Forum: Auto
Verkehrsexperte zur City-Maut: "Zwei Drittel aller Autos müssen von den Straßen versc
DPA

Verkehrsexperte Heiner Mohnheim geht die City-Maut nicht weit genug. Er fordert eine Gebühr für jeden gefahrenen Kilometer auf allen Straßen und erklärt, warum Städte, Kommunen und Bürger davon profitieren würden.

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Sueme 26.04.2019, 11:27
280.

Zitat von hifimacianer
Es ist wirklich lustig, wie viele hier reflexartig Schnappathmung bekommen, wenn man ihnen sagt sie fahren schwarz. Dabei hat der Mann recht! Weder KFZ- noch Mineralölsteuer reichen aus, um die Gesamtkosten des Autoverkehrs zu decken. Denn was viele vergessen sind die Externen Kosten des Autoverkehrs. In den Rechnungen wird meist nur angegeben was der Bund für den Straßenbau ausgibt. Also für Erhalt, Neubau, Ausbau. Völlig unter den Tisch fallen aber die Kommunalen Ausgaben. Was ist mit dem Platzverbrauch des ruhenden (parkenden) Verkehrs? Was ist mit Ampelanlagen in den Städten, die an großen Kreuzungen weit über 100k € kosten? Was ist mit der Kanalisation, die aufgrund der großen versiegelten Flächen deutlich größer dimensioniert werden muss? Winterdienst, Straßenreinigung, Umweltbelastung!? Der Straßenverkehr ist für die Kommunen ein größeres Zuschussgeschäft als der ÖPNV! Im Grund zahlen also alle Steuerzahler, auch diejenigen die kein Auto besitzen, für die Straßeninfrastruktur mit.
Ist relativ einfach. Öffentliche Parkplätze sind, zumindest in der Innenstadt, inzwischen grundsätzlich Kostenpflichtig und bei >=3€ Stunde vermutlich kein Zuschussgeschäft. Parkplätze rund um Gewerbebetriebe sind im Normalfall von den Firmen in ausreichender Menge zu stellen. Wohnungsbau hat entsprechende Stellflächen nachzuweisen. Können beim Bau von Geschäfts-/Wohn-Häusern die vorgeschriebenen Stellflächen nicht oder nicht ausreichend zur Verfügung gestellt werden sind entsprechende Ausgleichszahlungen an die Stadt zu entrichten, das übrigens schon seit 1945/1946. Ach und z.b. die Straßenreinigung/Winterdienst wird in den Städten, im Normalfall, den Grundstücksbesitzern entsprechend der Frontmeter des Grundstücks, zumindest anteilig, in Rechnung gestellt.
Also wo exakt sind da die nicht beachteten externen Kosten des Autofahrens?

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emil7685 26.04.2019, 11:28
281.

Zitat von hifimacianer
Ach bitte, selbst mit dem Auto kauft heute kaum noch jemand seinen 55" TV, da er überhaupt nicht in den Kofferraum passt! Und ich muss mich echt immer wieder wundern, wie die Holländer all die Probleme die wir Deutschen scheinbar haben, spielend erledigen. Da wird neben dem Einkauf auch noch 2 Kinder auf dem Fahrrad transportiert. Da werden 2 große Bierkisten in riesigen Satteltaschen auf dem 3-Gang Hollandrad nach Hause gefahren, der restliche Einkauf landet im Korb auf dem vorderen Gepäckträger, bzw. im Rucksack. Mütter fahren 3-4 Kinder im Lastenrad zur KiTa oder in die Schule, und das mit einem Lächeln im Gesicht. Und wenn es regnet kommt das Regendach drauf und die Mutter zieht den Fahrradponcho an, und lächelt immer noch. Bei uns ist immer alles ein großes Problem, während es andernorts längst funktioniert...
Ich habe viele Freunde in den Niederlanden und bin oft dort. Die von Ihnen geschilderten Gegebenheiten sehe ich so gut wie nie. Die Holländer fahren genauso mit dem eigenen Auto zum Supermarkt einkaufen wie wir Deutschen. Und die Kinder werden genauso mit dem Auto in die Kita und Schule gefahren.
Die paar Freaks die in Amsterdam und Groningen alles mit dem Fahrrad erledigen sind NICHT die Regel und die Mehrheit in den Niederlanden!

