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2020 - Die Zeitungsdebatte

Wie sieht die Zeitung von morgen aus? Was macht für Sie guten Journalismus auch in Zukunft aus? Diskutieren Sie hier auf SPIEGEL ONLINE. Wir sammeln die besten Vorschläge, werten sie aus – und entwickeln daraus das Konzept für eine digitale Tageszeitung.

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ConstanzeM. 07.08.2013, 18:02
90. Der Mensch in den Mittelpunkt

Die Einträge des Forums habe ich in den vergangenen Tagen täglich gelesen. Viele Vorschläge finden meine Zustimmung, über andere habe ich den Kopf geschüttelt. Manche Forderungen an die Zukunftszeitung lasen sich für mich wie der Wunschzettel an den Weihnachtsmann. Mit Blick auf ein Auto wäre das ein Modell mit 300 PS, das ein Liter Benzin verbraucht und zum Preis eines E-Bikes zu haben ist. Oder im Volksmund: eine eierlegende Wollmilchsau. Einige Kommentare forderten eine kostenlose Zeitung ohne Werbung. Wie soll bitte ein Verlag eine Zeitung auf diese Weise finanzieren? Warten, dass es Sterntaler regnet? Keine Frage, der Journalismus sollte unabhängig von Wirtschaft und Politik berichten und vor allem kritisch sein. Aber warum verteufeln manche hier, dass Zeitungen Beiträge der Presseagenturen verwenden? Wie sollen vor allem Regionalzeitungen sich ein weltweites Korrespondentennetz leisten, wenn jetzt schon in vielen Redaktionen der Rotstrich angesetzt wird. Ich persönlich lese sowohl Beiträge im Netz als auch in der gedruckten Zeitung. Ich merke, dass ich viel konzentrierter lese, wenn ich die Zeitung in der Hand habe. Lese ich im Netz, springe ich von Seite zu Seite, von Beitrag zu Beitrag. Oft wurde auch angesprochen, dass die Zeitung die Nachrichten von gestern bringt. Ja, warum nicht. Wenn der Beitrag in einer Zeitung interessant geschrieben ist und das Thema umfassend und tiefgründig verarbeitet wird. Und ein guter Beitrag braucht seine Zeit. Manche Menschen, habe ich so den Eindruck, wollen am besten noch wissen, was in den kommenden fünf Minuten passiert. Wir verteufeln die Schnelllebigkeit und treiben sie doch selbst voran. Und die Zeitung hat noch einen weiteren Vorteil: Sie versammelt das Wichtigste und Interessanteste aus den verschiedenen Bereichen. Wer bitte schön schafft dies im Netz genauso schnell, wie ich zum Kiosk (gleich in der Straße) gelaufen bin, um mir eine Zeitung zu kaufen. Ich würde gern wünschen, dass jene Zeitungskritiker des Forums sich einen Eindruck verschaffen, wie es in den Redaktionen zugeht und welche Arbeit eine Vielzahl an Journalisten täglich zu bewältigen hat, ehe sie das Ende der Zeitung heraufbeschwören und sie für altmodisch verteufeln. Eine Zeitung wird in der Zukunft bestehen, wenn sie gute und engagierte Journalisten hat und den Menschen und das Leben in den Mittelpunkt rückt, mit interessanten Porträts und Reportagen, ohne natürlich das tagtägliche Geschehen zu vergessen und aufzubereiten. Vielleicht werden die Jünger des digitalen Zeitalters irgendwann jenen Moment genießen, wenn sie die Ruhe beim Lesen einer Zeitung verspüren, ohne vom neuesten Twitter- und Facebook-Eintrag oder ihrer überquellenden Favoritenleiste des Browsers abgelenkt zu werden, mit dem Irrglauben über alles informiert sein zu wollen.

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mii 07.08.2013, 19:47
91. Micropayment will do the trick...

Führen Sie Micropayment ein! Mein Oma hat immer gesagt, Kleinvieh macht auch Mist...und Apple macht es doch erfolgreich vor...

Pro Artikel 0,01 Cent

Ich lese im Schnitt ca. 10 Artikel am Tag. Das wären 3Euro im Monat und 36 Euro im Jahr.

