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Tricks der Autowerbung: Die Heiratsvermittler
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Über den Autokauf entscheidet das Herz, meinen Werber, und nicht der Verstand. Gute Kampagnen führen zu Beziehungen und lebenslangen Bindungen.

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a.weishaupt 29.12.2014, 10:26
10. Urbane Lebensfreude

Wieso wurde mein sachlicher Kommentar wegzensiert, ging er den Anzeigenkunden zu sehr gegen den Strich? Fakt ist, dass "urbane Lebensfreude" vor allem ohne lärmende und platzfressende Autos aufkommt, weshalb der "Urban joy"-Werbespruch absurder kaum sein könnte. Wer sich die erstaunlich ruhigen und staufreien niederländischen Großstädte anschaut, dürfte zustimmen. Straba, Radverkehr und Kleinroller machen es möglich. Ein Elektro-Kabinenroller mit halber Autobreite würde vielleicht noch passen.

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spontanistin 29.12.2014, 10:36
11. Zielgruppen-Marketing

Vielleicht ist die Marketing-Propaganda schon perfekt auf die spezielle Neuwagenkäufer-Zielgruppe zugeschnitten. Nur die tatsächliche Größe der Zielgruppe kann niemand exakt bestimmen. Und der Käfer war in USA auch nur ein Nischenprodukt und keine langfristig ernsthafte Bedrohung für die Pick-Ups.

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LustigerLumpi 29.12.2014, 10:50
12. Blödsinn

Wird viel zu viel Geld in die Autowerbung gesteckt. Zig Hochglanz Spots und Anzeigen in Magazinen bevölkern aktuell den Markt und keine ist mir irgendwie im Gedächtnis geblieben. Wenn Werbung nicht mal das schafft ist es wirklich Geldverschwendung auf Hohem Niveau, von einem Kaufanreiz mal ganz abgesehen da hat mich WERbung bei Autos noch nie interessiert. Da sollte man das Budget lieber in die Entwicklung oder den sozialen Bereich stecken, das tut wesentlich mehr fürs Image der Marke. Was nützt die Wummernde Werbung mit Models gespickt wenn verkündet wird das paar tausend mitarbeiter gehen müssen oder man nur noch Werksverträge verteilt.

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tonihormoni 29.12.2014, 10:58
13. Go's und No-Go's

Ich fahre im Sommer ein Spaß-Auto (Cabrio, Zweisitzer) und im Winter ein Vernunftauto (Diesel, niedrig motorisiert).
Zu meinen Go's gehört unbedingt ein gutes Licht, da ich beruflich viel unterwegs bin. Gerne gesehen wird auch vernünftiges Design.
Zu den No-Go's gehören nervige Assistenzsysteme, kurze Service- bzw. Wartungsintervalle, der Begriff Downsizing bei gleichzeitig immer schwerer und größer werdenden Autos, sowie Mittelkonsolen, die so breit sind, daß sie einen nur erahnen lassen, wer als Beifahrer im Boot sitzt.
M. Maier

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founder 29.12.2014, 11:00
14. Bei mir zählen nur Logik und Daten

1988 mein erster Neuwagen.

In Österreich gab es damals eine
Luxus-MWST - 32% auf Autos.
Das österreichische Steuergesetz erlaubt
bis auf wenige Ausnahmen keinen
Vorsteuerabzug bei Autos.

Es gab nur wenige Ausnahmen,
die schönste Ausnahme,
also Vorsteuerabzugsberechtigt,
hies damals Renault Espace.

Dies hatte zur Folge, dass damals in Österreich mehr Espace als in Deutschland verkaut wurden. Beim Modezentrum Bergheim, lauter selbstständige Vertreter in Sachen Bekleidung, sah der Parkplatz damals immer so aus, als wäre gerade ein Espace Fan Treffen im Gange.

Für mich damals eine völlig logische Kaufentscheidung.

Vergleicht mal die Webseiten diverser Automarken,
wie umständlich es ist zu den technischen Daten zu kommen. Wenn da im PDF erst 20 Seiten Emotionen sind, dann ist diese Automarke eindeutig darauf angewiesen über Emotionen zu verkaufen.

Mein neues Auto kommt von einer Firma,
die mit modernster Leichtbautechnik
und gerechten Preisen überzeugt.

Im PDF zu den technischen Daten kein einziger Appell an die Emotionen, nur Fakten. Ich fahre jetzt Dacia Lodgy.

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hman2 29.12.2014, 12:11
15. Marketinggeblubber

Zitat von
Denn als der Smart 1998 frisch aus der Fabrik rollte, war er seiner Zeit mindestens zehn Jahre voraus. Damals war die Idee eines winzigen, wendigen Stadtautos, das sich den Gesetzen des "größer, schneller, mehr" verweigerte, verwegen - so verwegen, dass der durchschlagende Erfolg bis heute ausblieb.
Das halte ich für pure Selbsttäuschung. Der Smart war mal als "Swatch"-Auto konzipiert. Nicht nur klein, sondern auch sehr billig. Er war dann zwar klein - aber gar nicht billig, sondern im Gegenteil extrem teuer.

