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AFD in der Krise: Wieso nicht in die NPD, Herr Höcke?
Sven Doering / Agentur Focus / DER SPIEGEL

Wer die Reden von AfD-Rechtsaußen Björn Höcke sieht, die Gesten, Thesen und Wortwahl, wird unweigerlich an Hitler und Goebbels erinnert. Nun droht ihm wegen seiner radikalen Positionen der Parteiausschluss - was sagt er dazu?

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nordlys 17.02.2017, 18:40
1. Schade, Björn

Als AFD-Wähler und Mitglied hätte ich mir von Björn Höcke Aufrichtigkeit gewünscht. Sein Anflug von Selbstkritik in diesem Gespräch überzeugt mich nicht, es ist auch schnell vorbei damit. Denn an zwei entscheidenden Stellen mauert Höcke: Bei den Formulierungen, die sich an Nazi-Duktus anlehnen ("vollständiger Sieg der AFD", "brutal besiegtes Volk", "entartete Parteien" etc.) und bei seinem Ausflug in die Evolutionstheorie mit der Gegenüberstellung von "Reproduktionsstrategien". Hier ist Höcke nicht ehrlich. Er spielt nun einmal bewusst mit Tabus (Nazi-Rhetorik) und Ressentiments ("afrikanischer Ausbreitungstyp"), anstatt die Themen, um die es ihm geht, sachlich vorzutragen. Ich kann ihm ja grundsätzlich folgen, wenn er positive Aspekte in den Mittelpunkt der Erinnerungskultur stellen will. Ich kann ihm aber nicht folgen, wenn er dies im Stile von Goebbels vorträgt.
Schade, Björn. Bisher hielt ich dich für einen leidenschaftlichen Patrioten und war für deinen Verbleib in der AFD. Leider zeigt sich aber, dass deine Selbstverliebtheit und deine Lust an der Provokation (es war ja nun wirklich nicht der erste derartige Vorfall) der Partei (und auch deinen eigentlichen Anliegen!) schaden. Kannst du dir vorstellen, wie viel Kraft und Nerven es die Wahlkämpfer an den Straßenständen kostet, sich in Diskussionen ständig mit deiner Person beschäftigen zu müssen, anstatt mit den wirklich wichtigen Themen in diesem Land? Nein, Björn, meine Unterstützung hast du nicht mehr.

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Mister Stone 17.02.2017, 18:50
2. Die Geister, die sie rief

Es ist offensichtlich, dass sich die AfD selbst zerlegt. Man muss diesem Höcke fast dankbar sein, dass er seine Partei entlarvt. Diese "Alternative" wird sich im Zwist zwischen Petry und Höcke aufreiben. Petry hat damals gegen Lucke nur gewinnen können, weil sie Leute wie Höcke und sein Gefolge hofiert hat. Nun tanzen sie auf dem Tisch...

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Stefan_G 17.02.2017, 18:57
3. Tja, der Mann ist wirklich völlig merkbefreit

Selbst in der AfD gab es niemand, der seine Rede vom 17. Januar inhaltlich unterstützt hätte. Und dann sollen dadurch mehr potentielle Wähler gewonnen als abgeschreckt worden sein? Völliger Unsinn.
Aber wenn sowohl Leute durch Höcke und als auch Leute durch die Querelen in der AfD abgeschreckt werden, dann ist das ein doppelter Gewinn für die anderen Partien.

Auch hat er noch nicht kapiert, dass man in einer Partei schon auf verlorenem Posten steht, wenn man über den Verbleib darin vor Gericht streiten muss. Egal wie es ausgeht, man kann nicht gewinnen.

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philosoph123 17.02.2017, 18:59
4. Interview besser als sonst diesmal hart aber einigermaßen fair..

Nur an folgender Stelle beginnt das linke PC wieder zu nerven:

"Verzeihen Sie, aber gerade das Klischee des edlen Wilden, der mit primitiven Mitteln, aber guter Laune sein Feld bestellt, ist doch zutiefst rassistisch."