Desweiteren sollten Sie auch auf nervende, aufdringliche, bewegte und großflächige Werbung verzichtet. Wenn Sie dezent und nicht störend ist, schalte ich auch meinen Werbeblocker aus :)

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heyo 07.08.2013, 19:54
92. Qualität muss sich verkaufen

Wie Tageszeitungen überleben können? Als erstes steht die Qualität. Was - sowohl auf lokaler als auch auf größerer Ebene - gar nicht geht, ist anspruchsloser Journalismus. Ich denke nicht, dass wir darüber überhaupt streiten wollen. Warum sollte man schließlich etwas schlechtes erhalten wollen?

Zweitens muss der Journnalismus sich selbst aber auch besser verkaufen. Der Leser muss wissen, was er von einem guten Angebot und journalistischer Qualität und Unabhängigkeit hat.

Es gibt in letzter Zeit immer mehr "Zeitungen", die sich daraus finanzieren, dass sie sich erstens mit Anzeigen vollpumpen, bis man im Produkt die Artikel kaum noch findet und diese Artikel zweitens meistens auch noch von den präsentierten Unternehmen und Institutionen bezahlt sind. Journalistische Unabhängigkeit sieht anders aus. Dass man diese zusammengeschusterten Blättchen kaum ernst nehmen kann, sollte eigentlich auf der Hand liegen. Trotzdem laufen diese den normalen, Abo-finanzierten Titeln den Rang ab. "Wenn ich doch eine Zeitung umsonst bekomme, wofür soll ich dann eine bezahlen?", fragen sich viele.

Das nur ein Beispiel, das aber ganz gut zeigt, dass Menschen für journalistisch unabhängig produzierte Arbeit nicht mehr zu zahlen bereit sind, weil sie ihren Wert nicht erkennen und nicht dafür bezahlen wollen. Und an diesem Punkt stirbt die Tageszeitung.

Journalisten sollten aus sich herauskommen: Nur wer dem potentiellen Leser klar macht, dass der Kauf einer Tageszeitung, egal ob im Abo, als Micro-Payment oder als Einzelexemplar, wird sein Produkt auch an den Mann bringen.

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caroline-NL 07.08.2013, 21:14
93. Das typische Tageszeitungskonzept greift nicht mehr....

Im Tempowettbewerb mit dem Internet wird die Tageszeitung immer verlieren.
Deshalb ist es mir auch ein Rätsel, weshalb alle deutschen Tageszeitungen der Tagesaktualität - von der ersten bis zur letzten Seite - hinterherhecheln.

Vor einigen Jahren hat das niederländische NRC Handelsblatt daraus die richtigen Schlüsse gezogen. Spät, aber nicht zu spät.

Es flogen alle Börsenkurse raus, der Umfang wurde verkleinert, für jeden Tag gibt es seitdem ein Schwerpunktthema, dies kann mal ein wirtschaftstypisches Thema wie " die aus den USA importierte Inflation ", mal aber auch ein exotisches Thema wie "der russische Stummfilm" sein.
Die schon vorher kritische Berichterstattung, gegenüber Konzernen und der aktuellen Regierung, die ich in dt. Zeitungen auch vermisse, hat man beibehalten.

So konnte man den Auflagenschwund zumindest stoppen.

Ein anderer Weg wäre mehr auf Comics, Rätsel, Figuren zum Ausschneiden, usw. zu setzen, also die Vorteile des Mediums Papier auszunutzen. Was tut man stattdessen in der "WELT" oder im dt. "HANDELSBLATT" ? Man druckt seitenweise die Börsenkurse von gestern ab.
Schon seit es BTX gibt habe ich nie verstanden warum.

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Dopamin 08.08.2013, 08:47
94. Neuer Zeitungsleser

Es mag sein, dass insgesamt weniger Leute Zeitungen kaufen, weil die oberflächlichen Informationen schnell, aktuell und kostenlos im Netz abzugreifen sind.

Es gibt aber genauso Menschen, die die gedruckte Zeitung neu schätzen lernen. Nach diversen Probeabos habe ich die SZ als die Zeitung für mich entdeckt, kann aber nicht die Stunde jeden Tag aufbringen, sie zu lesen und beschränke mich auf die Freitagsausgabe im Kioskverkauf. Damit verdienen die Zeitungsverlage nur leider kein Geld, der Umsatz kommt über die Auflage und die Anzeigen. Ich hoffe, die SZ kann sich lange halten und weiterhin guten Journalismus bieten.
Flexibere Abos bei der SZ (z.B. nur die Freitagsausgabe, nur Wochenende etc.) wären schön.

