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Aktivist gegen Hate Speech: Der tiefe Fall des Gerald Hensel
Arne Weychardt/ DER SPIEGEL

Ein Kommunikationsprofi wollte rechten Internetseiten den Geldhahn abdrehen. Doch er löste einen Shitstorm aus und verlor seinen Job. Und nun?

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m.m.s. 15.06.2017, 21:04
10. Der Täter der sich als Opfer geriert

Leider wird hier - ohne Erfolg - versucht einen Grubengräber, der anderen eine Grube gräbt, und dann selber hineinfällt, weißer als er ist darzustellen. Als Werbedirekter der dem Spiegelhauptquartier in Hamburg naheliegenden nunmehr oft mit dem Spitznamen Hensel & Friends genannten Werbeagentur hat er eine illegale Boykottkampagne initiiert. Unter anderem wurde die Achse des Guten des ehemaligen Spiegelredakteurs Henryk M. Broder, dann Tichys Einblick, und andere Webseiten der Mitte angegriffen. Der gesamte Vorgang ist als "Denunzianten Gate" bekannt und detailliert dokumentiert. Ich zitiere: "Tatsachen werden auf den Kopf gestellt, ein klassischer Fall von „victim blaming“, das Täter-Opfer-Prinzip wird umgedreht." Ist dieser Artikel nunmehr typisches Fake News, wo die Geschichte umgedreht werden soll, oder?

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Das Pferd 15.06.2017, 21:26
11. sharen Sie sich zum Teufel

Zitat von joachim_moncoq
Warum stellt der Spiegel ausgerechnet einen solch wichtigen Beitrag hinter die Paywall? Sharen ist somit nutzlos, was bei diesem Thema doch sehr wichtig wäre.
was soll der Unfug, ein Haufen Leute, die allenfalls Überschriften lesen, spammen private Kanäle zu. Wer lesen will, ok, aber was wollen Sie aus dem recht ausgewogenen (wenn man genau ließt) Artikel für eine platte Fake-News machen?

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judas-adolf 15.06.2017, 21:42
12. Wer lesen kann ist klar im Vorteil

So wie ich es verstanden habe, wollte Hensel nur die betreffenden Firmen darauf aufmerksam machen, auf welcher Website ihre Werbung gerade erscheint. Die Firmen sollen also selbst darüber entscheiden, ob sie das wollen oder nicht. Das finde ich völlig legitim und hat nichts mit Faschismus zu tun. Darüber hinaus sollten wir uns freuen, dass es Menschen gibt, die für ihre Überzeugungen eintreten und aktiv werden! Und ja: der Mann ist zum Opfer geworden. Anders kann man es nicht nennen, wenn jemand unverhohlene Morddrohungen erhält und umziehen muss. Ich finde die meisten Kommentare hier reichlich befremdlich. Sicherlich gehen viele der Hasskommentare möglicherweise von denen aus, die sich abgehängt fühlen. Aber bis wir eine Gesellschaft geschaffen haben, in der das nicht mehr so ist, dürften noch viele Jahre vergehen. Fall wir diesen paradiesischen Zustand jemals erreichen. Und bis es soweit ist, finde ich, sollten wir dafür kämpfen, dass nicht immer mehr Hass verbreitet wird. Denn wenn ich so einige Kommentare bei SPON lese, wir mir Angst und Bange. Jeder hat das Recht für seine Überzeugungen einzutreten. Und wenn Firma XY sich dafür entscheidet, keine Werbung auf einer Website einzublenden, dann ist das höchsten kapitalistisch und ja: auch liberal und demokratisch. Denn es kann ja Goot sei Dank noch jeder (meistens) tun und lassen, was ihm beliebt!

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Urban Spaceman 15.06.2017, 22:26
13.

Zitat von judas-adolf
So wie ich es verstanden habe, wollte Hensel nur die betreffenden Firmen darauf aufmerksam machen, auf welcher Website ihre Werbung gerade erscheint. Die Firmen sollen also selbst darüber entscheiden, ob sie das wollen oder nicht. Das finde ich völlig legitim ...
Es wäre vielleicht legitim gewesen, wenn Hensel zum Boykott von eindeutig rechtsradikalen Seiten aufgerufen hätte. Da die "Achse des Guten" aber liberal-konservativ ist und von seriösen Journalisten betrieben wird, war seine Aktion vollkommen daneben.

Machen Sie sich doch einfach kundig, bevor Sie solch einen langatmigen unsubstantiierten Post verfassen:

http://www.achgut.com/artikel/der_denunziant_von_scholz_und_friends

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m.m.s. 15.06.2017, 22:53
14.

