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Verkehr: Warum Fahrverbote auch für neue Diesel sinnvoll sind
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Fahrverbote sollen für weniger Stickoxide in der Luft sorgen - ältere Dieselautos könnten aus den Städten verbannt werden. Dabei sind neuere Fahrzeuge oft dreckiger.

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Alimentator 06.03.2018, 21:08
380. Lösung: Anspruch auf Heimarbeit per Gesetz

Die Niederländer haben so erfolgreich den Berufsverkehr entlastet. Außerdem sind Diesel nur für lächerliche 13% des Stickoxid verantwortlich. Nur in Frankreich, Belgien und den Niederlanden gibt es beschränkte Dieselfahrverbote. Aber nur für Fahrzeuge, die mindestens 18 Jahre alt sind! Deutschland schafft sich auch in diesem Bereich ab.

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gerd0210 06.03.2018, 21:10
381.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Gerade wenn Ihnen ältere Menschen am Herzen liegen, sollten Sie für Dieselfahrverbote empfänglich sein. Denn diese gehören bezüglich Stickstoffdioxid zu den Hauptrisikogruppen. Laut Umweltbundesamt verstärkt Stickstoffdioxid zudem die Reizwirkung anderer Luftschadstoffe: "In der Folge können Atemnot, Husten, Bronchitis, Lungenödem, steigende Anfälligkeit für Atemwegsinfekte sowie Lungenfunktionsminderung auftreten. Auf der Grundlage dieser Effekte werden die Atemwege auch empfindlicher für Allergien." Und weiter: "Langandauernde Exposition kann zu Beeinträchtigung der Lungenfunktion und zu chronischen Herz-Kreislauferkrankungen führen." Wer steht den den ganzen Tag an Straßenkreuzungen? Stehen nicht, aber leben und das 24 Stunden Tag für Tag. Ich wohne zwar schön im Grünen, weiß aber, dass in der nächstgelegen Stadt regelmäßig die höchsten Messwerte an einem vielbefahrenen Verkehrsknotenpunkt gemessen werden, der einen schlechten Luftaustausch hat. Warum? Weil hohe Gebäude beiderseits der Straße eben diesen Luftaustausch verhindern. Und warum sind die Gebäude hoch? Genau, weil da viele Menschen drin leben. Vielleicht auch einige Ihrer älteren Menschen mit Vorerkrankungen, für die Reizungen der Atemwege und der Augen kein Zuckerschlecken sind.
Es bedarf aber schon erheblich höherer Konzentrationen, bevor die Augen tränen und der Hals kratzt. Verursacht wird dies aber nicht durch NO2, sondern erst nach der Verbindung mit H2O.

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pit.duerr 06.03.2018, 21:18
382. Was ist

eigentlich mit den Abgasen von Flugzeugen und Schiffen mit Schwerölbetrieb? Werden da demnächst hoffentlich auch solche Diskussionen geführt. So lange, die meisten dieser Dieselhasser noch fliegen und oder mit Kreuzfahrtschiffen über die Meere schippern, so lange diese Mitbürger weiterhin Plastikmüll produzieren, der unter anderem in den Weltmeeren verrotten und sich in diesen Dingen nicht ändern wollen, sind sie in meinen Augen Nebelkerzenwerfer und Heuchler. Entschuldigung, aber immer nur auf einem Verursacher rumhacken, finde ich etwas billig.

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MtSchiara 06.03.2018, 21:20
383. 50.000 virtuelle Tote

Zitat von tffg
Nicht nur Diesel der Schadstoffklassen 3, 4, 5 und 6 sondern auch die der kommenden Klassen 7, 8, 9, 10 und 11 gehören nicht auf die Strasse, sondern verboten. Ein sofortiger Verkaufsstopp von Dieselfahrzeugen würde Tausende Menschenleben retten. Über jeden Kauz und jede Wühlmaus wird sich aufgeregt, aber 50.000 Dieseltote jedes Jahr in Europa (offizielle Zahl des britischen Gesundheitsministeriums) scheinen überhaupt niemanden zu stören. In den Foren lese ich immer nur huhuhu, mein Auto ist jetzt weniger wert. Erbärmlich.
50.000 Tote ist eine politische und keine medizinische Aussage und besagt einfach nur, daß es das Britische Gesundheitsministerium befürworten würde, wenn mehr Dieselautos gefahren werden, denn die Toten bei Benzinern werden dort mit 80.000, und die von Elektroautos mit 110.000 Toten(wenn gleichviele Elektroautos wie Dieselautos unterwegs wären, und inklusive toter Kinder in afrikanischen Kobaltminen) angegeben.