Für eine Zeitung oder ein Online-Medium, bei dem ich den Eindruck gewinne, dass alle Informationen aus dem Netz kopiert sind und der Artikel nur am Schreibtisch entstanden ist, würde ich niemals zahlen. Guter Journalismus heisst für mich eben auch Aussendienst, Recherchen, Interviews, Hintergründe und Neues ans Tageslicht bringen. Das ist meiner Meinung nach Ihre Aufgabe, nicht nur die reine Unterhaltung und das verlängerte Posthorn der dpa zu sein.

Und eines noch: Rechtschreibfehler in Ihrer Zunft sind ein klares Ausschlusskriterium. Meiner Meinung nach besitzen die Medien eine Vorbildsfunktion, weil die Menschen verinnerlichen, was sie lesen. Wer sich hier schon keine Mühe gibt, dem ist der Journalistenberuf wohl auch zu anstrengend, wenn es um den Wahrheitsgehalt und die Recherche geht.

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ramaas 08.08.2013, 11:58
95. Zeitungsdebatte

Die Essener WAZ-Gruppe hat für die Finanzierung der Zukäufe vom Springer-Verlag schon den richtigen Dreh gefunden: Einen Tag nach der Nachricht der Zukäufe erhielten wir die Nachricht, dass Abo-Preise erhöht werden.

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Dubbel 08.08.2013, 12:07
96. So viele Moeglichkeiten, so wenig Zeit

Viele sehen die Lokalberichterstattung als Rettungsboot fuer Printzeitungen. Ein paar Jahre wird das wohl auch noch funktionieren, bis auch die letzten Doerfer mit Breitbandinternet ausgeruestet und die letzten Printkaeufer-aus-Prinzip ausgestorben sind.
Den Markt fuer Lokalnachrichten wird es natuerlich auch weiterhin geben, doch ich stelle mir eher ein, zwei "Lokalblogger" pro Stadtteil vor, die diesen bedienen. Fuer Berichte uber den Kaninchenzuchtverein oder die letzte Gemeindesitzung braucht man nicht zwingend ein Journalistikstudium.

Fuer Nachrichten auf globaler- und bundesebene wird es auch weiterhin Redaktionen brauchen. Wenn diese jedoch nur Nachrichtenagenturmeldungen umschreiben verfehlen sie ihren Zweck.
Denn noch werden nicht alle Moeglichkeiten des "neuen" Medium Internet genutzt: Data-driven Journalism steckt zumeist noch in den Kinderschuhen und stellt oft nur offizielle Statistiken in bunt und mit Hovereffekt dar. Es verwundert, dass sich die Medien nicht staerker fuer die Offenlegung aller staatlicher Rohdatensaetze, die nicht die Privatssphaere von einzelnen Buergern betreffen, eintreten. Wuerden diese Rohdaten miteinander verknuepft kaemen sicher noch einige _echte_ Skandale ans Licht, die der einzelne Investigativjournalist so nie haette aufdecken koennen.
Auch die Verlinkung von (offenen) Quellen faellt vielen Journalisten auch im Internet schwer, obwohl sie doch so viel einfacher geworden ist. Es muss (oder sollte) einem Journalisten nicht peinlich sein, seine Quellen offen zu legen, statt sie im internen Dokumentationsarchiv zu hinterlegen. Leser, die sich weiter informieren wollen wuerden sich bedanken und den Artikel als fundierter einschaetzen, waehrend es den Rest nicht stoeren wuerde.

Fuer den einzelnen Journalisten ist die Situation zweischneidig. Einerseits war es nie einfacher, sich selbst als "Marke" zu etablieren und sich eine gewisse Stammleserschaft aufzubauen, die einem auch bei einem Verlagswechsel folgt. Andererseits wird es den einen, geraden Karriereweg nicht mehr geben und Journalistikstudenten tun gut daran, sich eine breite Bildung abseits der klassischen Ausbildung anzueignen. Kaninchenzuchtverein kann jeder.

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michael logies 08.08.2013, 13:15
97. Weiteres Onlinegeschäftsmodell für Die Zeit, Vorschlag eines ehemaligen Abonnenten

Ich habe auf meine Mail keine Antwort bekommen...