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hartwig2 26.04.2019, 11:30
282.

Zitat von scoopx
Wir leben seit langem in einer Automobil-Diktatur. Alles wird den Erfordernissen der verdammten Autos unterworfen. In den Städten ist der öffentliche Raum von den Autos quasi okkupiert. Fährt man über Land, dann schaut man nur noch auf eine Wand aus Blech. Es wird Zeit, daß wir uns davon befreien und den öffentichen Raum zurückerobern. Die Konsequenz ist, daß es dann wieder mehr kleine Lebensmittelläden geben wird und Handelsformen, die fast ausgestorben sind, zum Beispiel das von den Baumärkten verdrängte Haushaltswarengeschäft. Die Nachbarschaften werden belebt werden, die Leute werden einander wieder kennen, und Kinder werden auf der Straße spielen. Ein ganz anderes Lebensgefühl wird Einzug halten. Es wird wieder Spaß machen, daheim zu leben, und weil es dann weniger Dinge gibt, denen man zu entkommen trachtet, wird der Drang zu den Kurzreisen abnehmen. Die Pendlerwege wird man reduzieren müssen, und das wird bedeuten, daß unser Raum entghettoisiert wird, das heißt, er wird nicht mehr wie heute in Wohn-, Einkaufs-, Erwerbs- und Vergnügungsghettos aufgeteilt sein sondern mehr durchmischt. Dieser Wandel ist gut fürs Klima, wird die übersättigte Wirtschaft durch die erforderlichen Umstellungen wieder wachsen lassen und die Lebensqualität verbessern. Also eine win-win-win-Situation. Worauf warten wir noch?
Weil die Autofahrer es auch bezahlen, oder gibt es eine Rad Steuer mit der Radwege dann auch finanziert werden könnten?
Was meinen Sie was bei der Bahn los wäre, wenn die Fahrkarte nicht subventioniert wäre, und Sie den originalPreis zahlen müssten.
Wieso sollte sich der Handel ändern, wenn es weniger Autos gäbe?
Seit wann bekommt man Haushaltswaren in einem Baumarkt?
Und wieso macht es Ihnen keinen Spaß mehr, daheim zu leben? Fahren da schon Autos?
Haben Sie auch die Arbeitsplätze für die Pendler?

Um nicht zu fragen, leben Sie schon in solch einer Traumwelt, das Sie die Realität gar nicht mehr wahrnehmen, wenn das Feindbild Auto weg wäre, ist für Sie alles schön?

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qoderrat 26.04.2019, 11:30
283.

Zitat von faced
Ein ungelöstes Problem ist die Urlaubszeit. Die Bahn ist wohl nicht fähig, derartige Reisendenzahlen, bei Wegfall des Autos, zu transportieren.
Das ist kein Problem, Sie fahren einfach nicht mehr in den Urlaub, weil Sie sich das nicht mehr leisten können. Genauso wie Sie in Zukunft mit dem Bus oder dem Fahrrad zur Arbeit fahren, weil Sie sich kein Auto mehr leisten können.

Ich bin mir nur nicht sicher, wie der Hr. Monheim es schaffen möchte, die Bevölkerung von dieser Idee zu überzeugen. Da es deutlich mehr Menschen geben dürfte, denen aus finanziellen Gründen die Mobilität genommen werden würde, als denen die von den freieren Strassen profitieren würden, würde das vermutlich zu interessanten politischen Ergebnissen führen. Selbst ich als überzeugter Radfahrer glaube nicht daran, dass solche Konzepte durchsetzbar sein werden.

