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Verkehrsrisiko Rentner: Dobrindt schließt Führerschein-Tests für Senioren aus
DPA

Unfallforscher warnen vor fahruntüchtigen Rentnern, die Mehrheit der Deutschen will Führerscheintests für Senioren. Doch Verkehrsminister Dobrindt bleibt bei seiner Ablehnung.

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Kradfahrer 11.06.2017, 16:19
140. Nein,

Zitat von Nania
Das ist aber doch wohl eher ein Problem, dass im Verhältnis zwischen Autofahrern und Motorradfahrern liegt, oder? Wenn ich hier durch die Innenstadt mit dem Fahrrad fahre, dann wird mir auch übel, wenn ich sehe, wie wenig auf die Radfahrer geachtet wird, Fahrradschutzstreifen überfahren und zugeparkt, auf den Seitenblick verzichtet usw. Das hat alles überhaupt nichts mit dem Alter zu tun. ...
das ist für mich keine Frage des Verhältnisses zwischen ... Das ist schlicht und ergreifend eine Frage der Eignung ein Fahrzeug führen zu können (es zu vermögen). Das ist jedoch eine individuelle Frage und keine des Alters.

Und natürlich werden wir beide hunderte und tausende Fälle finden, in denen ein Junger oder ein Alter ... Im Endeffekt ist es immer individuelles Versagen bzw. individuelles Unvermögen. Alter ist kein Verdienst, das kommt von selbst. Aber ebenso ist Jugend kein Verdienst, denn die kommt ebenso von selbst.

Wobei wir ja beide insofern einig sind, als den Dementen oder Alzheimerpatienten der Hausarzt rechtzeitig melden dürfen muss, damit der auf seine Eignung geprüft wird, BEVOR etwas passiert.

Noch ein Beispiel: Ich nehme einmal an, dass Sie ebenso wie ich auch einmal ein Bierchen, ein Gläschen Wein oder Sekt, ein Schnäpschen trinken. Dennoch stimmen wir beide doch wohl dahingehend überein, dass ohne triftige Gründe eine MPU wegen der bloßen Möglichkeit einer Alkoholabhängigkeit bei uns beiden wie auch der Mehrheit der Kraftfahrzeugführer unnötig ist. Ebenso verhält es sich aus meiner Sicht mit dem Alter.

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AGruenspan 11.06.2017, 16:32
141. Wo ist das Problem?

Schon möglich, daß ältere Autofahrer nicht so oft an schweren Unfällen beteiligt sind - aber sie verursachen sie und fahren dann in aller Seelenruhe weiter, weil sie gar nichts davon mitbekommen. Das beginnt mit dem Anhalten auf dem Beschleunigungsstreifen der Autobahnauffahrt, Ignorieren des Ampelrotlichts für Linksabbieger, weil der Geradeausverkehr grün hat, falsches Einfahren in den Gegenverkehr, Fahren über den Mittelstreifen hinaus - die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Und fast immer befindet sich ein Verkehrsteilnehmer jenseits der 70 hinter dem Steuer. Letzthin legte jemand den Verkehr an einer Tankstelle lahm, weil er Minutenlang nach Wechselgeld in seiner Geldbörse kramte. Körperlich völlig am Ende und zittrig setzte er sich anschließend in sein Auto und fuhr erst einmal auf den Parkstreifen.
Diese Leute sind meiner Ansicht nach eine Gefahr für alles, was sich sonst noch auf der Straße bewegt. Wie soll so jemand auf Ausnahmesituationen - Blaulicht Krankenwagen/Polizei - Kinder auf der Fahrbahn- noch reagieren können. Und wo ist das Problem einer erneuten Fahrtüchtigkeitsprüfung im Alter. Das sind Rentner mit Zeit ohne Ende! Aber ja - ältere Menschen sind nicht mehr so leistungsfähig und deshalb auf ein Fahrzeug angewiesen. Das erinnert mich an den Spruch: "Der ist ja so besoffen daß er nicht mehr laufen konnte - der musste ja fahren".

