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Alltag einer Notfallsanitäterin: "Manchmal wetten wir um einen Burger, ob ein Patient
DPA

Einmal war sie fast 40 Stunden im Dienst: Hier berichtet eine junge Sanitäterin aus dem Inneren des Rettungswagens, über Gewalt, die schlimmsten Einsätze und Zynismus gegenüber dem Tod.

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le.toubib 13.07.2018, 21:00
110. Sehen Sie?

Zitat von murksdoc
Ich hatte vor Kurzem ein Münchhausen-by-Proxy-Syndrom. Um es die Mutter nicht merken zu lassen, welchen Verdacht ich habe (auch für den Fall, dass ich ihr Unrecht tue), habe ich zwei Protokolle geschrieben: Ein "Offizielles" für die Übergabe, ein "Echtes", dass ich dem Pädiater so in die Hand gedrückt habe. Eine Stunde später rief mich der Kinderpsychiater der Klinik an und wollte noch ein paar Informationen. Das Sorgerecht hatten sie der Mutter da schon entzogen (einen Vater gab es nicht). Ich verstehe die Schwierigkeit nicht, hier die Behörden einzuschalten [...]
Mit Ihrem 2. Arztbrief an den Pädiater gaben Sie den "Schwarzen Peter" auch nur weiter, hierbei an den Kinderarzt. Das ist keineswegs als Kritik gemeint, lediglich als Anmerkung.

In Polen macht man übrigens Ähnliches: Es gibt einen Arztbrief auf Polnisch und einen auf Latein. denn in dem lateinischen steht, was der Patient nicht lesen soll ...

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murksdoc 13.07.2018, 22:17
111. @le.toubib

Das hat nichts mit dem "Sxchwarzen Peter" zu tun. 1. Wenn Münchhausen-by.Proxy-Mütter merken, daß man sie verdächtigt, packen sie ihr Kind/Opfer und hauen ab. Deshalb stand mein echter Verdacht auf einem Zettel, den ich geschrieben habe, als sie mir nicht über die Schulter geschaut hat. 2. Für den Fall, dass ich mich getäuscht hätte, hätte der Pädiater den einen Zettel weggeschmissen und den anderen behalten. Dann wäre das eine nicht "aktenkundig" geworden, was man nach Jahren auch mal missverstehen kann.

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sicks 14.07.2018, 00:34
112. stolze Arzttochter wettet auf Leben. Konsequenz?

Zitat von micha.thiele79
Ebenso wie ein paar andere Kommentatoren bin auch ich Notfallsanitäter - nur scheint sich mein Beruf von dem der interviewten "Kollegin" gewaltig zu unterscheiden! Zum Glück wurden mehrere Ungereimtheiten bereits richtig gestellt. Dennoch finde ich es für den Spiegel einfach nur peinlich, einen solchen Beitrag ohne Recherche zu veröffentlichen. 1.) 2000,- Euro brutto? Da hat man selbst netto mehr. Überall werden händeringend Rettungsassistenten, noch lieber Notfallsanitäter gesucht. Das Einstiegsgehalt liegt beim TVÖD in der Stufe 2 bei 2732,33 Euro ohne Zulagen. 2.) In der Regel arbeitet man zu Zweit auf dem RTW/MZF, ab und an ist ein Praktikant mit dabei. Sofern der Notarzt erforderlich ist, kommt dieser extra und nicht allein mit dem NEF oder RTH - so ist man mind. zu Viert an der Einsatzstelle. 3.) Es ist nicht immer ein Notarzt erforderlich, da man als Notfallsanitäter (abhängig von Region zu Region) viele Patienten allein versorgen kann. Hierfür sind bestimmte Medikamente seitens des Ärztlichen Leiter Rettungsdienst durch Algorithmen zur Anwendung durch Notfallsanitäter freigegeben. 4.) Aus dem 4. Stock schleppt niemand mehr! Es gibt zahlreiche technische Hilfsmittel, im schlimmsten Falle die Feuerwehr zur Tragehilfe. 5.) 40h im Dienst??? Nie und Nimmer! 24h-Schichten sind aus vielen Bereichen verbannt worden, da die Auslastung zu hoch ist und somit nicht mit dem Arbeitszeitgesetz vereinbar. Die erwähnten 40-Stunden sind absolut unrealistisch. Ich hätte mir an der Stelle gewünscht, dass ordentlich recherchiert wird bevor solch ein Stuss veröffentlicht wird.
Tja, die Bevölkerung weiß ja jetzt was abgeht.Die Verrohung liegt wohl auf ihrer Seite.Öffentlichkeitswirksam gleichzeitig "Gewalt" anprangern ,wirkt wie ein schlechter PR-Stunt.