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theodtiger 06.03.2018, 21:32
384. Politkversagen, verplemperte Zeit, Verantwortung der Autoindustrie

Die Bundesregierung ist für Verkehr und Umwelt in Deutschland verantwortlich (dies sind weder die Länder noch die Gemeinden; auf EU Ebene werden nur die Ziele ko-ordiniert, sodass alle Staaten etwas für die Luft in Europa tun). Die Bundesregierung war und ist für die Einhaltung der Grenzwerte sowie die normengerechte Zulassung der KFZs in Deutschland zuständig. In offenkundiger Kumpanei mit der Autoindustrie hat es die Bundesregierung (insbesondere durch das CSU geführte Verkehrsministerium) bisher verstanden, sich vor dieser Verantwortung für Umwelt, Leben und Gesundheit der deutschen Bevölkerung zu drücken. Zudem hat die Bundesregierung in Brüssel keine Gelegenheit versäumt, die Umweltgesetzgebung hinsichtlich der Autoindustrie zu verwässern. Mit entsprechendem politischen Willen wäre es möglich gewesen, die Autoindustrie dazu zu zwingen, alles Erfordsrliche zu tun, um die Normen nicht nur auf dem Prüfstand zu erfüllen. Die NO2 Grenzwerte sind seit 1999 beschlossen und hätten schon seit nunmehr 8 Jahren nicht mehr überschritten werden dürfen. Dabei hat es auch schon früher technische Lösungen zu vertretbaren Kosten gegeben, wie die Tests mit Hardware Nachrüstung zeigen. Man hätte nur nicht jahrelang das Problem dreist ignorieren dürfen. Es kommen also Politkversagen (insbesondere seitens der CSU) zusammen mit einer recht verantwortungslosen Autoindustrie (die in den USA schon gezeigt bekommen hat, wohin das führt).

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velofisch 06.03.2018, 21:44
385. Ungerecht

Da dürfen Diesel mit durch Betrug erschlichener Zulassung weiterfahren und ältere Diesel, die sich an alle Normen halten, werden verboten. Die Autoindustrie hat sich mal wieder durchgesetzt und lässt andere für die eigenen Verbrechen büßen.

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matthiasdaun 06.03.2018, 21:45
386. Viel Lärm um nichts

Wie soll man überhaupt kontrollieren, wer welche Plakette hat? Stehen da Polizisten und kontrollieren die Autos? Und was ist mit den Nebenstrecken? Diese Diskussion bringt nur Verunsicherung. Jeder Stadtbewohner muss sich klar machen, dass die Menschen, die in die Stadt fahren, entweder kommen, um zu konsumieren oder um dort zu arbeiten. In beiden Fällen hat die Stadt was davon. Wer hier jetzt eine Autofahrerbashing betreibt, sollte sich dies in Erinnerung rufen. Wenn der öffentliche Nahverkehr keine Alternative bietet und die Gefahr besteht, dass auch andere Autos von Verboten betroffen sind, werden die Fachkräfte sich nach Standorten umschauen, zu denen sie problemlos pendeln können und die Konsumenten ebenfalls. Ich bin gespannt, was passiert, wenn das erste Unternehmen sich außerhalb einer Großstadt ansiedelt, weil es dort leichter Fachkräfte findet oder wenn der Einzelhandel die ersten Fahrverbote im Umsatz spürt. Vielmehr müssten ÖPNV - Angebote eingerichtet werden, die eine wirkliche Alternative bieten, was letztendlich auch mit Investitionen verbunden ist. Und hier ist die Frage, wer diese Investitionen leisten sollte? Diese Diskussion wäre zielführender.

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tatsache2011 06.03.2018, 21:56
387.

