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Aktivist gegen Hate Speech: Der tiefe Fall des Gerald Hensel
Arne Weychardt/ DER SPIEGEL

Ein Kommunikationsprofi wollte rechten Internetseiten den Geldhahn abdrehen. Doch er löste einen Shitstorm aus und verlor seinen Job. Und nun?

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joachim_moncoq 15.06.2017, 18:31
1. Warum?

Warum stellt der Spiegel ausgerechnet einen solch wichtigen Beitrag hinter die Paywall?
Sharen ist somit nutzlos, was bei diesem Thema doch sehr wichtig wäre.

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Oberleerer 15.06.2017, 19:15
2.

Ein Internet-Profi (!) und veröffentlicht seinen privaten Kram auf Facebook ?

Gerade in Deutschland, mit seiner Blockwart-Mentalität, sollte das in den Genen stecken, nichts zu veröffentlichen, was andere nichts angeht. Auch wenn die CDU das Datenschutzgesetz mal wieder kippen will, um mit Daten den großen Reibach zu machen.

Kein Profi sollte Facebook verwenden. Ihm würde es wohl auch erspart geblieben sein, die Drohungen zu lesen.

Gerade bei Facebook-Drohungen ist es mir aber ein Rätsel, daß die Mitglieder bei Morddrohungen nicht ausfindig gemacht werden und solange in Sicherheitsgewahrsam kommen, bis man überzeugt sein kann, daß es eine leere Drohung ist.

Nunja, in Dubai ist er ja jetzt in Sicherheit. Freies Land.

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CNPNTGFGZP 15.06.2017, 19:18
3. Da muss ich mich anschließen...

…und Euch auffordern, doch nochmal in Ruhe zu überlegen, ob es die paar eingenommen Euros in diesem Modus für diesen wirklich hervorragend recherchierten und geschriebenen Plus-Artikel wert sind, Eure i.d.Z. immer aufrichtige, freiheitliche Journalismus-Reputation zu verspielen.
Die drei mal nachweislich eingenommen 39 = 117 Cent dürft Ihr dann direkt an Andreas Hendsels Fearless Democracy Projekt weiterreichen. Ich für meinen Teil hab’ da nix gegen…
Kapitalismus NICHT über alles!

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tanee 15.06.2017, 19:37
4.

Ich kann es nicht gutheißen, wenn dieser Mann via Twitter oder sonstwas beleidigt wird. Aber ihn hier als Opfer darzustellen ist doch etwas viel. Der Mann hat versucht Dritten einen finanziellen Schaden zuzufuegen, statt die Mitte durch Argumente fuer seine bessere Sache zu ueberzeugen. Hensel meint dabei, dass seine Aktionen als "Verteidigung" durchgehen (vgl. Interview mit W&V vom Januar 2017), aber das ist eben Auslegungssache.

Leute wie Hensel bringen durch ihren unueberlegten Aktionismus eher mehr Schaden als Nutzen.

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fitzke 15.06.2017, 19:43
5. nur bedingtes Mitleid

Mit seiner Aktion plante Hensel nichts anderes als einen Eingriff in die liberale Demokratie und vielfältige Meinungsfreiheit. Es steht mir als mündige Person frei sich über Inhalte zu informieren, diese würdigen und zu kritisieren. Es braucht keinen Hensel oder Andere, die darüber bestimmen, was gut oder böse ist. Keiner wird gezwungen auf Facebook, Twitter oder Blogs Meinungen zu lesen.
Es wundert auch nicht, dass explizit erwähnt wird, dass es auch um Werbung neben einem Artikel mit einer "frauenfeindlichen Polemik" ging. Das ist heute eines der größten Verbrechen, wenn gegen das schwache arme Opfergeschlecht geschrieben wird. Die "Kolumnen" einer M. Stokowski oder einer Mirna Funk, die Männer mit sterbenden Tieren gleichsetzt, die verbalen Auswüchse bei ze.tt und ZON sind dagegen die Norm und dürfen beworben werden. Tichy und Broder (Broder mochte ich auch bei der Welt nicht!) schreiben auch mal etwas über den sonst selten kritisierten Genderpay-Gap oder die Gesetzentwurfsauswüchse eines Heiko Maas. Das ist gut so.
Für den Erhalte eines breiten Meinungsspektrums, eine Vielfalt an Ideen und eine gesellschaftliche Entwicklung braucht es alle Meinungen, auch und gerade damit man sich damit auseinandersetzen kann.

