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Verkehrsexperte zur City-Maut: "Zwei Drittel aller Autos müssen von den Straßen versc
DPA

Verkehrsexperte Heiner Mohnheim geht die City-Maut nicht weit genug. Er fordert eine Gebühr für jeden gefahrenen Kilometer auf allen Straßen und erklärt, warum Städte, Kommunen und Bürger davon profitieren würden.

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Kampfgeist 26.04.2019, 10:37
210. Elitengeschwafel

Oh mein Gott.... Und dann treffen wir uns alle bei Ike Gutsy und tauschen frisch gefangene Fische aus dem Bach nahe Walnut Grove gegen Zuckekugeln...
Dieser ungezügelte Hass auf die Mobilitätsfreiheit kotzt mich an. Besonders, wenn man von Armen, natürlich nie von sich, weil man ist ja WICHTIG, Verzicht verlangt. "Das Pack kann ja ruhig mal zu Fuß gehen. Oder sich in Busse quetschen, oder mit dem defekten Drahtesel rumgurken, wie in Peking.
Und so lange ich in mein Carport von der Nullenergievilla 3 Teslas kriege, können die von mir aus ALLE Parkplätze streichen.
Ich bin ja Elite. Und das sollen alle sehen."

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wizzard74 26.04.2019, 10:38
211.

Zitat von hifimacianer
Ach bitte, selbst mit dem Auto kauft heute kaum noch jemand seinen 55" TV, da er überhaupt nicht in den Kofferraum passt! Da wird neben dem Einkauf auch noch 2 Kinder auf dem Fahrrad transportiert. Da werden 2 große Bierkisten in riesigen Satteltaschen auf dem 3-Gang Hollandrad nach Hause gefahren, der restliche Einkauf landet im Korb auf dem vorderen Gepäckträger, bzw. im Rucksack. Mütter fahren 3-4 Kinder im Lastenrad zur KiTa oder in die Schule, und das mit einem Lächeln im Gesicht. Und wenn es regnet kommt das Regendach drauf und die Mutter zieht den Fahrradponcho an, und lächelt immer noch.
Komisch, wie habe ich nur damals den 55''-Fernseher im PKW der unteren Mittelklasse transportiert? Das muss ich mir wohl eingebildet haben.
Und das mit den Fahrrädern kann ja jeder machen, wie er will. Ich nutze kein Kinderspielzeug als Fortbewegungsmittel (Zitat Jeremy Clarkson).

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Spassbremse 26.04.2019, 10:39
212. Erschreckend unkreativ

Prof. Monheims Ansichten erscheinen mir erschreckend unkreativ und rückständig.
Ja, es gibt viel zu viele Autos in den Städten. Ich selbst, bzw. meine Frau und ich, besitzen zwei Stück - und im Endeffekt stehen diese die meiste Zeit des Tages ungenutzt auf einem Parkplatz. Und das dürfte bei den meisten Privat-PKW der Fall sein.
Ich plädiere daher für eine Art "smarten Individualverkehr"; jeder, der möchte, soll jederzeit ein Auto nützen können, aber er muss es nicht mehr besitzen. Per App wird dann einfach ein Auto angefordert, sobald es benötigt wird.
In Verbindung mit autonomen Fahren sollten solche Konzepte in nicht allzu ferner Zukunft realisierbar sein.
Durch "smarten" Einsatz der Flotten ließe sich m. M. n. erheblich an aktuell noch benötigter Infrastruktur einsparen (Straßen, Stellflächen).

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misterknowitall2 26.04.2019, 10:40
213. Nee...

Zitat von Ypsilanti
Diese Vorschläge sind das Ende der Freizügigkeit. Sie bedeuten, dass künftig nur noch begüterte überall unterwegs sein können. Wer weniger hat, kann sich dann bestimmte Strecken nicht mehr leisten und bleibt zuhause. Das ist ein Rückschritt ins tiefste Mittelalter. Und ebenso ein Offenbarungseid wie die derzeitige Verkehrs- und Raumordnungspolitik, die durch die Trennung von Funktionsräumen immer mehr Verkehr verursacht.
das bedeutet, dass man auf besonderen Wege nicht mehr mit dem Auto fahren sollte, wenn man nicht zusätzlich Geld bezahlen will. Mehr passiert da nicht. Geht ja allen so, ist also sozial gerecht. Dafür, dass der eine oder andere zu wenig verdient, ist die Allgemeinheit nicht verantwortlich. Man fordert ja auch nicht freien Einlass in alle Kultureinrichtungen, weil man Hartz4 bezieht.

