Forum: Auto
Wegweisendes Urteil: Kommen jetzt Diesel-Fahrverbote?
imago/ Sven Simon

Deutschlands Städte leiden unter schmutziger Luft. Fahrverbote für Millionen Dieselautos könnten Abhilfe schaffen. Wären sie auch rechtlich zulässig? Darüber entscheidet das Bundesverwaltungsgericht.

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herrmann.bar 27.02.2018, 09:39
10.

Zitat von bebreun
Die blaue Plakette ohne Verpflichung der Hersteller, die Euro 5 Fahrzeuge umzurüsten, wäre eine starke Förderung der Autoindustrie. Ihr Absatz würde steigen und gleichzeitig müssten die betroffenen Fahrzeugbesitzer allein denn Schaden tragen. So darf es nicht kommen. Wenn blaue Plakette, dann auch Verpflichtung der Fahrzeughersteller zur geeigneten Nachrüstung.
Wie wollen Sie dioe Autoindustrie denn dazu verpflichten. Ich bezweifele, dass dieses GG-konform wäre. Wenn ein zugelassenes Kfz nach Euro 5, also ein gesetzeskonformes Fahrzeug auf einmal eine höhere Norm erfüllen soll, kann dies nicht auf Kosten des Herstellers erfolgen, sondern entweder auf Kosten des Besitzers oder des Staates.

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naschauenwirmal73 27.02.2018, 09:40
11. "In der ... Diskussion ging es ... auch um deren Kontrollierbarkeit"

Also wenn wir nur noch Regeln erlassen, die wir alle kontrollieren können freu ich mich auf die Erlaubnis des Wildpinkelns ... ach und wenn wir schon dabei sind Geschwindigkeitsverstöße können auch nicht alle kontrolliert werden - also lassen wir das dann auch sein. Ich find es schon spannend dass Regen nicht wegen ihrer regulierenden Wirkung sondern nach der Kontrollierbarkeit erlassen werden sollen - das ist absurd!

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Rheinlandpragmatiker 27.02.2018, 09:43
12.

Zitat von jjcamera
E-Autos produzieren aufgrund ihres höheren Gewichts beim Bremsen und Abrollen deutlich mehr Feinstaub als Verbrenner. Irgendwann wird es eine rosa Plakette geben, die E-Autos aus den Innenstädten raushält. Außer die Öko-Lobby in Brüssel hebt den Grenzwert für Feinstaub einfach ein bisschen an! Das ist für die doch eine Kleinigkeit!
Klasse, welche Spezialisten hier mal wieder im Forum unterwegs sind! E-Autos gewinnen den größten Teil der Energie über Rekuperation wieder zurück. Die Bremsen werden bei keinem anderen Antriebssystem so wenig benutzt wie bei E-Autos.

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acitapple 27.02.2018, 09:44
13.

Zitat von fleischwurstfachvorleger
Wir brauchen sofort das "Blaue" Bapperl und die Regierung muss die Automobilindustrie zwingen, auf deren Kosten die betroffenen Diesel mit Hardware nachzurüsten. Das wird Milliarden kosten, die hat aber auch die Automobilindustrie in den vergangenen Jahren aber auch vielfach eingenommen. Ja, die Gewinnen werden weniger großartig ausfallen, die Boni kleiner, aber das Problem wäre gelöst. VW, BMW und Daimler werden deswegen nicht Insolvenz anmelden müssen.
Das ist ja genau das größte Problem: sinkende Gewinne und Boni. Nicht diese Fahrverbote, mit denen sich der gemeine Pöbel arrangieren muss.

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Stefan_G 27.02.2018, 09:44
14. zu #2

Zitat von e-ding
Es ist schon bizarr. Über 90% der Feinstaubbelastung hat einen natürlichen Ursprung. Der Anteil des Individualverkehrs an den letzten 10% ist quasi nicht meßbar. Wer Grenzwerte so definiert, wie es hier z.T. beliebig getan wird, sollte den Hebel lieber bei den wirklichen Verursachern ansetzen. Da traut sich aber irgendwie niemand ran. Für die ökologisch motivierte Selbstverwirklichung wäre ein Verbot natürlich toll, der Effekt aber vollkommen vernachlässigbar. Mathematik ist übrigens keine Meinung.
Wesentlich ist, dass Diesel-Feinstaub aufgrund anhaftender KW krebserregend ist, der natürliche Feinstaub aus Ackerböden ist es nicht.
Hat mit Mathematik nichts zu tun, nur mit Medizin.

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chavezding 27.02.2018, 09:45
15.

Zitat von jjcamera
E-Autos produzieren aufgrund ihres höheren Gewichts beim Bremsen und Abrollen deutlich mehr Feinstaub als Verbrenner. Irgendwann wird es eine rosa Plakette geben, die E-Autos aus den Innenstädten raushält. Außer die Öko-Lobby in Brüssel hebt den Grenzwert für Feinstaub einfach ein bisschen an! Das ist für die doch eine Kleinigkeit!
So krass ist der Gewichtsunterschied bei weitem nicht, fällt doch der Motorblock, Abgassystem usw. weg. siehe dazu auch ein Gewichtsvergleich von Tesla Model S und MB S-Klasse Limousine.
Dazu kommt, dass die Bremsen eines e-Autos durch die Rekuperation bei weitem nicht so oft eingesetzt werden wie bei einem Verbrenner, zum anderen gibt es bereits Lösungen wie die Bosch iDisc (auch für Verbrenner, zum ersten Mal im Cayenne Turbo serienmäßig), die den Abrieb um 90% reduzieren (und somit auch den Materialverschleiß).

