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Überteuerte Auto-Ersatzteile: Die Abzock-Konzerne
DPA

Autofahrer klagen über viel zu teure Ersatzteile. Der Preiswucher hat System: Eine Beratungsfirma half fünf Pkw-Herstellern, ihre üppigen Gewinne aus dem Geschäft um weitere 2,6 Milliarden Euro zu steigern.

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freddygrant 03.06.2018, 09:55
150. Viele Autofahrer ...

... -fans und -narren scheinen immer noch nicht zu wissen,
dass das Auto, welches sie nicht besitzen oder gar fahren,
nicht zur Werkstatt muß und auch keine Ersatz- und
Verschleißteile benötigt - von den anderen Vorteilen
mal ganz zu schweigen.

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meier12 03.06.2018, 11:27
151.

Es geht letztlich los beim Flüssiggold. Aus Ärger hatte ich vor einigen Jahren angefangen, das Öl selbst mitzubringen. Bei dem einen Händler kein Problem, bei dem nächsten nach dem Umzug hochgezogene Augenbrauen und "diesmal machen wir das, beim nächsten Mal nicht mehr". Ergebnis ist letztlich, dass ich wegen des Ölwechsels extra einen Ölwechseldienst anfahre (Kosten 39 €) und dem Händler dann bei der Inspektionbeauftragung den Punkt von der Gewinnliste streiche (er wollte es ja so, als er sagte, das nächste Mal macht er das nicht mehr). Ähnlich mache ich es nun mit Ersatzteilen. Die Markenhändler wollen irrwitzige Preise haben. Lenkwinkelsensor angeblich defekt, das muss laut Händler sofort neu, da muss aber die gesamte Lenkung neu, ohne Einbau ca. 1.200 €. In Deutschland gibt es Servolenkungspezialisten, die den Einbau des einen Teils bzw. die Zusendung des Teils anbieten. Das Teil kostet dort ca. 130 €, mit Einbau unter 400 €. Interessant: Der Anbieter verkauft die Teile auch an Werkstätten. Fragt sich nur welche, vielleicht auch an die, die mir dann für eine angeblich neue Lenkung 1.200 € Ersatzteilkosten berechnen wollte? Das wäre Gewinnoptimierung pur. Nach dem Fahrzeugwechsel bei dem neuen Wagen nach einiger Zeit das Gleiche. Diesmal nach einigem Studium der Problemecken der Autoforen: Erstmal die Batterie ausgetauscht, weil der Grund der Fehleranzeige häufig im zu hohen Strombedarf der Lenkung liegen sollte. Nach dem Batteriewechsel für 120 € keine Fehleranzeige mehr. Nicht immer geht es also um Ersatzteile, die einem augeschwatzt werden. Manchmal hat der Fehler auch eine andere Ursache. Neben dem Selbstbeschaffen von Ersatzteilen sollte man auch daran denken, ggfs. Qualitätsreparaturen auszuführen, gerade um Geld zu sparen. Ich lasse seit langem in mein jeweiliges Fahrzeug Ceramicbremsbeläge mit den Bremsscheiben des Anbieters einbauen. Die sind insgesamt doppelt so teuer und vorne und hinten zusammen kostet es gute 800 € mit Einbau. Bis dahin bin ich aber jeweils teils jahrelang gefahren, ohne neue Bremsbeläge zu benötigen. Die tollen Originalbremsbeläge vom Händler waren hingegen meist nach einem Jahr runter. Die Rechnung ist derzeit bei mir, dass ich auf diese Weise über die Hälfte der Reparaturkosten bei Bremsreparturen einspare. Und wohl dem, der ergänzend auf einen der berühmten Schrauber zurückgreifen kann. Es gibt viele Wege, die unverschämten Ersatzteilpreise auf die eine oder andere Art zu unterlaufen. Man sollte das auch flächig so machen und das auch als eine Art Herausforderung betrachten. Letztendlich ist das das Prinzip der freien Marktwirtschaft und dann müssen die Markenhändler eben vom Markt gedrängt werden. Damit verschwindet auch die Abnahmebindung und die Hersteller müssen Originalersatzteile auch endlich marktfähig und damit nicht mehr im Set und überteuert anbieten.

