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Überschall-Zug in Frankreich: 400-Einwohner-Dorf soll Hyperloop bekommen
Transpod

Fünf Jahre ist es her, dass Elon Musk die Idee einer Rohrpost für Menschen vorstellte. Nun könnte die Bahn ausgerechnet in einem französischen Dorf realisiert werden.

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metastabil 11.08.2018, 00:39
100.

Zitat von colouredwolf
auch wenn es nicht bei 100°C geschieht. Kochen passiert bei Normaldruck in Wasser bei 100°C, bei der Siedetemperatur. Je niedriger der Druck, desto niedriger der Siededruck. Es passiert dasselbe wie beim zu schnellen Aufstieg beim Tauchen. Nein, bei Druckabfall steigt die Temperatur nicht - fällt sogar ab. Aber bei einem so niedrigen Vakuum, wie es für den Hyperloop notwendig ist, bilden sich innerhalb kürzester Zeit Luftbläschen im Blut, die zu einer Embolie führt. Schlaganfall oder Herzinfarkt sind die Folge. Und so schnell kann man das Röhrensystem kaum auf Normaldruck zurückbringen. Das Blut siedet auf jeden Fall, weil der gelöste Sauerstoff sehr schnell Bläschen bildet.
Nehmen sie sich mal etwas mehr Zeit zum Schreiben, ihre Beiträge wirken immer wie eine Ansammlung unsortierter Gedanken.
Ja, die Siedetemperatur sinkt mit dem auf die Flüssigkeit wirkenden Druck. Nein, der Druck im Blutkreislauf ist nicht gleich dem Außendruck. Der Blutkreislauf hat keine direkte Verbindung zur Außenwelt, daher kann der Druck im Blutkreislauf vom Außendruck abweichen. Tatsächlich ist der Druck im Blutkreislauf auch immer oberhalb des Außendrucks, bei einem gesunden Menschen in Ruhe zwischen 60 und 85 mmHg bzw. zwischen 8 und 11,3 kPa. Dieser Überdruck wird in erster Linie durch die Gefäßweite vermittelt, und ist daher vom Außendruck größtenteils unabhängig. Im Rahmen der möglichen Gefäßweitenregulierung kann der Körper diesen Überdruck also auch im Vakuum aufrechterhalten - was ein Sieden des Bluts größtenteils ausschließt.
Beim Aufsteigen vom Tauchen beginnt das Blut auch nicht zu sieden. Die Entstehung von Gasbläschen beim Auftauchen ist ein völlig anderer Mechanismus, und lässt sich über das Henry-Gesetz erklären: der Partialdruck eines Gases über einer Flüssigkeit ist proportional zur Konzentration des in der Flüssigkeit gelösten Gases. Einfach gesagt: je höher der auf die Flüssigkeit wirkende Druck ist, desto mehr Gas kann in einer Flüssigkeit gelöst sein. Wenn der Taucher taucht, steigt der auf ihn wirkende Druck, und sein Blut kann mehr Gas aus der Atemluft aufnehmen. Steigt er nun wieder auf, sinkt der Druck, das Blut kann weniger Gas gelöst halten, und muss überschüssiges Gas wieder abgeben. Geschieht die Druckabsenkung langsam genug, kann das abgegebene Gas im Blut transportiert und über die Lunge abgeatmet werden. Sinkt der Druck jedoch zu schnell (der Taucher taucht zu schnell auf), wird so viel Gas frei, dass es zu Embolien kommen kann. Diese können zwar durchaus tödlich wirken, in der Regel tritt der Tod jedoch durch Ersticken und eventuell innere Blutungen weit früher ein.
Und damit es bei ihnen wirklich wirklich sitzt: das Freiwerden von Gas infolge des Henry-Gesetzes ist KEIN Sieden. Als Sieden bezeichnet man den Phasenübergang eines Stoffes von seiner flüssigen in seine gasförmige Phase. Das ist hier aber nicht der Fall.
Das freiwerdende Gas wirkt dem Sieden des Bluts übrigens entgegen. Gas benötigt mehr Volumen als Flüssigkeit, und erhöht daher beim Freiwerden zusätzlich den Druck in den Blutgefäßen.

