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Verkehrsexperte zur City-Maut: "Zwei Drittel aller Autos müssen von den Straßen versc
DPA

Verkehrsexperte Heiner Mohnheim geht die City-Maut nicht weit genug. Er fordert eine Gebühr für jeden gefahrenen Kilometer auf allen Straßen und erklärt, warum Städte, Kommunen und Bürger davon profitieren würden.

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misterknowitall2 26.04.2019, 10:26
200. Ursache und Wirkung

Zitat von gutmichl
Autos sollen weg, Kohlestrom weg, vom LKW auf die Schiene.. das sind die ollen Kamellen der Ökos seit 50 Jahren. Städte, die alle möglichen Schikanen gegen Autofahrer aufgefahren haben sind heute ohne attraktive Innenstädte. Man fährt mit dem Auto in ein Einkaufszentrum mit Parkhaus vor der Stadt. Der Boom des Onlinehandels und der Paketdienste liegt nicht zuletzt an der Autofeindlichkeit deutscher Innenstädte. Wer einen Kauf im dreistelligen Bereich tätigt, transportiert diesen selten mit dem Fahrrad oder ÖPNV. Wie stellen sie diese Propheten die Zukunft in Deutschland vor ? Morgenthau-Plan 2.0 ?
Nein, der Erfolg des Internets hat nichts mit der "Autofeindlichkeit" der Städte zu tun, sondern weil es nochmal eine Stufe bequemer ist, sich die Sachen nach Hause liefern zu lassen und im Internet ist schnell bestellt. Wir sind eben gerne Bequem unterwegs, weswegen wir ja auch gerne Auto fahren.

In Zukunft gehen sie in die Stadt, wählen aus, und die Ware wird am gleichen Tag geliefert. Sonst haben die Geschäfte in der Stadt eh einen schlechten Stand, die müssen sich was einfallen lassen.

Das Leben ohne Auto ist möglich. Sie müssen eben anders planen. Die Menschheit ist tausende Jahre ohne Auto zurecht gekommen.

Das Auto wird uns trotzdem erhalten bleiben, kein Mensch wird es aber mehr nutzen, um in die Stadt zu fahren und Großeinkäufe nach Hause zu bringen. Ein paar Wege werden sicher nicht mit ÖPNV abgedeckt, weil es sich nicht lohnt, da wird man dann das Auto nutzen, dass dann mit Strom oder Alternativtreibstoff fährt. Zu Utopisch für Sie?

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hifimacianer 26.04.2019, 10:28
201.

Zitat von iffelsine
An Mehrwertsteuer für meine PKWs habe ich in den letzten vier Jahren knapp 30.000€ bezahlt, an Mineralöl-/MW-Steuer sind noch einmal rd. 5.000€ dazugekommen, KFZ-Steuer sind rd. 4.000€ - ich habe also in 4 Jahren 39.000€ Steuern für meine Fortbewegung bezahlt, MWSt auf Wartung/Reparatur/Zubehör nicht mit eingerechnet. Ein ÖPNV-Nutzer zahlt hier in Berlin in vier Jahren 4.800€ für das volle Programm - wer also ist hier "Schwarzfahrer" ?
Ihre gezahlten Steuern reichen in Summe trotzdem nicht, um die Gesamtkosten des Verkehrs zu decken. Für die Kommunen ist der Autoverkehr ein größeres Zuschussgeschäft als der ÖPNV.

Bei uns um die Ecke wurde kürzlich ein nicht mal 1km langes Stück Straße Grundsaniert. Kosten: 5 Mio €
Die Ampelanlage einer größeren Kreuzung kostet deutlich über 100k €. Wie viele Autos stehen denn in den Städten tagelang nur herum, ohne einen Zentimeter bewegt zu werden? Alleine vor unserem Haus sehe ich regelmäßig Fahrzeuge, die tagelang an ein und der selben Stelle stehen. Oft alte "Scherbeln", nur noch Teilkasko versichert. Die haben vielleicht mal vor 15 Jahren ein wenig MwSt. eingebracht, aber seit dem nehmen sie einfach nur Platz weg, und werden im Jahr vielleicht 3-4x betankt. Und davon gibt es in Städten eben viele Fahrzeuge. Müssten die Nutzer 500€ im Jahr Parkgebühren für das Parken im öffentlichen Raum zahlen, würden einige sicher das Auto abstoßen.

