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Urteil gegen Autofahrer: Mehrere kleinere Verstöße rechtfertigen Fahrverbot
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Wer am Steuer telefoniert, kommt mit 60 Euro Bußgeld und einem Punkt davon. Mehrere solcher Verstöße können jedoch härtere Strafen nach sich ziehen, hat ein Gericht in einem aktuellen Fall entschieden.

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Thomas Schnitzer 17.11.2015, 15:22
90.

Zitat von qoderrat
Prinzipiell bin ich als defensiver Fahrer, der auch mal gerne wegen Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung bedrängt wird, bei Ihnen. Aber ganz pauschal kann man die Abzocke-Vorwürfe nicht von der Hand weisen. Ich kenne eine Stelle an einer 4 spurig ausgebauten Bundesstrasse, da gibt es 60er Schilder zum Aufklappen, normal ist 100 erlaubt. Umweltschutz steht auf einem kleinen Täfelchen darunter. Komischerweise ist der Umweltschutz nur immer dann nötig, wenn gleichzeitig geblitzt wird...
Klassischer Fall von Fehlinterpretation der Kausalität. Wenn aus Umweltschutzgründen temporär Tempo 60 benötigt wird, wird natürlich auch kontrolliert, ob das eingehalten wird, nicht umgekehrt. Hat nichts mit Abzocke zu tun, sondern mit Kontrolle der Wirksamkeit der Maßnahme.

Und wenn sie wissen wollen, warum das Schild da steht, dann müssen sie bei der zuständigen Behörde (Kreis, Land etc.) nachfragen warum es dort steht.

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Isfet 17.11.2015, 15:25
91.

Zitat von bill_dauterive
Während ich vor der Schule meines Sohnes wo ständig "gerast" und in dritter- und vierter Reihe geparkt wird in mittlerweile sieben Jahren noch nie eine Geschwindigkeits- oder Polizeikontrolle gesehen habe.
Ich hab jahrelang neben einer Schule und später nochmal ein paar Jahre gegenüber einem Kindergarten gewohnt - beides in einer 30er Zone. Ich kann Ihnen versichern, dass mind. 80 % der wegen Geschwindigkeitsübertretung festgestellten Eltern waren, die ihre Sprösslinge brachten oder abholten.

In einer Nachbarstadt wurde deshalb sogar die Straße vor einer Schule gesperrt - da dürfen nur noch die Schulbusse reinfahren.

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Zeugma 17.11.2015, 15:26
92. Ganz einfach

Zitat von NoTarget
"... aber wenn auf gut ausgebauten Autobahnabschnitten 60km/h oder 80km/h Begrenzungen stehen und man - so man sich dran hält - von ALLEN anderen, LKW inklusive, überholt wird, dann sollte man vielleicht auch mal die Sinnhaftigkeit der lokalen Regelsetzung hinterfragen."
Wenn man einfach ein paar Kontrollen einführen würde, dann wäre die massenhafte Selbstauslegung der StVO ganz schnell passé.

Weniger Tempo bedeutet grundsätzlich immer mehr Sicherheit.

Die meisten schwimmen dann aber eben doch mit dem Strom, wie Sie es auch tun, und passen sich den Verstoßenden an.

Weiter Ausführungen zur Anpassung gerade in D spare ich mir aber besser ...

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bill_dauterive 17.11.2015, 15:26
93.

Zitat von j.vantast
Ja, es gibt immer etwas wichtigeres. Aber es sind nicht wenige in Deutschland unter Drogeneinfluss und/oder ohne Versicherungsschutz unterwegs. Anstatt zu jammern: Wenden Sie sich an das für Sie zuständige Ordnungsamt bzw. die zuständige Aufsichtsbehörde. In fast jeder Kommune nimmt man Vorschläge gern an und setzt diese dann auch meist um. Aber jammern ist ja viel einfacher, gell?
Ich "jammere" doch nicht. So ein Blödsinn bringt mich eher zum Schmunzeln. Mein Auto ist versichert und ich fahre nur nüchtern. Besonders geschmunzelt habe ich als ich aus der Zeitung erfahren habe dass bei besagter Grosskontrolle auf der A113 in sechs Stunden (was auch sechs Stunden Verkehrschaos bedeutete da der gesamte Verkehr durch ein einspuriges Nadelöhr in einer Parkbucht geleitet wurde) wenige gramm weicher Drogen und ganze sechs Fälle von Kennzeichenmissbrauch (also vermutlich Kurzzeitkennzeichen mit falsch ausgefülltem "rosa Schein") aufgedeckt wurden.
Top Quote würde ich sagen.

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chalchiuhtlicue 17.11.2015, 15:26
94.

