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Verkehrsexperte zur City-Maut: "Zwei Drittel aller Autos müssen von den Straßen versc
DPA

Verkehrsexperte Heiner Mohnheim geht die City-Maut nicht weit genug. Er fordert eine Gebühr für jeden gefahrenen Kilometer auf allen Straßen und erklärt, warum Städte, Kommunen und Bürger davon profitieren würden.

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Ranor 26.04.2019, 09:25
130. Absolut falsche und leicht wiederlegbare Aussage

Zitat von az150
Hier werden einige richtige Dinge deutlich ausgesprochen, z. B. in punkto "schwarzfahrende Autofahrer", denn entgegen der landläufigen Auffassung können Kfz- und Mineralölsteuer für die immensen Straßenbau- und Straßeninstandhaltungskosten nicht einmal annähernd kostendeckend sein. ...
Allein die Einnahmen aus der Mineralölsteuer lagen 2017 bei 41 Mrd. Euro (1). Da sind die Einnahmen durch Kfz Steuer und Mehrwertsteuer beim Kauf oder Mieten von Fahrzeugen also noch gar nicht mit drin. Die geplanten Gesamtausgaben des Verkehrsministeriums liegen 2019 bei 29,3 Mrd. Euro. 2017 wurden 9 Mrd Euro im Bereich Bundesfernstraßen und weitere 1.6 Mrd. für die Verbesserung des Verkehrs in den Gemeinden ausgegeben. (2).

Entgegen ihrer Aussage und der des "Experten" subventionieren Autofaher also mit den von ihnen gezahlten Beiträgen nicht nur die von ihnen genutze Infrastruktur sonden darüber hinaus auch alle anderen Ausgaben für Verkehr ob Bahn Schiff oder Flugzeug und dann bleibt sogar noch was übrig.

1: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2478/umfrage/entwicklung-der-einnahmen-aus-mineral--energiesteuer-seit-dem-jahr-1950/
2: https://www.deutschlandinzahlen.de/tab/deutschland/infrastruktur/verkehr-und-transport/ausgaben-fuer-den-verkehr

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IngoLars 26.04.2019, 09:26
131.

Zitat von az150
Hier werden einige richtige Dinge deutlich ausgesprochen, z. B. in punkto "schwarzfahrende Autofahrer", denn entgegen der landläufigen Auffassung können Kfz- und Mineralölsteuer für die immensen Straßenbau- und Straßeninstandhaltungskosten nicht einmal annähernd kostendeckend sein. Allerdings ist einiges auch schnell dahingesagt und dabei weder glaubwürdig noch zielführend, z. B. die Aussage, man werde überdimensionierte Kreuzungen einfach mit Wohnungen bebauen. Wohnungen an verkehrsreichen Orten (Kreuzungen insbesondere) sind unbeliebt und daher solche Flächen hierfür nicht geeignet, da wird man sich etwas anderes einfallen lassen müssen. Aber was den immensen Ausbaubedarf von ÖPNV nicht nur in den Städten, sondern gerade auch im Umland, das hierbei hintan gestellt wird, betrifft, gebe ich dem Verkehrsforscher vollkommen Recht. Die Bedeutung des Fußgängerverkehrs hätte er aber gerne noch einmal herausstreichen können, dessen Bedeutung und Potential gerade in der Stadt wird nämlich auch gerne übersehen.
Werter Forist, bevor Sie hier solche unhaltbaren Behauptungen machen sollten Sie sich die Faktenlage zur Gemüte führen.
Selbstverständlich sind die Einnahmen hinreichend um die Kosten für Straßenbau- und Straßeninstandhaltung zu decken. Im Gegenteil: Der Überschuss beträgt satte 30 Mrd. Euro...im Jahre 2013 (die Zahlen die ich gefunden habe.
https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Forschungsdatenbank/fkz_3715_58_101_vergleich_verkehrstraeger_bf.pdf

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Bibs1980 26.04.2019, 09:28
132. Pendlerpauschale abschaffen, stattdessen...