Zitat von Urban Spaceman
Es wäre vielleicht legitim gewesen, wenn Hensel zum Boykott von eindeutig rechtsradikalen Seiten aufgerufen hätte. Da die "Achse des Guten" aber liberal-konservativ ist und von seriösen Journalisten betrieben wird, war seine Aktion vollkommen daneben. Machen Sie sich doch einfach kundig, bevor Sie solch einen langatmigen unsubstantiierten Post verfassen: http://www.achgut.com/artikel/der_denunziant_von_scholz_und_friends
Ich schließe mich Ihrem Kommentar an, dass sich eine unglaubliche Menge an Besserwissern heutzutage nichts und null informiert haben. Hinzufügen möchte ich: Dabei wenden diese die Methoden der ganz Rechten an, nämlich Desinformieren, Teil- und damit Falschinformieren, Verweigerung das Feld der Tatsachen aufzunehmen, Denunziation, Umdeutung der Wahrheit in das Gegenteil, etc. Leider hat dieses Massenphänomen bereits Medien, Politik, Rechtswesen ergriffen. Aber: es gibt gerade die neuen Online-Medien, Blogger, etc. die diesem Unwesen einen Strich durch die fette Rechnung machen. Und bei diesen neuen Informationsquellen erfährt man heutzutage zumeist mehr von der Wahrheit, als was gefiltert als Unwahrheit durch viele Massenmedien ankommt.

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mickt 15.06.2017, 23:21
15. Viel Erfolg –

eben wünschet ich noch alles Gute, aber eingedenk einer Kommentare, die wohl von Rechten stammen, wünsche ich nun viel Erfolg, viele Verbündete. Hass kann man allerdings nicht mit Hass besiegen. Die Gefahr ist, wenn man sich so engagiert und nicht auf sich aufpasst, dass man selbst Opfer des eigenen Hasses wird und dann ist man genauso wie die gegen die man vorgeht …

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Spiegelsicher 16.06.2017, 00:40
16. Ein Plus-Artikel ...

... und dennoch muss man sich den Hintergrund selbst zusammensuchen. Das hätte ich gerne hier erfahren.

http://www.achgut.com/artikel/dossier_denunzianten-gate

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FocusTurnier 16.06.2017, 06:45
17. Achgut und die Nazis

Zitat von Urban Spaceman
Es wäre vielleicht legitim gewesen, wenn Hensel zum Boykott von eindeutig rechtsradikalen Seiten aufgerufen hätte. Da die "Achse des Guten" aber liberal-konservativ ist und von seriösen Journalisten betrieben wird, war seine Aktion vollkommen daneben. Machen Sie sich doch einfach kundig, bevor Sie solch einen langatmigen unsubstantiierten Post verfassen: http://www.achgut.com/artikel/der_denunziant_von_scholz_und_friends
Danke für den Artikel-link. Auch der Don hatte in den FAZ-Blogs eine gute Zusammenfassung dessen, was bei Hensel & Co kritikwürdig erscheint:

http://blogs.faz.net/deus/2016/12/19/keingeldfuerrechts-keine-strategie-bei-links-3958/

Hensel ist aber auch nur ein Teil der Szene. Beim Danisch gab es schon vor einiger Zeit Hinweise auf die Umtriebe der Berliner Politikberatungsfirma pollytix, die, wie Hensel, Firmen öffentlich an den Pranger stellt, weil sie eine andere Meinung vertreten bzw. Werbung auf Webseiten von Unternehmen schalten, die den Linksaktivisten nicht passen:

http://www.danisch.de/blog/2016/12/05/mobbing-hetze-stimmungsmache-im-internet/

Wie man bei pollytix erkennen kann, gibt es durchaus Verbindungen der Aktivist*_Innen zur Berliner Republik, die ja spätestens seit der Aktivierung von staatlich finanzierten SJWs der Amadeu-Antonio-Stiftung bekannt sein müssten (über deren Finanzierung durch die Bundestagsparteien ja auch einige interessante Artikel auf achgut erschienen sind).

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Onkel Ho 16.06.2017, 10:55
18.

Ein sehr guter Artikel, der nachdenklich macht (und für den man gerne bezahlt). Wenn Gerald Hensel nicht so real wäre, so könnte er der tragische Held eines fast jeden Dostojewski-Romans sein. Aber er ist und bleibt wohl nur eine Werber-Seele und ist in diesem Sinne voll und ganz im "neoliberalen" Zeitgeist verfangen. Ein Lehrstück darüber, wie Ethik und Moral am Ende dafür missbraucht werden, um eigentlich nur an die Fleischtöpfe zu kommen.
Wie gut, dass es immer noch die sog. Ad-Blocker gibt, die einem die nervige Werbewirtschaft weitgehend vom Hals halten.

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Urban Spaceman 16.06.2017, 11:19
19.

Den Link kannte ich nicht. Sehr fundiert.

Grundsätzlich stört mich bei Aktivisten, wie Hensel, dass hinter ihren Aktionen ein messianischer Eifer steht, der abweichende Meinungen nicht ertragen kann und verhindern will.

Vielleicht sollten diese Leute (insbesondere auch Herr Maas) mal in sich gehen, ihre überbordenden Netzaktivitäten kurz ruhen lassen und ein gutes Buch lesen, dem intensive wissenschaftliche Recherche zu Grunde liegt. Besonders empfohlen sei Christopher Clarks "Preußen". Darin könnten sie dann lesen, welche erstaunliche Liberalität in Berlin unter Friedrich dem Großen herrschte. Auch oppositionelle Schriften wurden fast ungehindert verbreitet. Auf diesem Boden konnte das Denken Kants aufblühen. Friedrichs Devise: "Tiefer hängen" sei den heutigen moralinsauren Aktivisten wärmstens empfohlen.

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