Forum: Auto
Vorstoß von Ikea, Nestlé & Co.: Konzerne fordern schärfere Abgasregeln für Lkw
DPA

Der CO2-Ausstoß von Lkw muss scharf begrenzt werden - das verlangen ausgerechnet Industrie-Giganten wie Ikea, Siemens, Nestlé und DB Schenker in einem Brief an die EU-Kommission. Die Autolobby hält dagegen.

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Dogbert 18.04.2018, 09:47
30. Hahaha

keiner der Unterzeichnenden hat irgendeine Kompetenz im LKW Bau, aber alle wissen das 43% Co2 Reduzierung kein Problem sind ?? Deren einziges Interesse ist die Senkung der Spritkosten, mit dem Argument werden sie dann aggressiv die Frachtraten drücken. Und das ist das einzige Interesse das die unterzeichnenden Firmen am Minderverbrauch haben. Hätten die auch nur im Ansatz ein anderes Interesse, es wäre für sie kinderleicht den CO2 Ausstoss massiv zu senken, nämlich statt LKWs die Bahn zu nutzen. Aber so einfache Lösungen sind natürlich für die Gewinne kontraproduktiv, bei der Bahn herrscht nämlich weit weniger Wettbewerb, einer der Gründe warum die Bahn teurer ist als der LKW.

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andysamak70 18.04.2018, 10:45
31. Kann innerhalb eines Jahres durchgezogen werden.

Wie geht das? Alle Diesel koennen schnell und billig auf Gas umgeruestet werden es geht !! denn genau dies wird seit einiger Zeit in Thailand durchgezogen. Die Gastanks sind auf einen Rahmen hinter dem Fuehrerhaus montiert and no Problem. Warum geht das nicht in der EU? weil die Politik nur mehr mit sich selbst beschaftigt ist um per Steuereinnahmen den Buerger als Profitcenter zu missbrauchen, Ideen? > Fehlanzeige. Ach ja und die alten Leute werden zum Flaschensammeln geschickt und die Steuereinnahmen irgenwo hinausgeworfen.

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pj-hh1 18.04.2018, 10:50
32. Just-In-Time

Wenn ich dieses Just-In-Time-gebashe hier lese, fange ich an, am Verstand vieler zu verzweifeln.

Wenn Ware A nach B gefahren werden muss, dann muss sie von A nach B gefahren werden.
Wenn es Lagerhaltung in B gibt, also kein Just-In-Time, muss die Ware trotzdem von A nach B gefahren werden.

Ein Verzicht auf Just-In-Time (also darauf, dass die Ware kurzfristig vor der Weiternutzung angeliefert wird), erfordert dann an Ort B eine grössere Lagerhaltung, ändert aber an der zu transportierenden Menge nichts und genauso wenig etwas an der Umweltverschmutzung und der Strassenabnutzung.

Und selbst wenn man die Zuliefer-Betriebe nicht mehr zentral sondern direkt beim Weiterverarbeiter errichtet, muß auch dort das Vorprodukt wieder irgendwie hinkommen (also von C nach B). Auch das muß so oder so passieren, ob Just-In-Time oder nicht.

Just-In-Time spart lediglich Lagerhaltung und Kapitalkosten, dadurch wird nicht mehr transportiert als Anytime-Its-Possible...

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fjr 18.04.2018, 11:02
33.

Zitat von the_rover
Ihnen ist aber schon aufgefallen, dass es um CO2 (Verbrauch) und nicht um NOx geht?
Naja, da gibt es schon den einen oder anderen Zusammenhang.
Weniger Kraftstoff verbrennen = weniger Luft benötigen = weniger Stickstoff "verbrennen" können, weil weniger da ist.

Allerdings ist natürlich auch ein effizienterer Motor nur mit höheren Verbrennungstemperaturen möglich und damit wird auch mehr Stickstoff "verbrannt".

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fjr 18.04.2018, 11:07
34.

Zitat von Zäsus
Gehört nämlich zum Volkswagenkonzern. Da erwarte ich rein garnix...außer nem Softwareupdate.
Informieren hilft: MAN gehört seit 20 Jahren zu den allerbesten was Verbrauch und Schadstoffausstoß angehört. Denn immerhin haben die ja bis vor einigen Jahren NICHT zu VW gehört.