Das sagt SPON wenn ihm die Bilder aus einem Miseor-Kalender zeigt?
Mich würde mal interessieren was die Foristen darüber denken. Also ich reise um die Welt, gehe in den brasilianischen Dschungel, treffe dort einen alten Indianerstamm, der noch nie Kontakt mit der Zivilisation hatte und halte dann später einen Vortrag darüber.

In diesem Vortrag sage ich dann: "Die Wilden haben es geschafft, mit Gewürzen ein Verfahren zu entwickeln mit dem sie Fleisch so konservieren können dass es 3 Monate hält" Und "trotz ihrer einfachen, primitiven Kultur ohne Gerichtssystem, ist ihr Miteinander von Achtung - auch den Frauen gegenüber - geprägt. So gibt es z. B. kaum Vergewaltigungen dort".

Was solll daran rassistisch sein?

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h.hass 17.02.2017, 19:00
5.

Hoffen wir, dass Höcke die Alternative für Doofe endgültig in den Abgrund zieht. Politiker wie Petry oder Höcke, die mit rechtsradikalem Vokabular am tiefbraunen Rand Stimmen fangen wollen, brauchen wir ebensowenig wie ihre Partei. Die Vergangenheit hat gottseidank gezeigt, dass rechtspopulistische Parteien langfristig immer tiefer in den braunen Sumpf rutschen und sich damit selbst pulverisieren.

Insofern kann man Herrn H. und seinen Gesinnungsgenossen nur wünschen, dass sie noch möglichst lange Einfluss auf die Geschicke der AfD ausüben.

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trader_07 17.02.2017, 19:06
6.

Zitat von Stefan_G
Und dann sollen dadurch mehr potentielle Wähler gewonnen als abgeschreckt worden sein?
Ja, das ist das Selbstverständnis von populistischen Wirrköpfen. Sehr schön gerade in den USA zu beobachten. Es bleibt zu hoffen, dass immer mehr Deutsche erkennen, was solche Leute anrichten. Dass die AfD bei allen Umfrage-Instituten mittlerweile auf dem absteigenden Ast ist und teilweise schon unter 10% Zustimmung erfährt, ist jedenfalls eine erfreuliche Entwicklung.

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schroedgt 17.02.2017, 21:01
7. Herr Höcke hat in der AfD keinen Einfluß mehr?

Zitat von Stefan_G
Selbst in der AfD gab es niemand, der seine Rede vom 17. Januar inhaltlich unterstützt hätte. Und dann sollen dadurch mehr potentielle Wähler gewonnen als abgeschreckt worden sein? Völliger Unsinn. Aber wenn sowohl Leute durch Höcke und als auch Leute durch die Querelen in der AfD abgeschreckt werden, dann ist das ein doppelter Gewinn für die anderen Partien. Auch hat er noch nicht kapiert, dass man in einer Partei schon auf verlorenem Posten steht, wenn man über den Verbleib darin vor Gericht streiten muss. Egal wie es ausgeht, man kann nicht gewinnen.
Das mag durchaus sein. Ich glaube aber nicht, dass er aus der Partei geworfen wird!
Die SPD wollte die Herren Clement, Sarrazin und Edathy aus der Partei werfen! Alle drei Herren sind noch drin. Die Mitgliedschaft von Herrn Edathy ruht im Moment. So einfach ist es also nicht, jemanden aus einer Partei zu werfen.

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Fackelt 17.02.2017, 21:13
8. Kreide fressen hilft nicht

Seine Auslegung seiner Rede ist zynisch. Immer in der Opferrolle, immer der missverstandene Demokrat. Sorry das nimmt keiner dem Oberlehrer mehr ab.

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Tschepalu 17.02.2017, 21:23
9. Mal ehrlich

Hocke zerstört die AfD. Die Umfragewerte gehen dramatisch zurück, die Wähler wenden sich zuhauf von der AfD. Man will eine national-liberale, oder konservative, aber keine Ultrarechten Nazis wie Hocke. Der Mann gehört in die NPD wie mir viele ehemalige Sympathisanten die nur wegen Höcke weg sind. Und der Zerfall der AfD wird mit diesem Mann weitergehen, leider fehlt der AfD Führung die Einsicht, Schade!

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