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Verkehrsexperte zur City-Maut: "Zwei Drittel aller Autos müssen von den Straßen versc
DPA

Verkehrsexperte Heiner Mohnheim geht die City-Maut nicht weit genug. Er fordert eine Gebühr für jeden gefahrenen Kilometer auf allen Straßen und erklärt, warum Städte, Kommunen und Bürger davon profitieren würden.

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bernhard.geisser 26.04.2019, 09:43
150.

"SPIEGEL ONLINE: Wenn die Dinge so klar sind, warum passiert dann nichts?" Auf diese Frage könnte man auch antworten: In der Demokratie bringt das Volk diejenigen Politiker an die Macht, welche das Volk mit bequemen Lösungen versorgen.

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Techniknerd 26.04.2019, 09:43
151. Wer soll das bezahlen können?

Ich wohne auf dem Land und habe einen Arbeitsweg von insgesamt 90km. Als Elektroingenieur verdiene ich nicht sonderlich schlecht aber auf dauer würde sich dieser Weg nicht rentieren. Einen Umstieg auf ÖPNV? Das ich nicht lache... Hier zulande wäre ich 2 1/2 Stunden pro Strecke!!!!! unterwegs und es würde mich deutlich! mehr kosten als das Auto... Und nebenbei. Der erste Bus zum Bahnhof würde um 7:23 abfahren. Arbeitsbeginn wäre dann gegen 10:00 Uhr. Zuhause wäre ich dann wieder gegen 22:00 Uhr. Man sollte erstmal die Gegebenheiten begutachten und dann auch schaffen um eine solche Aussagen zu rechtfertigen....Getreu dem Motto: Ich mach mir die Welt ....

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hifimacianer 26.04.2019, 09:44
152.

Zitat von bruno_67
Was soll das bringen ? Die meisten Fahrten sind berufsbedingt, also früh morgens und am Abend. Das bedeutet, die meisten Carpool-Nutzer würden das Fahrzeug zu selben Zeit benötigen. Was hätte die Stadt davon, wenn alle Fahrzeug im morgendlichen Stau einem Carpool angehören würden und nicht privat wären ? Die Zahl der benötigten Parkplätze wäre im Übrigen auch die selbe
Sie haben da etwas falsch verstanden.
Die Carpools sollen nicht für die vielen täglichen Pendler sein, sondern für die Fälle, wo es der ÖPNV oder das Rad nicht tut. Also der große Wocheneinkauf, die Fahrt zum Baumarkt, oder meinetwegen die Fahrt ins Grüne am Wochenende mit der Familie.

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rainer-rau 26.04.2019, 09:50
153.

Zitat von msc75
Ich könnte mich kaputtlachen. Der Herr Experte glaubt doch nicht wirklich, dass sich 2/3 der Leute ihre Auto's wegnehmen lassen. Und wenn er es über Geld und Maut erzwingen will, ist Autofahren zukünftig was für Reiche und die Armen fahren Bus und Rad. Das würde die Gesellschaft komplett zerreißen. Die Autofahrer nutzen Infrastruktur, die sie nicht zahlen? Gehts noch? Weit mehr als die Hälfte des Spritpreises zieht der Staat als Steuern ein, die KFZ-Steuer kommt noch obendrauf. Irgendwo reichts dann auch. Für mich ist dieser Artikel reines Lobbyisten-Gequatsche. Kein Wort bspw. über Fracht auf Schiene. Für mich gehört LKW-Fernverkehr komplett verboten. Schon wäre mindestens die Hälfte der Show im Sack. Individuelle motorisierte Mobilität (mit welchem Treibstoff auch immer) ist für mich ein Grundrecht. .... Frechheit, wie dieser "Experte" über mein Leben bestimmen will.
Die ganzen Spaßfahrzeuge wie Motorräder, Wohnmobile sowie reine Spaßfahrten mit Pkw, dann der schwachsinnige Lkw-Verkehr mit Amazon- und Zalando-Rücksendungen verstopfen zum großen Teil die Straßen und verpesten die Luft. Aber was machen die statt dessen?

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hifimacianer 26.04.2019, 09:51
154.

Zitat von ford_mustang
Eng betrachtet könnte man Fahrradfahrer als die Schwarzfahrer bezeichnen, da diese keine KFZ-Steuer bezahlen. 150 PKW auf 1000 Bürger fordert der Mann. Selbst wenn jedes Fahrzeug mit 5 Sitzplätzen ausgestattet ist, sind nur noch 750 Bürger mobil. Wer von den restlichen 25% auf der Strecke bleibt, dürfte ja klar sein.
Da die KFZ- und Mineralölsteuer bei weitem nicht ausreichen, um die Gesamtkosten des Autoverkehrs zu decken, ist ihr Einwurf denke ich nur eine Nebelkerze.

Davon abgesehen brauchen Radfahrer auch bei weitem nicht so eine robuste Bauweise wie der Autoverkehr.

Zu ihrem zweiten Teil:

Warum ist man denn nicht mobil, wenn man kein Auto besitzt?
Es gibt Bus, Bahn, das Fahrrad. In Berlin besitzen über 50% der Bürger überhaupt kein Auto, und sind trotzdem mobil. Und mit Carsharing würde man ja jedem ermöglichen, bei wirklichem Bedarf auch ein Auto nutzen zu können.