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lalito 18.04.2018, 11:08
35. Same procedure

Zitat: "Daher wird es auch sehr darauf ankommen, wie die Bundesregierung agiert."

Weiß man doch, schließlich auch hier "Diesel" am Start. Wird Zeit, den Lobbyverbänden die Hintertürchen zum Steuersäckel zu schließen. Was jammern die überhaupt rum, letztlich zahlt doch sowieso der Endverbraucher über den Preis.

Dann käme gleich wieder das Lamento von wg. Wettbewerbsfähigkeit. Alles so durchsichtig und seitens der Politik seit Jahrzehnten immer in die Richtung zum Wohle der Industrie bugsiert. So wie auch der Endverbraucher die Endlagerung, die Energiewende, das Artensterben, die Grundwasservergiftung letztlich über Preise oder Steuern zahlt - wer auch sonst.

Da wundert man sich, dass da durch die neuen rechten Tendenzen angeblich etwas zurückgeholt werden soll. Würde man die gesamten Pseudogewerbe z. B. aus den Wohngebieten auf die grüne Wiese bitten, also seitens der Politik zwingen, gäbe es keine Wohnungsnot. Und die Wohnbereiche der Innenstädte wären auch nachts bewohnt und belebt und beliebt.

Jahrzehntealte Fehlentwicklungen auf denen jeder Interessenmoloch sein Süppchen kocht. So und nicht anders läuft's seit dem Krieg und die eigentlichen Verursacher machen auf GroKo und genau so weiter - bis der Kessel mal platzt.

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akkarin 18.04.2018, 11:16
36. Hintergrund

Den Brief habe ich kurz überflogen, und dort in einem Nebenstz "..reduce dependency.." gefunden, was aus meiner Sicht schon auf einen anderen Hintergrund als Klimaschutz deutet. Was das sein könnte, darüber kann ich nur spekulieren, aber ich könnte mir sehr gut vorstellen, daß die gerade in Ballungszentren immer schwieriger werdenden Verkehrssituationen sich auch in den Kosten wider spiegeln, wenn auch nur indirekt, und jetzt versucht wird, hier drohende Kostensteigerungen durch z.B. verschärfte Vorschriften für Anlieferungen in Zentren zu vermeiden. Und da geht es nicht nur um Emissionen sondern auch um Platz. Dabei wundere ich mich schon seit längerem, daß gerade die Industriebereiche mit regelmässigen Transportanforderungen nicht schon längst mehr Druck in Richtung auf Bahntransporte ausgeübt hat, denn mit heute verfügbaren Technologien können Waggons weit integrierter und kostengünstiger in interne Prozesse eingebunden werden als LKW. Aber auch noch in unseren Breiten wird bei der Anbindung eben solcher Industrien eher seitens der Gemeinde die Zufahrtsstrasse bezahlt, als daß ein leichter Nachteil zugunsten Schienenanbindung in Kauf genommen wird.

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Tom63 18.04.2018, 11:20
37. Bahn ausbauen

Wenn der Verkehrsminister nicht so am Rockzipfel der Autohersteller hängen würde und mehr für die Bürger da wäre, dann würde sich längst was ändern, denn das sind die Wähler und nicht die Konzerne und deren Bosse.
Die Schiene könnte richtig ausgebaut hier für sehr viel Entlastung sorgen. Der Transit durch Deutschland müsste generell auf die Schiene und richtig angewandt würde durch die Schiene auch ein sehr großer Teil des Schwerlastverkehrs entfallen. Das würde die Umwelt schonen und die Straßen entlasten. Durch die Reduktion des Schwerlastverkehrs würde auch sehr viel Geld gespart werden, denn die Straßen würden länger halten.
Für München z.B. gäbe es ein Konzept. Da dort drei Umschlagbahnhöfe sind, die auch mit dem öffentlichen Nahverkehr verbunden sind, ließe sich über dieses Netz auch viel Lieferverkehr in die Stadt realisieren.
Dies alles ist mit Investitionen verbunden, aber das dürfte wesentlich günstiger sein, als die Folgeschäden an der Natur und Menschen durch Luftverschmutzung wieder in Ordnung zu bringen.
Das Ganze unterliegt dem Verkehrsministerium und wie schon Anfangs geschrieben ist das lieber für die Autoindustrie da und nicht für die Menschen.
Allerdings könnte jeder einzelne auch dazu beitragen hier abhilfe zu schaffen und zwar in dem man darauf schaut nur noch regional hergestellte Produkte zu kaufen.