Im Prinzip gibt er das ja auch selbst zu in dem Abschnitt, in dem er eine Konkurrenzsituation bzgl. der Einkaufsziele erkennt. Sprich, mit Überzeugung wird das nicht klappen, sondern nur mit Zwang. Dumm nur, dass dieser in einer Demokratie wohl eher nicht so gut umsetzbar ist.

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frankcrx 26.04.2019, 11:31
284.

Zitat von hifimacianer
Da die KFZ- und Mineralölsteuer bei weitem nicht ausreichen, um die Gesamtkosten des Autoverkehrs zu decken, ist ihr Einwurf denke ich nur eine Nebelkerze. Davon abgesehen brauchen Radfahrer auch bei weitem nicht so eine robuste Bauweise wie der Autoverkehr. Zu ihrem zweiten Teil: Warum ist man denn nicht mobil, wenn man kein Auto besitzt? Es gibt Bus, Bahn, das Fahrrad. In Berlin besitzen über 50% der Bürger überhaupt kein Auto, und sind trotzdem mobil. Und mit Carsharing würde man ja jedem ermöglichen, bei wirklichem Bedarf auch ein Auto nutzen zu können.
In Berlin wohnen aber auch nur 3,5 Mio Menschen und ob die Auto fahren oder nicht ist mir persönlich ziemlich egal. Aber wenn man so die Kommentare liest sind die Öffis in Berlin auch nicht das gelbe vom Ei. Und Höhenunterschiede von 355 Metern hat Berlin auch keine. Eigentlich ist Berlin ja nur ein Muckenschiß und hat mit dem Rest des Landes nicht viel zu tun.

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Dr. homo oeconomicus 26.04.2019, 11:31
285.

Zitat von hifimacianer
Na da haben Sie sich die Sache aber schöngerechnet. Übrigens wurden die Studien zu den Gesamtkosten des Autoverkehrs von Hochschulen gemacht. Der ÖPNV ist ein Zuschussgeschäft - richtig. Nur zahlen die Kommunen für den motorisierten Verkehr in Summe noch deutlich mehr drauf! Seit wann zahlen Radfahrer und Fußgänger denn keine Steuern?
Wie kommen Sie denn auf den Blödsinn?
Das muss man national betrachten, da Steuern grundsätzlich nicht zweckgebunden sind.
wir haben in D über 40 Mio Pkw, die Jährlich im Schnitt etwa 7 Liter auf 100 km verbrauchen und eine durchschnittliche Jahresfahrleistung von 10000 km haben. Pro Liter werden mind 80 Cent fällig. Ween man diese Annahmen trifft, kommt man allein durch die Spritsteuern auf 560 Euro Steuern pro Auto pro Jahr. Der Staat nimmt pro Jahr dann über 22,4 Mrd Euro jährlich ein!!!
Und Pkws sind von untergeordneter Bedeutung, wenn es um den Verschleiss der Fahrbahnen geht. Die Hauptursache für den Fahrbahnverschleiss sind die LKW und Busse aufgrund des höheren Gewichtes. Der Verschleiss steigt nicht linear sonder exponentiell mit steigenden Gewicht.

Radfahrer und Fussgänger zahlen keine Spritsteuern, keine Versicherungssteuern, keine analoge Kfz-Steuer und keine Umsatzsteuer für die Bewegeung auf den Strassen bzw. Gehwege.

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thomas_linz 26.04.2019, 11:34
286. Diese Arroganz wollen wir auch nicht

Zitat von frankcrx
Diese Art von Mobilität wollen wir nicht. Basta. Dafür meine Privatsphäre zu opfern kommt nicht in Frage. Und mein Auto teile ich mit niemandem. Sonst muß ich womöglich in Zukunft auch meine Wohnung teilen, meinen Fernseher zur Verfügung stellen, meinen Garten der breiten Bevölkerung zugänglich machen. Nee Nee, so nicht.
Reden Sie doch mal mit den Bauern, was der Klimawandel immer mehr anrichtet. Nix mehr zu fr.... aber Hauptsache MEIN Auto. Wie kann man nur so ignorant sein.

