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Verkehrsexperte zur City-Maut: "Zwei Drittel aller Autos müssen von den Straßen versc
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Verkehrsexperte Heiner Mohnheim geht die City-Maut nicht weit genug. Er fordert eine Gebühr für jeden gefahrenen Kilometer auf allen Straßen und erklärt, warum Städte, Kommunen und Bürger davon profitieren würden.

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stefan_elz 26.04.2019, 09:59
160. Warum ...

... sind es meistens die Herren Professoren kurz vor der Rente, die derartige Reformen fordern? Zumindest müsste dieser Herr die Folgen seiner Ideen nicht ausbaden, da er dann wohl kaum noch Teil der arbeitenden Schafsherde sein wird, die sich jeden Morgen auf den Weg macht, um u.a. auch seine Pension zu finanzieren ...

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willhelm.schmitz 26.04.2019, 09:59
161. Blödsinn

Zitat von dasfred
" Schon eine Generation weiter stehen vor jedem Haus zwei bis drei Autos und das, obwohl der öffentliche Nahverkehr deutlich ausgebaut wurde und die Arbeitswege sich nicht ausgedehnt haben. Sogar mehr Supermärkte gibts es fast fußläufig. Fahräder werden nur noch zum Sonntagsausflug rausgeholt oder verstauben, sobald der jüngste mit siebzehn seinen Führerschein hat"
Ein wesentlicher Teil Ihrer Argumentationskette ist Blödsinn. Ich zB wohne im "Speckgürtel" von Köln und ich möchte den sehen, der hier seine Wocheneinkäufe zu Fuß oder mit dem Rad nach Hause schleppt.... Der nächste Supermarkt ist in unserem Ortsteil (10000 Einwohner) ca 2,5 KM entfernt und spätestens wenn Sie eine Stiege Milch kaufen, hat es sich ausgeradelt.... Und erzählen Sie mir nichts von ausgebautem Nahverkehr... solche Sprüche kann sich nur jemand leisten, der wahrscheinlich in der Hamburger Speicherstadt wohnt.... Um aus unserem Ortsteil nach Köln zu kommen (18 km) sind sie mit dem Bus mindestens eine Stunde unterwegs (einfach), alternativ kann man auch die Bahn nehmen (ja, wir haben hier einen Bahnhof), aber spätestens wenn sie für ihren Arbeitsplatz vom links- ins rechtsrheinische wechseln müssen, werden die Fahrzeiten astronomisch... und erzählen Sie nichts vom "näher" am Arbeitsplatz leben, sie in Hamburg dürften doch Miet- und Eigentumspreise zu genüge kennen....
Sie haben recht in der Sache, dass Autos das grundsätzliche Problem der Verkehrsmisere sind, allerdings versagen Bund und Länder seit Jahrzehnten mit einem plausiblen Nachverkehrskonzept.... wahrscheinlich weil es keinen der Verantwortlichen wirklich interessiert und weil verantwortliche Verkehrsminister immer ihre Anschlussverwendung in der Industrie im Hinterkopf haben..... und weil die Wähler alle 4 Jahre die gleichen Parteipfeifen wie immer in die politische Verantwortung wählen....

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doc_x 26.04.2019, 09:59
162. Einspruch ...

Erstens sollte sich der Autor mal von einem Volkswirtschaftler vorrechnen lassen, wie die Wertschöpfungs- und Zahlungsströme wirklich aussehen. Die Individualmobilität spielt dem Staat (und indirekt den Sozialkassen) weitaus mehr Geld ein, als diese für deren Unterhalt und selbst direkte Folgekosten (z.B. Unfälle) ausgeben müssen. Stichwort Mineralölsteuer, aber mitnichten nur diese.

Zweitens gehen mir diese Heile-Welt-Umerziehungsideologien gehörig gegen den Strich.

Die Menschen wollen Auto fahren. Überwiegend wird das Auto immer noch als eine positive Errungenschaft wahrgenommen. Teilweise stößt es tatsächlich an Grenzen. Das lässt sich lokal durchaus clever regeln.

