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Verkehrsrisiko Rentner: Dobrindt schließt Führerschein-Tests für Senioren aus
DPA

Unfallforscher warnen vor fahruntüchtigen Rentnern, die Mehrheit der Deutschen will Führerscheintests für Senioren. Doch Verkehrsminister Dobrindt bleibt bei seiner Ablehnung.

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Nania 11.06.2017, 16:51
150.

Zitat von Stefan_G
Meine tägliche Erfahrung dazu: Senioren halten sich fast alle strikt an die Verkehrsregeln, lenken sich beim Fahren nicht mit z.B. Mails schreiben ab. Manche übererfüllen das, indem sie innerorts nur 45 statt 50 fahren. Manchmal verursachen sie Unfälle, was u.a. mit gesundheitlichen Einschränkungen zu tun hat. Fahrer unter 50 halten sich mehrheitlich nicht an Verkehrsregeln, fahren typischerweise zu schnell (ich auch), lenken sich mit dem Smartphone ab (ich nicht). Diese Leute sind das eigentliche Problem im Straßenverkehr, zumindest was Verletzte und Tote angeht. Das Problem ist: Solchen Leuten kommt man mit einem Gesundheitscheck nicht bei, hier helfen nur Strafen, die wirklich weh tun z.B. 5000 Euro für innerorts 25 km/h zu viel oder für Smartphone-Nutzung.
Da stimme ich Ihnen auch zu.
Nur ändert es halt an der Ausgangslage des Artikels nichts: Alte Menschen werden zu einer größeren und damit wahrscheinlich auch "gefährlicheren" Gruppe im Straßenverkehr. Und zwar deshalb, weil sie Ihr eigenes Können überschätzen oder körperlich einfach nicht mehr fit genug sind.
Wer zittert, in den Beinen kein Gefühl mehr hat (hier merke ich an: Menschen mit Behinderung, die ihrerseits ein dementsprechend umgerüstetes Auto haben, sind damit nicht gemeint), nicht mehr schnell genug reagiert, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, wer nicht mehr richtig sieht (trotz Brille), wer sich überfordert fühlt, wer den Schulterblick nicht mehr kann, wer Medikamente nimmt, die das Fahren zu einem Risiko machen... usw., der gehört nicht mehr auf die Straße. Und das sollte überprüft werden. Meines Erachtens darf das auch ruhig auf Kosten "des Steuerzahlers" bzw. z.B. der Krankenkasse gehen. Das muss nicht privat bezahlt werden.

Es schafft aber ein stückweit Sicherheit und zwingt die Politik über alternative Transportmittel nachzudenken.

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Nania 11.06.2017, 16:53
151.

Zitat von wpeitze
bekommt das Jungvolk den Führerschein.
Das hilft doch nicht.
Viele Unfälle, die jungen Fahrern passieren, passieren wegen mangelnder Praxis. Sprechen Sie mal mit Fahrlehrern: ja, da wird massiv auch Selbstüberschätzung fallen, aber vielfach fehlt es einfach an der nötigen Praxis. Wer nie gelernt hat, wie er sich bei Aquaplaning oder Glatteis praktisch verhält, der wird das auf die harte Tour machen müssen.
Sie können noch so sehr fordern, dass Führerscheine erst später vergeben werden, diese Gruppe wird dennoch die sein, die am meisten Unfälle baut.

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ralf.podzierski 11.06.2017, 17:03
152. Gesundheits ...

Reaktions-/Korrektsehen-/Mindesteinhalten des Miteinanders sollten hier für ALLE Verkehrsteilnehmer alle 5 Jahre per Gesetz statt finden. Jetzt werden wieder alle jüngeren aufschreien - das fände ich richtig.

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steffen.ganzmann 11.06.2017, 17:05
153. Sorry!

Zitat von gbechet
[...] Die Junioren (18+) mit ihren (oft) hochgezüchteten Boliden, die sie mangels Fahrpraxis gar nicht beherrschen können, sind sicher mindestens genau so ein Problem. Die Photos von Unfällen, auf denen oft die bekannten Marken nebst Stahlfelgen zu erkennen sind, sprechen ja auch eine deutliche Sprache.
Aber ich hate schon mit 18 Jahren einen ererbten Ford Escort Mk II RS1800 mit ca. 118 PS. Das war 1978 auch ein "hochgezüchteter Bolide", war das Auto doch ein domestizierter Ralleywagen.

Der einzige Unfall, denn ich hatte, war ein Auffahrunfall, ein grosser Volvo auf Auslieferungsfahrt legte sich mit meinem Heck an - mein Ford gewann übrigens, meine atavistische Stahlstossstange demolierte der Motor des Volvos unreparierbar.

Allerdings brachten mir diese 118 PS in der Schweiz auch einen ziemlichen Strafbefehl ein (200 Franken, aber kann man denn damit rechnen, dass am Einführungstag der Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn schon kontrolliert wird?) ...

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AHF84 11.06.2017, 17:06
154. Was spricht gegen eine Überprüfung?

