Forum: Auto
VW Golf City-Stromer: Der grüne Greis

Die Autoindustrie gleicht der Modebranche: Alles ist irgendwann schon mal da gewesen. Das derzeit brandaktuell Elektroauto war schon mehrfach en vogue. Keiner weiß das besser als Horst Schultz. Er fährt einen VW Golf III mit Akkuantrieb und gut 13 Jahren auf dem Buckel.

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prenzberger 29.12.2009, 13:14
20. ja, aber

Zitat von nofunanymore
kann ein gesunder Mensch mit dem Fahrrad zurücklegen. Dafür muss man keine 1,5 t Blei und Blech in Bewegung setzen!
Mach ich auch gerne mal, oder auch mit dem Motorroller, aber es geht nicht immer. Sei es wegen Gepäck, Kleidung, Wetter, Terminen, etc.

Es geht ja nicht darum, das Auto zu ersetzen, sondern nur den "fossilen" Antrieb.

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Maxom 29.12.2009, 13:31
21. Steinzeitantrieb wird gefördert :)

Ich bin dafür daß möglichst viele Menschen weiterhin ausschließlich Verbrenner fahren. Am besten noch solche SUV oder wie diese riesen Geländewagen heißen die 99,999% ihres Daseins in Städten bewegt werden.

Dann bleibt der Strom nämlich "bezahlbar". Wenn jeder von heute auf morgen plötzlich keine Mineralölsteuer mehr zahlen würde weil er Elektroauto fährt...dann würde Väterchen Staat aber ratz fatz die Strompreise besteuern.

Passt also so wie es ist! Ich hab so gleacht über die Abwrackprämie...das sichert MIR mein günstiges persönliches Kraftfahrzeug welches mit Strom betrieben wird. :)

Und ja: Bitte dreht die Klimaanlagen, heizbaren Heckscheiben usw noch viel weiter auf: Alles Geld für den Staat :D

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hermanngaul 29.12.2009, 14:46
22. toll!

wie einige Foristen doch reflexartig gegen E-mobile wettern und als Argument Ihre tollen jährlichen Fahrleistungen anbringen oder den "Ha Ha, ich fahre jeden Tag 65km zur Arbeit"- Spruch zeigt einmal mehr, dass ein Umdenken stattfinden muss. Ein großteil der gefahrenen Kilometer sind Kurzstrecke und um die geht es. Und wäre es nicht toll, eine Solartankstelle vor der Tür? Wir brauchen Ideen und Alternativen sonst ist das Öl alle und die Superhechte können mit dem Tretroller ihre zigtausend ach so wichtigen Kilometer zurücklegen.

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maxweber 29.12.2009, 17:13
23. Stimmt

Zitat von max hollister
Man fragt sich schon, wieso VW nun nicht in der Lage ist, ein E-Modell zu produzieren? Im Zweifelsfall geht Rendite vor Umwelt. Traurig aber wahr!
Tatsächlich geht bei einer Aktiengesellschaft Rendite vor. Jetzt sollte man sich nur noch die Frage stellen, warum VW mit einem Elektroauto keine Rendite erzielen konnte und kann. Denn wenn es anders wäre, hätten diese "geldgierigen Manager" sicher ein solches Auto in Serie gebaut. Antwort: Die Technik ist so teuer, dass wir, die Kunden, sie nicht kaufen würden. Siehe Drei-Liter-Auto von VW, siehe Hybrid-Auto von Toyota (das sich ohne staatliche Subventionen auch nicht gut verkauft).

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maxweber 29.12.2009, 17:18
24. Was soll das bringen?

Zitat von prenzberger
Ich habe 12km Arbeitsweg (Stadtverkehr, einfach) und freue mich schon auf bezahlbare und Familientaugliche E-Autos. Starkstromanschluss in der Garage ist schon vorhanden. :)
Aber was soll das bringen? Wer in Deutschland eine Elektroauto hat, fährt tagsüber mit Kohlestrom und nachts mit Atomstrom. Sehr grün klingt das nicht.

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bananenfan 29.12.2009, 21:58
25. Fahren mit Kohlestrom = Schlimmer als Öl

Zitat von maxweber
Aber was soll das bringen? Wer in Deutschland eine Elektroauto hat, fährt tagsüber mit Kohlestrom und nachts mit Atomstrom. Sehr grün klingt das nicht.
Genau, wenn man mit normalem Strom Auto fährt hat man für die Umwelt noch gar nichts getan. Für mich persönlich wärs kein Problem, würde Ökostrom tanken und so emmisionslos fahren. Die Ersparnis zum Benzin ist dafür natürlich geringer. Für die breite Masse ist es auch nicht praktikabel, weil so viel Ökostrom gar nicht zur Verfügung gestellt werden kann.

