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Wegweisendes Urteil: Kommen jetzt Diesel-Fahrverbote?
imago/ Sven Simon

Deutschlands Städte leiden unter schmutziger Luft. Fahrverbote für Millionen Dieselautos könnten Abhilfe schaffen. Wären sie auch rechtlich zulässig? Darüber entscheidet das Bundesverwaltungsgericht.

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fleischwurstfachvorleger 27.02.2018, 09:04
1. Kuschelkurs verlassen

Wir brauchen sofort das "Blaue" Bapperl und die Regierung muss die Automobilindustrie zwingen, auf deren Kosten die betroffenen Diesel mit Hardware nachzurüsten.

Das wird Milliarden kosten, die hat aber auch die Automobilindustrie in den vergangenen Jahren aber auch vielfach eingenommen. Ja, die Gewinnen werden weniger großartig ausfallen, die Boni kleiner, aber das Problem wäre gelöst. VW, BMW und Daimler werden deswegen nicht Insolvenz anmelden müssen.

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e-ding 27.02.2018, 09:08
2. ...

Es ist schon bizarr. Über 90% der Feinstaubbelastung hat einen natürlichen Ursprung. Der Anteil des Individualverkehrs an den letzten 10% ist quasi nicht meßbar.

Wer Grenzwerte so definiert, wie es hier z.T. beliebig getan wird, sollte den Hebel lieber bei den wirklichen Verursachern ansetzen. Da traut sich aber irgendwie niemand ran.
Für die ökologisch motivierte Selbstverwirklichung wäre ein Verbot natürlich toll, der Effekt aber vollkommen vernachlässigbar.

Mathematik ist übrigens keine Meinung.

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bebreun 27.02.2018, 09:16
3. Blaue Plakette hilft Autobauern

Die blaue Plakette ohne Verpflichung der Hersteller, die Euro 5 Fahrzeuge umzurüsten, wäre eine starke Förderung der Autoindustrie. Ihr Absatz würde steigen und gleichzeitig müssten die betroffenen Fahrzeugbesitzer allein denn Schaden tragen. So darf es nicht kommen. Wenn blaue Plakette, dann auch Verpflichtung der Fahrzeughersteller zur geeigneten Nachrüstung.

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Rheinlandpragmatiker 27.02.2018, 09:19
4.

Vorübergehend ließe sich doch folgende Regelung einführen: Fahrverbote bei Überschreiten des Grenzwerts, die bei Nichteinhaltung 100 € kosten. Dann lohnen sich auch Kontrollen.
Mittelfristig müssen jedoch sauberere Autos her, und dabei sind Artikelaussagen wie "sauberer Diesel" absolut nicht hilfreich, wie zahlreiche Labortests bewiesen haben.
Und außerdem stoßen kleine Diesel mit 4-5 Litern Verbrauch natürlich weniger Stickoxide und sonstige Gifte aus als die SUV-Ungetüme mit einem umweltruinierenden Verbrauch von 8 Litern aufwärts.

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jjcamera 27.02.2018, 09:25
5.

Zitat von e-ding
Es ist schon bizarr. Über 90% der Feinstaubbelastung hat einen natürlichen Ursprung. Der Anteil des Individualverkehrs an den letzten 10% ist quasi nicht meßbar. Wer Grenzwerte so definiert, wie es hier z.T. beliebig getan wird, sollte den Hebel lieber bei den wirklichen Verursachern ansetzen. Da traut sich aber irgendwie niemand ran. Für die ökologisch motivierte Selbstverwirklichung wäre ein Verbot natürlich toll, der Effekt aber vollkommen vernachlässigbar. Mathematik ist übrigens keine Meinung.
E-Autos produzieren aufgrund ihres höheren Gewichts beim Bremsen und Abrollen deutlich mehr Feinstaub als Verbrenner. Irgendwann wird es eine rosa Plakette geben, die E-Autos aus den Innenstädten raushält. Außer die Öko-Lobby in Brüssel hebt den Grenzwert für Feinstaub einfach ein bisschen an! Das ist für die doch eine Kleinigkeit!

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andreass61 27.02.2018, 09:34
6. Fahrverbot

mit einem Fahrverbot werde ich praktisch über Nacht, mehr oder weniger, enteignet, mein Wagen ist dann fast wertlos. Wenn ich jetzt einen neuen kaufe, von meinen Ersparnissen, dann unterstütze ich noch den Betrug, mache ich damit nicht strafbar ?
Auf jeden Fall ein tolles, aus Sicht der Autoindustrie, Konzept um an die Ersparnisse vieler Bürger heranzukommen. Dieser Fall macht deutlich wie korrupt Politik und Industrie miteinander verwoben sind.

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pl3 27.02.2018, 09:35
7.

@e-ding
Es geht nicht um Feinstaub, sondern um Stickoxide.

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Kurt-C. Hose 27.02.2018, 09:36
8. Absurdes Theater

Die Stickoxidwerte sind heute um 60% (!!) niedriger als in den neunziger Jahren. Wirklich nachhaltig giftig sind sie nicht. Bei empfindlichen Menschen (die sich überlegen könnten, ob eine Hauptverkehrsstraßenkreuzung der geeignete Wohnort ist), kann es zu Atemwegsreizungen (vulgo Husten) kommen. Thats it.

Zwei Probleme aber sind virulent: CO² und Energie.
Diessel emittieren deutlich weniger CO² als BEnziner. Klimapolitisch ist das Aussortieren der Diesel blanke Idiotie.

Energietechnisch ist es ebenfalls idiotisch. 60% der Lebenszyklusenergie eines Autos wird bei der Produktion verbraucht. Es gibt also nichts unökologischeres, als ein fahrtüchtiges Auto zu verschrotten. Das Stilllegen ganzer Dieselflotten - energetisch blanke Idiotie.

Parallel dazu ruinieren wir noch eine Schlüsselindustrie unseres Landes mit Genuss, anstatt alles dafür zu tun, dass sie Alternativen entwickelt, und sie dabei zu unterstützen, wie die Chinesen das tun, die am Ende die lachenden Dritten sein werden. Hier gibts dann wieder ein paar Millionen Arbeitsplätze weniger und H4-Empfänger mehr.

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gerhard-s-123 27.02.2018, 09:37
9. Verbannung des gesamten Individualverkehrs

Dieselfahrverbote mit und ohne blaues Sigel wären m.M.n. nur weiße Salbe.

Einzige Lösung ist und bleibt die Verbannung des Individualverkehrs aus den Innenstädten.

Alles andere ist und bleibt weiße Salbe.

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