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Tödlicher Unfall in den USA: Tesla-Chef verteidigt den "Autopilot"
DPA

Nach dem tödlichen Unfall eines US-Amerikaners in einem computergesteuerten Model S kommt Tesla-Gründer Elon Musk in Erklärungsnot. Es geht um die genaue Bedeutung einer Software-Bezeichnung.

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politician 11.07.2016, 19:59
10. Popanz

Warum werden eigentlich die täglichen Unfälle mit Toten anderer Hersteller nicht genau so ausführlich und genüsslich begleitet und kommentiert ?

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Stefan_G 11.07.2016, 20:03
11. zu #7

Zitat von jamesvanderschilling
Hat Spiegel Online gerade mutmasslich in den Raum gestellt dass alle in Deutschland befindlichen Teslas 'stillgelegt' werden könnten? Seid Ihr befugt solche Aussagen frei zu erfinden und zu treffen, oder war das ein Zitat vom KBA? - Für mich sieht es nicht so aus. Man sollte diesen Artikel an Tesla weiterleiten - denn deren Anwälte sind bestimmt daran interessiert dass Ihr solche hergeholten Prognosen ohne weiteres in den Raum stellt. Angenommen das KBA entscheidet sich Tesla's Autopilot zu verbieten - somit wissen Sie ganz genau (wie Sie ja berichtet haben) dass in diesem Fall Tesla ein weiteres Update stellen könnte um die rechtliche Situation zu beheben. Ihre Aussage Tesla's werden stillgelegt ist nicht nur absurd, es ist m.E. ver*leum*de*risch.
So unvorstellbar ist das nicht.
Tesla selbst räumt ein, dass man das System nicht als autonome Fahrzeugsteuerung missverstehen darf. Wenn das so ist, dann muss Tesla auch gewährleisten, dass das niemand tun kann. Tesla muss also Sicherungen einbauen wie "Auto erkennt, ob ...
... der Fahrer seine Hand am Lenkrad hat"
... die Augen offen hat und nach vorn schaut"
usw usw
Der jetzige Zustand "Auto überprüft noch nicht einmal, ob jemand auf dem Fahrersitz sitzt" ist jedenfalls nicht sicher genug für die Aufrechterhaltung der Betriebsgenehmigung bei aktivierbarem "Autopilot".

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Stefan_G 11.07.2016, 20:34
12. zu #11

Zitat von politician
Warum werden eigentlich die täglichen Unfälle mit Toten anderer Hersteller nicht genau so ausführlich und genüsslich begleitet und kommentiert ?
Ich denke, niemand genießt den Unfalltod eines Menschen, auch ein Journalist nicht.
Trotzdem hat dieser Unfall einen Aspekt, der ihn von den üblichen menschlichen Unfallursachen "Selbstüberschätzung", "Unaufmerksamkeit", "Imponiergehabe" usw usw unterscheidet:
Der Fahrer hat auf die Funktionsfähigkeit eines Systems, dass der Hersteller bis dahin als "Autopilot" beworben hat, vertraut. Wie etliche Foristen hier hat er geglaubt, dass es ein Naturgesetz wäre, dass ein paar Gramm dotiertes Silizium und eine Handvoll Sensoren besser Autofahren können als ein Mensch.
Realität ist aber: Auf absehbare Zeit wird kein künstliches Intelligenz hier mit einem Menschen gleichziehen können.

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RadioLA 11.07.2016, 20:45
13. Auch ein einziger Toter ist einer zuviel!

Das scheint das allgemein vorherrschende Denken zu sein. Das ist völlig nachvollziehbar und sollte auch stets als letztendliches Ziel jeder Technik gelten.

Aber mit der Drohung einer Erlöschung der Betriebserlaubnis schießt man doch bei Weitem übers Ziel hinaus! Denn dann dürfte eigentlich überhaupt nichts mehr erlaubt sein, nicht einmal der morgendliche Besuch der Dusche.

Vielleicht sollte man sich angesichts der sensationell niedrigen Todesrate von einem einzigen Toten auf 200.000.000 Kilometern bei Anwendung der neuen Technik eher einmal die folgende Frage stellen: Wie viele tödliche Unfälle hat der Tesla-Autopilot bisher vermeiden können? Leider ist es unmöglich, diese Frage empirisch zu beantworten, denn wenn man diese beiden Zahlen einander gegenüberstellen könnte, würde ganz sicherlich klar, wer diesen Wettlauf gewinnen würde. Der autonome menschliche Fahrer ist es ganz bestimmt nicht!

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svempa 11.07.2016, 20:48
14. @zeichenkette

Keine Ahnung vom Luftverkehr. Modernen Flugzeuge "wissen" genau was vor sich geht und könnten theoretisch können sie starten/ landen. Schon mal was von Transponder und Radar gehört?

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mkalus 11.07.2016, 20:49
15.