Zitat von j.vantast
Alkohol am Steuer ist verboten falls Sie das noch nicht wussten. Alles andere siehe §1 StVO. Zur Zeit ist in vielen Statistiken zur Unfallforschung die Unfallursache Smartphone noch nicht eingeflossen. Aber alle Verkehrsexperten sind sich einig dass die Benutzung des Smartphones eine der Hauptunfallursachen ist.
1. Ihrer Aussage zu Smartphones stimme ich zu. Als Notarzt und somit "Berufsbeifahrer" habe ich auf Einsatzfahrten die Möglichkeit, in die Fahrzeuge, die wir überholen, hinein zu sehen. Etwa 80% der Fahrer, die uns zuvor nicht oder erst verspätet Platz gemacht haben, kann ich feststellen, dass sie gerade am Benutzen ihrer Smartphones sind. Smartphones stören erheblich die Konzentration des Fahrers. 2. Was meinen sie mit Alkohol am Steuer ist verboten? Das stimmt so nämlich nicht. Für Fahranfänger und Fahrer unter 21 Jahren liegt die Promillegrenze tatsächlich bei 0,0 Promille, bei allen anderen allerdings bei 0,5 Promille. Strafbar werden kann der Alkoholkonsum jedoch im Falle eines Unfalles bereits bei weniger als 0,5 Promille. Ihre verallgemeinernde Aussage jedenfalls ist falsch.

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Zeugma 17.11.2015, 15:29
95.

Zitat von Niederbayer
Die Sinnhaftigkeit von Regeln kann man doch nicht an der Einhaltung derselben festmachen. Wenn die Polizei beim Oktoberfest in einer nacht 100 besoffene aus dem Verkehr zieht dann stelle ich anschließend die Sinnhaftigkeit der Regel nicht betrunken fahren zu dürfen in Frage? Ist das Ihr Ernst?
Ja, ich vermute, das ist sein Ernst, und so denken erschreckend viele. Da wird dann so sicher wie das Amen in der Kirche gerade noch das Tempolimit vor Schulen und Kindergärten als einzuhalten dargestellt, aber bei allem anderen ist sich jeder selbst der Klügste in der Herde und hält sich wahrscheinlich für einen ganz tollen Nonkonformisten in seiner unerträglichen Spießigkeit im Mittun mit den anderen.

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olli47 17.11.2015, 15:29
96.

Na, dann kan ja das Flensburger Register abgeschafft werden.

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infoseek 17.11.2015, 15:30
97. Frontal in den Gegenverkehr oder von der Straße abgekommen

Hier in der Gegend häufen sich diese Fälle - gerade auf übersichtlichen, eigentlich ungefährlichen Abschnitten. Gelegentlich erwischt es einen Überhol-Idioten, der sich und sein Fahrzeug massiv überschätzt hat - aber meist heißt es: Ursache ungeklärt. Aufgrund eigener Beobachtungen bezüglich des Smartphone-Gebrauchs von anderen Fahrern gehe ich jede Wette ein, dass in vielen dieser Fälle Whatsapp, Facebook & Co. gerade wichtiger waren als der Gegenverkehr (und nicht nur zum lesen). Ich hätte kein Problem mit 3 Monaten Fahrverbot für Smartphone-Junkies, die es auch während der Fahrt nicht stecken lassen können - eben weil sie damit nicht nur sich selbst massiv gefährden, sondern als potentielle Killer unterwegs sind.

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ex_t_kunde 17.11.2015, 15:31
98. Richtig so!

Richtig so! Mich haette so ein voellig verantwortungs- und ruecksichtsloser Autofahrer (BMW) fast an einer Fussgaengerampel ueberfahren: Er war so in sein Handygespraech vertieft, dass er die rote Ampel uebersehen hatte...

Muss erst etwas passieren damit man die Gefahr, die diese Autofahrer fuer andere, gerade schwaechere Verkehrsteilnehmer wie Kinder, darstellen, ernst nimmt? Ich finde es gut, dass das Gericht so geurteilt hat.

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Zeugma 17.11.2015, 15:31
99.

Zitat von lema2011
Einverstanden: Fahrverbot wenn andere Menschenleben gefährdet werden. Aber ist es verhältnismässig, wenn ein Fahrer öfter in Tempofallen gerät, die immer häufiger zum Zweck einer Einnahmequelle an Stellen, die keine Gefahrenschwerpunkte sind, aufgestellt sind, dann Fahrverbote auszusprechen?
Wieso sollte das unverhältnismäßig sein? Ein Auto zu bedienen ist recht simpel, so auch die Beachtung der Verkehrsregeln.

Wer das nicht schafft, dem fehlt ganz offensichtlich ein Mindestmaß an geistiger Leistungsfähigkeit.

Und den mit 2 Tonnen Blech Drumherum auf Kinder, Radfahrer und Fußgänger loszulassen, das darf einfach nicht möglich sein.

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