Das Auto hat Nachteile. Es liegt an unseren (als noch bedeutendste Autobauer-Nation) Ingenieuren und Wissenschaftlern, dafür Lösungen zu finden, dass der Energiebedarf umweltverträglich gedeckt ist, Emissionen aller Art minimiert sind und die Sicherheit auf einem vernünftigen Niveau gewährleistet wird.
Das ist die Herausforderung - und nicht einfach eine Reduktion der Autos um 70%, was nebenbei den Untergang unserer Schlüsselindustrie schlechthin bedeuten würde. Das würde, wenn auch mit Verzögerung und abgeschwächt, selbst auf dem Gehaltszettel des Autors (vermutlich nach Ges.-Gruppe W2/W3) seine Spuren hinterlassen ...

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frankcrx 26.04.2019, 09:59
163.

Zitat von ganzeinfach
Danke Herr Monheim - völlig richtig, dass Gleichberechtigung auf städtischem Gebiet in D aktuell nicht gilt: besser ein 2t SUV für den Transport 1 Person, damit die Radler in ihre Schranken gewiesen werden. Sobald die Flächen gleichermassen genutzt werden können, wird sich der Radverkehr auf ein ganz neues Niveau entwickeln. Andere Städte wie Holland, Dänemark können DAS schon lange. Es liegt an der Politik, diese Massnahmen zu treffen und umzusetzen - zum Wohle der Menschen in der Stadt, der Verbesserung der Gesundheit, Wohnqualität sowie zum Nutzen des ansässigen Gewerbes. Gesetzliche Fahrverbote wegen stark schadstoffhaltiger Luft entfallen dann sofort. Man muss eben nur wollen. ganzeinfach
Es war mir neu das Holland und Dänemark Städte sind - grins. Und ganz toll die Niederlande (niedriges Land ohne große Erhebungen) als Vergleich heranzuziehen. Gehen sie mal in den Schwarzwald oder nach Stuttgart und fahren sie da mal mit dem Fahrrad (also nicht zum Spass sondern um zur Arbeit zukommen, zum Geschäftstermin oder zum Einkaufen etc.). Und das dann bei Temperaturen von -10 Grad oder +30 Grad. Viel Spass dabei. Das will man NICHT.

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neurobi 26.04.2019, 10:00
164.

Zitat von fjr
"Andere Städte wie Holland, Dänemark, .." - äh hab ich da was verpasst? Aber zum Thema: Ich kenne deutsche Städte, da ist Radfahren kein wirklicher Spaß, und das nicht nur wegen des Kraftfahrzeugverkehrs. Bergig, bucklig, 20%-Steigungen an Nebenstraßen, im Winter bei -20°C am frühen morgen. Da ist es wirklich ganz angenehm nach 5 Kilometern durchgeschwitzt am kalten Bahnhof zu stehen und auf den wiedermal verspäteten Regionalzug zu warten, dann in diesem 40 Minuten zu stehen, um dann, immer noch durchgeschwitzt 10 Minuten ... und so weiter und so fort. Eh klar, aber in "Holland" ist die höchste Erhebung ja der Maulwurfshügel links von Amsterdam mit seinen 17 cm. Da kann man bequem mit dem E-Bike ... .
Ein paar Meter mehr haben die Erhebungen in Holland und Dänemark schon zu bieten. Hamburg übrigens auch.
Und da gibt es Straßen die ich als Radfahrer absolut meide.
Die sind hügelig und Tempo 30 Zone. Das heißt, sich muss hier an jeder kleinen Nebenstraße die Vorfahrt achten. Und bergab gilt ja such für Fahrräder Tempo 30.
Ohnehin sind Tempo 30 Zonen wegen der Vorfahrtsregeln für mich als Fahrradfahrer unattraktiv.

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missourians 26.04.2019, 10:01
165. genau...

...die Straßen für die Reichen frei machen!

Wenn, dann muss die km-Maut auch Gehalts- oder Fahrzeugabhängig sein, dass das benützen der Straßen für alle gleichviel kostet, und nicht nur die "Ärmeren" sich überlegen müssen ob es sich lohnt oder man es sich leisten kann kurz mal wohin zu fahren!

