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Volkswagen: Erdgas ist der neue Diesel
Christian Frahm

Im VW-Konzern grassiert die Erdgas-Euphorie. Der Diesel-Skandal ist noch in vollem Gange, da jubeln die Wolfsburger plötzlich CNG zum Treibstoff der Zukunft hoch. Warum? Weil es bald ein massives Problem geben wird.

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seb.mazur@googlemail.com 26.06.2017, 05:38
1. Nachfrage bei VW egal?

Zitat aus dem Text:"Laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres 2017 lediglich 848 Erdgas-Autos neu zugelassen, das waren 42,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zum Vergleich: Von Januar bis einschließlich Mai wurden in Deutschland 7993 Elektroautos neu zugelassen, was einem Plus von 126,8 Prozent entspricht."
na VW, da produzierst du ja wieder hart an den Kundenwünschen ....

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anon_moppi 26.06.2017, 06:05
2. nur der SUV ?

wer will den heute noch SUV fahren ?

jetzt kommt der FullSize Pick-Up Trend richtig in Fahrt. weil viele nun meinen der SUV panzer ist zu klein (um den nachbarn zu beendrucken, den man eh nicht mag). und man kann damit noch richtig was transportiern (also im gedanken.) da sollten sich die hersteller echt was einfallen lassen, es brauch viel mehr Modelle von Pick-Up´s

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tailspin 26.06.2017, 06:09
3. Her mit belastbaren Zahlen.

Gilt bei dieser Hin- und Herrechnerei die Annahme, dass die E-Autos nichts zum VW CO2 Flottenausstoss beitragen? Wenn das so sein sollte, dann waere das eine ueberaus kindische Annahme. Der Ausstoss erfolgt dann eben im Kohle- oder Gaskaftwerk. Der Vortel waere dann allenfalls, dass die Emissionen nicht unbedingt in der Stuttgarter Innenstadt entstehen, sondern in verteilten Kraftwerken irgendwo ausserhalb. Im Kraftwerk kann zwar die die eingesetzte Energie durch Waermetauschprozesse bis runter zur Heiswassertemperatur besser ausgenutzt warden als in einem Auto mit Verbrennungsmotor. Dafuer gibt es aber Generatoren,- Trafo- und Leitungsverluste beim Stromerzeuger sowie Motoren- und Speicherverluste beim E-Auto. Ist dann der Wirkungrad beim E-Auto besser als beim Verbrenner? Ohne einen nachgewiesenen Effizienz- und Kostenvorteil in der energetischen Gesamtbilanz wird sich bei mir kein Enthusiasmus fuer E-Autos einstellen.

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markus.pfeiffer@gmx.com 26.06.2017, 06:12
4. Gar nicht so blöd für die Umwelt

Theoretisch könnte "Erdgas" auch CO2-neutral aus überschüssigem Windstrom künstlich hergestellt werden. Mithin ist ein Erdgasantrieb potentiell so etwas wie E-Mobilität durch die Hintertür... kommt nur noch darauf an, dass der entsprechend benötigte Strom ebenfalls CO2-neutral produziert wird.

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fe.h. 26.06.2017, 06:18
5. ... fehlen nur noch die Tankstellen

... dabei fehlen nur noch die Tankstellen für CNG-Ergas bis 2020.

Die gibt es nämlich mit ca. 850 im Bundesgebiet viel weniger als für LPG (Autogas). Wenn mann nicht gerade in Wolfsburg arbeitet, wo als Pilotprojekt sicherlich alle Tankstellen in Konzernsichtweite umgerüstet werden. Hingegen für das LPG-Autogas sieht es ein ganzes Stück besser aus mit ca. 6.500 Tankstellen, sozusagen Flächendecken. Wofür seit Jahren die Benzin-zu-Autogas-Nachrüster auch für einen wachsenden Bedarf sorgen. Die Hersteller von PKW setzen aber hingegen seit jeher verstärkt auf CNG-Ergas. Warum? ich weiß es nicht.

Ganz davon abgesehen wird das Nutzungsverhalten der Menschen unterschätzt, was sich nur gemächlich anpasst. Bei vielen Leuten überwiegt in der Anfangszeit Skepsis gegenüber neuen Technologien, und bis 2020 ist es wahrlich nicht mehr lang hin. Bis dahin gute Fahrt!

