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Toyota verschenkt Brennstoffzellen-Patente: Frei für die Zukunft
Toyota

Toyota baut mit dem Modell Mirai als erster Hersteller ein Brennstoffzellen-Auto in Serie. Jetzt stellen die Japaner ihre Patente für die Wasserstoff-Technologie der Konkurrenz kostenlos zur Verfügung. Hinter der großzügigen Geste steckt Kalkül.

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schüttelkugel 06.01.2015, 13:00
30. Die irrsinnigen Patente, ...

... von denen hier die Rede ist, würde ich gerne mal sehen. Wo bitte sollen sich in der Brennstoffzellentechnik denn 1970 Patente verstecken? Daran krankt unser Fortschritt schon lange. Jede Windung eines Schräubchens wird zum Patent angemeldet - und geht auch noch durch. Ein Witz, was da geboten wird. Statt eine Apparatur als Ganzes schützenswert zu stellen, wird sie in tausend Teile zerhackstückt und wirklich jedes Bauteil davon patentrechtlich geschützt. Mit dem Ergebnis, dass andernorts sämtliche Entwicklung an solchen und ähnlichen Projekten zum Erliegen kommt, weil langwierige Verhandlungen oder astronomische Summen im Weg sind. Klar, die Patentämter verdienen sich daran auch eine goldene Nase. Langsam glaube ich, dass es die Chinesen richtig machen: Scheren sich einen Scheiß um den patentgeschützten Anstellwinkel einer drittklassigen Schraube im vierten Sektor des fünften Anbauteils ganz hinten im Ofenrohr und kopieren einfach drauf los.

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hans-georg-pabst 06.01.2015, 13:06
31. Investieren in Strom und Pelzmäntel

Der Mensch fühlt sich am wohlsten, wenn er in einer Umgebung von 22° C sitzt. Das funktioniert mit einem Verbrennungsmotor sehr einfach weil die Abwärme zum Heizen benutzt wird. Kaum ein Mensch hat eine Ahnung wie viel Energie notwendig ist um ein fahrendes Auto zu heizen. Eine PKW-Heizung hat etwa die gleiche Leistung wie die Heizung für ein Einfamilienhaus.
Wenn Sie mit Strom fahren fällt kaum Wärme ab. Sie müssen also zusätzlich eine Wärmepumpe antreiben um nicht mit Pelzmantel und Eiskratzer fahren zu müssen.
Die Trambahn "verbrennt” mehr Strom zum Heizen des Fahrgastraums, als sie zum Vortrieb des Zugs braucht.

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deegeecee 06.01.2015, 13:07
32. Die Hälfte der Energie?

Zitat von hans-georg-pabst
Ein Professor der TH München sagte klipp und klar: eine Batterie wird immer schwerer sein als ein gefüllter Benzintank weil in der Batterie die komplette Energie gespeichert wird wohingegen der Verbrennungsmotor die Hälfte der Energie aus der umgebenden Luft entnimmt.
In Masse betrachtet wäre die Aussage noch eindrucksvoller: Knapp zwei Drittel entstammen der Luft.

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Thomas Schnitzer 06.01.2015, 13:08
33.

Zitat von hans-georg-pabst
[...] Wasserstoff ist das "dünnflüssigste” Gas. Es diffundiert durch Stahl. Wasserstoff entzündet sich bei Raumtemperatur, wenn es mit Luft und Platinschmuck in Berührung kommt. Bei Raumtemperatur baut sich ein.....
Alles alte bzw. widerlegte Hüte, genauso wie die Panikmache bei LPG-Fahrzeugen.
Die Diffusion durch Stahl ist bei H2 zwar gegeben, aber führt rein mengenmäßig ausserhalb des Tanks niemals zu zündfähigen Gemischen. Auch nicht, wenn Platin zugegen ist.
Der hohe Druck des Tanks ist ebenfalls gegeben. Aber das Gas im Inneren des Tanks ist mangels Sauerstoff nicht brennbar. Auch nicht, wenn Platin zugegen ist.

Bei einem Unfall, bei dem der Tank platzt, entweicht das Gas in einem einzigen Strahl, der selbst bei Entzündung für einige Sekunden nach oben abbrennt, und das wars. Keine Explosion, kein Feuerball, nur eine große Brennerflamme.

Benzin hingegen würde minutenlang am Boden überall an der Unfallstelle brennen, und sich brennend überall verteilen.

Und so ganz am Rande, führen Unfälle nur in Filmen zu brennenden Autos.

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monolithos 06.01.2015, 13:08
34. Innovationsrakete mit Fehlstart

Schade, dass nach dem Prius auch die nächste Innovationsrakete von Toyota wieder bedeutet, dass ich Coupe-Fahrer werden müsste, wenn ich einen Antrieb aus der Zukunft haben möchte. Opel hat es mit dem Ampera auch nicht besser gemacht, dessen Antrieb bis heute nicht in einem Zafira steckt. Warum bedeutet Zukunft beim Antrieb immer, dass es diesen nicht in einem Kombi oder Van gibt? Naja, immerhin sind die Patente jetzt erstmal kostenlos und vielleicht findet sich ja doch noch ein Automobilhersteller, der das Antriebskonzept der Zukunft mit Alltagsanforderungen der Gegenwart verheiraten kann. Bis dahin muss ich wohl noch ein bisschen Erdöl verbrennen. Vielleicht erlebe ich noch, dass Autos wieder Autos werden und nicht mehr Lifestyledesignträger sind.

