Forum: Auto
VW-Produktion in Xinjiang: Die Partei entscheidet immer mit
China Daily CDIC/ REUTERS

China interniert in Xinjiang mehr als eine Million Uiguren in Lagern, VW baut dort Autos. Warum der Konzern sich darauf einließ, erklärt ein auf China spezialisierter Berater.

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Leser161 27.11.2019, 11:55
1. Kurzform

Wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist unterstützt ein Wirtschaftsunternehmen halt auch Dinge die in einer freien westlichen Demokratie nicht gehen würden.

Dies ist kein Vorwurf. Wirtschaftsunternehmen können nur wirtschaftlich handeln. Aber wir sollten uns dringend überlegen welche Aufgaben des Staates wir an Wirtschaftsunternehmen auslagern.

Moral und Gerechtigkeit, Dinge die einen freiheitlichen Staat ausmachen, können nicht an Wirtschaftsunternehmen ausgelagert werden. Mehr noch Wirtschaftsunternehmen dürfen in diesem Bereich keine Player sein.

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hp22 27.11.2019, 12:09
2.

Ohne das Vorgehen der chinesischen Regierung verharmlosen zu wollen frage ich mich schon, warum hier versucht wird einen Zusammenhang zu VW herzustellen. In der Region leben fast 24 Millionen Menschen, es gibt jede Menge Fabriken ausländischer Firmen. Das Werk wurde drei Jahre vor den zu recht angeprangerten Vorgehen gegen die Uiguren gebaut und über Zwangsarbeit ist mir bisher nichts bekannt. Es wäre doch auch nicht besser, wenn VW das Werk woanders in China betreiben würde, es würde sich schließlich um die gleiche Regierung handeln, warum wird da also nur aufgrund der räumlichen Nähe auf VW eingedroschen?

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ladozs 27.11.2019, 12:23
3. Leben und leben lassen

Schwer verständlich, warum jetzt aus dem Heiteren heraus, Geschäftsbeziehungen mit China so stark in den Medien angekreidet werden, wo Deutschland doch auch mit anderen Ländern Geschäfte macht, die den Richtlinien eines „Idealstaates“ bei Weitem nicht entsprechen.

Herrscht wieder einmal eine gewisse Einseitigkeit bei der Berichterstattung über die Uiguren vor? Man zeigt uns Satellitenaufnahmen von angeblichen Gefängnissen oder Umerziehungslagern, dies erinnert ein wenig an die Bilder der angeblichen Massenvernichtungswaffen in einem anderen Land.

Eine exportabhängige Nation wie Deutschland hat sich schon früh in seiner Geschichte für eine Bevorzugung des Handels entschieden, ist daher auch bereit in aus unserer Sicht kritischen Fällen mehr als das berühmte Auge zu zudrücken, um den Warenaustausch nicht im Keim zu ersticken.

Es ist wichtig Missstände anzuprangern, aber letztendlich sind wir nicht die Schiedsstelle auf diesem Planeten!

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brotzeitholer 27.11.2019, 12:24
4. China und der Westen

ich verstehe die Aufregung um VW nicht, das Problem ist nicht diese eine Region, sondern China als Staat, als ganzes. Wieso sollen also andere westliche Unternehmen besser sein, wenn sie kein Werk in dieser Region betreiben? Wenn man den chinesischen Umgang mit den Uiguren ablehnt, muss man sich aus aus ganz China zurückziehen.

Was anderes wäre es, wenn in dem Werk Zwangsarbeiter beschäftigt würden.

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peter.teubner 27.11.2019, 12:26
5. Auch hier zu

schnell geschossen. Warum wird nicht erst untersucht ob die Vorwürfe, in diesem Fall gegen VW, berechtigt sind und dann wird geschrieben. Nach diesem Interview, das die zeitliche Abfolge darstellt, fällt es mir wieder ein bisschen schwerer Journalisten Glauben zu schenken.

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pizzerino 27.11.2019, 12:29
6. Glück / Pech?

Glaub ich nicht. Ich glaub da eher an Angebot / Nachfrage, oder Preis / Leistung.
Die Chinesen würfeln bestimmt nicht aus, wer welche Kröte schlucken muss, sondern haben verschieden große Kröten im Angebot. Und VW muss jetzt bemerken, dass sich Kröten auch noch im Magen aufblähen können.

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mk1964 27.11.2019, 12:31
7. VW ist ein staatlich kontrolliertes Unternehmen!

VW ist auch in Deutschland ein Unternehmen, an dem unser Staat mit der Beteiligung durch das Land Niedersachsen direkt in alle wichtigen Entscheidungen eingebunden ist.

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Beijinger 27.11.2019, 12:33
8. Danke Herr Siebert

für ihre sachlichen und detaillierten Informationen, die ich, seit 1995 in China lebend und arbeitend (nicht in der Automobilindustrie) vollständig teile und bestätige.

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frenchie3 27.11.2019, 12:33
9. Seit Jahren sage ich

daß man chinesischen Investoren im Ausland die gleichen Rechte einräumen soll die man dort den Investoren einräumt. Aber für den schnellen Euro, Dollar, Yen....verkauft man lieber das Tafelsilber und jammert später über die Billigkonkurrenz mit den Kopien

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