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Wasserstoffautos: Bosch will Brennstoffzellen in Serie bauen
Uli Deck/ DPA

Der Autozulieferer Bosch will mit dem schwedischen Hersteller Powercell Brennstoffzellen in Serie fertigen und spätestens 2022 auf den Markt bringen - und rechnet mit einem Milliardengeschäft.

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claus7447 30.04.2019, 11:09
1. Mutiger Schritt nach vorne ...

Wenn nicht jetzt und dies, wann dann.

Den Schritt in die Batteriefertigung hat Bosch zu den Akten gelegt. Das JV mit Samsung zeigte, die etablierten wollen sich nicht in die Karten schauen lassen und waren eigentlich nur am RB Know How der Steuerung/Überwachung interessiert.

Zum anderen muss der Konzern die Zukunft vorbereiten. Diesel / Benzin sind "Auslaufmodelle - d.h. die werden nicht mehr die Rolle spielen wie in den latzten 30 Jahren.

Gut, dass eine "Privat" Firma noch so mutig ist!

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Pickle__Rick 30.04.2019, 12:06
2.

Das ist in der Tat sehr mutig. Momentan stehen wir quasie an einer Gabelung und es ist durchaus möglich, dass sich die Idee mit den Brennstoffzellen noch als Flopp herausstellt. Bevor jetzt wieder die Dikussionen mit Fanboys startet: Das gilt für so ziemlich jedes alternative Antriebskonzept. Bei fossilen Kraftstoffen haben wir seit Jahrzehnten einen relativ gut planbaren Kreislauf. Kunden kaufen Benziner und Diesel und können die an jeder Ecke tanken. So ist das weder bei Erdgas, Wasserstoff oder BEVs. Haben wir in 20 Jahren entsprechend viele Wasserstofftankstellen oder Ladesäulen? Eventuell beides oder keins von beidem? So wirklich sicher weiß es doch keiner. Von daher geht Bosch trotz aller Markanalysen und Untersucheungen schon ein Risiko ein. Schön, dass sie es machen. Am Ende zählt jeder Baustein und ob man jetzt an den menschgemachten Klimwandel glaubt oder nicht. Erdöl ist irgendwann alle.

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adal_ 30.04.2019, 12:55
3.

Zitat von Pickle__Rick
Haben wir in 20 Jahren entsprechend viele Wasserstofftankstellen oder Ladesäulen? Eventuell beides oder keins von beidem? So wirklich sicher weiß es doch keiner. Von daher geht Bosch trotz aller Markanalysen und Untersucheungen schon ein Risiko ein.
Wer auf Wasserstoff betriebene Fahrzeuge setzt, weiß, dass es sich um eine Nische in der Nische handelt: Vorwiegend um Nutzfahrzeuge mit hoher Fahrleistung und/oder geringen Standzeiten. Das sind zwei Disziplinen, in denen Wasserstoff die Batterie schlägt.

Nachteil: Schon bei der Elektrolye gehen 50% der eingesetzten elektrischen Energie verloren. Die Synthetisierung des Wasserstoff aus Kohlenwasserstoffen macht überhaupt keinen Sinn.

Ein dichtes Netz an Wasserstofftankstellen wird es wohl nie geben, braucht man auch nicht für den angestrebten Zweck.

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schwaebischehausfrau 30.04.2019, 12:57
4. @Pickle Rick: Nicht nur mutig...

Zitat von Pickle__Rick
Das ist in der Tat sehr mutig. Momentan stehen wir quasie an einer Gabelung und es ist durchaus möglich, dass sich die Idee mit den Brennstoffzellen noch als Flopp herausstellt. Bevor jetzt wieder die Dikussionen mit Fanboys startet: Das gilt für so ziemlich jedes alternative Antriebskonzept. Bei fossilen Kraftstoffen haben wir seit Jahrzehnten einen relativ gut planbaren Kreislauf. Kunden kaufen Benziner und Diesel und können die an jeder Ecke tanken. So ist das weder bei Erdgas, Wasserstoff oder BEVs. Haben wir in 20 Jahren entsprechend viele Wasserstofftankstellen oder Ladesäulen? Eventuell beides oder keins von beidem? So wirklich sicher weiß es doch keiner. Von daher geht Bosch trotz aller Markanalysen und Untersucheungen schon ein Risiko ein. Schön, dass sie es machen. Am Ende zählt jeder Baustein und ob man jetzt an den menschgemachten Klimwandel glaubt oder nicht. Erdöl ist irgendwann alle.
...sondern auch eine deutliche Antwort an VW-Boss Diess. VW hat sich ja entschieden "all in " zu gehen und alles auf die Karte Batterie-Autos zu setzen. Wenn sich dann am Ende doch eine andere Technologie wie die Brennstoffzelle oder Hybride oder die Entwicklung von synthetischen Kraftstoffen für Verbrenner als überlegen herausstellen sollte, wäre das natürlich das Ende von VW. Also hat VW gleich mal gefordert, dass sofort Schluß sein müsse mit "Technologie-Offenheit" und alle Steuer-Subventionen und Forschungs-Subventionen ab jetzt nur noch in Batterie-Autos gehen dürften. Klar, wenn man dafür sorgt, dass Forschung, Weiterentwicklung und Förderung von Alternativen eingestellt wird, dann schafft man einen "Point of no return". Denn so klar ist es noch lange nicht, dass es Batterie-Autos sein werden, die flächenmässig die typische Familienkutsche ablösen werden als einziges Auto im Haushalt, das eben auch langstreckentauglich UND erschwinglich sein muß. Aktuell kosten ja E-Batterie-Autos mit realistischer Reichweite von ca. 400 KM (und das ist gerade mal München - Nürnberg und zurück) bei normalem deutschen Autobahn-Tempo und leichten Minustemperaturen locker über 80.000 €. Und nicht nur Toyota, sondern auch einige namhafte Experten sehen die Brennstoff-Zelle gerade für schwerere Fahrzeuge und langstreckentaugliche Fahrzeuge mittelfristig als aussichtsreichere Technologie, besonders wegen der deutlich kürzeren "Ladezeiten" .