Eine weitere Möglichkeit, den Verkehr zu verringern, wäre die Abschaffung der Pendlerpauschale - allerdings bei gleichzeitigem Recht auf Homeoffice. Wenn nur jeder fünfte Arbeitnehmer, der heute pendelt, zwei Tage in der Woche von zuhause aus arbeiten würde, würde sich der Berufsverkehr spürbar verringern. Das, was der Pendler heute über die Steuer "zurück" bekommt, würde er bei so einem Modell von vornherein an Spritgeld sparen. Für die meisten Verwaltungsberufe ist das technisch heute ohne Probleme machbar.

Jaja ich höre schon die Mahner, die da behaupten, dass sich die Leute dann 'nen lauen Lenz machen. Das stimmt aber nicht: Die Stanford Universität hat sogar eine erhöhte Produktivität beim Arbeiten von daheim festgestellt. Was nicht heissen soll, dass Heimarbeit ausschließlich toll für alle Seiten ist. Für die Verringerung des Verkehrs allerdings schon.

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LapOfGods 26.04.2019, 09:30
133.

Das Wort Pendler kommt im ganzen Artikel nicht vor. Der scheint zu meinen, dass alle nur aus Jux und Dollerei mit dem Auto zum Shopping fahren. Leute die von Duisburg nach Köln zur Arbeit müssen und weder an dem jeweiligen Hauptbahnhof arbeiten oder wohnen, denen wird mit einer PKW-Maut und mehr Fahrradstellpätzen echt sehr geholfen. Zu Hartz IV.

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wizzard74 26.04.2019, 09:30
134.

Zitat von fredotorpedo
Herr Monheim ist da inkonsequent, auch mit der Aussage " ... und der öffentliche Raum allen gehören. Vierspurige Straßen wird es nicht mehr geben. Sie werden stattdessen zu Bauland umgewandelt und auf den viel zu großen Straßenkreuzungen werden Wohnungen gebaut." Wir haben nicht nur Zuviel Autos sondern auch Zuviel Wohnungen. Wozu braucht jeder eine eigene Wohnung? Wohnungssharing gehört die Zukunft. Und vergleichbar dem ÖPNV sollten wir Gemeinschaftswohnung schaffen, wo mindestens ein Dutzend Personen sich gemeinsam Schlafraum, Essraum und Wohnzimmer teilen. Da wird endlich die Wohnraumknappheit beseitigt. In Städten wie Berlin und München können in großem Umfang Wohnhäuser abgerissen und stattdessen Parks zum flanieren angelegt werden. Der ganze individuelle Besitz ist doch sowieso Quatsch. Weshalb muss jeder einen eigene Fernseher, Laptops, Smartphones, Geschirrspüler, Waschmaschinen, ... besitzen. Ist doch eine ungeheure Ressourcenverschwendung. Sharing ist das Motto der Zukunft??? Herr Monheim, hier können Sie noch in ungeahnten Ausmaß Ihrer Phantasie freien Lauf lassen.
Das geht schon in die richtige Richtung, aber nicht weit genug. Wohnsärge wie in Hong Kong sind doch auch reiner Luxus - viel zu viel Privatsphäre. Lasst uns die Menschen einfach direkt aufeinander stapeln wie auf einer Müllhalde.

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hellmund35 26.04.2019, 09:31
135. Bessere Ideen braucht das Land