Und damit am Swatchkonzept (billige Lifestyleprodukte) und auch am Markt komplett vorbei. Das musste schiefgehen. Es gibt gar kein Marketingkonzept, das so etwas ausbügeln könnte! Der Smart war nie seiner Zeit voraus, weder im fehlgeschlagenen Konzept noch in der von Anfang an museumsreifen Technik.

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hman2 29.12.2014, 12:55
16. Endmark

Zitat von
Nun also soll die "For"-Kampagne mit dem reichlich braven Kernsatz "For a new urban joy" das Begehren wecken, übersetzbar eher sperrig mit "Für eine neue urbane Lebensfreude".
Offenbar hat man auch in Böblingen immer noch nicht die regelmäßigen Verständlichkeits-Studien von Endmark gelesen, nach denen zwei Drittel aller Rezipienten einen englischen Slogan nicht verstehen. Tendenz fallend.

Im besten Fall verstehen sie nur Bahnhof und ignorieren die fremdsprachige Botschaft, im schlimmsten Fall wird sie komplett gegenteilig verstanden wie etwa "Drive Alive", das viele mit "Fahre lebend" übersetzten. Kein tolles Image für ein Auto, wenn den potenziellen Käufern schon in der Werbung gewünscht wird, dass sie das Produkt hoffentlich überleben können...

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Fragende_Leere 29.12.2014, 13:12
17. Ganz lustig

Ich lese hier etwas über "Rationalität" beim Autokauf: das kann es nicht geben, bitte mal Rationalität nachschlagen. Der Markt ist unübersichtlich und das gilt vor allem bei Gebrauchtwagen.
Wer sowieso schon googelt, kann mal versuchen, welcher Hersteller immer schon viel Geld in Marketing gesteckt hat, vielleicht sogar das meiste im internationalen Vergleich (kleiner Tip: Stammsitz ist in Wolfsburg).

Also ist und bleibt das Thema Autokauf immer auch ein emotionales - und hier setzt das Marketing an.

Die allermeisten Privatleute fahren vermutlich mit Taxen und punktuell gemieteten Leihwagen nach Bedarf am günstigsten. Was würden aber dann die Nachbarn sagen?

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patrick6 29.12.2014, 13:22
18. Man würde wohl, wenn man denn könnte...

...als junger Mensch einen Neuwagen kaufen. Wenn die denn bezahlbar wären, ohne dass man jahrelang Kredite abstottern müsste. Ich bin mittlerweile 50 und habe in meinem ganzen Leben ein einziges Mal ein neues Auto gekauft (über 20 jahre her) - seitdem nie wieder.
Lustig finde ich den abgeblich 'neuen' Ansatz von smart. Den Bedarf für kleine, intelligente Stadtfahrzeuge gab es auch schon vor dem ersten Modell. Dass in all den Jahren nicht allzuviele Fahrzeuge verkauft wurden, liegt demnach am Produkt. Und das Manko sind nicht die 'nur zwei Sitze'. Für den Preis erwarte ich Wertigkeit, die ein smart nicht ausstrahlt. Und ich erwarte günstigen Unterhalt (damit ich das Gefühl habe, das Ding sei nicht überteuert) - und da stürzt der smart erst Recht ab: Werkstattkosten zu hoch, Verbrauch leider auch (Benziner). Und da sich an diesen Kritikpunkten wohl nichts geändert hat (dafür aber unsinnigerweise stärkere Motoren verbaut werden), wird es auch diesmal nix.

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Maler 29.12.2014, 13:25
19.

Interessant, das in den letzten 10 Jahren die Ausgaben für Autowerbung kaum gestiegen sind! Automobilwerbung war früher besser, zweifellos. Heute müssen die Hersteller von Durchschnittsfahrzeugen zu sehr auf die "Geiz ist Geil"-Mentalität des Käufers Rücksicht nehmen, zuviel Ramschreklame machen. Die Marke zählt weniger, wenn man sich im Kern zuwenig voneinander abhebt und im Design zu sehr auf Hinz und Kunz schielt. Bei höherwertigen Fahrzeugen ist zu beachten, das im Schnitt über 60% Firmenwagen sind, was auf den Autobahnen zur bekannten uniformen und farblosen Audi-BMW-Mercedes Dauerkolonne führt.

Für alle, die sich keine Immobilie leisten können oder wollen, ist ein Auto fast immer das teuerste Objekt, was man sich leistet, selbst, wenn es nur ein gutes gebrauchtes ist. Deshalb sind mir Menschen suspekt (und ich habe solche im Freundeskreis auch nicht), die sich bei solch einer Investition nur von der Ratio leiten lassen.

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