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Zivilcourage: Der Trucker, der den Falschfahrer ausbremste
Goodyear

Der Trucker Jürgen Thesing aus Niedersachsen hört auf der Autobahn, dass ihm ein Falschfahrer entgegen kommt. Er beschließt sofort: "Das kann ich nicht zulassen." Er baut mit einem anderen Lkw eine Sperre auf und stoppt den Geisterfahrer. Es ist ein seltener Fall von Zivilcourage auf deutschen Straßen.

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hman2 26.11.2013, 17:14
210. Huch

Zitat von cor
Das ist überhaupt nicht Jacke wie Hose. Bei einer Massenkarambolage rasen Sie in stehende Objekte rein. Wenn ein Geisterfahrer mit gleicher Geschwindigkeit auf Sie frontal drauf fährt, verdoppelt sich die Aufprallgeschwindigkeit (vereinfacht gesagt) und die tendiert auf der Autobahn mit Sicherheit gegen null.
Wobei ein Frontalaufprall Auto-Auto meist deulich bessere Überlebenschancen bietet als ein Unterfahren unter einen LKW, wenn der keinen Unterfahrschutz hat - das ist nämlich fast immer tödlich. Die höhere Relativgeschwindigkeit verschiebt das natürlich. Aber die Kombination aus zwei Knautschzonen ist deutlich besser fürs Überleben als eine harte Stahlkante, die einem beim Unterfahren köpft...

Aber die LKW-Fahrer haben das nicht durchkalkuliert und eine Risikoabwägung getroffen, sie haben instinktiv gehandelt. Und das hätte fatal schiefgehen können, ist es glücklicherweise aber nicht. Und es ist nur Glück, nicht Planung.

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teletube 26.11.2013, 17:24
211.

"Denn nach einer Umfrage des Reifenherstellers Goodyear mangelt es einem Großteil der Deutschen an Zivilcourage. Weniger als die Hälfte hilft bei Unfällen sofort, die Mehrheit zögert oder unternimmt gar nichts. Lediglich 38 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sofort in einer Notsituation helfen würden. Häufigste Begründung: die Angst, selbst in Gefahr zu geraten."-
Das sind doch zwei völlig unterschiedliche Paar Stiefel!
Niemand ist gezwungen, in einer Hakiriaktion sein eigenes Leben zu riskieren.
Wenn jetzt der Sprinterfahrer ein Selbstmörder gewesen wäre und mit 150 km/h in einen 18to, der 40 km/h drauf gehabt hat, hineingerast wäre, dann wäre der Sprinter samt seines Insassen in Einzelteilen zerlegt worden.
Und auch die beiden Insassen des LKW´s (Frau war ja dabei) wären auch nicht ohne Schrammen davon gekommen, da keine Knautschzone vorhanden!
Höchstwahrscheinlich hätten auch die das nicht überlegt.
Womöglich wäre der LKW-Fahrer dann hinterher trotzdem wegen seiner "Zivilcourage" gefeiert worden und zwar bei seiner Grabrede von seinen Kindern, welche dann Vollwaisen sind. Also ein zweischneidiges Schwert.

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donnerfalke 26.11.2013, 17:25
212. Courage

Der LKW-Fahrer (nicht der Trucker, das Wort ist Scheisse) hat richtig gehandelt und verdient Respekt. Allerdings gefällt den Bullen so etwas nicht. Wäre der Falschfahrer in die LKW's gerast, würde die Polizei den LKW-Fahrer beschuldigen, wetten?

Was die Bullen gerne machen ist Lügen. Sie handeln z.B. im grauen Bereich, beinahe gesetzlos, und behaupten dass sie alles richtig tun. Zeigt der Bürger die Courage, plötzlich wird er von der Polizei beschuldigt wegen Selbstjustiz usw.

Beispiel:
In einer üblen Kölner-Gegend passiert ein Übergriff auf Polizei. Die Passanten gehen einfach vorbei, Polizei kritisiert dass kein Passante zur Hilfe kommt. In einem anderen Fall zeigt ein Bürger Courage in dem er die Angreifer vermöbeln. Hier kommt plötzlich die Polizei mit der Anschuldigung dass man ohne Polizei niemanden angreifen darf. Also, was denn? Entscheidet euch liebe Bullen.

PS: Das Wort Bulle ist Absicht, Bulle ist jemand der Schutzlose verprügelt und ihnen Pfefferspray ins Gesicht sprüht und gleichzeitig vor Hells Angels die Hose voll hat.

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sciing 26.11.2013, 17:39
213. Sicherste Lösung!

Sicherer kann man es nicht machen, klasse Aktion, richtig Hirn bewiesen.

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mmueller60 26.11.2013, 17:41
214.

Zitat von mmknipser
Sowas habe ich im vergangenen Jahr auch gemacht, als ein Hund (Collie) auf der wenig befahrenen Autobahn unterwegs war. Ich habe den Hund auf der Gegenfahrbahn gesehen, bin an der nächsten Abfahrt runter, auf der Gegenseite wieder drauf und habe mit Warnblinker und der nötigen Vorsicht in der Mitte beider Spuren alle hinter mir runtergebremst.
Unfaßbar, Menschenleben in Gefahr zu bringen für ein TIER! Wenn's nach mir ging, würden Sie Ihren Führerschein lange nicht wiedersehen.