-------- Original-Nachricht --------
Betreff: Weiteres Onlinegeschäftsmodell für Die Zeit, Vorschlag eines ehemaligen Abonnenten
Datum: Sun, 10 Feb 2013 16:32:01 +0100
Von: Michael Logies <logies@XX>
An: gero.von.randow@zeit.XX

Sehr geehrter Herr von Randow,

ich war seit meinen letzten Schuljahren (Anfang der 1980iger) für ca. 25 Jahre Abonnent der "Zeit", dann habe ich sie abbestellt, weil ich zu viele Artikel der Zeitung nicht mehr ertragen konnte und hatte danach einige Jahre den "Economist" im Abo, bis auch der mir repetitiv und vorhersehbar erschien. Heute lese ich nur noch kostenlose, selektive RSS-Feeds aus verschiedensten, ca. 50 Quellen ("Zeit", "Welt", "Google News", Blogs von Economist-Autoren, PubMed-RSS-Feeds etc.), gebündelt von "Google Reader", konsumiert auf PC, iOS und Android mittels RSS-Reader.

Ich war einer der frühesten Internetnutzer in Deutschland, der sich seine Internetanbindung noch erkämpfen mußte, was mich kurz auf die journalistische Seite verschlug,
Internet Anbindung über SLIP und PPP - iX-Archiv, 12/1994, Seite 62

(...)

Ich vermisse die "Zeit", aber ich werde diesen Gemischtwarenladen aus Unsäglichem bis Exzellentem ganz sicher nicht wieder abonnieren. Wenn ich aber das Gejammere über den Untergang des Journalismus in der "Zeit online" lese, frage ich mich, warum offensichtliche Geschäftsmodelle nicht genutzt werden, die sich andernorts für mich schon bewährt haben (OnlineTvRecorder.com).

Grundidee: Niedrigschwelliges Abomodell auf alle Angebote der "Zeit", etwa 20-30 € pro Jahr, wobei mit dieser Abogebühr nur der Zugang eröffnet wird. Bei tatsächlicher Nutzung werden dann im Mittel (sollte nach Textlänge gehen, Infografiken?) pro gelesenem Artikel ca. 50 cent von diesen 30 € Guthaben abgebucht, das bei Nichtbenutzung nach einem Jahr verfällt. Mehr als ca. 60 Artikel pro Jahr zu lesen (30€/0,5 €= 60 Artikel), ist natürlich möglich, die Beträge werden dann automatisch vom Kundenbankkonto/der Kreditkarte/einem vorher eingezahlten, unbegrenzt gültigem Guthaben abgebucht, vorherige Einrichtung eines Limits gegen Mißbrauch sollte möglich sein (und/oder Stop weiterer Berechnung bei Erreichen des aktuellen Abopreises).

Gemäß meiner Präferenzen stelle ich mir das als paßwortgesicherten RSS-Feed vor, meine Praxissoftwarefirma hat so etwas für ihr Kundenforum. D. h., wer die 30 € bezahlt hat, bekommt den kompletten Online-Zugang (übers Web), und dazu gehört ein kundenindividuell gekennzeichneter RSS-Feed (bzw. mehrere, angeboten nach Themenfeldern, Autorennamen, regionalem Bezug etc.), den/die ich z. B. über Google Reader verfolgen könnte. Die RSS-Feeds/der Webzugang zeigen nur die ersten Zeilen der Artikel an, wenn ich den kompletten Artikel lesen will, löst das automatisch einen Bezahlvorgang aus. Einmal von mir bezahlte Artikel bleiben in jeder Form technischen Zugangs für mich kostenlos, so lange ich das Abo aufrechterhalte.
(...)

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cptstubing 08.08.2013, 13:56
98. Was ist denn eigentlich diese Aktualität?

Um welche Aktualität geht es hier eigentlich? Das immer wiederholte Argument, Tageszeitungen seien in Punkto Aktualität unterlegen, ja man würde sieben Stunden alte Nachrichten lesen müssen, sticht doch nur, wenn es eine Welt gibt, in der immerzu neue und unabsehbare Dinge passieren. Über die man dann nur (schnellstmöglich) berichten muss.