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fjr 18.04.2018, 11:20
38.

Zitat von corny2
Zu den großen Unternehmen (Nestlé, IKEA, SIEMENS) sollten Eisenbahn-Schienenstrecken verlegt werden, damit die Güter per Zug angeliefert werden können! Damit könnte man enorm viel CO2 sparen. Die großen Unternehmen müssen natürlich auch mitmachen und die Systeme nutzen. Mit Zügen und einem gut ausgebauten Zugnetz ist eine Just-in-time-Lieferung noch viel einfacher, weil Züge 1. viel schneller sind als LKWs und 2. seltener in Staus feststecken.
Naja, glauben Sie das wirkich?

Der Neu-/Ausbau des Schienennetzes kostet nämlich nicht zu knapp an Energie, und damit CO2-Ausstoß. Und bei gleicher Kapazität erheblich mehr als der Straßenbau. Liegt z.B. an den maximal möglichen Steigungen von ca 1 % im Gegensatz zum Lkw, bei dem auch 15 % kein unüberwindbares Problem darstellen.

Und ob sich das dann amortisiert? Und wann?. Die Straßen zum IKEA-Laden gibt's wegen der Kunden (die ihren Billy nicht mit der Straßenbahn transportieren wollen) ja "eh". Und die Zufahrt zum Tchibo-Verteilzentrum wegen der Mitarbeiter -- die auch zu ungünstigen ÖPNV-Zeiten (vier Uhr in der Frühe) dorthin müssen - auch.

Und die Fahrzeiten kann die Bahn definitiv nicht toppen: Ein Beispiel dafür: Die Tchibo-Unterbüx kommt mit dem Container via Rotterdam an den Containerterminal in Nürnberg (meist mit der Bahn, manchmal mit dem Binnenschiff) und wird von dort in - sagen wir mal 45 Minuten nach Pilsach, nahe Neumarkt i.d.OPf. gefahren. Wenn Sie das mit der Bahn toppen können - selbst wenn es da ein Gleis zum dortigen Tchibo-Zentrallager gäbe - dann zahle ich Ihnen freiwillig ein Bier.

Und "Just-in-time"-Lieferungen. Dort wo die üblich sind, kommen die meisten so angelieferten Güter aus dem nahen Umland des belieferten Unternehmens. Da bräuchten Sie für den Umschlag auf die Bahn und zurück schon mehr Energie als der Lkw auf direktem Wege.

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Esox_Lucius 18.04.2018, 11:23
39. Guter Ansatz, aber wie immer nur ein Teil der komplexen Lösung

An die Schienenjünger und die, die den genannten Unternehmen empfehlen mehr Güter auf die Schiene zu bringen. Bei Lebensmitteln ist die Schiene kaum Einsetzbar. IKEA macht wirklich viel über die Schiene, man schaue sich nur mal das Distributionscenter in Dortmund an. Die werden per Bahn mit Containern versorgt. Insgesamt ist die Schieneninfrastruktur vielerorts am Maximum. Dabei bekommt Sie bei ca. 18 % der erbrachten Verkehrsleistung (tkm) fast 50 % der finanziellen Mittel, die für Verkehr ausgegeben werden. Solange wir, als Gesellschaft so leben wollen wie bisher, geht dies mit dem Güterstruktur- und Logistikeffekt einher. (vgl. https://www.forschungsinformationssystem.de/servlet/is/39447/ und https://www.forschungsinformationssystem.de/servlet/is/39464/)
Nun zum Brief der Unternehmen. Dieser ist richtig, ob die Grenzwerte so stimmen, kann ich, ohne mich tiefergehend mit der Studie zu befassen nicht beurteilen. Wahrscheinlich läuft es wie in Tarifrunden, man fordert etwas mehr um dann da zu landen, wo man hin möchte. Trotzdem ein interessanter Aspekt, den ich in meine Vorlesung „Grüne Logistik“ mit aufnehmen werde.

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