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Unfallforschung: Das Todesrisiko für Radfahrer ist dreimal höher als für Autofahrer
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Wer Bürger aufruft, mit dem Rad zu fahren, ohne für sichere Radwege zu sorgen, nimmt Tote in Kauf. Das ist die Warnung eines Unfallforschers, der ermittelt hat, wie groß das Risiko für Radler ist, im Verkehr zu sterben.

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quidquidagis1 18.06.2019, 16:56
80. Gute Idee..

Zitat von thsherlok
Erstaunlich das du die siehst. Dabei haben die doch extra alles unternommen um unsichtbar zu sein. Das eigentlich paradoxe ist, das unbeleuchtete Radfahrer sicherer unterwegs sind als beleuchtetete. Na, warum wohl? Richtig, unbeleuchtete Radfahrer wissen das sie von Kraftfahrer übersehen werden und verhalten sich (in aller Regel) demenstprechend. Beleuchtete Radfahrer gehen (irrigerweise) davon aus, Kraftfahrer würden sie sehen und sich entsprechend rücksichtsvoll (z.B. beim Abbiegen) verhalten. Das hat dann ab und zu fatale Folgen.
..dann lasse ich bei meinem Auto nachts das Licht aus und fahre umso umsichtiger,da ich ja nun weiß,dass ich nicht gesehen werde.Danke für den Tipp!

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OhneName234 18.06.2019, 16:56
81. Immer wieder schwarz-weiß

Es muss nicht sein, dass bei diesem Thema Radfahrerinnen gegen Autofahrerinnen aufeinander losgehen. Es sind alles Verkehrsteilnehmer*innen, die mal Fehler machen und manchmal rücksichtslos sind. Entscheidend muss doch sein, wie verhindert werden kann, dass die Schwächeren - Radfahrer und Fußgänger - Opfer der Stärkeren werden. Dazu scheinen die meisten der neuen Regeln den richtigen Weg zu weisen. Entscheidend aber wird es sein, die neuen und auch die schon bestehenden Regeln wirklich anzuwenden. Z.B. sofortiges Abschleppen derjenigen, die auf Rad- oder Fußwegen parken. Nur durch konsequentes Ahnden der Verstöße kann ein echter Lerneffekt erzielt werden. Gerne auch mit Kontrollen von Radfahrern (ich bin überwiegend Radfahrer, aber gelegentlich auch Autofahrer)

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fox69 18.06.2019, 16:56
82.

Zitat von jupp78
Problematisch wird es, wenn es nicht durch passt und der Radler nur der Meinung war, dass da ausreichend Platz für sein Durchquetschen war (dabei bitte beachten, Verkehr ist nicht immer nur ruhend).
Das "rechts-vorbei" ist ausschließlich beim stehenden Autos erlaubt.
Wenn die Autos wieder anfahren muss der Radfahrer zwischen den Autos bleiben.

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von_hintendrop 18.06.2019, 16:57
83.

ich habe gestern Abend in einem Lokal an einer innerstädtischen, engen und vielbefahrenen Straße gesessen. Auf dem maximal 30 Zentimeter breiten Radstreifen fuhr jeder zweite Fahrradfahrer ohne Helm, ohne Licht, in kurzen Klamotten und mit mindestens 20 km/h, teilweise sogar ohne Hände am Lenker. Wer so unvorsichtig und schlecht ausgestattet durch die Stadt heizt, der darf sich freuen, nicht schon an der nächsten Ecke die Fahrt in einer Kiste weiterführen zu dürfen.

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dertorsten 18.06.2019, 16:59
84.

Zitat von bestaf
kommt in dieser Diskussion oft zu kurz, nämlich indem sich Radfahrer selbst in Gefahr bringen, z.B. wenn sie auf der starkbefahrenen Straße unterwegs sind, obwohl es einen Radweg gibt. Oder wenn sie ohne Helm fahren und bei Dunkelheit ohne Licht. Eine Warnweste tragen würde ebenfalls die Scherheit erhöhen, das machen aber die wenigsten. So erlebe ich das sehr häufig auf meinem täglichen Arbeitsweg (mit dem Auto).
Hmm - es ist pro gefahrenem Kilometer um den Faktor 2,6 wahrscheinlicher eine schwere Kopfverletzung im Auto zu erleiden als auf dem Fahrrad. Auf dann, Helmpflicht für Autofahrer.

Die Abwägung ob ein Radfahrer einen Radweg nutzt oder nicht, müssen Sie schon ihm überlassen. Oftmals geht von den Radwegen mehr Gefahr aus, als vom fahren auf der Fahrbahn (Abbiegeunfälle, Radwegführung im Dooringbereich, schlechte Sichtverhältnisse, Untermassigkeit, Wurzelaufbrüche und Schlaglöcher etc...). Benutzungspflichtig ist der sowieso nur, wenn es ein entsprechendes blaues Schild gibt.

Bei "ohne Licht" in der Dunkelheit volle Zustimmung - das muss nicht sein. Aber - wenn ich mir ansehe wie viele Autos mit mindestens teildefektem Licht durch die Gegend fahren... die Betriebsgefahr die von einem Auto ausgeht ist wesentlich höher als die eines Rades.