Was sollen eigentlich die Ereignisse sein, deren Berichterstattung keinerlei Aufschub erlaubt? Nehmen wir hier nur den Bereich der Politik: Es gibt wichtige Ausschusssitzungen, Parlamentsdebatten, Parteiveranstaltungen und so weiter. All diese Dinge sind über Wochen terminiert, sehr selten nur kommt etwas wirklich überraschend. Was für Information hilft mir da? Ich will wissen, was wichtig ist, wo und wann Entscheidungen getroffen werden, wo tatsächlich Weichen umgestellt werden und was für Auswirkungen diese haben werden. Ich will die Alternativen kennen.

Für all das brauche ich kompetente Beobachter des Politikbetriebes. Die allermeisten dieser Berichte können schon früh geschrieben werden. Nach wichtigen Terminen will ich wissen, wer sich wie entschieden hat und warum. Das ganze Geplänkel, wer wann was zu wem gesagt haben könnte, interessiert mich nicht. Für den zusammenfassenden Bericht braucht ein Journalist aber Zeit. Er muss Stimmungen einholen und Informationen überprüfen. Was ändert sich für mich, ob ich den Artikel abends um neun lese oder morgens um acht? Oder sogar einen Tag später? Die Entscheidung ist doch eh gefallen. Für mich ändert sich nur etwas, wenn Berichte schlecht recherchiert sind. Weil sie eben zu eilig verfasst wurden.

Es mag Dinge geben, über die man aktuell etwas erfahren möchte. Aber im Regelfall handelt es sich bei der Aktualität um einen Popanz, der den Onlinemedien dient, denn sie verkaufen auf diese Art etwas, was ich eigentlich gar nicht benötige. Und die klassischen Medien glauben dieser Inszenierung und versuchen ebenfalls „aktueller“ zu werden. Dies aber spielt den Spin-Doktoren dieser Welt zu, denn wie viel einfacher ist die Steuerung von öffentlicher Meinung, wenn man nur regelmäßig Säue durchs Dorf jagen muss und so von den eigentlichen Fakten und Entscheidungen ablenken kann.

Und ich glaube, diese Art von Berichterstattung kostet Leser, auch bei den Online Medien denn diese inszenierte Pseudoaktualität ist langweilig und berechenbar.

Ja, ich möchte gerne eine gute Zeitung am Schirm lesen, die das Medium vernünftig nutzt. Aber nein, meine Zeitung muss sich nicht minütlich neu erfinden, der Preis hierfür ist viel zu hoch. Lasst uns den Popanz der Aktualität entzaubern.

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spon-facebook-jerrykess 08.08.2013, 14:16
99. Leseverhalten

Zitat von sysop
Wie sieht die Zeitung von morgen aus? Was macht für Sie guten Journalismus auch in Zukunft aus? Diskutieren Sie hier auf SPIEGEL ONLINE. Wir sammeln die besten Vorschläge, werten sie aus – und entwickeln daraus das Konzept für eine digitale Tageszeitung.
eine moderne Tageszeitung im digitalen Zeitalter auf die Beine zu stellen wird wie Sie schon in Ihrem Artikel erwähnten, keine leichte Aufgabe.

Nach meiner Meinung nach ist das Informationsangebot heutzutage so unüberschaubar geworden, dass der Leser regelmäßig überfordert ist seine News zu finden.

Die meisten Tageszeitungen, die auf digital umgesattelt sind, haben den Leser einfach vergessen und das Papierformat eins zu eins übernommen. Das bedeutet sie haben einfach zu viel Inhalt auf einer Bildschirmseite.
Der modernere Weg wäre eine Onlinequelle zu erschaffen die sich dem Leseverhalten des Users anpasst. Sei es auf der Ebene von Interessen, GPS und dem Surfverhalten.

Google+ macht es in einigen Funktionen schon sehr schön vor, wie man Inhalte auf dem IPad gut darstellt. Facebook ist da ähnlich am Start. Beide verwenden die sogenannten OFF CANVAS-LAYOUTS. Diese Methode ermöglicht es gezielt Inhalte auszublenden, wenn diese im Moment unwichtig sind.
Inhalte per GPS verknüpfen halte ich auch für sinnvoll. " Mich interessiert nicht wenn ein Eimer in Bayern umfällt, aber vielleicht in Hamburg" dies bedeutet auch eine verbesserte Suche von News.

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