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Tricks beim Testverfahren: Hersteller schummeln immer mehr bei Angaben zum Spritverbr
dpa/dpaweb

Bis zu 50 Prozent liegt der Spritverbrauch bei einzelnen Automarken über dem Laborwert. Nach einer Studie des Forschungsinstituts ICCT, die dem SPIEGEL vorliegt, fallen deutsche Premiumhersteller besonders krass aus dem Rahmen.

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anderermeinung 29.09.2014, 11:16
1. längst bekannt,

dass die Norm realitätsfern ist. Die Autos werden immer schwerer und stärker und gleichzeitig auf die Norm getrimmt. Aber wer ein teures, schweres, starkes Auto kauft, will dann nicht durch die Stadt "schleichen" und über Land oder gar die Autobahn "trödeln" wie zu Käfers Zeiten. Es hilft schon etwas, sich nicht am Durchschnitts-Normwert zu orientieren, sondern am Stadtverbrauchswert. Ein paar Fahrer, die nur ganz wenig typischen Stadtverkehr fahren, prahlen damit, den Durchschnittswert unterbieten zu können, weil sie und ihr Auto ja genial sind.

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emporda 29.09.2014, 11:19
2. Ein alter Hut

Mein 300 SE Baujahr 1968 (ohne Klima) war unter 18 Liter nicht zu bewegen, die Frau mit nervösem Gasfuß brauchte über 23 Liter/100km
Ein Opel Commodore 6 Zylinder von 1974 (ohne Klima) mit Borg Warner Automatik brauchte 19 Liter/100km bei einem Tankinhalt von 52 Liter. Direkt nach dem Volltanken suchte man schon die nächste Tankstelle

Ein japanischer Leasingwagen von 2000 mit Benzin Direkteinspritzung brauchte laut Handbuch 6,5 Liter, unter 8,5 Liter/100km ging gar nichts

Mein heutiger Mittelklasse Spardiesel ist mit 3,9 - 4,5 Liter/100km angegeben, in dem Bereich liegt der Verbrauch. Auf Landstraßen bis 80 km/h wurden schon 3,7 Liter erreicht, bei viel Klimaanlage mit 35°C außen werden knapp unter 5 Liter/100km erreicht
Wer meint mit einem PS-Monster protzen zu müssen, der soll ruhig zahlen und zahlen und zahlen. Ein schicker Lamborghini, der auf jeder Bodenwelle aufsitzt, der braucht leicht 32 Liter/100km Super

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Drscgk 29.09.2014, 11:21
3. Die Hersteller sind Schummler bei allem,

nicht nur beim Spritverbrauch, auch bei den Produkten, wo z.B. ein Auto angeboten wird, das erst nach der vierten Rückrufaktion ein Auto ist, ein Staubsauger ist, ein Toaster ist usw.usf.. Schummeln bei den Steuern, beim Lohn, bei der Arbeitszeit, beim Messen, beim Wiegen, beim Zählen, bei der Betriebsrente, kurz bei Allem, wo Privat in schamloser Weise gegen den Staat in Vorteil gebracht werden kann. Dagegen gab es schon einmal ein grundlegendes und bewährtes Mittel: der VEB.

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winfield06 29.09.2014, 11:26
4. Warum

wundert es mich nicht besonders, dass diese Sau mal wieder durch das Dorf getrieben wird.
Übrigens ist es wohl ebensowenig verwunderlich, dass sich die Hersteller mit Händen und Füßen gegen neue Regeln bei der Angabe des Spritverbrauchs wehren.
Selbst wenn die Verhältnisse gleich bleiben, lässt sich z. B. ein Golf 7 TSI Blue Motion dann in der einfachsten Ausführung (85 PS) im Drittelmix statt bisher Ø 4,9 Liter (ein 150PS starker TSI verbrauch sogar "nur" 4,7 Liter) dann vielleicht auf dem Papier 5,5 oder sogar 5,9 Liter Super benötigt.
Bevor es wieder Personen gibt, welche sagen, diese Aussage würde nicht stimmen,die Quelle meiner Originalangabe stammt aus der aktuell bei volkswagen.de erhältlichen Preisliste (Technik und Preis).
http://www.volkswagen.de/content/medialib/vwd4/de/dialog/pdf/golf-a7/preisliste/_jcr_content/renditions/rendition.download_attachment.file/golf_preisliste.pdf