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teletube 26.11.2013, 17:45
215. Wenn Sie mit

Zitat von vogtnuernberg
Um es deutlich zu machen: Wir fahren auf der A9 unterwegs, Dreispurig, kein Stau, relativ wenig los. Auf der linken Spur fuhren wir mit Tempo 180 und ausreichend Abstand hinter einem Mercedes her, plötzlich scherrte ein Laster auf die dritte Spur aus, der Mercedes trat voll in die Eisen, ich selbst auch, es waren die längsten Sekunden meines Lebens. ca. 10m hinter konnte die Vollbremsung erst beendet werden, die ganze Zeit hatte ich weniger Angst, dass ich dem Mercedes reinkrache, sondern dass hinter mir jemand mit weniger als dem Sicherheitsabstand ankommen würde und mir auffährt. Nein, ich habe für solche Manöver - egal aus welchem Grund - kein Verständnis.
180 km/h unterwegs sind und es kracht, dann erhalten Sie (zurecht) eine Mitschuld aufgrund der Differenzgeschwindigkeit.
Man sollte das schweizer Modell einführen und Ruhe ist!
Sowieso relativ dämlich: Theoretisch ist die Geschwindigkeit in D freigegeben, allerdings steht die Hälfte der Strecke unter einer Geschwindigkeitsbegrenzung.
Da könnte man eigentlich gleich die Geschwindigkeit auf 120 km/h (meinetwegen auch 130) komplett begrenzen und damit den Schilderwald eindämmen.
Und das beste: Sie haben keinen Zeitverlust aufgrund fließenden Verkehrs. Toll, oder?
Natürlich: Raser müssten auf ihren täglichen "Kick" dann verzichten.

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Gertrud Stamm-Holz 26.11.2013, 17:47
216. unverständlich

Zitat von hman2
Aber die LKW-Fahrer haben das nicht durchkalkuliert und eine Risikoabwägung getroffen, sie haben instinktiv gehandelt. Und das hätte fatal schiefgehen können, ist es glücklicherweise aber nicht. Und es ist nur Glück, nicht Planung.
Ich kann Ihnen immer noch nicht folgen.
Ein LKW überholt den anderen, die Geschwindigkeit dürfte 80 km/h betragen. Die Autobahn ist dünn befahren. Der nachfolgende Verkehr sieht das, bremst ab und regt sich fürchterlich auf. Die Warnblinkanlagen werden angeworfen. Der Rattenschwanz hat sich langsam eingepegelt und wird langsam auf die ca. 50 km/h runtergepegelt.
Das ist eine durchaus völlig normale Situation, die sich an jeder Baustelle so oder so ähnlich findet. Die Verantwortung liegt bei den Hinterleuten.
Die andere Variante wäre ganz simpel die rechte Spur für beide LKW gewesen. Mit unbekanntem Ausgang.

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mitchomitch 26.11.2013, 17:54
217.

Als Rechtsanwalt kann ich jedem Verkehrsteilnehmer nur dringend von derartiger Zivilcourage abraten. Das Versperren einer Autobahn stellt zunächst einmal einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr dar, eine Straftat, die mit Freiheitsstrafe bis 5 Jahre oder Geldstrafe bedroht ist (§ 315b Abs. 1 Nr. 2 StGB). Wenn man so etwas macht, sitzt man also bereits mit mindestens einer halben Pobacke auf der Anklagebank. Dann kann man sich nur noch auf rechtfertigenden Notstand berufen. Dafür muss die Gefahrenlage aber ganz konkret und unmittelbar sein und es dürfen keine anderen Rechtsgüter gefährdet werden. Letzteres ist aber nahezu ausgeschlossen bei einer solchen Maßnahme. Wenn der Falschfahrer oder gar ein unbeteiligter Dritter bei der Aktion verletzt oder getötet wird, ist man zu 99 % wegen fahrlässiger Körperverletzung oder Tötung dran. Ich bin mir auch gar nicht so sicher, ob die Unfallversicherung in einem solchen Fall die Kosten übernehmen würde, wenn man sich selbst dabei erheblich verletzt. Es ist reines Glück, dass im vorliegenden Fall alles gut ausgegangen ist. Letztlich sprechen daher die weitaus gewichtigeren Gründe gegen ein solches Verhalten als dafür. Als couragierter Zivilist lebt es sich in diesem unserem Land leider nicht unbedingt leichter.

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barlog 26.11.2013, 17:59
218. Huch Huch Huch

Zitat von hman2
Wobei ein Frontalaufprall Auto-Auto meist deulich bessere Überlebenschancen bietet als ein Unterfahren unter einen LKW, wenn der keinen Unterfahrschutz hat - das ist nämlich fast immer tödlich. Die höhere Relativgeschwindigkeit verschiebt das natürlich. Aber die Kombination aus zwei Knautschzonen ist deutlich besser fürs Überleben als eine harte Stahlkante, die einem beim Unterfahren köpft... Aber die LKW-Fahrer haben das nicht durchkalkuliert und eine Risikoabwägung getroffen, sie haben instinktiv gehandelt. Und das hätte fatal schiefgehen können, ist es glücklicherweise aber nicht. Und es ist nur Glück, nicht Planung.
Solche Einschätzungen sollten sie vielleicht Fachleuten überlassen, abgesehen davon, daß sie keine Ahnung haben, wie die LKW der beiden Herrn, die eine Katastrophe mit ihrem umsichtigen Handeln verhindert haben, hinterwärts beschaffen sind.
Auf jeden Fall kann ich mir gut das Gesicht eines erfahrenen Feuerwehrmannes vorstellen, wenn sie ihm ihre Theorien von der schützenden Wirkung von Knautschzonen bei Frontalaufprällen durch Geisterfahrer erläutern.

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hman2 26.11.2013, 18:10
219. Huch

Zitat von Gertrud Stamm-Holz
Ich kann Ihnen immer noch nicht folgen. Ein LKW überholt den anderen, die Geschwindigkeit dürfte 80 km/h betragen.
Nein, 40-50 km/h, es wurde also ein künstlicher Stau erzeugt. Das ist ebenfalls gefährlich.

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