Gehaltsbezogen, wie die Strafzahlungen in der Schweiz.

Oder Fahrzeugbezogen nach PS und/oder Gewicht.

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hifimacianer 26.04.2019, 10:02
166.

Zitat von der_anonyme_schreiber
Statt konstruktiv zu überlegen, wie man Anreize schaffen kann das Auto stehen zu lassen oder am Ende gar zu verkaufen, versucht man durch eine Verbots- und Behinderungspolitik einzugreifen. Erstens hat das noch nie funktioniert und wird auch in diesem Fall nicht funktionieren.
Doch, das funktioniert eigentlich ganz gut.
In Kopenhagen hat man die Stadt völlig umgekrempelt, hat dem Autoverkehr Platz weggenommen, und den Radfahrern "gegeben".

Im hollländischen Groningen macht man das Autofahren unbequem, in dem man den Verkehr zwischen den Stadtvierteln unterbunden hat, und die Autos immer zurück auf die Ringstraße müssen, um weiter zu kommen. Das kostet in Summe so viel Zeit, dass die Menschen lieber das Rad nehmen, denn Radfahrer dürfen direkt durch die angrenzenden Viertel fahren.

Man muss hier schon realistisch sein. Der Deutsche wird sein Auto nicht freiwillig abgeben. Im Endeffekt geht es nur über den Geldbeutel, und über unbequeme Maßnahmen. Aber natürlich müssen die Alternativen parallel dazu auch ausgebaut werden.

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-seltsam- 26.04.2019, 10:02
167. wer sich

Verkehrsexperte nennt, sollte wissen, dass motorisierte Fahrzeugeüber die KfzSt und Kraftstoffsteuer bezahlen.
Die genannten Ideen sind zwar nicht schlecht, haber nicht gut durchdacht.
Natürlich würde eine Innenstadtmaut helfen. Es gibt ja schon etliche Beispiele in Europa.
Eine Maut für alle Kilometer auf allen Straßen wird nicht helfen.

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holy10 26.04.2019, 10:03
168. Private Autos?

Zitat von mikaiser
Ob die besprochene Maut nun richtig oder falsch ist, sei dahingestellt. Klar ist: Wir alle sind, wann immer wir uns im Freien aufhalten, Opfer des Autowahnsinns. Wenn wir selbst ein Auto nutzen, sind wir kurzzeitig auch mal Gewinner. Daher lebt es sich mit Auto ein wenig besser als ohne, und das stabilisiert das falsche Mobilitätskonzept. In der Summe geht es allen besser, wenn es keine privaten Autos gäbe. Wir sind gerne bereit, unsere beiden Autos abzuschaffen, wenn das von allen gefordert wird. Wir fangen aber nicht damit an, wenn alle anderen ihre Fahrzeuge behalten dürfen.
Was heißt das? Mein privaten PKW muss ich abschaffen, aber den Firmenwagen darf ich behalten? Ist das die Lösung? Jeder Arbeitgeber meldet dann Autos für seine Mitarbeiter an? Was wäre damit gewonnen?

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kezia_BT 26.04.2019, 10:04
169. Alles problemlos machbar -

man braucht nur die Steuer aufs Benzin / den Diesel deutlich anzuheben. Dann braucht man nichtmal neue, teure (Überwachungs-) strukturen.
Was das angebliche "Überangebot" an Parkraum angeht, muß ich Herrn Monheim leider widersprechen. In meiner Stadt wird viel Verkehr dadurch geschaffen, daß die Leute verzweifelt durch die Gegend kurven in der Hoffnung, irgendwo noch einen freien Parkplatz zu ergattern. Zumindest mittelfristig wäre die Schaffung ausreichenden Parkraums (natürlich nicht umsonst) an den Einfallstraßen mit passender Busanbindung ("Shuttle") ins Zentrum ein weiteres einfaches und relativ billiges Konzept. Würde man dann noch den ÖPNV in ländlichen Räumen von Riesenbussen (>60 Plätze), die bestenfalls 3x täglich fahren, zu mittelgroßen Bussen (ca. 20 Plätze), die dafür wenigstens alle 2h fahren, umbauen, wär's fast geschaft.

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