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tomymind 15.06.2017, 19:57
6.

Was bitte sind "rechte Internetseiten" und wer bestimmt das? Warum hat er das Recht sowas zu machen?
Ich lese weder breitbart noch bin ich AfD-Mitglied aber diese Seiten als rechts zu bezeichnen ist doch weit hergeholt.
Tipp an diesen "aufrechten Kämpfer der Meinungsfreiheit", soll er doch gegen Hamas-Unterstützer arbeiten oder die Beiträge auf diesen Seiten recherchieren und die Wahrheit posten, so wie bild-blog.

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shloma 15.06.2017, 19:59
7. Wenn der Täter seine eigene Medizin bekommt

dann heult er rum wie ein Kind. Erst versuchen der liberalen Demokratie schaden zuzufügen indem er den Pluralismus in der Tradition des Faschismus angreifen will, kommt dann ein Shitstorm zurück redet er vom "gut organisierten Feind". Also mit solchen Leuten kann man das nächste 3. Reich planen. Mit liberal hat das GAR NIX zu tun, das ist Faschismus. Wie schleimerisch SPON darüber berichtet ist auch eklig.

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Newspeak 15.06.2017, 20:12
8. ...

Der Verrohung der Gesellschaft kommt man sicher nicht mit Zensur bei. Die Leute aendern doch deshalb nicht ihre Meinung, weil es ihnen verboten wird, sie zu auessern. Auch SPON versteckt sich gerne hinter der Netiquette, wenn man Zensur und Willkuer meint. Was die Ursachen fuer die Verrohung sein koennten, z.B. der Neoliberalismus der letzten Jahrzehnte, das interessiert wieder keinen.

Ich denke, und tue das, bis man mich vom Gegenteil ueberzeugt, dass jemand, der ein sinnvolles Leben, einen guten Job mit fairer Bezahlung, ein soziales Umfeld usw. hat, es weder noetig hat, Hasskommentare zu schreiben, noch Zeit dafuer investieren mag. Ganz anders sieht es aber aus, wenn Frust auf Ohnmacht trifft und ein Kommentarfenster unter einem Artikel als ein gutes Ventil zum Druckablassen erscheint. Ich kann mich davon auch nicht freisprechen, aber dafuer bleibe ich im realen Leben vergleichsweise friedlich. Das muss man auch mal zur Kenntnis nehmen.

Vielleicht sollte man auch Kommentare, wie auch redaktionelle Beitraege nicht so furchtbar wichtig nehmen. Ein Verfallsdatum waere fuer beides gut. Einfach weg mit den ganzen Meinungen. Denn so viel Objektives berichten Journalisten ja nun auch nicht.

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Urban Spaceman 15.06.2017, 20:49
9. Ein großer Stratege ...

ist Hensel nicht. Er hat der "Achse des Guten" erst einmal durch den Werbeboykott geschadet, aber dadurch der Seite eine Solidaritätswelle und zusätzliche Aufmerksamkeit beschert. Mit Broder hätte er sich besser nicht angelegt. Man muss Broder nicht mögen, aber er ist bestimmt nicht rechtsradikal und einer der pointiertesten und schlagfertigsten Journalisten im Lande, der natürlich weiß, wie man solch ein Leichtgewicht, wie Hensel demontiert. Mitleid mit diesem Amateurzensor habe ich nicht im Geringsten.

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