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was gegen eine entsprechende Eignungsprüfung spricht? Es muss doch jedem klar sein, dass die körperliche Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter abnimmt - dies schließt Schnelligkeit, Reaktionsvermögen, Sehen, Hören und viele andere Kleinigkeiten mit ein. Bei jedem Menschen nimmt die Leitungsfähigkeit anders und in unterschiedlichen Geschwindigkeiten ab. Aber sie kennt in der Regel nur einen Weg: nach unten.
Niemand spricht davon, den Führerschein ab einem gewissen Alter automatisch zu entziehen. Es würde doch lediglich darum gehen, die gesundheitliche Eignung zu überprüfen. In vielen Berufen ist das Standard - im Privatleben wird gleich gegen den Freiheitsentzug gepoltert. Ich wäre sogar dafür, ab 50 Jahren regelmäßig die Fahreignung zu überprüfen. Dabei könnte doch auch eine Beurteilung im Rahmen eines freiwilligen Sicherheitstrainings ausreichen, um die Eignung nachzuweisen - Auswahl: Fahreignung muss abgeprüft sein, ob in einer medizinischen Überprüfung oder durch regelmäßige Sicherheitstrainings.

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chwe 11.06.2017, 17:16
155. Hat sich mit autonomen Autos eh erledigt

diese sind ja nicht mehr weit von der Marktreife entfernt.
Die Frage wird dann nicht mehr sein ob Senioren getestet werden sondern ob die Politiker uns ueberhaupt noch erlauben eingestaendig zu fahren.

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steffen.ganzmann 11.06.2017, 17:26
156. Das erstaunt mich!

Zitat von Kradfahrer
[...] Mein Cousin, z.B. hat, wiewohl er auf einem Auge praktisch blind ist und nicht räumlich sehen kann, mit 18 seinen Führerschein gemacht und mit 20 das Fahren aufgegeben [...]
Denn ich bin ebenfalls quasi einäugig, aber beim Autofahren störte mich das nie, da ja mein Sehzentrum seit Geburt daran gewöhnt ist. Dadurch musterte mich auch die Bundeswehr aus, der Washington Army National Guard hingegen war das völlig egal.

In Deutschland solle ich zum Fahren eine "Sehhilfe" tragen, sagt mein Führerschein, als ob das irgendwie helfen würde! In den Staaten ergab der Sehtest nur, dass ich keine grossen LKWs fahren darf und in der Schweiz, dass ich nicht schneller als 180 km/h fahren darf, ungemein sinnig für ein Land mit einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h ...

Btw., da, wie ich ja schon bemerkte, Uhl und Nachtigall nicht weit auseinanderliegen: Da ich Zeit meines Lebens nur zweidimensional sehe, habe ich bei arthroskopischen Operation mit Bildschirm gegenüber allen anderen Ärzten naturgemäss einen unschätzbaren Vorteil!

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Dino822 11.06.2017, 17:44
157.

Nun, w#re es nicht die Aufgabe von investigativem Journalismus diese Statistiken vom Herrn Dobrindt zu hinterfragen?
Bedeutet die Aussage von Herrn Dobrindt, dass absolut ältere Menschen weniger Unfälle verursachen, dass Sie in Relation zur Bevölkerungszahl weniger Unfälle bauen, oder dass Sie in Relation zur Fahrleistung weniger Unfälle bauen? Und wieso überhaupt nur schwere Unfälle? Wenn wer bei jedem zweiten Einparkvorgang andere Autos touchiert, ist das also unproblematisch?

Zumal mich ja mal interessieren würde, ob es eigentlich irgendeine andere derart sicherheitsrelevante Tätigkeit gibt, für die eine ggf. 50 Jahre alte Prüfung ausreicht.

Aber Herr Dobrindt hat ja schon öfters gezeigt, dass ihm im Zweifel der Umsatz der Automobilhersteller wichtiger ist, als die Sicherheit und Gesundheit der Bevölkerung.

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emobil 11.06.2017, 18:00
158.

Zitat von widder58
Jede Altersgruppe hat ihre Ausfälle. Natürlich müssen Rentner fahrtüchtig sein, aber dafür muss jeder selbst sorgen. Verantwortung endet nicht mit einem bestimmten Alter. Viel wichtiger ist es, alles was ablenkt aus dem Auto zu verbannen - das sind in erster Linie Handys und anderer Elektronikschnickschnack.
"Jede Altersgruppe hat ihre Ausfälle" Mag so sein, aber es ist nun mal unbestreitbare Tatsache, dass mit zunehmendem Alter diese Ausfälle beim Hören, Sehen, Reagieren zunehmen.
Der Hinweise auf Ablenkungen ändert daran gar nichts sondern ist nur eine Ablenkung.

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moistvonlipwik 11.06.2017, 18:32
159. Angst vorm Wähler

Dobrindt hat Angst vorm Wähler. Die Senioren wählen konservativ, er kommt aus einem Flächenstaat, und da kann, wer Omas oder Opas Führerschein gefährdet, schnell und hard bestraft werden.
Dies gilt umso mehr, als niemand eine Idee hat, wie man in der Fläche Ersatz für die eigene Blechkiste schaffen will.

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