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Verkehrsexperte zur City-Maut: "Zwei Drittel aller Autos müssen von den Straßen versc
DPA

Verkehrsexperte Heiner Mohnheim geht die City-Maut nicht weit genug. Er fordert eine Gebühr für jeden gefahrenen Kilometer auf allen Straßen und erklärt, warum Städte, Kommunen und Bürger davon profitieren würden.

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odapiel 26.04.2019, 10:52
240.

Zitat von severus1985
Ok, sie benötigen unter anderem also ein Auto, um die 2km Distanz zu ihrem Kleingarten zurückzulegen? Sorry, aber das ist nun wirklich das schlechteste "pro-Auto" Argument, das ich je gehört habe. 2km Distanzen sind genau die, für die das Auto keinen Sinn macht. Kaufen Sie sich ein Fahrrad.
Es gibt Leute, für die bereits die 10 m quer durch die Wohnung eine physische Herausforderung sind. Die fahren nicht Fahrrad. Die schaffen das nicht.

Nicht jeder ist 30, kerngesund und fit.

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misterknowitall2 26.04.2019, 10:54
241. Vernünftige Alternativen?

Zitat von ich2010
So ein Schwachsinn. Wieder so ein Radikaler. Ohne vernünftige bezahlbare Alternativen einfach mal so zur Kasse bitten... Dann kann ich mir demnächst nicht mal mehr den Weg auf die Arbeit leisten. Es soll ja durchaus Arbeitnehmer geben, die eine etwas weitere Strecke pendeln MÜSSEN und keine vernünftige ÖPNV Anbindung in der Nähe haben. Ein Steuerzahler weniger im Land.
Naja, ist es nicht an ihnen, vernünftige Alternativen für ihren Weg zu suchen?

Oder reden Sie mit ihrem Arbeitgeber, der will sie ja schließlich auf der Arbeit haben. Wie, der will das nicht bezahlen? Komisch oder? Aber der Steuerzahler, der macht das gerne, oder wie?

Sie können sich doch nicht ernsthaft hinstellen und ÖPNV für ihren Weg zur Arbeit einfordern!?! Finden Sie eine Lösung für IHR Problem und fordern Sie nicht einfach was von der Allgemeinheit.

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neurobi 26.04.2019, 10:55
242.

Zitat von krustentier120
Weil es hier immer noch Kommentatoren gibt die nicht wissen, dass Autoverkehr sehr viel mehr kostet als mit KFZ- und Benzinsteuern eingenommen wird: https://m.heise.de/autos/artikel/Studie-Autofahren-wird-mit-88-Milliarden-Euro-subventioniert-1810338.html
Genau. Aber bitte auch den letzten Absatz des Artikels lesen.
Die VCD-Studie ist leider sehr tendenziös und hilft nicht weiter.
Da ist selbst die schwedische Studie zum Akku-Auto realitätsnäher.

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carlitom 26.04.2019, 10:55
243.

Zitat von rainer-rau
dann der schwachsinnige Lkw-Verkehr mit Amazon- und Zalando-Rücksendungen verstopfen zum großen Teil die Straßen und verpesten die Luft.
Oh, der "Amazonverkehr" wird natürlich um ein Vielfaches zunehmen, wenn die Leute nicht mehr mit dem Auto in die Stadt fahren (können). Das ist ja klar. Dazu das Ladensterben und die weitere Verdichtung der Bebauung...

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scoopx 26.04.2019, 10:56
244. Auto-Diktatur

Wir leben seit langem in einer Automobil-Diktatur. Alles wird den Erfordernissen der verdammten Autos unterworfen. In den Städten ist der öffentliche Raum von den Autos quasi okkupiert. Fährt man über Land, dann schaut man nur noch auf eine Wand aus Blech.

Es wird Zeit, daß wir uns davon befreien und den öffentichen Raum zurückerobern. Die Konsequenz ist, daß es dann wieder mehr kleine Lebensmittelläden geben wird und Handelsformen, die fast ausgestorben sind, zum Beispiel das von den Baumärkten verdrängte Haushaltswarengeschäft. Die Nachbarschaften werden belebt werden, die Leute werden einander wieder kennen, und Kinder werden auf der Straße spielen. Ein ganz anderes Lebensgefühl wird Einzug halten. Es wird wieder Spaß machen, daheim zu leben, und weil es dann weniger Dinge gibt, denen man zu entkommen trachtet, wird der Drang zu den Kurzreisen abnehmen.