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sicks 14.07.2018, 00:55
113. Sehr lustig

Zitat von Rio Sonnenschein
. Im vorliegenden Fall wurde berichtet, wie Burger-Wetten um Überlebenschancen abgeschlossen wurden. Von Mangel an Empathie kann ich hier eigentlich nichts erkennen, der
Hahaha,der beste ykommentar.Auf einen Mangel an Empathie deute nun gar nichts hin :D. Beängstigend,wie so etwas bei dem familiären Hintergrund.Ganz empathisch könnte man schlussfolgern,dass die ach so verrohten Patienten eine Reaktion auf diese Helferstugenden sein könnten.

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smsderfflinger 14.07.2018, 01:19
114.

Zitat von le.toubib
Selbst mit einem RR von 30 zu nicht mehr messbar Hg bekommt man als Patient noch verflixt viel mit ...
Lieber junger Kollege, was glauben Sie, warum ich die Worte "wohl" und "wahrscheinlich" verwendet habe?
[...]Natürlich interessiert es den Patienten wahrscheinlich nicht, weil der wohl in solcher Situation nichts mehr perzipiert [...]
MfG D

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blubbblubber 14.07.2018, 23:55
115.

@murksdoc beitrag eins: sie als arzt tragen sowieso niemanden. in den 12 rettungsdienst, die ich hinter mir habe, hat in den seltensten fällen der akademiker mit angepackt. der ketten stryker ist eine schöne sache, leider für meinen chef zu teuer. soviel zum thema tragen aus dem 4.ten stock. ich trage niemenden freiwillig im 26,4 kg stuhl die treppe runter. entweder der kunde läuft, oder die feuerwehr kommt.

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Pickle_Rick 16.07.2018, 09:00
116.

Zitat von carlitom
Nein, eine Entwürdigung von Menschen/Patienten ist niemals "notwendig". Ganz sicher nnicht.
Ob die Wette unter Kollegen eine Enwürdigung des Patienten ist sei mal dahingestellt. Das ist weiterhin Ihre Wertung und es steht Ihnen schlicht nicht zu sich aus der Anonymität des Internets über diese Leute zu erheben.

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marianna1 17.07.2018, 12:42
117. Höchster nicht-akademischer medizinischer Abschluss?

Das ist vielleicht ihre Meinung, die aber in keinster Weise fundiert ist. Sicherlich benötigt der Notfallsani/Rettungsassistent einiges an Fachwissen aber keinesfalls ist die Ausbildung fachlich anspruchsvoller als die der Gesundheits-und Krankenpfleger, Hebammen, Logopäden oder Physiotherapeuten. Die Voraussetzungen um zu den 4 genannten Ausbildungen zugelassen zu werden sind sogar um eines höher, als die zur Ausbildung im Rettungsdienst, also bitte nächstes Mal besser recherchieren.
Ebenso totaler Quatsch ist, dass der Rettungsdienst keine Handlungsmöglichkeit bei v.a. Kindeswohlgefährdung hat. Die Polizei kann selbstverständlich informiert werden, ebenso der weiterbehandelnde Arzt.
Leider ein realitätsfremder Artikel über einen eigentlich sehr spannenden Beruf.

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malozadim 25.08.2018, 16:35
118. Dass hier...

... im Artikel kaum Realitätsbezug zum wirklichen beruflichen Alltag von Rettungsdienstpersonal besteht, wurde von Kollegen bereits mehrfach angemahnt. (Schichtrhythmus, Zynismus, Burgerwetten e. t. c.) Mindestens ebenso
befremdlich jedoch wirkt die abgehobene Selbstbeweihräucherung der Sportwagen-Blaulicht-Superärzte und Ich-Arzt-Du-Nix-Mediziner, die sich und allen anderen mit ihren 70'er-Jahre Erinnerungen die Taschen vollhauen. Meine Realität ist die, dass zunehmend gut ausgebildete und tatsächlich notfallmedizinisch geprüfte Notärzte an der Einsatzstelle erscheinen (vor 25 Jahren, als ich im RD anfing, reichte noch ein 14-tägiger Kurs für den Fachkundenachweis Rettungsdienst und der frisch zugelassene AIPler war plötzlich Notarzt...) , welche sich als Teil eines Teams verstehen, Leitlinien und SOP des Rettungsdienstpersonals nicht nur vom Hörensagen kennen und die Erfahrung und Ausbildung des Teams zu schätzen wissen und nutzen. Die Herrschaften, welche jedwede Weiterentwicklung des nichtärztlichen Peronals in der Präklinik als Fundamentalangriff auf ihre mittelalterlichen Halbgottprivilegien verstehen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit in stumpfes Sanitäterbashing verfallen, sterben zum Glück langsam aber sicher aus.

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