum Urlaubsort im Porsche gefahren, möglichst schnell, und wir mit 140, durchgängig. Er war ganze 12 min (!) - ehrlich - schneller da. Und war wesentlich gestresster.

Ja, wir sollten mehr an ein Miteinander denken, wie ein Mitforist bereits erwähnt hat. Und ich ertappe mich auch mal bei blödsinnigen Überholmaneuvern.
Nur macht's die eigene Reflexionsfähigkeit - mal nicht immer nur die anderen beschuldigen, sondern an die eigene Nase fassen.

In diesem Sinne - gute Fahrt!

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jebeb 26.01.2015, 13:12
101. den Fehler 3spurig...

...gabs schon, auf der B49 zwischen Wetzlar und Limburg. Einstmals eine berrüchtigte Todesstrecke, auf der unter anderem die Gattin von Rainer Barzel ums Leben kam, ist diese Strasse jetzt durch die Errichtung von Stahlgleitwänden zwischen den Fahrtrichtungen relativ sicher geworden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesstraße_49#Beseitigung_von_Unfallschwerpunkte n



Es erstaunt mich, dass diese Verkehrsexperten solche Erfahrungen ignorieren.

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Odde23 26.01.2015, 13:14
102. Richtiger Ansatz

Der richtige Ansatz wäre, das Autofahren ganz zu verbieten. Dann würde es gar keine toten Autofahrer mehr geben. Im nächsten schritt sollte man dann darüber nachdenken, dass Busfahren und die Eisenbahn zu verbieten. Auch das sehr gefährliche Radfahren sollte mit Ausnahme auf dem heimischen Hometrainer untersagt werden.

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deesdrei 26.01.2015, 13:14
103. Hatten wir alles schon mal

Tempo 80 außerorts auf Landstraßen hatten wir schon - in der DDR nämlich. Wurde dazumal sicher auch mit höherer Verkehssicherheit begründet - viel wahrscheinlicher aber ist, dass man eher der Tatsache Rechnung trug, dass dies für die Trabis, die alten 311er Wartburg und Skodas ohnehin die optimalste Geschwindigkeit wäre. Mein erstes Auto, ein alter 311er Camping von 1959, fuhr sich bei dieser Geschwindigkeit auch am besten, obwohl er durchaus Vmax 125 km/h gehen konnte. Heutzutage ist dies natürlich eine ganz andere Baustelle. Übrigens, Gefahrenstellen werden heute schon mit Schildern zur Geschwindigkeitsreduzierung gesichert - allein, es hält sich kein Schw... daran. Daran wird auch eine flächendeckende Geschwindigkeitsabsenkung nicht viel ändern, fürchte ich. Und auf einer engen Dorfstraße fährt man ohnehin automatisch langsamer, obwohl dort theoretisch 100 km/h erlaubt wären. Zumindest, wenn man noch einigermaßen bei Trost ist ...

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Bin_der_Neue 26.01.2015, 13:15
104. Verkehrssicherheit?

Oder nur ein Vorwand, um potentielle "Mautflüchtige" vorab schon einmal auf die Autobahn zu zwingen, sollte Maut eines Tages nach Nutzung berechnet werden.

Abgesehen davon, Verbote ersetzen kein Hirn. Selbst mit Tempo 80 und darunter kann man sich an "geeigneten" Stellen noch immer prima zu Tode fahren.

Sollen jetzt etwa Geschwindigkeitsbegrenzungen neben Helferleins wie Verkehrzeichenerkennung, Spurhalte- und Abstandsassisten etc. dem Autofahrer das letzte Bisschen Denken abnehmen?

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einquerdenker 26.01.2015, 13:16
105. Es wäre gut

endlich einmal die Regelungswut und die ständige Schaffung von Ausnahmetabeständen einzudämmen.
Klare Verhältnisse heißt : 80 km/h auf allen zweispurigen Straßen, 130 km/h auf Autobahnen ohne wenn und aber.
Durchgängiges Überholverbot auf Autobahnen für LKW.
Starke Einschränkung der Straßennutzung durch Traktoren und Landmaschinen mit Auflagen zur besseren Absicherung derselben.
Innerorts wie bisher 50 km/h oder 30 km/h je nach Gefährdungspotenzial.

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martin_g 26.01.2015, 13:17
106.