Trotzdem finde ich die Entwicklung des Elektroautos wichtig, weil irgendwann auch mal eine umweltfreundliche Stromquelle erfunden werden wird, die für die Massenversorgung ausreicht (Fusionsreaktor oder sowas...)

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desaint 29.12.2009, 22:16
26. Stromrechner

Sollte der Stand des Stromzählers mit 13205kWh stimmen, dann kommt man tatsächlich auf einen anderen Stromverbrauch und zwar 37,7kWh pro 100km. Das wären dann 6,80 Euro pro 100km. Auch noch ganz passabel, aber eben nicht 1 Euro.

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wolfgang17 30.12.2009, 01:01
27. Nur ne kleine Frage...

Zitat von maxweber
Tatsächlich geht bei einer Aktiengesellschaft Rendite vor. Jetzt sollte man sich nur noch die Frage stellen, warum VW mit einem Elektroauto keine Rendite erzielen konnte und kann. Denn wenn es anders wäre, hätten diese "geldgierigen Manager" sicher ein solches Auto in Serie gebaut. Antwort: Die Technik ist so teuer, dass wir, die Kunden, sie nicht kaufen würden. Siehe Drei-Liter-Auto von VW, siehe Hybrid-Auto von Toyota (das sich ohne staatliche Subventionen auch nicht gut verkauft).
Wer zahlt eigentlich die Subventionen für die inzwischen über 1,5 Mill. Fahrzeuge, die Toyota bisher verkauft hat?

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SternFuchs 30.12.2009, 02:25
28. Elektro-Oldtimer

Einen E-Golf hätte ich auch gern, aber wohl eher um daraus einen Caddy zu machen. Hätte mir sogar fast mal einen baugleichen Skoda Felicia Pick-up mit E-Antrieb gekauft um ein Minimal-Wohnmobil draus zu machen.

Zitat von sitiwati
na das reist keinen um, in 13 Jahren 35.000km , und mit was fährt der Herr sonst!?
Mein Twike hat jetzt 95000km runter und ist auch Baujahr 1996. Es gibt auch Fahrzeuge mit deutlich höheren Laufleistungen und mit etwas Kreativität kann man fast seine gesamte Mobilität mit solchen Fahrzeugen realisieren.

Zitat von Hovac
E-Autos gibt es doch eine Menge, sind nur alles Eigenumbauten. Schönes Buch dazu "Build your own electric vehicle"
Es gibt fast jedes Fahrzeug - vom Mini bis zum Lamborghini - als Eigenumbau und auch diverse kleine Firmen die Kleinwagen und Nutzfahrzeuge umrüsten. VW hatte eine Kleinserie mit Elektro-Golf (2er und 3er) ab Werk und es gab und gibt bereits diverse Serienfahrzeuge (City-el, Twike, Kewet, Hotzenblitz, Reva, EV1 etc.) von denen keine Verbrenner-Varianten existieren. Für den Trabbi gab es sogar einen Umrüstsatz zum selber bauen.

Zitat von GerhardFeder
Die These bestätigt sich, dass die Autoindustrie die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat(te) und alle Argument gegen E-Autos seit jeher nur vorgeschoben sind.
Stimmt. Leider packen sie die Sache auch jetzt wieder völlig falsch an und versuchen krampfhaft, Elektrofahrzeuge mit den gleichen Fähigkeiten wie Verbrennerfahrzeuge zu entwickeln. Wirtschaftlich werden die aber niemals sein, allein wegen der extremen Kosten für die Akkus. Und in ein paar Jahren werden sie wieder die Einstellung der Serienfertigung damit begründen, das kein Schwein ihre ach so tollen Produkte gekauft hat. Oder noch wahrscheinlicher: Es wird erst gar keine Serienfertigung geben. Der Opel Ampera z.B. fährt noch mit Blei-Akkus und erreicht zur Zeit eine sagenhafte Höchstgeschwindigkeit von 7km/h (elektrisch. Wäre wahrscheinlich schneller wenn man ihn anschieben würde).

Zitat von Jan B.
Genau wie in den Print-Medien Alt-Schlagzeilen als brandneues Exklusivmaterial verkauft werden, mühen sich die PR-Agenturen darum, dem Konsumenten auch noch das Rad als innovation des 21. Jahrhunderts zu verkaufen.
Ich war selbst auf der IAA und habe dort kaum mehr als ein paar dekorative und kaum alltagstaugliche Prototypen gesehen. Das ist ein Hype welcher der Elektromobilität eher schadet als nutzt weil die Industrie damit nur beweisen will, das Elektromobilität nicht funktionieren kann.