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lollopa1 26.04.2019, 10:28
202. sehr geehrter Herr Monheim....

wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen, frei nach H. Schmitt! Was Sie da von sich geben zeugt davon wie weit Sie von der Realität entfernt leben, Lichtjahre....... Habe selten so einen Schwachsinn gelesen

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oisklar 26.04.2019, 10:28
203. Lauter Schwarzfahrer

Weiss der das nicht besser oder ist das Absicht. Es gibt Kfz -Steuer und Benzinsteuer, über letztere zahlt der mehr, der viel fährt, logisch. Sehr polemische (oder populistische?) Argumentation. Wenn es nachts teurer wird, zahlt z.B. der, der im Bereitschaftsdienst um 2h zum Notfall muss, mehr als der, der sich in seiner Wohlfühlgleitzeit die kostengünstigen Spots aussuchen kann. Prinzipiell stimme ich ja überein, dass visionäre Vordenker über diese Probleme nachdenken und nach Lösungen suchen, aber wenn man das so liest, habe ich den Eindruck, dass immer wieder dieselben Ökoplattitüden in unterschiedlichem Gewand auf den Tisch kommen und hinten und vorne nicht zu Ende gedacht werden. Man fordert von Bürger Flexibilität, wundert sich und schimpft dann über die damit verbundene Zunahme der Mobilität. Ich halte auch den Eselkarren von früher für die Umwelt-freundlichste Variante, und der Mist kommt als Dünger aufs Feld. Aber damit geht keine Flexibilität. Mit Öllampe und Bett wenn es dunkel wird braucht's kein Atomkraftwerk. Der Gemüsegarten früher vor dem Haus und der Brunnen in der Straße ersetzt Massenanbau und Getränke-LKW. Und Verzicht auf Globalisierung macht uns weniger anfällig (Stichwort Stromausfall). Aber es hat sich ja nun in die andere Richtung entwickelt. Und die muss bezahlbar für alle sein. Und wenn sie nicht mehr bezahlbar ist, dann gibt's Proteste (z.B. in gelb). Und wenn die nicht reichen, gibt's irgendwann Anschläge. Und wenn das nicht reicht, irgendwann eine Revolution. Und nicht wegen zuviel CO2, sondern wegen zuwenig Geld oder zu teuren Kartoffeln. Und wenn man die Dynamiken in der Geschichte so verfolgt, geht das manchmal schneller als man sich vorstellen kann.

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manfred.nusbaum 26.04.2019, 10:29
204. Zu kurz gesprungen, Herr Professor!

Da lebt dieser Mensch im größten Dorf der Eifel (Trier), umgeben von hügeligem Land ohne irgendwelchen funktionierenden Nahverkehr und schwadroniert von neuen Belastungen für die Bürger der nicht gerade wirtschaftlich prosperierenden Gebiete Eifel/Hunsrück.

Bevor Sie derartige unausgegorene heiße Luft absondern, Herr Professor, meine Empfehlung: das ganze einfach mal aus Sicht der Betroffenen durchdenken. Die Grünen mit ihrem Front-Patentschwätzer Habeck an der Spitze sondern auch regelmäßig solchen Dünnshit ab - und stehen bei über 20 % in den Umfragen. Muss man sich da noch wundern, dass die Amis Trump gewählt haben und vermutlich wiederwählen werden?

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neurobi 26.04.2019, 10:29
205.

Zitat von az150
Hier werden einige richtige Dinge deutlich ausgesprochen, z. B. in punkto "schwarzfahrende Autofahrer", denn entgegen der landläufigen Auffassung können Kfz- und Mineralölsteuer für die immensen Straßenbau- und Straßeninstandhaltungskosten nicht einmal annähernd kostendeckend sein.
Sie scheinen den Untersuchungen von Lobbyverbänden wie dem VCD sehr unkrititisch gegenüberzustehen.
Dabei zahlt kein Verkehrsmittel einen so hohen Anteil seiner direkten und indirekten Kosten wie der Autoverkehr (PKW/LKW).
Der ÖPNV ist ein Zuschussgeschäft und muss überall mehr oder weniger subventioniet werden. Die Bahnen, mit denen ich täglich zur Arbeit pendel, werden auch von den Nachbarn mitbezahlt, die diese garnicht nutzen. Fußgänger und Radfahrer zahlen für die Nutzung der Fuß- und Radweg (oder Mitnutzung der Straße) nichts. Die Kosten werden auch von den Lobbyvereinen dann gern dem Autoverkehr zugerechnet. Dabei werden mit dem Geld beim Straßenbau ja nicht nur die Fahrbahnen bezahlt, sondern auch der Fuß- und Radweg.

Und wenn ich 400 Euro im Jahr Gemeinesteuern bezahle, dann sind die 150 Euro (VCD-Studie) die davon für den Straßenbau verwendet wird okay und würde sie daher nicht als versteckte Subvention betrachten.

