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Verkehrsexperte zur City-Maut: "Zwei Drittel aller Autos müssen von den Straßen versc
DPA

Verkehrsexperte Heiner Mohnheim geht die City-Maut nicht weit genug. Er fordert eine Gebühr für jeden gefahrenen Kilometer auf allen Straßen und erklärt, warum Städte, Kommunen und Bürger davon profitieren würden.

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az150 26.04.2019, 08:36
80. Richtige Hinweise

Hier werden einige richtige Dinge deutlich ausgesprochen, z. B. in punkto "schwarzfahrende Autofahrer", denn entgegen der landläufigen Auffassung können Kfz- und Mineralölsteuer für die immensen Straßenbau- und Straßeninstandhaltungskosten nicht einmal annähernd kostendeckend sein. Allerdings ist einiges auch schnell dahingesagt und dabei weder glaubwürdig noch zielführend, z. B. die Aussage, man werde überdimensionierte Kreuzungen einfach mit Wohnungen bebauen. Wohnungen an verkehrsreichen Orten (Kreuzungen insbesondere) sind unbeliebt und daher solche Flächen hierfür nicht geeignet, da wird man sich etwas anderes einfallen lassen müssen. Aber was den immensen Ausbaubedarf von ÖPNV nicht nur in den Städten, sondern gerade auch im Umland, das hierbei hintan gestellt wird, betrifft, gebe ich dem Verkehrsforscher vollkommen Recht. Die Bedeutung des Fußgängerverkehrs hätte er aber gerne noch einmal herausstreichen können, dessen Bedeutung und Potential gerade in der Stadt wird nämlich auch gerne übersehen.

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schredder66 26.04.2019, 08:36
81. Und so jemand...

...nennt sich Verkehrsexperte?

Ohne Stellplätze keine Autos? Ernsthaft? Wer mit einem Auto Strassen befährt, fährt schwarz? Ernsthaft? Wie wird den der Strassenbau finanziert? Durch Steuern, oder? Und Autofahrer zahlen auch Steuern, oder? Und Steuern sind nicht zweckgebunden. Das weiss der Verkehrsexperte hoffentlich. Wie wäre es mit zweckgebundenen Steuern für alle Bereiche des Lebens?

Und ich wage es wieder mit Homeoffice für "unproduktive" Arbeit zu nerven. Für Verkehrsvermeidung. Gegen das Berufspendeln, wenn die Arbeit von jedem Computer, überall auf der Welt, gemacht werden kann. Aber nein, Herr Verkehrsexperte! Statt Anreize / Alternativen zu schaffen, wird bedroht und bestraft. Typisch deutsch.

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HAJ 26.04.2019, 08:38
82. Ganz fataler Ansatz: Öffentlichen Raum an die Meistbietenden verkaufen

Monheims Konzept macht implizit ein ganz extremes Prinzip zum Grundsatz der Verteilung des Zugangs zum öffentlichen Raum. Die Nutzung des öffentlichen Raums, der knapp, begrenzt und nicht vermehrbar ist, soll an die Meistbietenden verkauft werden. Das ist ein extrem wirtschaftlich-neoliberales Prinzip. Es ist demokratiefeindlich und schafft äusserste Ungleichheit. Bitte nochmal nachdenken!

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pepe83 26.04.2019, 08:38
83. Der gute Mann wohnt sicher in der Innenstadt

Die Leute kommen nicht primär zum Flanieren in die Stadt, wie er es ausdrückt, sondern um zu arbeiten. Leider ballen sich die meisten Jobs in den Städten. Und da der öffentliche Verkehr meist nicht gut genug ausgebaut ist und sich viele Menschen das Wohnen dort nicht leisten können, muss man das Auto nehmen. Auch die einseitige Förderung von Fahrrädern und ÖPNV greift zu kurz. Das hilft wieder nur Menschen, die in oder nah an der Stadt wohnen. Viele Pendler müssten auf bessere und günstigere Angebote der Deutschen Bahn zurückgreifen. Und all das müsste ausgebaut sein, bevor eine weitere Gebühr eingeführt wird. Man kann den Menschen nicht Mobilität nehmen, ohne vorher funktionierende Alternativen anzubieten.

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Herr Bayer 26.04.2019, 08:40
84. Dank Stellplätzen

sind die Städte noch nicht so dicht bebaut. Die Bewohner können sich auf die beliebte Nachverdichtung freuen.

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bruno_67 26.04.2019, 08:42
85.

Zitat von bestrosi
Gesamtgesellschaftlich geht es um Effizienzgewinne im Verkehr, und da ist das Auto mit 1,2 Personen pro PKW und 23 Stunden Standzeit pro Tag unterirdisch schlecht, ....
Dieses Argument lese ich immer wieder, es ist und bleibt aber sinnlos.

Wenn, wie bei meiner Frau, die eine Stunde Autonutzung dafür dient, ihre Arbeitsstelle zu erreichen (2x30min) und die Alternative ÖPNV bedeutet, ca. 3 Stunden am Tag unterwegs zu sein, dann hat die eine Stunde Autofahrt ihre absolute Berechtigung, denn ÖPNV bedeutet täglicher Verlust von 2 Stunden Lebenszeit.