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Nania 11.06.2017, 16:32
142.

Zitat von Kradfahrer
das ist für mich keine Frage des Verhältnisses zwischen ... Das ist schlicht und ergreifend eine Frage der Eignung ein Fahrzeug führen zu können (es zu vermögen). Das ist jedoch eine individuelle Frage und keine des Alters. Und natürlich werden wir beide hunderte und tausende Fälle finden, in denen ein Junger oder ein Alter ... Im Endeffekt ist es immer individuelles Versagen bzw. individuelles Unvermögen. Alter ist kein Verdienst, das kommt von selbst. Aber ebenso ist Jugend kein Verdienst, denn die kommt ebenso von selbst. Wobei wir ja beide insofern einig sind, als den Dementen oder Alzheimerpatienten der Hausarzt rechtzeitig melden dürfen muss, damit der auf seine Eignung geprüft wird, BEVOR etwas passiert. Noch ein Beispiel: Ich nehme einmal an, dass Sie ebenso wie ich auch einmal ein Bierchen, ein Gläschen Wein oder Sekt, ein Schnäpschen trinken. Dennoch stimmen wir beide doch wohl dahingehend überein, dass ohne triftige Gründe eine MPU wegen der bloßen Möglichkeit einer Alkoholabhängigkeit bei uns beiden wie auch der Mehrheit der Kraftfahrzeugführer unnötig ist. Ebenso verhält es sich aus meiner Sicht mit dem Alter.
Um das, was ich meinte, vereinfachter auszudrücken:
Es ist keine Frage des Alters, wie mit Kradfahrern umgegangen wird. Darum geht es im Artikel auch gar nicht.

Zu Ihrem Beispiel: es ist wenig tauglich. Natürlich fordert niemand eine MPU, wenn er oder sie mal ein Schlückchen Alkohol getrunken hat (nur zur Ergänzung: fahren tue ich schon dann nicht mehr, wenn ich auch nur ein Bier getrunken habe. Alkohol und Autofahren geht für mich gar nicht zusammen. Selbst dann nicht, wenn es nur eine geringe Menge ist). Die Wahrscheinlichkeit, deshalb gleich Alkoholiker zu sein, ist ja auch mehr als gering.

Der Unterschied zum Alter ist: Es betrifft alle. Jeden. Jeder wird alt, jeder leidet an unterschiedlichen Alterserscheinungen. Niemand kann sich davon freisprechen. Das ist einfach der Gang der Dinge. Und zu überprüfen, ob man mit 75, vielleicht schon auf den Rollator angewiesen, noch in der Lage ist, Auto zu fahren, ist doch völlig rational.

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Stefan_G 11.06.2017, 16:35
143. zu #124

Zitat von Nania
Aber Sie werden zugeben müssen, dass es weniger sinnvoll ist, jeden 30-Jährigen darauf zu testen, ob er noch in der Lage ist den Schulterblick zu machen als jeden 75-Jährigen... Bei Sehtests halte ich eine Überprüfung ab 40 Jahren für durchaus sinnvoll!
Meine tägliche Erfahrung dazu:
Senioren halten sich fast alle strikt an die Verkehrsregeln, lenken sich beim Fahren nicht mit z.B. Mails schreiben ab. Manche übererfüllen das, indem sie innerorts nur 45 statt 50 fahren. Manchmal verursachen sie Unfälle, was u.a. mit gesundheitlichen Einschränkungen zu tun hat.
Fahrer unter 50 halten sich mehrheitlich nicht an Verkehrsregeln, fahren typischerweise zu schnell (ich auch), lenken sich mit dem Smartphone ab (ich nicht). Diese Leute sind das eigentliche Problem im Straßenverkehr, zumindest was Verletzte und Tote angeht.
Das Problem ist: Solchen Leuten kommt man mit einem Gesundheitscheck nicht bei, hier helfen nur Strafen, die wirklich weh tun z.B. 5000 Euro für innerorts 25 km/h zu viel oder für Smartphone-Nutzung.