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auf_dem_Holzweg? 26.06.2017, 06:25
6. Wer jetzt Autos kauft

die keinen Elektroantrieb haben, der kauft auch Diesel. VW's Pläne mögen Merkel als Auto- und besonders Öl-Kanzlerin gefallen, aber ansonsten so ziemlich niemandem. Der zuständige Manager dürfte bald ersetzt werden

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wexelweler 26.06.2017, 06:27
7. Weiterdenken

Die Autohersteller wären gut damit beraten, die Emissionen weitaus tiefer zu schrauben als 95 so denn möglich. Ich würde auf jeden Fall kein neues Auto kaufen, das nicht wirklich deutlich unter diesen Werten liegt, da diese ja bereits in absehbarer Zeit nicht mehr überall benutzbar sein werden. Der Durchschnittsdeutsche hat nicht mehr das Geld alle zwei Jahre ein neues Auto zu kaufen also macht endlich Nägel mit Köpfen. Salamitaktik ist out. Macht mal vorwärts Jungs!

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Zaunsfeld 26.06.2017, 06:38
8.

Erdgas ist ist meinen Augen keine Brückentechnologie für Elektrofahrzeuge, sondern deckt einen anderen Bereich ab.

In 10 Jahren mögen Elektrofahrzeuge vielleicht für den Stadtverkehr mit seinen kurzen Fahrwegen und dann überall zur Verfügung stehenden Ladesäulen (beim Arbeitgeber, zu Hause, auf Einkaufsparkplätzen etc.) halbwegs rentabel und geeignet sein, aber für längere Strecken ist der Elektroantrieb viel zu teuer und damit ungeeignet.
Den Akkus sind nunmal physikalische Grenzen gesetzt, die sich ab irgendeinem Punkt nicht mehr hinausschieben lassen - und wenn dann nur zu extrem hohen Preisen.
Klar kann man sich einen Tesla mit 400 km Reichweite (im idealen Fall) kaufen. Aber der kostet dann auch 150.000 Euro. Im Winter, wenn man zusätzlich heizen muss, Radio, Licht etc braucht, nimmt die Reichweite dann auch schlagartig ab. Für Ausflüge weiter als 200 km ist so ein Auto also völlig ungeeignet, es sei denn man will zwischendurch 3 Mal "tanken". Und man fährt im Falle eines Autos und einer halben Tonne Batterie umher. Bei Bussen und LKW sind es entsprechend mehr.

Für Mittel- und Langstrecken wird entweder Erdgas oder Wasserstoff sich durchsetzen. Beides lässt sich im Prinzip aus erneuerbaren Energiequellen herstellen, wenn auch natürlich mit Energieverlust. Statt unsere WIndräder bei zu viel Wind abzustellen oder um die Mittagszeit 50 GW Solarleistung an der Strombörse zu verschenken, kann man damit auch aus Wasser durch Elektrolyse Wasserstoff herstellen. Diesen kann man dann erst mal speichern und später nutzen oder man kann ihn mit Hilfe von CO2 und weiterer Energie aus den Windrädern und Solarmodulen in Erdgas umwandeln und dieses auch entweder speichern oder zur Weiterverteilung ins Erdgasnetz einspeisen.
Die Erdgastechnologie ist schon da und hat sich bewährt - auch die entsprechenden Tankstellen. Zudem haben wir ein europaweites Erdgasnetz, über das man das Erdgas problemlos weiterverteilen kann.
Wasserstoff ist gerade in der Entwicklung, aber die Technologie ist um einiges anspruchsvoller als die bei Erdgas, sowohl was die Fahrzeuge betrifft als auch was die Tankstellen, die Speicher und die Verteilung betrifft.

Meine Prognose ist also, dass wir in der Zukunft (so in 15 bis 20 Jahren) ein Nebeneinander von Elektrofahrzeugen (für eher kurze Strecken wie in der Stadt) und Fahrzeugen für aus erneuerbaren Energien erzeugten Wasserstoff oder erneuerbar erzeugtes Erdgas sehen werden (für die Mittel- und Langstrecken).
Das Fahren wird dann zwar sicher etwas teurer werden, aber es bleibt trotzdem noch bezahlbar.

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brotherandrew 26.06.2017, 06:39
9. Erdgas ...

... ist eine prima Sache. Bei CNG ist aber der Aufpreis, den VW verlangt, zu hoch und es gibt zu wenig Tankstellen. Bei Massenfertigung darf der Aufpreis pro Fahrzeug maximal 1.000 Euro betragen. Dann rechnet sich CNG auch relativ schnell.

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