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Belle 03.06.2018, 11:34
152. Mir reicht es jetzt aber auch. Wir Verbraucher haben Rechte !

Also jetzt muss ich doch auch meine Erlebnisse zu diesem Thema zum besten geben: Vor kurzem gingen wir in ein Restaurant. Der Wirt verlangte für eine Schnitzel mit Salat tatsächlich 14,50 € ! Das kann doch nicht sein, dachte ich, wo es doch das Schnitzel schön feinsäuberlich in Kunststoff abgepackt doch auch für 99 Cent bei Aldi gibt. Das sind tatsächlich 1.400 % Aufschlag. Da gehe ich bestimmt nie wieder hin. Wer selbst kochen kann ist klar im Vorteil. Tags drauf ging ich zum Kiosk. Der Kioskbesitzer wollte für die neueste Ausgabe vom Spiegel 4,90 €. Das konnte ich kaum fassen. Das Papier auf dem diese Ausgabe gedruckt wurde ist doch gerade mal 30 Cent wert !!! Die Verfasser der Beiträge in dieser Spiegel-Ausgabe nutzen wohl durch das unfaire Urheberrecht ihre Monopolstellung gnadenlos aus ! Diese Texte könnte doch in Schwellenländer (oder noch günstiger in Entwicklungsländer) abgetippt, vervielfältigt und kostenlos ins Internet gestellt werden, oder ? Der Gipfel war jedenfalls als ich zum Autohändler ging. Ein Vertragshändler. Was konnte ich in seiner sauber geputzten Hochglanzwerkstatt neben seinem Glaspalast entdecken ? Der hatte doch tatsächlich Azubis in seiner Werkstatt ! Der bildet doch tatsächlich Jugendliche zu Fachkräften aus ! Da wurde mir ganz schnell klar, dass der sich das teuer bezahlen lässt, dieser Abzocker ! Also nichts wie weg zum EU-Händler, der die Kisten mit minimalem Aufschlag vertickert. Klar der hat ja keine Kosten und clevere Leute wie ich, können das prima ausnutzen ! Als meine neu erstandene EU-Kiste dann mal ein Problem hatte, schickte mich der EU-Händler zum Vertragshändler wegen Garantie und so. Dann bin ich doch schnurstraks wieder zum Vertragshändler mit seiner teuren Hochglanzwerkstatt gegangen und dem habe ich mal so richtig meine Meinung gesagt ! Jetzt aber mal kostenlos auf Garantie reparieren bitte ! Ein kostenloses Ersatzfahrzeug für die Dauer der Reparatur sollte aber schon drin sein. Gehört doch zum Service ! So funktioniert´s Leute, oder doch nicht ?

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der_holzwirt 03.06.2018, 11:49
153. @huz6789

Die Sache mit der Störanfälligkeit kann ich auf keinen Fall bestätigen. Fahre seit vier Jahren einen Dacia Sandero mit inzwischen 110.000 km und hatte noch kein einziges Problem, noch nicht einmal ein komisches Geräusch vernommen.

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Yves Martin 03.06.2018, 15:22
154.

Zitat von weltgedanke
Ich wäre für ein Gesetz, das bestimmt, dass die Summe der Preise aller Ersatzteile für ein Fahrzeug nur maximal 150% des Neuwagenpreises betragen darf, zuzüglich einer Bearbeitungsgebühr von maximal 10 € pro Ersatzteil. Außerdem sollte es eine bundesweite Datenbank geben, die durchschnittliche jährliche Reparaturkosten pro Hersteller gesamt und pro Fahrzeugmodell im Einzelnen auflistet, aufgeschlüsselt nach Alter des Fahrzeugs. Danach wären wirklich sehr böswillige Kartelle nötig, damit noch exorbitante Ersatzteilpreise aufgerufen werden können. Die ließen sich dann auch gut kartellrechtlich verfolgen.
Niemand hindert Sie, eine solche Datenbank aufzubauen und zu pflegen. Von "es müsste mal jemand..." ändert sich nichts. Nie. Maulhelden, die ständig irgendetwas "fordern" (und selbst nichts tun), haben wir genug.

