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Verkehr ohne Regelwut: Ein Dorf schafft den Schilderwald ab
DPA

Auf der Hauptstraße im niedersächsischen Bohmte macht jeder, was er will. Die Gemeinde hat fast alle Schilder und Verkehrsregeln abgeschafft - trotzdem können Fußgänger mit geschlossenen Augen über die Straße gehen.

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kantundco 29.09.2014, 11:33
1. Schon der zweite gute Artikel heute!

Es ist alles andere als paradox, wenn nicht durchgeregeltes Zusammenspiel von Bürgern besser funktioniert, als der Bürokratismus bis ins letzte Glied. Die Leute achten einfach mehr auf ihre Mitbürger und nicht auf Regeln. Man muss den Menschen nur mehr Verantwortung für ihr eigenes Tun übertragen und mehr Vertrauen schenken, dass sie es selbst regeln. Und das gilt nicht nur für den Straßenverkehr, sondern für viele Lebensbereiche. Eine extreme Idee: Wenn die Steuerzahler bei ihrer Einkommenssteuer noch ankreuzen dürften, wohin ihre Arbeitsleistung fließen soll, dann dürfte es auch weniger Steuerhinterzieher geben, da damit die Verantwortung des Einzelnen für den Staat schnell klar werden würde...

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susiwolf 29.09.2014, 11:34
2. Klein anfangen - gross 'rauskommen' ...

Kein Schimpfen mehr auf Radfahrer,
Keine Autohupe,
Keine LKWs mehr ... die die 'Stärke' herauskehren,
kein Fussgänger, der gefährdet ist,
Millionen von eingesparten Kosten für die Gemeinde,
eine Unfallstatistik, deren Amplituden nur nach unten zeigen ...

Wir sind im Paradies gelandet:

Auf nach Bohmte, aber dort r ü c k s i c h t s v o l l, sonst knallt's !

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der.tommy 29.09.2014, 11:36
3.

Ausgezeichnet! Ich bin schon immer der Meinung dass die schiere Masse an schildern (an jeder Kreuzung, Einmündung, erneut Vorfahrtschilder, Schilder mit Geschwindigkeitsbegrenzung, Kennzeichnung von Parkverboten teils im meterabstand) eher vom eigentlich verkehrsgeschehen ablenken als für einen flüssigen Verkehr sorgen. Alle Schilder entfernen wird natürlich in Großstädten nicht funktionieren. Aber ein gesundes Maß, vielleicht auch das zurückgreifen auf eindeutige Markierung von Parkflächen mit beispielsweise blauen/gelben/weißen streifen könnten sehr hilfreich sein. Auch auf viele Schilder bzgl. Tempolimit könnte verzichtet werden, da das meist selbsterklärend ist.

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max_schwalbe 29.09.2014, 11:40
4. Endlich!

Das Gefühl, den niederländischen Verkehrsforschers hatte ich schon lange: Wenn alle wissen dass man selbstverantwortlich fahren muss, wird man automatisch vorsichtiger sein. Denn man weiß ja dann, dass auch die anderen "ohne Regeln" fahren. Ich bin auch dafür, sämtliche Geschwindigkeitsbregrenzungen abzuschaffen, das ist alles sinnlos! Allerdings: Hauptstraßen halte ich fr unverzichtbar, außerdem simple Warnschilder an unübersichtlichen Stellen, die für Ortunkundige zur einer Fehleinschätzung der Lage verleiten. Und: Zebrastreifen... DER REST KANN WEG!!!

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Immergutelaunefee 29.09.2014, 11:41
5. utopisch

waren sie schon einmal in Neu Delhi im Verkehr unterwegs? vollkommen ohne Schilder und Regeln... genau, wie hier empfohlen. Und wissen sie was dabei herauskommt? Absolutes Chaos und unzählige Verkehrstote...
Das kann also nicht die Lösung sein. Das funktioniert vielleicht an diesen vereinzelten Stellen, eben weil es selten ist.
Die Wahrheit liegt vermutlich wie immer irgendwo in der Mitte. ..

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JBond 29.09.2014, 11:44
6. Vergleiche

" 2012 gab es hier 44 Verkehrstote pro eine Million Einwohner."

Nur bietet diese Zahl keine wirkliche Vergleichsbasis.
Man müsste eher die Unfälle (bzw Unfalltoten) pro eine Million gefahrenen Kilometern messen...denn als Auto- und Transitland ist in Deutschland nunmal mehr Verkehr als in Norwegen.


Wenn ich sehe, wie viele Menschen täglich an einfachen recht-vor-links-Kreuzungen scheitern, kann ich mir die komplett unregulierte Version nur schwer vorstellen...aber auf den Versuch kann man es ruhig mal ankommen lassen.
Wobei ich auch da befürchte...sobald man die Regulierung lockert, wird es Menschen geben, die das ausnutzen (gerade was zum Beispiel das wilde Parken betrifft).


Aber den deutschen Schilderwald ausdünnen, wäre auf jeden Fall mal eine gute Idee - das fängt ja schon auf Landstraßen an, wo sich alle 200m die maximale Geschwindigkeit ändert.

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hubertrudnick1 29.09.2014, 11:47
7. Schilderwald Straße

Es geht doch oftmals nur darum jeden Verkehrsteilnehmer noch mehr Vorschriften aufzuzeigen, die allerdings der Teilnehmer nicht wirklich aufnehmen und verarbeiten kann.
Und noch eines, die Verkehrsschilder sind in einer solchen schlechten Qualität angefertig, ihre Lebensdauer wird immer kürzer, denn sie verblassen sehr schnell und sind das als solche nicht mehr wahrnehmbar.
Die alten DDR-Verkehrschilder hatten zig Jahre gehalten und auch nach vielen Jahren waren sie noch erkennbar, wer hat sich diese neuen Schilder nur einfallen lassen, oder wer verdient daran?

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geddon 29.09.2014, 11:49
8. Schuldfrage

Mich würde neben dem sehr interessanten Konzept interessieren wie bei Unfällen die Schuldfrage geregelt ist? Und wie nutzen Versicherungen das für sich aus, die pauschal stets versuchen Schuldanteile auf den Unfallgegner abzuwälzen?

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michmich321 29.09.2014, 11:51
9.

Aber wenn keine Schilder mehr gebraucht werden leidet ja die deutsche Wirtschaft.
Ebenfalls kann ohne Schilder niemand dagegen verstoßen, und woher sollen dann die Strafeinnahmen für den Staat kommen?
Je mehr Schilder desto höher die Wahrscheinlichkeit des Verstoßes und Möglichkeit des Kassierens.
Das ist Dtl.

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