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diplpig 29.09.2014, 11:56
5. Theorie und Praxis

Der Testzyklus aus dem Labor kann doch als Referenzwert für den Flottenverbrauch bleiben. Zusätzlich könnte doch ein realistischer Wert als "Pflicht" in der Werbung angegeben werden.
Die Werte bei Spritmonitor erscheinen mir durchaus praxisnah und zeigen auch die Spanne an, in der man die Autos verrbauchsmäßig bewegen kann.

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malocher7 29.09.2014, 13:16
6. stimmt / stimmt nicht

Gestern abend habe ich von Bochum an den Niederrhein für die 64,5km 2,2 Liter Diesel gebraucht. Das ist ein Durchschnitt von 3,5 Litern auf 100km.
Über die 24000km und drei verschiedene Fahrer, vor allem aber andere Fahrprofile benötigt unser Renault Scenic allerdings 5,9 l/100km.

Laut Hersteller benötigte er 4,4 l/100km.
Man kann diese Angaben also unterbieten (86km/h Tempomat auf der Autobahn) - da es Sonntag nach 22h war, ohne irgendwen zu behindern!
Über das gesamte reale Leben fahren wir aber 1,5 Liter über der Werksangabe. Das entspricht einer Abweichung von 34%.

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ArAlOs 29.09.2014, 13:28
7. Was wollt ihr denn?

nun weiss endlich auch der Dümmste, was bei Audi 'Vorsprung durch Technik heißt.

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iDadu 29.09.2014, 14:48
8. Einfach Treibhausgasabgabe einführen und fertig!

Jeder Fahrzyklus wird immer Schlupflöcher bieten, was Umwelttechnisch zählt ist der Gesamtausstoß und der wird nur durch den Preis geringer.

Also Treibhausgasabgabe jetzt und in jedem Bereich. Nicht, dass wieder mit subventioniertem Kohlestrom oder Billigflieger Flughafen das nächste Schlupfloch ausgenutzt und der Ausstoß wieder nur verlagert wird in eine andere Branche oder ein anderes Land.

Am besten der Weltbevölkerung Verschmutzungsrechte geben nicht die belohnen die sowieso schon Verschmutzungsintensiv leben.

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Greyjoy 29.09.2014, 14:51
9.

"Der reale Spritverbrauch und damit der CO2-Ausstoß von Pkw unterscheidet sich stark von den Werten, die die Autokonzerne angeben. Besonders groß sind die Abweichungen bei Audi und Mercedes, gefolgt von BMW. "

Wie groß ist denn die Abweichung von Audi, Mercedes und BMW im Vergleich zu den anderen Herstellern? Es ist doch bereits bekannt, dass alle schummeln. Interessant wäre das Außmaß der Abweichung. Ist die überhaupt signifikant?

"Die ICCT-Studie hat die Daten von einer halben Million Serienautos ausgewertet."

Welche Daten hat man denn ausgewertet? Daten die sich aus einer Reihe eigener Tests mit standardisierten Vorgehen ergeben haben? Die Daten von normalen Fahrern?
Letzteres würde das bestätigen was ich vermute. Die Fahrer von Autos dieser Marken stehen im Durchschnitt etwas mehr auf dem Gas. Wenn ich da eine Masse von gehetzten Vertretern habe, ist es klar, dass die Audis, BMWs etc. am stärksten von den Angaben abweichen.
Ansonsten haben die Herteller doch recht. Die Tests dienen einem Vergleich und nicht der Wiedergabe des tatsächlichen Verbrauchs im Alltag. Das ist wirklich keine Überraschung und macht auch Sinn, da es den Stadardfahrer nicht gibt.
Ich würde nur bemängeln, dass es zu viele Freiheiten innerhalb des Testverfahrens gibt. Denn so leidet die Vergleichbarkeit.

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