Forum: Auto
Unfallforschung: Das Todesrisiko für Radfahrer ist dreimal höher als für Autofahrer
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Wer Bürger aufruft, mit dem Rad zu fahren, ohne für sichere Radwege zu sorgen, nimmt Tote in Kauf. Das ist die Warnung eines Unfallforschers, der ermittelt hat, wie groß das Risiko für Radler ist, im Verkehr zu sterben.

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quark2@mailinator.com 18.06.2019, 16:02
30.

Endlich eine Stimme der Vernunft und bei den eRollern dürfte es nicht besser werden. Nur das Auto ist letztlich ein Transportmittel, daß recht stabil ist gegen den Zustand der Fahrbahn und das Wetter. Alles auf 2 Rädern ist anfällig, insbesondere, wenn man damit mehr als nur sich selbst transportieren will. Ich kann den Drang, um jeden Preis CO2 einsparen zu wollen ja nachvollziehen, aber man muß die Diskussion eben schon ehrlich führen. Und wer nun meint, wir sollten die Straßen noch enger machen, damit mehr Platz für Radwege ist, der könnte mal darüber nachdenken, was das alles für Folgen hätte. In Wirklichkeit müssen wir mMn. unsere Städte ändern, statt uns zu verbiegen.

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meiner_einer 18.06.2019, 16:03
31.

Wenn ich sehe, wie Radfahrer nachts ohne jegliche Beleuchtung und in Tarnkleidung auf der Straße unterwegs sind, und andere selbst elementarste Verkehrsregeln wie rote Ampeln nur als freiwillige Handlungsanweisungen abtun, wundert es mich direkt, dass nicht noch mehr passiert.

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thsherlok 18.06.2019, 16:04
32. Und

Zitat von bestaf
kommt in dieser Diskussion oft zu kurz, nämlich indem sich Radfahrer selbst in Gefahr bringen, z.B. wenn sie auf der starkbefahrenen Straße unterwegs sind, obwohl es einen Radweg gibt. Oder wenn sie ohne Helm fahren und bei Dunkelheit ohne Licht. Eine Warnweste tragen würde ebenfalls die Scherheit erhöhen, das machen aber die wenigsten. So erlebe ich das sehr häufig auf meinem täglichen Arbeitsweg (mit dem Auto).
Und wie wärs damit mal die Hauptunfallverursacher mit Auflagen zu drangsalieren? Wie wärs mit flächendeckend Tempo 30 in den Städten? Wie wärs damit LKWs ohne Abbiegeassisten nicht in Städten herumfahren zu lassen?

Bei KFZ-Fahrrad Unfällen ist fast immer der Kraftfahrer Schuld an dem Unfall.

Ach ja, Radfahrer ohne Beleuchtung sind (im dunkeln) häufig sicherer unterwegs, da sie damit rechnen jederzeit von KFZ Fahrern übersehen zu werden.
Wer sich hingegen darauf verlässt, durch Beleuchtung und Warnwesten wäre man sichtbar und Autofahrer würden sich dann rücksichtsvoll Verhalten, landet schneller unter einem abbiegenden Lieferwagen als er 'Helm Hilf' sagen kann.

Ein Helm ist völlig witzlos, wenn der Brustkorb von einem abbiegenden Fahrzeug zerquetscht wird. Und auch ein tonneschweres KFZ interessiert es wenig ob da noch ein Helm zwischen Hirn und Reifen ist.

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jupp78 18.06.2019, 16:05
33.

Zitat von thsherlok
Wenn sich die KFZ Lenker mal an die Regeln halten würden (z.B. nicht einfach blind abbiegen) gäbe es kaum noch Tote Radfahrer. Die meisten Radfahrer werden von Kraftfahrern getötet; und die Hauptunfallverursacher dabei sind die Kraftfahrer.
Das ist wohl mehr Ihr Wunsch als Wirklichkeit.
Ich denke die Schuldigen sind sehr schon aufgeteilt. Den übelsten Fahrradunfall, den ich je live gesehen habe war ein Rotlichtverstoß einer Fahrradfahrerin. Abbiegevorgänge erfolgen halt auch selten mit 50km/h, das Überfahren einer grünen Ampel hingegen schon. Dementsprechend groß sind halt auch die Konsequenzen.

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singlebunch 18.06.2019, 16:06
34.

Zitat von jupp78
Die StVO sagt aber auch ganz klar, dass ausreichend Platz vorhanden sein muss und das der Zweiradfahrer "besondere Vorsicht" an den Tag legen muss. Geht die Nummer in die Hose, dann hat der Zweiradfahrer praktisch gesehen bereits den Beweis dafür gelegt, dass er min. eines der beiden Kriterien der StVO missachtet hat.
Aha, wenn also etwas passiert, ist automatisch der Radfahrer Schuld? Bestechende Logik! Ausreichend Platz ist im Übrigen, wenn man mit dem Rad hindurchpasst, oder wollen Sie etwas anderes behaupten?

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singlebunch 18.06.2019, 16:09
35.

Zitat von meiner_einer
Wenn ich sehe, wie Radfahrer nachts ohne jegliche Beleuchtung und in Tarnkleidung auf der Straße unterwegs sind, und andere selbst elementarste Verkehrsregeln wie rote Ampeln nur als freiwillige Handlungsanweisungen abtun, wundert es mich direkt, dass nicht noch mehr passiert.
Was Sie sehen (oder zu sehen glauben), ist ohne jede statistische Relevanz. Mich wundert daher nicht, dass die tatsächlichen Zahlen von Ihren Erwartungen abweichen.