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Knödeldämmerung 26.04.2019, 09:54
155. So, als könnten sich die Leute aussuchen, wann sie wohin fahren

Ich liebe Leute, die ökonomische Regeln anzuwenden versuchen, die sie nicht begriffen haben. Natürlich kann eine Verteuerung von Routen nur dann nützen, wenn ich die freie Wahl habe, wann ich fahre, und wohin ich fahre. Wenn ich Kunden beliefere mit dem Lkw, habe ich begrenzt die Möglichkeit, dem Kunden mehr Geld abzunehmen oder ihn als Kunden gar nicht zu akzeptieren. Realistisch ist das nicht, aber man könnte immerhin. Der Arbeitnehmer, der zu einem gewissen Zeitpunkt X in die Stadt Y zu seinem Arbeitgeber pendeln muss, der hat nicht die Wahl. Er kann aber zu seinem Cheffe gehen und ein höheres Gehalt verlangen. Nach der Methodik kann man innerhalb von 10 Jahren eine Reaktion auf einen Stau von heute erreichen, der dann schon lange nicht mehr aktuell ist. Mit anderen Worten: Dieses Modell, diese Ideen sind ein Fehlgriff.

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cervo 26.04.2019, 09:55
156. Lauter Ausreden, weil der Bundesbürger

partout nicht zulassen will, dass man die Allmacht und Allmachtsanspruch dieses Gefährts und seiner Besitzer nicht antastet. Allein, wenn ich sehe, dass Hundebesitzer regelmäßig ihren Fifi für 200-500m Strecke im Auto in den kirchlichen Park zum Abpressen stinkender Würste fahren und dann am liebsten dort liegen lassen, wo sie hinfallen - auch mitten auf dem Gehweg. Das ist nur ein Beispiel dafür, wohin Dekadenz in Zusammenhang mit Auto führen kann. Es müsste viele Zonen geben, wo man mit Auto einfach nicht hinkommt. Kurzstrecken mit Auto sind am meisten belastend für die Luft, ist dem Fahrer aber schnuppe.

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Testtubebaby 26.04.2019, 09:55
157. Realitätsfremd

Eine weitere Strafzahlung für Autofahrer soll also die Lösung sein? Wie wäre es denn damit, erst Alternativen zu schaffen und dann über Verteuerung des Individualverkehrs nachzudenken? Fast im gesamten ländlichen Raum ist der ÖPNV absolut ungenügend, es gibt nicht einmal Fahrpläne, die beispielsweise auf Schulzeiten abgestimmt sind. Für die Verkehrsunternehmen lohnt sich ein regelmäßiges Befahren der Strecken nicht, also werden Fahrpläne auf 3x täglich eingedampft. Bei Umsteigestationen gibt es teilweise Wartezeiten von 2 Stunden. Alles vollkommen unsinnig. Ich würde liebend gerne das Auto öfter mal stehenlassen, leider werden keinerlei Alternativen angeboten. Eine Liberalisierung des ÖPNV ist schon lange überfällig, die monopolistische Lizenzvergabe an Nahverkehrsunternehmen absolut nicht mehr zeitgemäß. Schon witzig, wenn man sieht, wie reibungslos und ohne Wartezeiten der ÖPNV mit Kleinbussen in Ländern wie der Türkei oder der Ukraine funktioniert. Das Bürokratiemonster Deutschland dagegen scheint leider unfähig, die leichten Wege zu gehen. Wenn Strafzahlungen der eh schon gebeutelten Bürger die Lösung sein sollen, muß sich niemand über weitere Politikverdrossenheit wundern.

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greiband51 26.04.2019, 09:56
158. Was ist eigentlich überflüssig?

Der Ansatz von Herrn Monheimer will Symptome kurieren, nicht die eigentliche Krankheit. Das eigentliche Problem ist ja der enorme Bevölkerungsüberschuss auf der Welt. Wenn etwa zwei Drittel der Menschheit "verschwinden" würde, würden alle Anderen Probleme von selbst aufhören zu existieren, Verkehrsprobleme und die daraus resultierende Umweltverschmutzung inklusive. Jeder restriktive Ansatz ist lediglich ein herumdoktern an Symptomen, es sei denn er würde auf eine Umkehrung des ungebremsten Bevölkerungswachstums abzielen. Das ist aber offenbar ein Tabuthema, obwohl es doch so offensichtlich ist. Es wird nirgends angesprochen oder diskutiert. Was wird herr Monheimer in 10 Jahren vorschlagen? Dass vier Fünftel der Fahrzeuge verschwinden sollten?

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marga+wolfgang.weber 26.04.2019, 09:56
159. Traumtänzerei und fehlendes politisches Augenmaß

Man darf ja auch weit in die Zukunft reichende Ideen haben und sie unters Volk bringen. Aber: man muss die Zeithorizonte kurzfristig, mittelfristig und langfristig klar unterscheiden und benötigt eine gehörige Portion Augenmaß, was sich in welchem Zeithorizont realisieren lässt. Und: wir sind keine Ansammlung von ein paar Idealisten, sondern ein Volk mit mehr als 80 Millionen Einwohnern und von der geographischen Lage her gesehen ein klassisches Transitland. Die vorgelegten Ideen sollten deshalb auf verschiedenen Ebenen durch "Filter" laufen und für die real existierenden Verhältnisse zurecht geschliffen werden. Das ganze kommt mir vor wie ein unbeherrschter Wutausbruch, der die Menschen vor den Kopf stößt, um dann in der Versenkung zu verschwinden. Und: der Herr hat wohl nie in einer 30 km/h Zone gelebt und weiß deshalb nicht, wie dort gefahren wird.

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