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Nania 11.06.2017, 16:36
144.

Zitat von Kradfahrer
Sie werden mir hoffentlich zugestehen, dass es mir egal ist, ob der 30-Jährige mich totgefahren hat, weil er den Schulterblick nicht machen konnte oder weil er ihn einfach so nicht gemacht hat. Tot ist tot, da beißt die Maus keinen Faden ab. Sebst wenn der zur Strafe an Himmelfahrt öffentlichkeitswirksam im Olympiastadion gevierteilt oder mit Schimpf und Schande geteert und gefedert außer Landes gejagt würde, machte mich das nicht lebendig. Wie gesagt, fahren Sie einmal mit dem Motorrad durch die Lande, dann stellen Sie ganz schnell fest, dass die Alten nicht das Problem sind. Absolut nicht!
Ich habe Ihnen doch gar nicht widersprochen. Natürlich macht es für Sie keinen Unterschied, mit wem Sie den Unfall haben.
Nur: Es ist eben so, dass Wahrscheinlichkeit, in einen Unfall verwickelt zu sein, im Alter wieder steigt - nachdem sie zuvor gefallen ist. Und es ist auch so, dass die Mehrzahl der Unfälle, an denen Menschen älter als 65 (noch deutlicher: älter als 75) beteiligt sind, von diesen selbst verschuldet wird.
Darum geht es - und das ist ein Problem und wird noch viel drängender, wenn die Babyboomergeneration in dieses Alter kommt. Anders als die heute 80-Jährigen, haben von diesen nämlich die absolute Mehrheit einen Führerschein und fühlen sich vermutlich auch noch fitter als ihre Eltern.

Das Alter ist vielleicht für den Kradfahrer nicht DAS Problem. Aber es ist EIN Problem für alle Verkehrsteilnehmer und eines, dem man begegnen kann! Ich verstehe nicht, wieso Sie da so vehement auf einen Situation verweisen, die mit dem Thema eigentlich nichts zu tun hat.

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wpeitze 11.06.2017, 16:41
145. Und ab 25

bekommt das Jungvolk den Führerschein.

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steffen.ganzmann 11.06.2017, 16:47
146. Aha!

Zitat von W/Mutbürger
[...] Ich selbst hatte ein (mind.) 80 Jahre altes Muttchen erleben dürfen, die im 1. Gang und Vollgas aus der Tiefgarage rausgefahren ist und auf der Straße dann nicht mehr geschaltet hatte, sondern einfach weiter fuhr [...]
Ich sah mal eine Frau, die ihr nigelnagelneues Motorrad im 1. Gang vom Händler nach Hause fuhr, einfach weil sie mit der Fussschaltung nicht zurecht kam! Allerdings war das meine Frau und gerade einmal Anfang 40 (und da ja bekanntlich "dem einen sin Uhl dem andern sin Nachtigall ist", schenkte sie mir diese durchaus hübsch anzusehende, kleine 125er und mir machte sie viel Spass, meine Frau kaufte sich halt dann einen 125-Automatikroller) ...

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steffen.ganzmann 11.06.2017, 16:51
147. Ich machte meinen Führerschein im Staat Washington.

Dort muss man alle 5 Jahre seinen Führerschein erneuern lassen. Dabei liegt es im Ermessen des dort Angestellten, ob der Führerschein einfach erneuert wird, man einen neuen Sehtest machen muss (beinahe üblich), eine Theorieprüfung, eine praktische Prüfung oder gleich alles drei zusammen ...

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irgendeinleser 11.06.2017, 16:51
148.