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a_koeln 18.06.2019, 16:09
36. Erst mal STVO lesen

Zitat von RiHo
Würden sich die lieben "Kollegen" auf dem Rad mal an die STVO halten, gäbe es wohl deutlich weniger Tote. Da gibt es zwar Radwege, aber da wird eben doch auf der Straße gefahren. Und kaum ist die Ampel für Autos Rot, wird eben auf den Fußweg gefahren um dort die Grüne Ampel zu erwischen - ist ja klar oder? Oder an der Ampel wird dann einfach recht vorbeigedrängelt, damit man ganz vorne steht - muss ja auch sein oder? Sonst hätte man als Fahrradfahrer ja garkeine Vorteile... Führerschein für Radfahrer! Und mehr Kontrollen - bei Verstoß gegen die STVO, Führerschein weg - so lernen die Radfahrer es vielleicht - geht schließlich um ihre Gesundheit.
Erst mal selber die StVO lesen: Die Benutzungspflicht für Radwege entfällt, wenn diese unbenutzbar oder unzumutbar sind. Diese beiden Begriffe sind in der Verwaltungsvorschrift zur StVO genau definiert, nach diesen Definitionen entfällt in den allermeisten Fällen bei der Radwegsituation in deutschen Städten die Pflicht, den Radweg zu benutzen. Weiterhin gilt an der Ampel laut StVO: "Ist ausreichender Raum vorhanden, dürfen Rad Fahrende und Mofa Fahrende die Fahrzeuge, die auf dem rechten Fahrstreifen warten, mit mäßiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht rechts überholen."

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JaguarCat 18.06.2019, 16:11
37. Radfahrer und Unfälle

War klar: Ein Unfallforscher berichtet, dass Radfahrer einem größere Risiko ausgesetzt sind, und sofort kommen die Raser aus ihren Löchern und meckern hier im Forum rum, dass die Radler alle selber schuld an ihrem Unfalltod seien.

Nun, alle Schimpfer der "selber-Schuld"-Fraktion fordere ich auf, die Zusammenfassungen des ADFC zu tödlichen Radfahrer-Unfällen in Berlin zu lesen:
https://adfc-berlin.de/radverkehr/sicherheit/information-und-analyse/145-unfallorte/650-getoetete-radfahrende-2019.html
https://adfc-berlin.de/radverkehr/sicherheit/information-und-analyse/145-unfallorte/515-getoetete-radfahrende-2018.html

Die Hälfte aller Fälle (6 von 12) liest sich wie folgt: "Eine N-jährige Radfahrerin fährt auf dem Radweg der A-Straße in Berlin-X in Richtung Y. Ein Kraftfahrer ist mit seinem Lkw in der A-Straße in derselben Richtung unterwegs. Beim Abbiegen von der A-Straße nach rechts in die B-Straße missachtet der Fahrer des Lkws den Vorrang der rechts von dem Lkw geradeaus fahrenden Radfahrerin. Der Lkw erfasst die Radfahrerin, die bei dem Unfall schwerste Verletzungen erleidet und noch an der Unfallstelle verstirbt."

Kein einziger Fall aus 2018/2019 liest sich wie folgt: "Der Radfahrer fährt an der Kreuzung von A- und B-Straße bei rot über die Ampel und wird vom Querverkehr erfasst". Und auch keiner liest sich wie folgt: "Der Radfahrer benutzt die Straße statt dem Fahrradweg und wird von einem Auto erfasst".

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jupp78 18.06.2019, 16:12
38.

Zitat von barklug
Es ist mir unerklärlich, wie sich 35jährige Radfahrer/Innen von einem abbiegenden Lkw überrollen lassen können.
Komplett fehlendes Gefahrenbewusstsein.
Wie sagte eine Radfahrerin im Interview, deren Beine von einem LKW überrollt wurden zu ihrem letzten Gedanken vor dem Unfall: "Der wird mich doch nicht umhauen". Der Gedankengang zeigt eindeutig, dass sie angenommen hat, dass es nur dann zu einem Unfall kommt, wenn der LKW-Fahrer sie vorsätzlich umfährt. Faktisch war sie im toten Winkel. Die Möglichkeiten der nicht Sichtbarkeit oder des Übersehens durch einen anderen Verkehrsteilnehmer existierten in ihrer Welt offensichtlich nicht.

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spon_3055608 18.06.2019, 16:12
39. Tod in der Auto-Kratie

Dass mehr Radfahrer in tödlichen Verkehrsunfällen sterben liegt hauptsächlich daran dass es mehr Radfahrer gibt. Daneben gibt bes inzwischen Hunderttausende, die von Verkehrsregen wie hierzulande gebräuchlich sind (sein sollten?), keine Ahnung haben. Ein veränderte Risikoverhalten (zB. Mauteinbiker) und ein übertriebenes Geschwindigkeitsbedürfnis tun ein Übriges. Die Haupttodesursache sind aber unachtsame Autofahrer die neben dem Fahren glauben auch SMS-schreiben, Telefonieren,oder sonst was erledigen zu müssen glauben. Solches Verhalten, selbst wenn's für den Fußgänger/Radfahrer und zukünftig e-Rollerfahrer tödlich endet, ist auch nur mit lächerlichen Strafen bewehrt. Meist Bewährung, ein bischen Geldstrafe oder Sozialstunden und weiter geht bis der nächste ins Gras beißt. Dazu kommt das viele Autofahrer einfach furchtbar schlecht fahren und eigentlich nur schönes Wetter, trockene Straße und das Gaspedal kennen, aber kaum Entfernungen und Geschwindigkeiten einschätzen können. Sie sind es auch ganz einfach nicht gewohnt, dass inzwischen neben Ihnen auch andere langsamere Fahrzeuge unterwegs sind die zB beim Queren an einer Kreuzung uder Abbiegenmehr Zeit brauchen.

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