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Timbuk3 26.04.2019, 10:33
206. Einmal kurz nachgedacht

Worauf sind denn die problematischen Phänomene beim Thema Mobilität zurückzuführen?
Haben wir nicht jahrzehntelang propagiert, Wohnen und Arbeiten zu trennen? Die Folge: die Innenstädte für die Menschen, Industrie-, Gewerbe- und Einkaufszentren am Stadtrand - möglichst in Autobahnnähe. Teurer Wohnraum und nicht bezahlbare Grundstückspreise in den Städten mit dem Ergebnis der Landschaftszersiedelung durch Neubaugebiete in den Dörfern des Speckgürtels. Heute gibt es wieder den umgekehrten Trend: Wohnraumverdichtung in den Städten, Parknot, Tempo 30 auf Ein- und Ausfallstraßen werden gefordert, weil man "in unserer Stadt" ja alles mit dem Rad erreichen kann (sofern man nicht
alt und gebrechlich ist, auf einem Hügel wohnt oder im Winter sich nicht die Knochen brechen will - wer braucht schon Menschen, die im Umland wohnen). Mehr Güter auf die Schiene? Strecken stillgelegt, Parallelstrecken für Güterverkehr nicht gebaut, marode Infrastruktur, Personenverkehr favorisiert in Konkurrenz zum Flugzeug, kilometerlange LKW-Kolonnen auf dem Wege zu den Logistikzentren! Das Ganze ließe sich fast beliebig fortsetzen. Verkehrskonzepte zu ersinnen und strukturell umzusetzen, die Menschen, die 15 km von der Stadt entfernt leben, nicht zu Bürgern 3. Klasse werden zu lassen, erfordern ein wenig mehr Einblick, als bei den plakativen Ideen von Herrn Monheim zu erkennen ist.

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hifimacianer 26.04.2019, 10:33
207.

Zitat von willhelm.schmitz
Ein wesentlicher Teil Ihrer Argumentationskette ist Blödsinn. Ich zB wohne im "Speckgürtel" von Köln und ich möchte den sehen, der hier seine Wocheneinkäufe zu Fuß oder mit dem Rad nach Hause schleppt.... Der nächste Supermarkt ist in unserem Ortsteil (10000 Einwohner) ca 2,5 KM entfernt und spätestens wenn Sie eine Stiege Milch kaufen, hat es sich ausgeradelt....
So so. Dann muss ich wohl falsch beobachtet haben, wie ich vor einem Holländischen Supermarkt 2 große Bierkisten in den Satteltaschen eines 3-Gang Hollandrades verschwinden sah, und der restliche Einkauf in der Kiste auf dem vorderen Gepäckträger Platz fand.

Was hier ein großes Problem zu sein scheint, ist in Holland überall völlig normal. 2,5 km radeln sind doch nichts...
Manchmal öffnet der Blick über den Tellerrand die Augen.

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IngoLars 26.04.2019, 10:34
208.

Zitat von jim_beam
Als Fahrradfahrer zahlen Sie die Verkehrsinfrastruktur genauso wie alle anderen auch. Die Mittel kommen nunmal aus dem allgemeinen Steueraufkommen. Im Übrigen ist es ja mit dem Strassenbau alleine nicht getan, diese wollen auch unterhalten, repariert und entwässert werden. Sie brauchen Beleuchtung, Verkehrsschilder, Ampeln, Strassenmeistereien, Polizei, Abstellflächen, Infrastruktur für die Treibstoffversorgung etc.pp. Von der externen Kosten (Umweltschäden usw.) redet da noch niemand. Fahrradverkehr kostet fast nichts - Infrastrukturbedarf, Unfallrisiko, Umweltschäden sind beim Fahrrad erheblich kleiner. Wer Steuern zahlt (alsi jeder) und nur Fahrrad fährt bzw zu Fuß geht, zahlt gemessen am Bedarf drauf.
Da hat einer verstanden wie die moderne Gesellschaft funktioniert. Er zahlt drauf, weil er das was andere Nutzen mitfinanzieren muss. Eine Runde Bedauern ist angesagt. Aber vielleicht haben Sie sich mal gefragt, was andere schon zahlen mussten, damit Sie überhaupt auf's Fahrrad steigen können. Kindergarten, Schule, Universität, medizinische Versorgung, Theater, Polizei, Gerichtsbarkeit, andere kommunale Einrichtungen...und und und...alles Dinge die Sie vermutlich schon selbst vielfach in der Vergangenheit genutzt haben? Auch das haben andere mitbezahlt, die es auch nicht unbedingt selbst genutzt haben. Ich selbst war zum Beispiel noch nie im Gefängnis, habe es also nicht selbst genutzt. Ich bin aber froh das es die gibt, genauso wie Irrenanstalten, die leider von einigen nicht genutzt werden :-). Man nennt das öffentliche Daseinsvorsorge die der Staat und damit wir alle bezahlen. Um darauf Einfluss zu nehmen steht es jedem frei in die Politik zu gehen und sich mit seinen Ideen und Vorstellungen zur Wahl zu stellen.

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Stäffelesrutscher 26.04.2019, 10:34
209.

Zitat von faz-leser
Und wieso sollen Autofahrer "Schwarzfahrer" sein, die für die von Ihnen genutzte Infrastruktur nichts zahlen? Hat der Experte Monheim keine Kenntnis von Kfz-Steuer, Mineralölsteuern und Co?
Wie weit reichen denn Kfz- und Mineralölsteuer? Für 10 % der Infrastruktur und der Folgekosten? 15 %? 20 %?
Und was bezahlen Sie für den Parkplatz am Straßenrand? So als Quadratmeterpreis pro Jahr/Monat?

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