Kartellrechtlich würde da trotzdem nichts verfolgt: Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Fragen Sie mal einen Gastronomen, was die Zutaten für eine Pizza Quattro Stagione und ein Bier im Einkauf kosten - und für wieviel er beides in seine Speisekarte schreibt. (zu Ihrer Info: Pizza 1,50, Bier 40 Cent). Sie bezahlen 15 bis 20 EUR.

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avada~kedavra 03.06.2018, 15:34
155. Eventuell

Zitat von derleserder
SKANDAL: Nachrichtenanbieter verdient zu viel Geld für Artikel/Nachrichten. Kunden könnten viel sparen, wenn endlich jeder die Artikel kopieren und vertreiben darf. Das Urheberrecht liefert ein Monopol und muss für die Branche abgeschafft werden.*Ironie Off* Ohne Schutzrechte (wie Designschutz) gibt es keine Innovationen oder fairen Wettbewerb, denn sonst hat einer die Kosten (wie Entwicklung) und andere können es billig anbieten (da einfach kopiert)!
einen Clown zum Frühstück verspeist?
Denn gerade im Automobilbereich greift der Designschutz überwiegen bei den sichtbaren Ersatzteilen.
Da wird häufig doch der Reibach mit gemacht.
Ob nun das "Design" eines Außenspiegels z. B. oder einer Lampenabdeckung wirklich so schützenswert ist wage ich anzuzweifeln.

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Yves Martin 03.06.2018, 17:33
156.

Zitat von nite_fly
Dass die Kunden kapieren, dass es nicht nötig ist, in eine Vertragswerkstatt zu gehen, um seine Hersteller-Garantie zu erhalten! Was die gesetzliche Gewährleistung anbelangt, ist das nochmal ein ganz anderes Thema, das bis heute noch viel weniger Leute begriffen haben Das ist mittlerweile alles gesetzlich geregelt! Keiner muss befürchten, seine Garantie zu verlieren, wenn er mit seinem Fahrzeug in eine freie Werkstatt geht, die ihm bestätigt, dass sie die Arbeiten nach den Richtlinien des Herstellers ausgeführt hat!! Doch dann kommt die Kulanz: Das ist eine freiwillige Leistung des Herstellers, mit der der aber extrem knausert: So wurde mir z.B. bei einem VW-Tiguan, mit ca. 8.000 Kilometern auf dem Tacho, die volle Rechnung für ein neues Motorsteuergerät plus geänderter Software gestellt (einschl. ewig langer Fehlersuche), weil der im Notlaufbetrieb liegengeblieben ist, aber das Fahrzeug da auch schon aus der Herstellergarantie von 2 Jahren raus war. Im Endeffekt ging es da um ein Problem, das schon von Anfang an da war: Das war so ein Beschiss-Diesel, der bis dahin noch nie ein einziges Mal eine Partikelfilter-Regeneration abgeschlossen hat, weil das Steuergerät fehlerhaft war. Ich musste dafür fast Tausend Euro bezahlen!!! Ich fahre seit 1980 nur VW und Audi, und habe bis zu diesem Vorfall auch immer meine sämtlichen Services in VW-Vertragswerkstätten machen lassen. Doch selbst nach 38 Jahren Werkstatt-Treue gab es da keinerlei Kulanz! Also Leute: Das Thema Kulanz ist extrem überbewertet, und keinesfalls ein Grund zu dem Hersteller in die Werkstatt zu gehen! Denn, wenn ich nach fast 40 Jahren Marken- und Werkstatt-Treue keine Kulanz nach so einem kapitalen Schaden nach 8.000 Kilometern bekommen habe, warum sollte ich die denn bekommen, wenn ich ein Umsteiger von einer anderen Marke bin, der erst zwei Jahre z.B. VW fährt... Die Kulanz ist eine Frage von: "Ich mag den, oder ich mag den Kunden nicht!" Mehr nicht! Die Kulanz hat auch nichts mit dem Hersteller zu tun, sondern nur mit der Werkstatt, zu der man geht: Denn stellt die keinen Kulanz-Antrag an den Hersteller, dann gibt es auch keine Kulanz! Doch in der Hoffnung auf diese Kulanz lasse ich mir für einen hanebüchenen Preis ein Longlife-Öl beim VW-Händler ins Auto kippen, das bei einem freien Händler mitunter nur ein fünftel dessen kostet, was die VW-Werkstatt dafür verlangt... (Für das identische Öl!!)
Sorry, aber wenn Sie mit einem Diesel in zwei Jahren gerade mal 8.000 Kilometer fahren (vermutlich noch extremen Kurzstreckenverkehr), ist das schon sowas wie Technik-Misshandlung. Kein Wunder, dass das Fahrzeug dann kaputtgeht; dafür ist es nicht gebaut worden.