Ist das so schwer? Wenn wir alle mit dem Auto in die Stadt fahren wird es voll und eng und dreckig und laut. Man muss also einschreiten und reduzieren. Wie soll das ihrer Meinung nach besser gehen?

Nur mit der Umgestaltung von Funktionsräumen zu "Mischgebieten" erreichen Sie.........nichts. Die Vorstellung zum Beispiel Leben und Arbeiten zu verbinden, funktioniert nur in kleinem Rahmen und kein Mensch will nahe an einer Fabrik wohnen. Denken Sie mal an die Zustände im Ruhrgebiet.

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hifimacianer 26.04.2019, 10:40
214.

Zitat von ironcock_mcsteele
Es wird Zeit, dass sich alle einmal eingestehen, dass der Mensch immer das Auto vorziehen wird, wenn er die Wahl hat. Das Handeln der Politik muss sich darauf beschränken, diesen Wunsch komfortabel zu ermöglichen, also mehr Parkplätze, noch mehr Parkplätze, Schnellstraßen, mehr Spuren und ein sicheres Nebeneinander von Fahrradfahrern, Autos und Fußgängern. Ich habe auch keine Lust, dass mir ein Radler immer in die Quere kommt und als Fußgänger möchte ich nicht von Amateur-Rennfahrern bedroht werden.
Ihr Kommentar ist doch ein Witz, oder?

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Verkehr immer zunimmt, wenn man ihm mehr Raum zur Verfügung stellt. Das kann also nicht die Lösung sein, wenn man die Städte lebenswert haben möchte.

Und ein Blick nach Holland reicht um zu sehen, dass die Menschen nicht immer das Auto bevorzugen.

Im übrigen dürfen Politiker nicht nur die Interessen einer bestimmten Gruppe berücksichtigen, sondern müssen die Gesamtbevölkerung im Auge haben.

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herjemine 26.04.2019, 10:40
215. Schon der erste Forist

...folgt hier der verqueren Autologik.
Ohne Automobil würde eben kaum jemand so fern der Arbeit wohnen. Der gesamte Siedlungskrebs war ja erst durch die individuelle Motorisierung möglich. Das Leben wáre kompakter. Und nein, Antibiotika etc. gäbe es trotzdem. All die Verfechter des individuellen Autos sollten sich mal vorstellen wie ein Leben mit höchstens 10 Kilometern Arbeitsweg wäre. ..

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noodlex 26.04.2019, 10:40
216. Erst mal Infrastruktur schaffen!

Monheims Vorstellungen sind idealistisch aber noch sehr weit weg von der Unsetzbarkeit, weil es bspw. in ländlicheren Gegenden einfach keine ausreichende Infrastruktur gibt.
Erst einmal muss ÖPNV her, flächendeckend und bezahlbar und Rund um die Uhr!
Fahrräder sind schön und gut, aber nicht im Winter, nicht bei schlechtem Wetter, nicht für Kranke und nicht, wenn man auch mal mit Menschen zu tun hat.
Schonmal verschwitzt zur Arbeit gekommen? Kommt in 99,9% total super!

Und wieviele Fahrzeuge sind beruflich auf der Straße!
Das dürfte schon allein ein Drittel ausmachen.

Das ganze Lamentieren über volle Straßen ist doch völlig sinnfrei. Nicht die vielen Fahrzeuge sind das Problem, sondern die fehlende Infrastruktur!
Gäbe es funktionierenen und bezahlbaren ÖPNV, würde sich das alles von selbst regeln.
Wir leben hier in Deutschland wirklich in der ÖPNV Steinzeit. Großstädte okay.. aber sobald man da draußen ist, gibts schnell nichts Praktikables mehr.