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weltbürger42 30.04.2019, 13:13
5. Wasserstoff in Energie umwandeln????

In einer Brennstoffzelle wird Wasserstoff zusammen mit Sauerstoff chemisch zu Wasser umgesetzt, wobei Energie freigesetzt wird. Es ist nicht möglich, wie im Artikel beschrieben, Wasserstoff in Energie umzuwandeln.

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adal_ 30.04.2019, 13:18
6.

Zitat von schwaebischehausfrau
...so klar ist es noch lange nicht, dass es Batterie-Autos sein werden, die flächenmässig die typische Familienkutsche ablösen werden als einziges Auto im Haushalt, das eben auch langstreckentauglich UND erschwinglich sein muß.
"Die typische Familienkutsche ...langstreckentauglich UND erschwinglich" gibt es bereits: Den Diesel. Gibt es auch noch in 20 Jahren.
Denn so lange wird es noch mindestens dauern, bis die alternativen Antriebe in allen genannten Disziplinen (insbesondere der Preisgünstigkeit) mithalten können.

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weltbürger42 30.04.2019, 14:36
7. Derzeit mutig aber richtig

Für die Energiewende im Verkehrssektor werden Unmengen zusätzlicher elektrischer Strom benötigt. Nach dem Ausstieg aus der Kernkraft können diese, bei Verzicht auf CO2 Emmisionen aus fossilen Brennstoffen, sei es weil politisch gewollt, oder aber weil diese aufgebraucht sind, hierzulande nur aus Biogas, Solarzellen, Wasserkraft oder Windkraft bereitgestellt werden. Biogas scheidet wegen der Konkurenz zur Nahrungsproduktion weitgehend aus. Wasserkraft steht nur in geringen Mengen zur Verfügung. Selbst wenn es gelänge genügend Energie aus Solarzellen und Windkraft bereitzustellen, müssten, mangels Konstanz, riesige Pufferspeicher gebaut werden. Batterien können hier wegen des Preises und des zur Herstellung nötigen Bedarfs an seltenen Erden keine Lösung sein. Der Bau von Pumpspeicherkraftwerken in größerem Umfang könnte eine Lösung sein. Allerdings halte ich das dafür notwendige Fluten von Gebirgstälern für politisch und Ökologisch nicht umsetzbar. Die Verteilung des Stroms ist dann das nächste Problem. Neben den zusätzlich nötigen Stromtrassen durchs Land, müssten auch auf kommunaler Ebene die Stromnetze komplet neu aufgebaut werden. Das Laden von Elektroautobatterien zuhause über Nacht würde bereits bei einem geringen prozentualen Anteil die bestehenden maroden Netze überfordern. Ganz zu schweigen von der Unmöglichkeit, jedem Autofahrer, der nicht über ein Eigenheim verfügt, einen Stellplatz mit Ladeinfrastruktur zur Verfügung zu stellen.
Wasserstoff dagegen kann durch Elektrolyse von Wasser gewonnen in Drucktanks gespeichert und transportiert werden. Damit könnte er nach Umrüstung an den jetzigen Tankstellen verkauft werden.
Sollten Sonne und Wind in Deutschland nicht ausreichen um den Bedarf zu decken, was ich vermute, könnten riesige Solarfarmen in Wüstengebieten, sowie Windparks an geeigneter Stelle dieses Problem lösen. Diese Energie kann dann in Form von Wasserstoff per Schiff transportiert werden.
Das Elektroauto für jedermann wird eine Illusion bleiben, es sei denn wir importieren große Mengen Nuklearstrom aus dem europäischen Ausland und investieren einen hohen Anteil unseres BIP in dessen
Verteilung.

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adal_ 30.04.2019, 15:13
8.

Zitat von weltbürger42
Wasserstoff dagegen kann durch Elektrolyse von Wasser gewonnen...werden.
Genau das ist auch der Haken daran. 30% der Primärenergie sind da schon mal futsch.
Interessant könnte elektrolytisch erzeugter Waserstoff aber werden als Speichermedium für den überflüssigen Ökostrom.

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tonhalle 30.04.2019, 15:51
9. Grüner Wasserstoff fängt gerade an zu boomen!

Ein Wunder, dass das in der Presse noch nicht angekommen ist. BOSCH geht mit Nichten einen exotischen Weg!
Da Strom nicht einfach speicherbar ist und insbesondere die unterschiedlichen Spitzen von Erzeugung und Verbrauch das Hauptproblem der Energiewende sind, zeichnet sich hier eine Lösung ab, die die zunehmenden Ungleichgewichte abmildern hilt. Und zu den Tankstellen ist zu sagen, dass das kein nennenswertes Problem darstellt, da die Zapfsäulen auf den meisten Tankstellen nachgebaut werden können.
Aktuell steigen die Lieferzeiten für Brennstoffzellen-Nutzfahrzeuge immer weiter und es ist leider auffällig, dass Produzenten aus Deutschland nicht mitspielen. Die von BOSCH genannten 20% dürften realistisch sein, wenn auch vielleicht eher 2035.

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