Im Übrigen bleibt unser Auto die Restzeit wirklich ziemlich oft stehen, denn in die Innenstadt fährt meine Frau natürlich mit der U-Bahn :-). Das ändert aber nichts an der Notwendigkeit des Autos für den Arbeitsweg.

Und wenn der Autor hier schwadroniert, die Leute führen mit dem Auto in die Stadt zum "Einkaufen und Flanieren" ist das ohnehin Unsinn. Die meisten Fahrten in die City sind berufsbedingt.

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max-mustermann 26.04.2019, 08:43
86.

Zitat von bestrosi
Gesamtgesellschaftlich geht es um Effizienzgewinne im Verkehr, und da ist das Auto mit 1,2 Personen pro PKW und 23 Stunden Standzeit pro Tag unterirdisch schlecht, vom Klimaschaden mal ganz abgesehen. Nutzungsabhängige Kosten sind doch sonst kein Problem, warum nicht auch beim Autoverkehr?
Wieso wird beim Thema Klima eigentlich immer nur das Auto ins Visier genommen ? Fast alle Besitztümer die ein Mensch im Laufe seines Lebens in unserer Konsum und Wegwerfgesellschaft so anhäuft stehen die meiste Zeit des Tages ungenutzt herum, übrigens auch die immer so gepriesenen Fahrräder. Die Wohnungen der meisten Menschen quellen über vor Unmengen an nutzlosem Kram und Nippes den bei realistischer Betrachtung keiner braucht. Was das an Ressourcen verbraucht und das Klima schädigt interessiert aber irgendwie keinen denn es ist ja cool und hip immer den neuesten Schrott zu haben der in der Werbung angepriesen wird. Aber Hauptsache das Auto das für eine große Zahl von Menschen, dank fehlendem und/oder miserablem ÖPNV, tatsächlich immer noch alternativlos ist um auf die Arbeit zu kommen und andere Dinge des Alltags zu erledigen wird verteufelt. Was ihre Nutzungsabhängigen Kosten angeht sind die Autofahrer doch schon voll dabei, für jeden Liter Sprit zahlen sie mit zwei drittel des Preises nur Steuern (Mineralöl-, Öko- und Mehrwertsteuer) also Nutzungsabhängiger geht es doch schon gar nicht mehr.

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andi2012 26.04.2019, 08:44
87. der zweite Schritt vor dem ersten

mal wieder. Solange es keinen ÖPNV gibt, der die zusätzlichen Reisenden aufnehmen könnte die zu erwarten wären, solange es einen Regionalschienen-/busverkehr gibt der nur 2 x am Tag vom Dorf in die Stadt fährt (wenn überhaupt), solange die Bahn nicht in der Lage ist zuverlässig und pünktlich ihren Service anzubieten, bleibt das Makulatur und damit sinnlos. Folge: die, die es ich leisten können ziehen in die Stadt und das platte Land bleibt abgehängt.

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der_anonyme_schreiber 26.04.2019, 08:45
88. Das übliche

Statt konstruktiv zu überlegen, wie man Anreize schaffen kann das Auto stehen zu lassen oder am Ende gar zu verkaufen, versucht man durch eine Verbots- und Behinderungspolitik einzugreifen.
Erstens hat das noch nie funktioniert und wird auch in diesem Fall nicht funktionieren. Siehe auch Zigaretten... werden immer teurer, nur noch draussen, aber am Rauchen ändert das signifikant nix.
Wenn ich mit dem Auto 10 Minuten in die Arbeit brauche und mit dem ÖPNV ne Stunde ist es vollkommen egal was mir dafür noch abgeknöpft wird. Der ÖPNV ist einfach überhaupt keine Alternative. Und ich werde auch sicher nicht 8km mit dem Radl fahren, dann im Büro noch mal duschen und umziehen oder vor mich hinstinken.

Zweitens ist das ein absolutes Armutszeugniss und zeigt das Totalversagen der Politik auf allen Ebenen. Wäre der ÖPNV so lukrativ, dass ich diesen lieber verwenden würde ( und normalerweise tue ich das), und zwar primär im Hinblick auf Leistung, nicht auf Preis, würde sich die Sache auch regeln.

Und "mobile Freizeit" wird dann halt ein Privileg für die mit den dicken Brieftaschen, der klassische Grünenwähler halt.
Mir solls recht sein, keine überfüllten Parkplätze beim Bergwandern mehr, mehr Ruhe in der Natur. Der Radius der Radler begrenzt sich dann ganz natürlich auf 30km rund um die Stadt.
Werden die, die sich sowas ausdenken eigentlich bezahlt für ihre "Gedanken"?

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Pinky McBrain 26.04.2019, 08:45
89. Gerede

Bis ich mal lese, dass die ÖPNV-Betriebe und die Bahn hunderte neue Bahnen und Busse bestellen, ist das alles nur Gerede. Mobilität lässt sich nicht verbieten, sie findet statt. Man kann sie höchstens kanalisieren.
Hier wiederum hoffe ich auf eine Strategie, die weniger verbietet und mehr fördert.

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