Die Pendlerwege wird man reduzieren müssen, und das wird bedeuten, daß unser Raum entghettoisiert wird, das heißt, er wird nicht mehr wie heute in Wohn-, Einkaufs-, Erwerbs- und Vergnügungsghettos aufgeteilt sein sondern mehr durchmischt.

Dieser Wandel ist gut fürs Klima, wird die übersättigte Wirtschaft durch die erforderlichen Umstellungen wieder wachsen lassen und die Lebensqualität verbessern. Also eine win-win-win-Situation. Worauf warten wir noch?

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Stäffelesrutscher 26.04.2019, 10:56
245.

Zitat von Techniknerd
Ich wohne auf dem Land und habe einen Arbeitsweg von insgesamt 90km. Als Elektroingenieur verdiene ich nicht sonderlich schlecht aber auf dauer würde sich dieser Weg nicht rentieren. Einen Umstieg auf ÖPNV? Das ich nicht lache... Hier zulande wäre ich 2 1/2 Stunden pro Strecke!!!!! unterwegs und es würde mich deutlich! mehr kosten als das Auto... Und nebenbei. Der erste Bus zum Bahnhof würde um 7:23 abfahren. Arbeitsbeginn wäre dann gegen 10:00 Uhr. Zuhause wäre ich dann wieder gegen 22:00 Uhr. Man sollte erstmal die Gegebenheiten begutachten und dann auch schaffen um eine solche Aussagen zu rechtfertigen....Getreu dem Motto: Ich mach mir die Welt ....
Ich hoffe, Sie lesen Anleitungen in Ihrem Beruf genauer als diesen Artikel, schon damit nicht ständig Kurzschlüsse passieren.
Also: Herr Monheim spricht von mehr ÖPNV als jetzt. Heißt: Busse und Bahnen fahren öfter, es gibt neue Linien. Dann: Preise runter. Vergleichen Sie mal Hamburg mit Wien, und Sie sehen den Unterschied in der Stadt. Und dann stellen Sie sich mal vor, ab 4 Uhr morgens würde auf dem flachen Land alle 15 bis 20 Minuten ein Bus vorbeikommen. Plus Schnellbusse für die Direktverbindung mit der Großstadt.
Außerdem würden Sie (und sicherlich auch der Forist mit den vier schweren Musterkoffern, Werkzeugsets oder womit auch immer) zu dem Drittel gehören, das weiterhin fährt - weil nämlich die, die wirklich nur sich selbst und das Pausenbrötchen zum Arbeitsplatz bewegen, dann endlich wie gewünscht auf den ÖPNV umsteigen können.

Abschließend: die heutige Situation ist das Resultat einer jahrzehntelangen Fehlsteuerung. Das fängt mit dem »Entzerren« von Wohnen, Arbeiten und Freizeit an, also mit einer fatalen Vervielfachung der Wege, und wurde nach WK II mit dem Abriss von Straßenbahnen und dem Aufbau von Autoschneisen massivst befördert. Aus heutiger Sicht fragt man sich: Waren die alle bescheuert - oder waren die bestochen?
Das kann man nicht von heute auf morgen rückgängig machen, aber man sollte einen Plan haben. Und dazu gehören nun mal die Wiedergewinnung der Fläche für die Menschen statt für die Blechpanzer.

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Antidarwinist 26.04.2019, 10:57
246. Hauptsache

"Wir brauchen in Deutschland eine intelligente Maut, deren Höhe sich nach Tageszeit, Straßentyp und aktueller Verkehrssituation richtet. Je mehr Stau, desto teurer die Nutzung der betroffenen Straße. Das würde dann dazu führen, dass die Menschen andere Routen einschlagen oder ihr Auto stehen lassen. Außerdem müssten Fahrten in der Nacht teurer sein, als am Tag, damit man keine Probleme mit dem Lärmschutz bekommt."

Hauptsache, der Bürger kann nicht frei entscheiden, wo und wie er sich bewegt. Das wäre ja noch schöner, wenn man den Leuten erlauben würde, kostenlos in einem Stau zu stecken. Wir leben schließlich in einer Demokratie, und in einer Demokratie bestimmen linksintellektuelle Professoren den moralischen Handlungs- und den politischen Ordnungsrahmen. Einfach so mit dem KFZ die Straße entlang fahren, ohne für jeden Kilometer Geldstrafe zu zahlen, ist kriminell!