Zitat von zeichenkette
Ein Autopilot in einem Flugzeug erkennt auch keine kreuzenden anderen Flugzeuge und setzt unbedingt voraus, dass ein Pilot am Steuer sitzt. Selbst umgangssprachlich ist "wie auf Autopilot" ein Ausdruck dafür, dass man unangemessen blind und stur unterwegs ist, und sicherlich nicht aufmerksam und reaktionsschnell. Und man soll sich nichts vormachen, jede komplexe Software ist immer Beta und niemals fertig oder perfekt. Menschen schon gar nicht.
Gibt nur ein kleines Problem hier: Musk hat mehrmals gessagt das "eigentlich" das Auto selber fahren koenne es aber nicht darf wegen der Gesetze.

Der kann sich jetzt noch so winden, er hat, wie eben ueblichim Silicon Valley, zuviel versprochen und gehofft keiner merkt es bevor er die neue Version nachschieben kann.

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zwangsurlauber 11.07.2016, 21:01
16. mein Senf

ich kann nur jedem raten, mal ein Fahrsicherheitstraining zu absolvieren. Die Reaktionzeit die jemand braucht um einen Situation zu erkennen und zu reagieren ohne das er das Lenkrad in der Hand hat und konzentriert mit fährt, wird zu viele Tote führen. Der Unterschied mit 30 oder 50 Km/h und einer bis zwei Sekunden Reaktionzeit, der wird mit einem langen Bremsweg belohnt. Ich kann mir nur vorstellen das diese Systeme so ausgereift sind, das Fahrzeuge untereinander kommunizieren, das wird aber noch sehr lange dauern. Nicht falsch verstehen, ich bin 60-80000km im Jahr unterwegs, was ich nur auf deutschen Straßen erlebe, wir in nächster Zeit kein System leisten können.

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RadioLA 11.07.2016, 21:01
17. Das streite ich vehement ab!

Zitat von Stefan_G
(...) dass ein paar Gramm dotiertes Silizium und eine Handvoll Sensoren besser Autofahren können als ein Mensch. Realität ist aber: Auf absehbare Zeit wird kein künstliches Intelligenz hier mit einem Menschen gleichziehen können.
Dafür, daß Ihre Behauptung ganz einfach nicht stimmen kann, reicht eine einfache, tägliche Fahrt für eine Stunde im Gemischtverkehr...

...und etwas gesunder, logischer Menschenverstand.

Der menschliche Fahrer erkennt sicherlich mehr potentiell kritische Situationen (noch!), leider neigt er aber ständig dazu, daraus die falschen Schlüsse zu ziehen. Und Sie dürfen mir glauben: Ich schließe mich da ein!

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hktseven 11.07.2016, 21:01
18. Köstlich...

Zitat von RadioLA
Vielleicht sollte man sich angesichts der sensationell niedrigen Todesrate von einem einzigen Toten auf 200.000.000 Kilometern bei Anwendung der neuen Technik
Sagen Sie mal, werter Forist, wie kommen Sie eigentlich auf diese Zahlen? Ich wette, Sie finden nicht eine offizielle Statistik dazu.

Ich beantworte meine Frage gleich selbst: Diese Zahl wurde von Elon Musk in die Welt gesetzt.

Wissen Sie, was ich an den Tesla-Jüngern immer so köstlich amüsant finde? Egal wer welche Zahlen veröffentlicht, egal ob ein Wirtschaftsunternehmen oder die Politik, alles ist selbstverständlich erstunken und erlogen oder bestenfalls massiv geschönt.

Nur wenn Elon Musk irgendeinen Gedankenfurz loslässt, dann gibt es natürlich nicht den geringsten Grund zum Zweifel.

Ich finde das höchst amüsant :-)

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jamesvanderschilling 11.07.2016, 21:01
19. jup

Zitat von Stefan_G
So unvorstellbar ist das nicht. Tesla selbst räumt ein, dass man das System nicht als autonome Fahrzeugsteuerung missverstehen darf. Wenn das so ist, dann muss Tesla auch gewährleisten, dass das niemand tun kann. Tesla muss also Sicherungen einbauen wie "Auto erkennt, ob ... ... der Fahrer seine Hand am Lenkrad hat" ... die Augen offen hat und nach vorn schaut" usw usw Der jetzige Zustand "Auto überprüft noch nicht einmal, ob jemand auf dem Fahrersitz sitzt" ist jedenfalls nicht sicher genug für die Aufrechterhaltung der Betriebsgenehmigung bei aktivierbarem "Autopilot".
Da stimme ich Ihnen uneingeschränkt zu. Der Wagen sollte meiner Meinung nach mehr tun um fahrlässige Bedienung auszuschliessen. Da sind andere Leute aber anderer Meinung. Da wird wohl jedes Land selber entscheiden können was angemessen ist, und was von Herstellern erwartet wird. Tesla könnte dank den Software updates auf neue rechtliche Vorderungen einzigartig adequat reagieren.

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