Generell ist aber wirklich fraglich, ob ein Dieselfahrverbot (was ja auch wieder Sondergenehmigungen enthält) wirklich den gewünschten Effekt bringt. Die anderen Verursacher wie Industrie usw. tragen mindestens genauso dazu bei, werden aber erst einmal nicht belangt.

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Rheinlandpragmatiker 27.02.2018, 09:46
16.

Zitat von Kurt-C. Hose
Die Stickoxidwerte sind heute um 60% (!!) niedriger als in den neunziger Jahren. Wirklich nachhaltig giftig sind sie nicht. Bei empfindlichen Menschen (die sich überlegen könnten, ob eine Hauptverkehrsstraßenkreuzung der geeignete Wohnort ist), kann es zu Atemwegsreizungen (vulgo Husten) kommen. Thats it. Zwei Probleme aber sind virulent: CO² und Energie. Diessel emittieren deutlich weniger CO² als BEnziner. Klimapolitisch ist das Aussortieren der Diesel blanke Idiotie. Energietechnisch ist es ebenfalls idiotisch. 60% der Lebenszyklusenergie eines Autos wird bei der Produktion verbraucht. Es gibt also nichts unökologischeres, als ein fahrtüchtiges Auto zu verschrotten. Das Stilllegen ganzer Dieselflotten - energetisch blanke Idiotie. Parallel dazu ruinieren wir noch eine Schlüsselindustrie unseres Landes mit Genuss, anstatt alles dafür zu tun, dass sie Alternativen entwickelt, und sie dabei zu unterstützen, wie die Chinesen das tun, die am Ende die lachenden Dritten sein werden. Hier gibts dann wieder ein paar Millionen Arbeitsplätze weniger und H4-Empfänger mehr.
Absurde Argumentation. Wir ruinieren nicht eine Schlüsselindustrie unseres Landes, das tut sie selbst! Sie verschläft den Einstieg in die unaufhaltbare E-Mobilität. Und ich freue mich wirklich auf ruhige und saubere Innenstädte.

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Rheinlandpragmatiker 27.02.2018, 09:47
17.

Zitat von andreass61
mit einem Fahrverbot werde ich praktisch über Nacht, mehr oder weniger, enteignet, mein Wagen ist dann fast wertlos. Wenn ich jetzt einen neuen kaufe, von meinen Ersparnissen, dann unterstütze ich noch den Betrug, mache ich damit nicht strafbar ? Auf jeden Fall ein tolles, aus Sicht der Autoindustrie, Konzept um an die Ersparnisse vieler Bürger heranzukommen. Dieser Fall macht deutlich wie korrupt Politik und Industrie miteinander verwoben sind.
Ihr Wagen kann noch in ganz D verkauft werden, mit Ausnahme der Städte, die ein Stickoxid-Problem haben.

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Flari 27.02.2018, 09:49
18.

Zitat von fleischwurstfachvorleger
Wir brauchen sofort das "Blaue" Bapperl und die Regierung muss die Automobilindustrie zwingen, auf deren Kosten die betroffenen Diesel mit Hardware nachzurüsten. Das wird Milliarden kosten, die hat aber auch die Automobilindustrie in den vergangenen Jahren aber auch vielfach eingenommen. Ja, die Gewinnen werden weniger großartig ausfallen, die Boni kleiner, aber das Problem wäre gelöst. VW, BMW und Daimler werden deswegen nicht Insolvenz anmelden müssen.
Wenn die Fahrzeuge mit oder ohne SW-Update die bisherigen Bestimmungen der jeweiligen Schadstoffklasse erfüllen, gibt es keinerlei gesetzliche Grundlage, die Hersteller zu einer weiteren Nachrüstung zu zwingen.
Von der Verjährung fange ich besser gar nicht erst an.

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acitapple 27.02.2018, 09:51
19.

Zitat von Kurt-C. Hose
Parallel dazu ruinieren wir noch eine Schlüsselindustrie unseres Landes mit Genuss, anstatt alles dafür zu tun, dass sie Alternativen entwickelt, und sie dabei zu unterstützen, wie die Chinesen das tun, die am Ende die lachenden Dritten sein werden. Hier gibts dann wieder ein paar Millionen Arbeitsplätze weniger und H4-Empfänger mehr.
WIR ruinieren eine Schlüsselindustrie ? Ich denke jene Industrie tut einiges für den eigenen Ruin. Hat irgendein deutscher Autokonzern mal eine Förderung wie in China gefordert ? Nein, sie verlangen, dass der Staat beim Betrügen wegschaut. Währenddessen entwickeln andere Länder an uns vorbei. Der Staat hätte die Möglichkeit und auch die Pflicht, die heimischen Konzerne in diese Richtung zu lenken, denn offenbar sind sie nicht wirklich gewillt sich zu entwickeln. Dies führt auf lange Sicht dazu, dass sie weiterhin Marktanteile weltweit verlieren.

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