Zitat von pit.duerr
eigentlich mit den Abgasen von Flugzeugen und Schiffen mit Schwerölbetrieb? Werden da demnächst hoffentlich auch solche Diskussionen geführt. So lange, die meisten dieser Dieselhasser noch fliegen und oder mit Kreuzfahrtschiffen über die Meere schippern, so lange diese Mitbürger weiterhin Plastikmüll produzieren, der unter anderem in den Weltmeeren verrotten und sich in diesen Dingen nicht ändern wollen, sind sie in meinen Augen Nebelkerzenwerfer und Heuchler. Entschuldigung, aber immer nur auf einem Verursacher rumhacken, finde ich etwas billig.
Verursacher in Innenstädten
Anteil an NO2 im Straßenverkehr.
" Diesel-PkW 72%
kleine Nutzfahrzeuge 11%, große 8%
Bus 4%
übrige PKW 3% "
http://www.zeit.de/mobilitaet/2018-02/bundesverwaltungsgericht-erklaert-diesel-fahrverbote-fuer-zulaessig

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Aberlour A ' Bunadh 06.03.2018, 21:57
388. Es bedarf aber schon erheblich höherer Konzentrationen?

Zitat von gerd0210
Es bedarf aber schon erheblich höherer Konzentrationen, bevor die Augen tränen und der Hals kratzt. Verursacht wird dies aber nicht durch NO2, sondern erst nach der Verbindung mit H2O.
Eben nicht. Für mich als Asthmatiker ist der deutsche Diesel-Wahn eben mit den entsprechenden Symptomen verbunden. Gerade bei Inversionswetterlagen. Für diese Beeinträchtigung an Lebensqualität hat mich leider bis heute noch kein Dieselfahrer entschädigt. Zum Glück steigt Toyota jetzt aus dem Wahnsinn aus, anstatt, wie die deutsche Automobilindustrie, der Totgeburt auch noch neues Leben einhauchen zu wollen.

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MtSchiara 06.03.2018, 22:06
389. Vor dem Gesetz

Zitat von aus-berlin
Der Wert von 40 steht im Gesetzt und gilt damit. Auch wenn er "unwahr" ist. Was auch immer das mit Wahrheit zu tun haben soll bleibt ihrer Denkweise überlassen. Sorgen Sie dafür, dass das Gesetz geändert wird. Der andere Forist macht auch den Fehler, zu unterstellen alle würden meinen der Wert von 40 sei schon gefährlich. Das meint keiner. Die 40 ist nur ein Grenzwert und schon deswegen beliebig. Irgendwo muss man eine Grenze ja ansetzen. Konkret liegt der Wert in München bei 80. Darum geht es. Bei 42 wird es kein Fahrverbot geben.
Es geht bei der Diskussion um die 40ug um folgendes:
1) darum, daß dieser Grenzwert entsprechend aktueller medizinisch-wissenschaftlicher und Umwelt-Kenntnisse angepaßt wird. Das muß aber das Parlament tun.
2) darum, wie man ihn mißt und wo man die Meßgeräte hinstellt. Das ist jedem Mitgliedsland frei gestellt. Die EU vertraut hier auf die Verläßlichkeit der Mitgliedsländer und kann nicht selber messen, wie man beim Euro-Beitritt von Griechenland sehen konnte.
3) darum, was zu tun ist, wenn er überschritten wird, (z.B. Häuser abreißen, damit die Luft besser zirkuliert / Geschäfte und Firmen aus der Stadt auslagern, damit weniger Menschen in die Stadt müssen / die Zahl der in der Stadt anmeldbaren Autos kontingentieren / Meßgeräte woanders hinstellen / gemessene Werte durch Anwendung anschließender mathematischer Algorithmen verändern (wird in den letzten Jahren gerne bei der Messung der Erdtemperatur gemacht, um die gemessene Temperatur zu erhöhen) / Homeoffice für Firmen in der Stadt verbindlich machen / die Straße, in der das Meßgerät steht, zur Fußgängerzone machen / etc. pp)

zu 2) und 3) steht übrigens nichts im Gesetz, und die Maßnahmen von 3) müssen nur "wirksam" sein, mehr nicht

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