Und zum Teil ist die Verkehrsführung doch wirklich auch komplett verblöded.. aber wenn es 20 Jahre braucht, bis mal eine Änderung einer Kreizung genehmigt und realisiert ist, wundert mich das nicht. So werden heute noch idiotisch viele Ampeln gebaut, statt auf Kreisverkehre zurückzugreifen.
Es gubt so vieles, was an der Infrastruktur angepackt werden müsste.

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bruno_67 26.04.2019, 10:41
217.

Zitat von hifimacianer
Sie haben da etwas falsch verstanden. Die Carpools sollen nicht für die vielen täglichen Pendler sein, sondern für die Fälle, wo es der ÖPNV oder das Rad nicht tut. Also der große Wocheneinkauf, die Fahrt zum Baumarkt, oder meinetwegen die Fahrt ins Grüne am Wochenende mit der Familie.
Ich glaube da gibt es ein grundlegendes Verständigungsproblem. Die Pendler, die am morgen mit ihrem PKW im Stau stehen, machen das nicht, weil ihnen das Spaß macht, sondern weil sie sowohl mit dem ÖPNV als mit dem Fahrrad keine Chance haben, in angemessener Zeit bzw. Aufwand ihre Arbeitsstelle zu erreichen. Dafür brauchen sie (derzeit) ihren eigenen PKW - und wenn der einmal da ist, fährt man mit dem natürlich auch zum Wochenendeinkauf. Ein Carpool ändert daran überhaupt nichts.

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g_bec 26.04.2019, 10:41
218. Ehrlich bleiben!

Zitat von hadwerker
Also jetzt reichts aber langsam. Die Maut gibt es doch schon lange in Form von KFZ STEUER und der Besteuerung von Kraftstoffen. Was sollen solche kruden Ansichten?
Bitte ehrlich bleiben. Die Masse der Fahrten sind entweder beruflich* oder betrieblich bedingt. Erstere Fahrten werden über die Pendlerpauschale rückvergütet, die zweite Gruppe geht in die Betriebskosten ein. "Aber Kfz-Steuern/Mineralölsteuern" ist also mehr oder weniger "linke Tasche rechte Tasche".

* Ist momentan gut zu erkennen: Bei uns sind gerade Osterferien, die Straßen sind nahezu leer. Und es heißt ja nicht von ungefähr "Berufsverkehr".

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phillyst 26.04.2019, 10:41
219. Sicher eine gute Theorie

Ignoriert allerding, welchen Aufwand man in Deutschland investieren müsste, um ausserhalb der Städte einen auch nur ansatzweise akzeptablem ÖPNV zu bieten. Wir sind z.B. keine 15 km von der Stadtgrenze München entfernt. Busse fahren stündlich - wenn man Glück hat pünktlich, Werktags von 8 - 20 Uhr. Die nächste S-Bahn ist ca. 4 km weit weg - wenn es nicht regnet oder schneit easy mit dem Fahrrad zu schaffen, gerade für ältere Menschen aber selbst dann eine schwer zu überbrückende Hürde.

Mein Arbeitsweg in der City seinerzeit war übrigens mit dem Auto auch im Berufsverkehr selten länger als 30 Minuten, mit den Öffentlichen regelmäßig über eine Stunde - in stinkenden, heissen S-Bahn-Wagons aus den 90ern in desolatem Zustand und Bussen, nach deren Benutzung man sich genötigt fühlt sich mit einer heissen Dusche zu desinfizieren, zu einem Preis, der einfach nur unverschämt ist für das Gebotene.

Ja, ich fände es toll wenn man auf den individuellen Nahverkehr zu 2/3 verzichten könnte. Dazu wären aber Milliardeninvestitionen in den ÖPNV erforderlich; diese auf dem Rücken des IPNV zu finanzieren ist ein Unding, der ist ohnehin schon mehrfach besteuert mit KFZ-Steuer und Mineralöl-Steuer. Also: Schafft einen ÖPNV, der eine echte Alternative darstellt - die Leute werden freiwillig auf ihr KFZ verzichten, wo es geht.

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