Zitat von Kradfahrer
Übrigens, fahren Sie einmal mit einem Krad durch die Lande, ganz normal. Sie glauben gar nicht, wie oft Sie da dem gefühlten Tod von der Schippe hüpfen und wie jung die Gefährder meistens sind. Das sind nicht die Rentner, das sind die Jungen und Mittelalten. Sogar ein ADAC-Mann in seinem schönen gelben Dienst-VW wollte mich am Spreewalder Dreieck schon in die Leitplanke drängeln. Das war mit Sicherheit KEIN Rentner. Das war sozusagen ein Berufskraftfahrer, der zu blöd, zu faul oder körperlich nicht in der Lage war über die Schulter zu blicken, ehe er die Spur wechselt.
Den Teil mit dem Tod von der Schippe springen sehe ich auch so. Aber das zum jungendlichen Alter dagegen kann ich als regelmässiger Motorradfahrer im Großstadtverkehr so nicht bestätigen. Immer mal wieder wird mir aus aus Nebenstrassen oder Ausfahrten die Vorfahrt genommen, und da habe ich dann meist einen ganz guten Blick auf den Fahrer. Bis jetzt gilt, wann immer es gefährlich knapp wurde, hatte ich es entweder mit einem älteren Fahrer (von beiderlei Geschlecht) oder einer Dame mittleren Alters zu tun, also solchen Fahrzeugführern mit typischerweise eher "ruhigeren" Fahrstil.

Auch bei auf die Nebenspur Ausholen zum Abbiegen in die Gegenrichtung sind die recht gut vertreten, ungeachtet dessen dass man dann gerade parallel oder kurz dahinter in eben der betroffenen Nebenspur fährt.

Beim gefährlich-draufgängerischen Fahren sind natürlich Ältere unterrepräsentiert (eben ein stärkeres Problem bei Überlandfahrten, die sind bei mir vergleichsweise selten) und in Sachen Abdrängen wegen offenbar fehlenden Schulterblick hatte ich gefühlt schon mit allen Gruppen von Fahrern zu tun, inklusive Berufsfahrern (Taxis).

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Kradfahrer 11.06.2017, 16:51
149. Unfähigkeit

Zitat von Nania
... Der Unterschied zum Alter ist: Es betrifft alle. Jeden. Jeder wird alt, jeder leidet an unterschiedlichen Alterserscheinungen. Niemand kann sich davon freisprechen. Das ist einfach der Gang der Dinge. Und zu überprüfen, ob man mit 75, vielleicht schon auf den Rollator angewiesen, noch in der Lage ist, Auto zu fahren, ist doch völlig rational.
betrifft uns auch alle, auf den meisten Gebieten sogar! Und wenn Sie sagen, es sei völlig rational "zu überprüfen, ob man mit 75, vielleicht schon auf den Rollator angewiesen, noch in der Lage ist, Auto zu fahren", dann frage ich, was mit dem 73-Jährigen Dementen ist oder mit dem ...

In Deutschland gilt immernoch die Unschuldsvermutung. Solange keine Hinweise für Schuld, Unvermögen o.ä. gegeben ist, kann man nichts tun. Und das ist auch gut so.

Inwiefern haben Sie ein Problem damit, dass der Hausarzt bei Vorliegen von Hinweisen auf eine mögliche Fahruntüchtigkeit die Straßenverkehrsbehörde informiert (es darf und muss!), welche dann eine entsprechende Überprüfung veranlasst? Kein Generalverdacht, sondern völlig rechtssystemkonform im Falle von begründetem Verdacht weitere Maßnahmen. Und das völlig unabhängig davon, ob der Betreffende nun 18 oder 80 Jahre alt ist.

Mein Cousin, z.B. hat, wiewohl er auf einem Auge praktisch blind ist und nicht räumlich sehen kann, mit 18 seinen Führerschein gemacht und mit 20 das Fahren aufgegeben. Der war einfach nicht fahrtüchtig, jedenfalls nicht unter den Verkehrsverhältnissen der Freien und Hansestadt Hamburg. Hätte der besser noch bis 75 warten sollen, ehe das in einer Fahrtauglichkeitsprüfung für Alte festgestellt wird?

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