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alles.auf.horst 06.01.2015, 13:25
35. Alternative

Grundsätzlich ist Forschung in nur eine Richtung abzulehnen. Die Freigabe von Patenten lockert in vielen Fällen die Restriktionen für andere Interessierte und ermöglicht eine höhere Innovationsrate. Ob sich Wasserstofftechnik als solche letzten Endes durchsetzen kann ist dabei nicht im geringsten von Belang. Es geht nur um die leichtere Erforschung und Nutzbarmachung von alternativen Technologien.

Ein transportabler UND lagerungsfähiger Energieträger ist zwangsläufig das Ziel. Dies ist mitunter einer der Gründe, warum Gas und Öl bzw. seine weiterverarbeiteten Produkte sich so stark durchsetzen konnten. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Elektrofahrzeuge gebaut und auch eingesetzt. Es gab damals schon die Möglichkeit leere Batterien gegen volle zu wechseln, um die "Betankungszeit" zu verkürzen. Durchsetzten konnten sie sich allerdings aus verschiedenen Gründen nicht. Die Batterietechnik ist einer dieser Gründe, aber eben nicht der einzige.

Ich denke, dass Batterien und auch Wasserstoff als Energieträger im Fahrzeugbau ihre Berechtigung haben. Es kommt eben auf den Einsatzzweck an. Alle reden von PKW, aber die sind für mich nahezu irrelevant. Viel wichtiger ist das Transportwesen, als z.B. LKWs. Wartezeiten zum Laden? Auf keinen Fall denkbar. Austausch von Batterien? In dieser Menge, selbst bei einer Einigung auf EINE Standardbatterie, eine logistisch kaum zu bewältigende Aufgabe. Flüssiger oder gasförmiger Sprit bleibt im Transportwesen wohl alternativlos.

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Freewolfgang 06.01.2015, 13:25
36. Einfach googeln!

Zitat von Thomas Schnitzer
Alles alte bzw. widerlegte Hüte, genauso wie die Panikmache bei LPG-Fahrzeugen. Die Diffusion durch Stahl ist bei H2 zwar gegeben, aber führt rein mengenmäßig ausserhalb des Tanks niemals zu zündfähigen Gemischen. Auch nicht, wenn.....
Soso, Autos geraten also nur in Filmen in Brand? Sind Ihnen schon einmal die schwarzen Flecken am Straßenrand aufgefallen, etwa auf den Pannenstreifen von Autobahnen? Ich selbst führe immer einen Feuerlöscher in meinem Fahrzeug mit, konnte ich damit doch bereits einmal Hilfe leisten. Und wenn Sie den von mir geschilderten Sachverhalt mit den schwarzen Flecken nicht glauben, googeln Sie doch einfach "Unfälle mit brennenden Autos 2013". Sie werden überrascht sein!

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monolithos 06.01.2015, 13:26
37.

Zitat von deegeecee
In Masse betrachtet wäre die Aussage noch eindrucksvoller: Knapp zwei Drittel entstammen der Luft.
Ja, aber Energie an sich hat keine Masse. Richtig ist zwar, dass die Energiedichte eines heutigen Akkumulators geringer ist als die eines gefüllten Benzintanks, aber die Begründung ist völliger Schwachsinn. Hoch angereichertes Uran-235 "trägt" unabhängig von der Außenluft genug Energie, um seine gesamte Umgebung zu verdampfen. Aber ich will keine Atomantriebe für Autos herbeireden ...

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dreandas 06.01.2015, 13:35
38. Wechselakkusystem

Zitat von Thomas Schnitzer
Ihr "lediglich" ist aber auch nicht gerade weniger komplex und auch nicht zwingend weniger teuer. Und ohne starke Weiterentwicklung auch nicht wirklich brauchbar, weil bei Akkus das Volltanken etwas länger dauert, sofern man kein herstellerübergreifendes Wechselakkusystem entwickelt, dass an der Tanke robotergestützt die Batterie wechselt. Und solche Vorhaben scheitern derzeit bereits am unterschiedlichen Design der Autos.
Von dieser Idee ist seit ewigen Zeiten nichts mehr zu lesen. Weiß jemand, warum z.B. "Better Place" so aus dem Fokus und allen Diskussionen verschwunden ist?

Anfangs wurde hier auch kurz das Design-Dilemma angerissen. Auffällig war schon immer, dass so gut wie sämtliche Modelle der Neuzeit mit alternativen Antrieben ästhetisch so aus dem Rahmen fielen, dass Verschwörungstheoretikern hier sämtliche Türen geöffnet wurden.

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monolithos 06.01.2015, 13:36
39.

Zitat von schüttelkugel
... von denen hier die Rede ist, würde ich gerne mal sehen. Wo bitte sollen sich in der Brennstoffzellentechnik denn 1970 Patente verstecken? Daran krankt unser Fortschritt schon lange. Jede Windung eines Schräubchens wird zum Patent angemeldet - und geht auch noch durch. Ein Witz, was da geboten wird. Statt eine Apparatur als Ganzes ......
Selbst in einem iPhone steckt angeblich eine dreistellige Anzahl von Patenten. Wofür, kann ich nicht sagen, eigentlich ist es ja auch nur ein Telefon. Ich teile Ihre Ansicht von der Schwachsinnigkeit einer solchen Patentwut, denn auch ich sehe darin die nach der katholischen Kirche größte Innovationsbremse der Menschheit, wenn Menschen nicht das teilen dürfen, was Menschen erfunden, entwickelt oder entdeckt haben. Natürlich sollte ein Erfinder / Entwickler / Entdecker für seinen eigenen Aufwand entschädigt werden, aber ob das derzeitige Patentwesen dafür der geeignete Weg ist, bezweifle ich stark. Falls Sie in einer ruhigen Minute das Glas erheben möchten und nicht wissen, auf wen, dann denken Sie mal an den guten alten Herrn Röntgen!

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