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Urteil zur Handynutzung am Steuer: Zeit, zu zahlen
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Wer im Auto während der Fahrt zum Handy greift, riskiert ein Bußgeld - auch wenn er nicht telefoniert oder eine SMS schreibt. Ein Oberlandesgericht hat entschieden, dass schon das Ablesen der Uhrzeit auf dem Display bestraft wird.

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Dr. Seltsam 17.12.2014, 13:23
1. Genau...

... ich kauf mir nämlich ein Handy, damit ich seinen bestimmungsmäßigen Zweck, das Uhrenablesen, endlich mal machen kann.
Find nur ich das bekloppt?

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raber 17.12.2014, 13:23
2. Verbotsvielfalt am Steuer

Am Navi drücken und schieben erlaubt, aber nicht das Handy ablesen. Schmincken, rauchen und ein Brötchen während der Fahrt essen ist erlaubt oder inzwischen auch verboten?

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corvus cornix 17.12.2014, 13:26
3. mmh...

Auch wenn ich dem Kläger nicht unbedingt glauben mag; aber bindet das Bedienen von Radio und Navi mittlerweile nicht viel mehr von der Aufmerksamkeit?
Ich warte darauf, daß Navigations- und Audiogeräte auch nur noch bei abgestelltem Motor bedient werden dürfen ...

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jujo 17.12.2014, 13:30
4. ...

Das war wohl auch nur eine Ausrede, das er nur die Uhrzeit ablesen wollte. In jedem Auto, selbst in den billig Modellen, gibt es an gut sichtbarer Stelle im Armarturenbrett eine Uhr!
Aber man kann es ja versuchen.

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n.nixdorff 17.12.2014, 13:33
5. Richtig.

Was für ein Auto fährt er denn, der Herr? Hat er denn keine Uhr im Armaturenbrett? Die Strategen, die am Steuer mit ihrem Mobiltelefon hantieren, lesen und schreiben, gefährden nicht nur sich selbst, dann wäre es ja egal, sondern andere Verkehrsteilnehmer. Durch diesen Gerichtsentscheid wird den Unverbesserlichen endlich die letzte Ausrede genommen.

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tailspin 17.12.2014, 13:36
6. Aber die Uhr darf ich ablesen?

Solange es Deutsche gibt, wird die Korinthenkackerei nie aufhoeren.

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koenigludwigiivonbayern 17.12.2014, 13:40
7.

Ich kam eines Samstagsmorgens im tiefverschneiten Winter vom Notarztdienst und wurde von einer mir bekannten Prostituierten, deren 3-jähriger Sohn vor 10 Jahren an einem Hirntumor gestorben war und die an dessen Todestag schon mehrere Selbstmordversuche unternommen hatte, Episoden, vor denen sie selbst Angst hatte und wegen denen sie sich auf mein Anraten bereits in psychiatrischer Behandlung befand, angerufen, "Heute sei wieder der Tag und sie habe schon wieder so "komische" Gefühle". Auf meine Frage, wo sie sei, antwortete sie, sie sei bei sich zuhause und stünde auf dem Balkon (Anm.: im 26. Stockwerk eines Hochhauses). Ich sagte ihr, ich würde vorbeikommen, ihr aber auch den diensthabenden Notarzt schicken, der schneller dasein könne. Ich informierte die Rettungsleitstelle (während ich mit dem Auto fuhr) und wurde bei diesem Telefonat prompt von einer Zivilstreife angehalten. Die ließen mich weiterfahren. Als ich ankam hatte die Feuerwehr die Tür aufgebrochen und die junge Frau war gerade (freiwillig) unterwegs in die Psychiatrie. 6 Wochen später bekam ich einen Bußgeldbescheid über 80 Euro und einen Punkt in Flensburg. Gegen den legte ich beim Amtsgericht Ulm Einspruch ein. Meine Bekannte stellte sich als Zeugin zur Verfügung und die Rettungsleitstelle schickte ihre Aufzeichnungen. Ergebnis: die 80 Euro wurden erlassen, aber der Punkt wurde eingetragen. Der einzige Punkt in Flensburg, den ich in 40 Jahren Führerschein je hatte. Dafür lebt meine Bekannte noch und hat ihre Probleme in den Griff bekommen. Ich würde jederzeit genau so wieder handeln, Amtsgericht Ulm oder nicht.

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Stäffelesrutscher 17.12.2014, 13:40
8.

Die Richter berufen sich auf ein Urteil des OLG Hamm von 2005. Beides ist drollig.
Gab es damals eigentlich schon Handys, die man in eine Halterung einschieben konnte, so dass sie dort saßen, wo üblicherweise der Navi-Bildschirm sitzt, auf dem man ja ungestraft herumpatschen darf?

Das hieße dann: je nach Hersteller gibt es Bußgeld oder kein Bußgeld. Irre.

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kuddikurt 17.12.2014, 13:44
9. Handy benutzen

Das mit dem Handy nicht telefoniert oder SMS geschrieben werden soll ist richtig und muss bestraft werden. Aber das nur die Zeit ablesen bestraft werden soll ist kleinlich und zeigt mal wieder das der normale Bürger vor dem Gesetz nicht gleich behandelt wird. Wenn der Staat oder die Stadt Geld bekommen soll, gilt die Rechtsprechung der Ökonomie.

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