(Das war Satire, Ironie & Sarkasmus)

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cindy2009 26.04.2019, 10:57
247. oder auch nicht

Zitat von bruno_67
Ich glaube da gibt es ein grundlegendes Verständigungsproblem. Die Pendler, die am morgen mit ihrem PKW im Stau stehen, machen das nicht, weil ihnen das Spaß macht, sondern weil sie sowohl mit dem ÖPNV als mit dem Fahrrad keine Chance haben, in angemessener Zeit bzw. Aufwand ihre Arbeitsstelle zu erreichen. Dafür brauchen sie (derzeit) ihren eigenen PKW - und wenn der einmal da ist, fährt man mit dem natürlich auch zum Wochenendeinkauf. Ein Carpool ändert daran überhaupt nichts.
Doch, doch. Da spielt viel "Spaß" mit. Warum sehe ich denn jeden Morgen, während ich im Bus am Stau vorbei fahre, meine Kollegen im Auto stehen? Gut, ich komme dann trotzdem etwas später in der Arbeit an, aber wegen der paar Minuten muss sich niemand den Stauspaß antun.
Es ist oft nur die reine Bequemlichkeit. Nicht mal Fahrgemeinschaften werden gebildet.
Den Wochenendeinkauf kann man auch inzwischen bei uns auch ohne Probleme ganz ohne Motorisierung erledigen. Aber wenn am Sonntag jemand 400 Meter mit dem Auto zum Bächer fährt, merkt man ganz genau, woher der eigentliche Wind her weht.

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frankcrx 26.04.2019, 10:58
248.

Zitat von jj2005
Aber selbstverständlich können Sie was dafür! Als gutverdienender Pendler setzen Sie kräftig was von der Steuer ab, und dann stürzen Sie sich jeden Morgen freudig zwei Stunden in den Berufsverkehr. Da freut sich der Kapitalist über so viel Blödheit, denn sonst müsste er ja die Fabrik näher bei seinen Arbeitern bauen, nicht wahr? Herr Monheim hat in vielem Recht, nur die Mautidee ist natürlich hanebüchener Schwachsinn: grosser Verwaltungs- und Kontrollaufwand für eine Steuer (ja, auch die Maut ist eine STEUER), die letztendlich Kleinwagenfahrer bestraft und spritfressende SUVs begünstigt. Viel besser: Mineralölsteuer raufsetzen, Ohren zuhalten, damit man das Gejaule der SUV- und Raserfraktion nicht hört, und mit den Mehreinnahmen den Gratis-ÖPNV finanzieren. Da ärgern sich die Reichen, und die Armen werden nicht mehr wegen Schwarzfahrens in den Knast gesteckt.
Und morgen mokieren sie sich über aufgebrachte Gelbwesten, die einfach nicht einsehen wollen noch mehr fürs Benzin zu bezahlen.
Der Monheim ist ein Dummschwätzer der sich wohl gerne ins Jahr 2312 träumt, wenn dann endlich das beamen erfunden wurde.

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MTMinded 26.04.2019, 10:58
249. Gießkannenprinzip hat noch nie funktioniert...

es ist einfach, weitere 'Abgaben' einzuführen um Autofahrer zum Umdenken zu bewegen. Es ist allerdings schwer, die dann benötigte Infrastruktur vorab zur Verfügung zu stellen.

Aktuell habe ich einen Arbeitsweg von 40 Minuten mit dem Auto. Mit ÖPNV sind es 90 Minuten (wenn alles pünktlich ist). Einfache Strecke. Das sind täglich 100 Minuten weniger Lebenszeit die ich mit meiner Familie verbringen kann. Ich wäre bereit 'umzusteigen' wenn der Ausbau so erfolgt, dass ich maximal 60 Minuten benötige und wir eine Verspätungsrate wie in Japan erreichen.
Die Realisierung mit heutigen ÖPNV Konzepten ist allerdings Utopisch, da jeder Bürger andere individuelle Anforderungen an die Mobilität hat.
Apple hat eigene Busse, die die Mitarbeiter aus dem Umland abholt und im Bus das Arbeiten ermöglicht - so dass Fahrtzeit bereits Arbeitszeit ist. Vielleicht sollte man hier die großen Arbeitgeber in den Regionen mal ansprechen...

kleine Anekdote am Rande:
In meiner Region wird seit den 90ern! über eine Umgehungsstraße diskutiert um die Berufspendler, die aus dem 'Hinterland' zur Autobahn wollen aus dem Stadtverkehr zu bekommen. Seit den 90ern! Bis jetzt ist noch kein Entwurf auf dem Tisch, wo diese Umgehungsstraße langgeführt werden kann. Aber täglich im Berufsverkehr das totale Chaos...

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