Gelächter Hr. Monheim, Autofahrer nutzen die Infrastruktur, aber zahlen nicht dafür, ist doch eine Fake-News par excellence. Sie sollten vielleicht erst einmal rechnen und das Steueraufkommen aus dem Autoverkehr zusammenzählen, bevor sie solch dumme Aussagen treffen. Auch die Aussage, dass die Autos immer auf den Gehwege stehen, ist doch eine maßlose Übertreibung. Man kann zwar hier und da dieses undisziplinierte Verhalten einiger Autofahrer sehen, aber ein generelles Problem ist das nicht. Zur City-Maut sei gesagt, dass die doch schon durch die hohen Parkgebühren existiert, aber nicht den Kommunen zugute kommt, weil die die Parkhäuser nicht gebaut haben, sondern Investoren, die nun Rendite machen wollen. Vor Jahren haben die Kommunen um die Wiederbelebung der Innenstädte geworben, um den Leerstand der Gewerbeimmobilien zu verhindern, wenn man nun eine City-Maut einführen will, wird man die Menschen wieder an die Peripherie drängen. Da muss es schon bessere Ideen geben, als das, was sie uns hier auftischen. Ein leistungsfähiger und kostengünstiger ÖNV wäre eine Lösung, aber da ist nicht wie sie darstellen der Bund zuständig, da sind die Länder und Kommunen selbst gefragt. Da kommt aber noch nicht einmal heiße Luft. Wenn ich bei jedem Problem gleich nach dem Bund schreie, dann stellt sich die Leistungsfähigkeit unseres föderalen Systems in Frage.

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Softeis 26.04.2019, 09:32
136.

Der Herr Monheim will hier definitiv eine Art politische Diskussion anregen. So wie es derzeit läuft kann es nicht weitergehen. Man schaue mal in eine städtische Seitenstraße. ÜBERALL Autos. Die Karren werden immer größer und nehmen uns immer mehr Platz weg. Wir brauchen in der Stadt DEUTLICH mehr ÖPNV. Nimbys müssen konsequent enteignet werden. Das Planungsbeschleunigungsgesetz war schonmal der richtige Weg.
Außerhalb von Städten müssen die Leute Ridesharing betreiben. Heißt, dass man sich Autofahrten teilt und die Autos so möglichst gut auslastet.
Wer diese Art von Mobilität will, die wir heute haben, muss auch bereit sein, dafür Seine Auto-Privatsphäre zu opfern. Netter Nebeneffekt: Man lernt neue Leute kennen.

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msc75 26.04.2019, 09:32
137. Ich werde darüber nicht fertig

"Denn das Groteske ist doch, dass wir mit den Autofahrern derzeit ja gewissermaßen Millionen Schwarzfahrer auf deutschen Straßen haben, die zwar die Infrastruktur nutzen, aber nicht dafür bezahlen - auch zulasten anderer Verkehrsteilnehmer."
Die einzigen wirklichen "Schwarzfahrer" auf Deutschlands Straßen sind nun gerade DIE, die Herr Mohnheim favorisiert ... die Radfahrer. Da kann man nun wirklich nur mit dem Kopf schütteln. Der Schreibtischheld ....

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docker 26.04.2019, 09:33
138. Straßen nicht von Autofahrern bezahlt ?

Mit welchem Geld sollten denn die Straßen sonst gebaut worden sein? Der Experte und Geschäftsführer (sollten Professuren und gleichzeitiger Sitz im Vorstand eines Privatunternehmens
überhaupt erlaubt sein ?) bezeichnet uns Autofahrer als "Schwarzfahrer" . Sind wir eben nicht, denn wir haben die Straßen bezahlt. Sie sind auch unser Eigentum. Vorsicht mit derlei Experten.

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poppi 26.04.2019, 09:33
139.

Zitat von fredotorpedo
Wir haben nicht nur Zuviel Autos sondern auch Zuviel Wohnungen. Wozu braucht jeder eine eigene Wohnung? Wohnungssharing gehört die Zukunft. Und vergleichbar dem ÖPNV sollten wir Gemeinschaftswohnung schaffen, wo mindestens ein Dutzend Personen sich gemeinsam Schlafraum, Essraum und Wohnzimmer teilen. Da wird endlich die Wohnraumknappheit beseitigt.
Sie haben Recht: Effizienter werden, auch beim Wohnen! Es kann nicht die Lösung sein, dauernd neue Häuser zu bauen. Wohnraum effizient nutzen, nicht den halben Tag leerstehen lassen. Bei den Autos wollen wir das doch auch nicht.

Wie es geht, hat uns ausgerechnet Berlin im ausgehenden 19. Jahrhundert vorgemacht. Im dritten Hinterhof wurde dann halt das eigene Bett an Schlafgänger vermietet, während man selbst zur Arbeit war. Da müssen wir wieder hin:

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