Und mit 4.000 Jahreskilometern ist man bei KEINEM Autohersteller der "Premium-Kunde", für den man sich in grandioser Selbstüberschätzung gerne halten würde!

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MatthiasPetersbach 04.06.2018, 11:16
157.

Zitat von Belle
Also jetzt muss ich doch auch meine Erlebnisse zu diesem Thema zum besten geben: Vor kurzem gingen wir in ein Restaurant. Der Wirt verlangte für eine Schnitzel mit Salat tatsächlich 14,50 € ! Das kann doch nicht sein, dachte ich, wo es doch das Schnitzel schön feinsäuberlich in Kunststoff abgepackt doch auch für 99 Cent bei Aldi gibt.
Nun ja, eher so mittel lustig.
Es geht ja um Ersatzteilpreise - da sind Arbeit und Einbau (also das, was der "Wirt" u.a. leistet) eher außen vor. Und "Jammern über Jammerer" ist das eine, Kritik an Fehlentwicklungen ist das andere.

Für ein Kunststoffteil statt üppig bezahlten Preis das 10fache aufzurufen, nur weil man es kann, da sich der Kunde mit dem Kauf dieses Wagens in ne Abhängigkeit begeben hat, ist schon ziemlich unverschämt. Wo doch das Gegenteil - nämlich die kostengünstige Mithilfe bei der Mobilität des Kunden - in Interesse (und im Anstand) der Firmen liegen sollte.

In nem Land, in dem - entgegen der allgemeinen Meinung - viele bis ganz viele sich gegenseitig helfen und es auch für nen kleinen und mittelständigen Betrieb es selbstverständlich ist, dem Kunden kostengünstig und anständig auch nach dem Kauf/der Leistung beiseitezustehen, habe ich einfach die Schnauze voll von Leuten, die wenig leisten und deren Bestreben es ist, die Kunden auszunutzen.

Und da meine ich nicht die Werkstatt, sondern -u.a.- die Autohersteller.
Aber wir belohnen - und verteidigen - anscheinend immer gerne die Minderleister und Nichtskönner.

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MatthiasPetersbach 04.06.2018, 11:20
158.

Zitat von Yves Martin
Sorry, aber wenn Sie mit einem Diesel in zwei Jahren gerade mal 8.000 Kilometer fahren (vermutlich noch extremen Kurzstreckenverkehr), ist das schon sowas wie Technik-Misshandlung. Kein Wunder, dass das Fahrzeug dann kaputtgeht; dafür ist es nicht gebaut worden.
Ein Fahrzeug darf nicht kaputtgehen. Warum auch?

Es gehen Teile kaputt - und dann müssen die preiswert und einfach ersetzt werden können. Anderes wäre ein Versagen der Autoindustrie - FALLS die sich diese Anforderung ins Lastenheft geschrieben hätten.

Haben die aber nicht.
Wir sollten diese Fehlgeleiteten endlich loswerden.

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Permafrost 04.06.2018, 12:32
159.

Diese Preistreiberei gilt wohlgemerkt nur für OEM Ersatzteile! Ich arbeite sehr viel am Auto und habe bei VW das Glück, für den Golf meistens auf günstige Zubehörteile zurückgreifen zu können. Eine Bremsscheibe in ordentlicher Qualität gibt's ab etwa 30 Euro. Manchmal muss ich dennoch zum VW Teileverkauf. Saftige Preise zwar, doch unterm Strich musste ich nicht allzu tief in die Tasche greifen. Bei VW bin ich auf der günstigen Seite, ich habe mir sagen lassen daß der Zubehörmarkt bei Daimler sehr begrenzt ist bzw. gegen Null geht. Sowas kalkuliere ich vor dem Autokauf mit ein.

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