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metastabil 11.08.2018, 01:20
101.

Zitat von AGCH
Na, dann lesen Sie mal, was Prof. Dr. Hanns-Christian Gunga, Sprecher des Zentrums für Weltraummedizin Berlin, dazu schreibt: https://www.wissenschaft-im-dialog.de/projekte/wieso/artikel/beitrag/was-wuerde-passieren-wenn-man-in-einem-raumschiff-ein-fenster-oeffnete/
Prof. Gunga erzählt da ziemlichen Quatsch. Sehr bedauerlich, dass er dies habilitiert und als Sprecher des Zentrums für Weltraummedizin Berlin macht.
Das Blut siedet nicht, weil der Blutkreislauf im Menschen permanent einen Überdruck im Vergleich zum Außendruck aufweist. Beim gesunden Menschen in Ruhe zwischen 8 und 11,3 kPa. Bei einem solchen Druck liegt der Siedepunkt von Wasser bei 41 - 45 °C, ein Stück über der Körpertemperatur. Dieser Überdruck ist eine Folge des durch die Weite der Blutgefäße begrenzten Volumens des Blutkreislaufs, und vom Außendruck größtenteils unabhängig. Insoweit Blut an Stellen niedrigeren Blutdrucks in die gasförmige Phase übergeht, erhöht der Wasserdampf den Druck im Blutkreislauf weiter, was zur Folge hat, dass der Siedepunkt des Bluts weiter ansteigt. Sehr schade auch, dass Prof. Gunga auch mit keinem Wort darauf eingeht, dass die Dekompression zu einem Freiwerden von in Körperflüssigkeiten gelösten Gasen führt, ähnlich wie bei zu schnellem Auftauchen. Diese freiwerdenden Gase führen zu den Gasansammlungen, die Prof. Gunga auf siedende Körperflüssigkeiten zurückführt. Dieses Freiwerden von gelösten Gasen lässt sich durch das Henry-Gesetz erklären, und es handelt sich dabei um keinen Phasenübergang - insbesonders auch nicht um Sieden.
Anders als von Gunga behauptet zerplatzt der Körper auch nicht. Auch nicht in Teilen. Der menschliche Körper ist stabil und flexibel genug, um auch unter Einwirkung eines Vakuums noch in einem Stück zu bleiben.
Schade übrigens auch, dass Prof. Gunga Sojus 11 vergessen hat. Dessen drei Kosmonauten sind nach einem technischen Fehler leider tatsächlich ungeschützt über längere Zeit einem Vakuum ausgesetzt gewesen - mit tödlichen Folgen. Etwa zwei Minuten nach Auftreten des Lecks trat bei der Besatzung von Sojus 11 Herz- und Atemstillstand ein, und konnten nach der Landung nur noch tot geborgen wären. Todesursache waren Erstickung und innere Blutungen.

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Elementar 23.10.2018, 14:53
102. Evtl. interessant im Langstecken-Cargo-Sektor

Als schnelle Option anstelle von Cargoflügen, z.B. für just-in-time Belieferung von Produktionsstätten mit benötigten Bauteilen. Sinnvoll sicherlich nur für lange Strecken (Asien EU), mit Hubs alle 1000 - 2000km zum Umladen. Könnte Flüge vor allem nachts ersetzen bzw. ergänzen. Da muss allerdings China ran, denn *hier* wird das nix, zu viele "Hindernisse". Wir holen dann die Paletten in Prag/Bratislava/Wien ab, mit dem guten alten LKW...

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Elementar 23.10.2018, 14:54
103. Evtl. interessant im Langstecken-Cargo-Sektor

Als schnelle Option anstelle von Cargoflügen, z.B. für just-in-time Belieferung von Produktionsstätten mit benötigten Bauteilen. Sinnvoll sicherlich nur für lange Strecken (Asien EU), mit Hubs alle 1000 - 2000km zum Umladen. Könnte Flüge vor allem nachts ersetzen bzw. ergänzen. Da muss allerdings China ran, denn *hier* wird das nix, zu viele "Hindernisse". Wir holen dann die Paletten in Prag/Bratislava/Wien ab, mit dem guten alten LKW...

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