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crunchy_frog 18.06.2019, 17:00
85.

Zitat von thsherlok
Die meisten Radfahrer sind des Denkens durchaus mächtig. Was glauben Sie wohl warum mangelnde Beleuchtung (des Fahrrades) nur in ca. 1% der Fälle unfallursächlich war? Ich fahre mit ausreichend Licht am Fahrrad (+ Kopfleuchte) und trotzdem werde ich regelmäßig (absichtlich?) an Einfahrten, Kreuzungen usw. übersehen bzw. mir wird die Vorfahrt genommen. Wenn ich mich da auf meine Beleuchtung verlassen würde, wäre ich längst tot. Auch werden die meisten Radfahrer bei für sie grüner Ampel überfahren. So gesehen ist es sicherer umsichtig bei Rot zu fahren, da hat man dann wenigstens nicht mit blinden Abbiegern zu rechnen.
Nach Ihrer Logik sollten also besser alle Verkehrsteilnehmer nachts unbeleuchtet unterwegs sein, da sich die Verkehrsteilnehmer sonst nur darauf verlassen würden, gesehen zu werden. Soweit richtig? Und zudem ist es noch umsichtiger eine Kreuzung bei Rot zu überfahren?
Sie geben sich aber schon grosse Mühe, dem Klischee zu entsprechen.

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georg69 18.06.2019, 17:01
86. Umdenken erforderlich

Solange viele Autofahrer die Radfahrer nur als lästige Begleiterscheinung des Straßenverkehrs betrachten, wird sich daran nichts ändern. Man beobachte nur, wie viele Autofahrer nicht in der Lage sind, den für Radfahrer vorgesehenen Raum (insbesondere Radfahrstreifen, Radwege) nicht für sich selber zu missbrauchen!

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noalk 18.06.2019, 17:01
87. Sie haben vollkommen recht

Zitat von Freier.Buerger
Menschen machen Fehler, Autofahrer machen Fehler, Fahrradfahrer machen Fehler. Zweiradfahrer MÜSSEN mit den Fehlern der anderen rechnen. ... Ich hätte die vielen Motorradkilometer nicht überlebt, wenn ich nicht mit den Fehlern der anderen gerechnet hätte.
Darum radle ich in Kreuzungsnähe lieber auf der Straße als auf einem Radweg, fahre auf der Straße mit ordentlichem Abstand zum rechten Fahrbahnrand und auch mal bei Ampelrot ... Hätte ich mich immer an die StVO gehalten, wäre ich schon mehrfach tot!

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thiberius 18.06.2019, 17:01
88. Unvollständig dargestellt ist ein solcher Artikel vollkommen sinnlos

"Todesrisiko für Radfahrer ist dreimal höher als für Autofahrer"

Zunächst: Das Todesrisiko liegt für alle Menschen unabhängig von der Wahl ihres Verkehrsmittels bei exakt 100%. Sterben muss jeder.
Zum Kontext: Dreimal höher bezogen auf was? Auf zurückgelegte Kilometer? Auf Fahren pro Stunde? Pro Nutzung des Verkehrsmittels? Pro erfolgten Unfall?
Welchen Sinn ergibt so ein Artikel und so eine Aussage ohne Hinweis, wie die Aussage zustande kommt? Richtig, exakt gar keinen Sinn.
Erschwerend wirkt, dass die Nutzer nicht deckungsgleich sind. Beim Autofahren gilt eine Promillegrenze von 0,5, bei Radfahrer von 1,6. Daraus ergibt sich, dass mehr Radfahrer stärker betrunken sind als Autofahrer. Und Alkohol ist ein kausaler Treiber für mehr Unfälle. Für Autofahren muss man einen Führerschein haben, fürs Radfahren nicht. Daraus ergibt sich, dass das grundsätzliche Fahrvermögen und die Kenntnisse der Verkehrsregeln bei Radfahrern niedriger liegt als bei Autofahrer. Niedrigeres Fahrvermögen und geringere Kenntnisse der Verkehrsregeln sind kausale Treiber für mehr Unfälle. Etc.

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acepoint 18.06.2019, 17:02
89. Gefühlte Wahrheit und Fakten:

Wie immer bei solchen Artikeln tobt sich hier die geballte »gefühlte Wahrheit« der PKW-Fahrer aus. Ein paar Fakten, unwiderlegbar und nachvollziehbar:

Das Statistische Bundeamt hat für 2017 ca 46.000 Unfälle PKW/Fahrradfahrer erfasst. In 75% aller Fälle hatte der PKW-Fahrer die Haupt- oder sogar alleinige Schuld. Bei LKW/Fahrrad ist das Verhältnis noch drastischer: über 80% Haupt- oder alleinige Schuld der LKW-Fahrer.

Hauptursache der Unfälle: fehlerhaftes Abbiegen oder zu enges Überholen.
Bilanz: ca 11.000 (schwer)verletzte und knapp 400 tote Radfahrer.

Alles nachzulesen ab Seite 99 im veröffentlichten PDF des Statistischen Bundesamts.

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