Zitat von Jan B.
...Mehr als 90 km dürfte heute doch jedes Elektroauto schaffen und maximal 100 km/h sind für den Stadtverkehr doch ausreichend an Geschwindigkeit
Diese ersten Serien-Elektrofahrzeuge neueren Datums waren für Blei-Akkus ausgelegt und man musste damals mit der gewichtsbedingten geringen Kapazität und Leistung der Akkus haushalten. Die Fahrzeuge können aber ohne große Probleme mit neueren Akkutechniken nachgerüstet werden und haben dann nur noch die Geschwindigkeitsbeschränkungen des Ursprungsfahrzeuges. Höhere Reichweiten wären zwar technisch machbar, sind aber wegen der höheren Abnutzung der Akkus unwirtschaftlich. Mehr als 100km würde ich eher mit (serieller) Hybridtechnik und Bio-Kraftstoffen realisieren.

SternFuchs - Dezember 2009

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SternFuchs 30.12.2009, 02:40
29. Elektro-Oldtimer

Zitat von Gorchus
Tja Sowas sehe ich in 10 Jahren auch schon kommen. Im Städtischen Stauverkehr bleiben die Elektroautos alle der Reihe nach liegen, weil KLimaanlage, Radio, Licht etc. die Akkus aussaugen. Alles was das Autofahren angenehm erscheinen lässt in Nervsitutionen. Im Winter beheizen der Heckscheibe. Die Liste ist Lang.
Ein simples Stromaggregat als Notnagel, für Langstrecken und als Heizung und schon ist auch dieses Problem gelöst. Wenn man Leichtfahrzeuge dann noch zusätzlich mit muskelkraftunterstützung ausstattet bleiben die sogar noch seltener liegen als die Düsentriebs bei denen man mittlerweile bereits einen Computerspezialisten mit Laptop und UMTS-Modem benötigt um weiterfahren zu können nachdem bei der Klimaanlage die Sicherung durchgebrannt ist...

Zitat von fliegerjan
Ich kann nicht ganz nachvollziehen, dass die meisten Leser in diesem Artikel eine Bestätigung sehen, dass Elektroautos alltagstauglich sind. Sagt der Artikel nicht genau das Gegenteil aus? Wenn viele Leser die Leistungsmerkmale eines Elektro-Neuwagens als ausreichend empfinden wird wohl oft vergessen, dass der Akku relativ schnell stark nachlässt und das Auto schon nach wenigen Jahren nicht mehr alltagstauglich ist. Tauscht man hingegen den Akku alle paar Jahre aus, hat sich das mit der Umweltfreundlichkeit von Elektroautos auch schnell erledigt, da die alten Akkus nur noch ein großer Haufen Sondermüll sind.
Ein Elektrofahrzeug lässt sich deutlich leichter und somit energiesparender konstruieren und mit einem einfachen Stromaggregat oder einer Brennstoffzelle zum seriellen Hybrid umfunktionieren. Die Akkus kann man - genau wie die ganzen Verbrenner-Fahrzeuge nach durchschnittlich 15 Jahren - sobald sie für E-Fahrzeuge untauglich geworden sind noch anderweitig stationär verwenden und später recyceln.


Zitat von fliegerjan
Das Auto hatte mal eine Reichweite von 90km. Heute sind es weniger, ich tippe mal auf maximal 50km. Und das ohne CD-Player, Heizung/Klimaanlage, Licht oder beheizte Heckscheibe. Ist das alles an, kann man bestimmt nochmal 10km abziehen. Lässt also eine Reichweite von 40km. macht also 20km Reichweite zu einem Ziel, an dem man das Auto nicht aufladen kann. Über die Ladezeiten des Autos wird auch kein Wort verloren. Aber das Auto wird während der Arbeitszeit von Herrn Schultz aufgeladen. Wenn man nun eine Ladezeit von 6h annimmt, macht das 1-2 Fahrten pro Tag mit einer Reichweite von 20km.
Der Golf Citystromer war mit 50-80km Reichweite angegeben und dürfte etwa 8 Stunden Ladezeit für 100km Reichweite benötigen. Leichtere Fahrzeuge könnten entsprechend schneller geladen werden (bis zu 120km Reichweite pro Stunde Ladezeit an einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose bei einem einsitzigen Fahrzeug bzw. 360km bei Drehstrom). Wie stark die Akkus nachlassen hängt von der Fahrleistung und Der Akkutechnik ab. Bei der aktuellen Lithium-Technik wird man etwa drei Akkusätze bei durchschnittlich 10000km p.a. und 15 Jahren Nutzungsdauer des Fahrzeuges benötigen.

Zitat von fliegerjan
Mir wär so ein Auto eindeutig zu unflexibel.
Mir wäre ein großes Fahrzeug mit dem ich immer erst eine halbe Stunde nach ‘nem Parkplatz suchen müsste auch zu unflexibel. Kleinst- und Elektrofahrzeuge haben auch diverse Vorteile. Die sieht nur kaum einer.

SternFuchs - Dezember 2009

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