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ruediger 26.04.2019, 11:34
287.

Die Autofahrer bezahlen heute neben dem gesamten Strassenbau auch schon einen grossen Teil des ÖPNVs über die Mineralölsteuer die letztlich genau wie eine eine allgemeine Maut wirkt.
Wenn man die Zahl der Autos drastisch reduzieren will, wird letztlich die individuelle Mobilität des Grossteils der Bevlkerung aufgehoben. Es wird niemand mit Fahrrad aus dem Umland auch nur 10 km einkaufen fahren sondern es wird dann von zu Hause aus bestellt werden. Letztlich schaffen die Städte sich damit selbst ab.

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Sibylle1969 26.04.2019, 11:34
288.

Ich vermisse bei vielen Forumsschreibern echte konstruktive Vorschläge, wie man das Problem von zu viel Autos in den Städten lösen kann. Denn es ist wohl unbestritten, dass die heutige Situation schon fast unerträglich ist. Es wird immer nur laut geschrien, was alles nicht geht, aber kaum jemand bringt mal realistische und zielführende Ideen. Herr Monheim bringt zugegebenermaßen etwas provokante Vorschläge, über die man diskutieren kann. Natürlich kann man nicht von heute auf morgen das Autofahren drastisch verteuern. Es ist auch unrealistisch, den ÖPNV kurzfristig deutlich auszubauen (man schaue zB, wie lange es noch dauert, bis die zweite Stammstrecke in München fertig wird). Realistisch wäre es hingegen, das Autofahren schrittweise zu verteuern (Kraftstoff und Parkkosten vor allem). Gleichzeitig Recht auf Home office für alle geeigneten Jobs (mind. 40% sind geeignet), um den Pendlerverkehr in den Ballungsgebieten zu reduzieren. Wer in einer Großstadt wohnt und keinen Stellplatz für sein Auto nachweisen kann, zahlt einen jährlich steigenden Preis, der zudem auch von der Fahrzeuggrösse abhängt, Smart billiger als ein Q7. Dann wird es mehr und mehr attraktiv, auf Carsharing umzusteigen und nur bei Bedarf ein Auto zu nutzen und ansonsten ÖPNV und Fahrrad. Es ist auch klar, dass es auf dem Land bis auf weiteres unrealistisch ist, auf ein Auto zu verzichten. In der Grossstadt ist es aber realistisch für sehr viele.

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cindy2009 26.04.2019, 11:36
289. nicht verstanden

Zitat von Bibs1980
Nur weil's bei Ihnen nicht praktikabel ist heisst das noch lange nicht, dass es nicht funktioniert. Ich bin auch IT'ler und bei uns wurde kürzlich für alle 350 Mitarbeiter eine Homeofficeregelung eingeführt, schlicht weil wir alle Prozesse soweit digitalisiert haben und die Infrastruktur so aufgebaut haben, dass es egal ist, ob ein Mitarbeiter in Büro 0.39 oder 4.11 sitzt oder daheim ist. Klassisches Patt würde ich sagen :-)
Von den 400 Mtarbeitern ARBEITEN die meisten doch in der Tat noch körperlich. Das geht schlicht nicht von zu Hause aus. NOCH macht das produzierende Gewerbe und die Dienstleistung den Großteil ohne ständiges Sitzen vor dem Bildschirm aus. Handwerk sowieso.

Ich habe nicht behauptet, dass es nicht funktioniert, sondern dass dies in der Gesamtheit schlicht nichts bringt, um den Verkehr zu entlasten.

Aber nur so nebenbei: Ich sitze lieber mit jemandem von Angesicht zu Angesicht gegenüber, als in einen Bildschirm zu starren. Und mein "Homeoffice" habe ich doch tatsächlich immer im Rucksack dabei. Da kann man sogar mal im Bus etwas "arbeiten".

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