Zitat von pommbaer84
Mal als Anekdote dazu: Als ich noch in der Oberstufe war, sind zwei Schüler auf dem Weg aus ihrem Ort zur Schule tödlich verunglückt. Sie haben die Kontrolle über den Wagen verloren und sind in einer Kurve gegen einen Baum geprallt. Die Strecke ist etwas kurvig, es war schlechte Sicht und es hat geregnet. In der Folge haben sich vor allem die Eltern der getöteten für ein Tempolimit von 80 für den gesamten Abschnitt ausgesprochen (etwa 10km Strecke) und haben dies auch durchgesetzt. Als Hintergrundinfo: Die Tachonadel beim verunglückten Fahrzeug stand bei etwa 140 km/h.
Diese darwinistische Loesung scheint mir die einzig zielfuehrende. Ansonsten ist der Durchschnitt der Autofahrer einfach wohl zu doof, seine Geschwindigkeit anzupassen.

Das klingt vielleicht zynisch, aber Leitplanken an Baeumen verleiten nur noch mehr Idioten, so zu fahren als gaebs kein Morgen. So lange sie sich an einem Baum entsorgen, ermorden sie wenigstens niemand anders mit ihrer Fahrweise.

100km/h sind das absolute obere Limit, wenns kurvig und unuebersichtlich oder rutschig ist, kann auch 50 oder 60
zu viel sein. Ja und es kann passieren, dass man ein paar km hinter einem anderen Fahrer hinterher fahren muss, der das schon kapiert hat.

Wer diese Mittelstufenphysik nicht begreift, sollte Tretroller fahren.

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horstvonork 26.01.2015, 13:17
107.

Also erst einmal dürfte die Definition von Landstraße interessant sein. Ich gehe davon aus, dass alles was nicht BAB oder B ist damit eine Landstraße wäre. Als Schleswig-Holsteiner muss ich dazu jetzt schreiben, dass ein Großteil der Straßen überhaupt nicht in entsprechenden Zuständen sind, die Geschwindigkeiten >80 km/h zu fahren. Da ich auch sehr viel in Dänemark unterwegs bin, würde mich so ein Tempolimit nicht stören. Wenn dann aber bitte im Zusammenhang mit der so gescholtenen generellen Tempobegrenzung auf deutschen Autobahnen (130 km/h) und einem Überholverbot für Fahrzeuge über 7,5t und Gespanne auf zweispurigen Straßen. Warum die Straßen ausbauen wenn es generell so einfach wäre – dann könnte man sich auf den Erhalt konzentrieren – da steckt genügend Arbeit für alle drin.

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orthos 26.01.2015, 13:18
108. Eineinhalb mal tot...

Zitat von laribum
... die Aufprallenergie gegen einen Baum ist bei Tempo 100 mehr als eineinhalb mal größer als bei Tempo 80. http://de.wikipedia.org/wiki/Kinetische_Energie
Dann bin ich wenn ich mit 100km/h gegen den Baum fahre halt mehr als eineinhalb mal so tot wie bei Tempo 80.

Das ist keine Lösung.

Wieso nicht einfach Darwin seine Arbeit tun lassen und die Unvernünftigen sich selbst aussortieren lassen?


In dieser Diskussion geht es mal wieder darum sich zu profilieren. Auch der DVR weiß, jede Publicity ist gute Publicity. Es finden sich immer Menschen die naiv genug sind jeden Mist zu glauben.

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walter_e._kurtz 26.01.2015, 13:19
109.

Zitat von mathmag
Dass die Geschwindigkeitsbegrenzungen z.T. als "Empfehlungen" angesehen werden mag auch daran liegen, dass sie immer häufiger an Stellen zu finden sind, an denen der Fahrer keinen Grund für diese erkennen kann. Schönes Beispiel: da war neulich ein schwerer Unfall auf der A2 und schwupps, wurde die Forderung laut, mehr Strecken der A2 in NRW mit Beschränkungen zu versehen. Dass der Unfall in Niedersachsen war, ist zweitrangig. Dass er aber eben in einer Zone mit Beschränkung statt fand, lässt die Forderung eher als blinden Aktionismus erscheinen. Oder es geht, mal wieder, ums Auffüllen der Kassen.
Bspl. und Gegenbeispiele gibt es viele, gerade Einzelne ;-)
Man wird aber mit Fug und Recht behaupten können, daß sich die Ellenbogenmentalität auch und bereits im Straßenverkehr durchgesetzt hat. Dies ist nicht zu tolerieren, und auch nicht durch die (Schein-)Argumente "blinder Aktionismus", Abzocke o.ä. zu relativieren.
Nur weil der Fahrer den Hintergrund einer Regelung nicht versteht, hat er kein Anrecht darauf, sie zu "umgehen".

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